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Martin Papapol: Digitaler Kapitalismus – Gewalt aus dem Hinterhalt

02.06.200710:15 UhrPolitik, Recht & Gesellschaft

(openPR) Seit den 90er Jahren verbreitet sich eine bestimmte Form der Gewalt, die wir mit der Strategie „Auge um Auge, Zahn um Zahn“ beschreiben könnten. Bereits jetzt lässt sich voraussehen, dass eine solche Strategie zu suchtartigen Tendenzen führen muss und eine Spirale der Gewalt auf ihrem Konto quittieren wird.



Bereits während des französischen Wahlkampfs im Frühjahr 2007 haben die Kandidaten der großen Parteien mit „gewaltigen“ Vorschlägen einander fast überboten, wenn es um die Bekämpfung krimineller Ausschreitungen von Jugendlichen ging. Gewalttätige Jugendliche sollten, ähnlich wie in Amerika, wo diese Methode bereits Tradition hat, mit Gegengewalt und militärischem Drill auf den „richtigen Weg“ zurückgeführt werden.

Wir sollten zwischen Gewaltpotenzial und Ausbruch der Gewalt unterscheiden. „Die Todesanzeigen der Lohnarbeitergesellschaft“ (Robert Castel) sind im Digitalen Kapitalismus nicht zu übersehen. Die kollektiven Strategien (Sozialstaat) versagen in zunehmendem Maße gegenüber den Forderungen des Marktes und der unerbittlichen internationalen Konkurrenz für das Shareholder Value. Der Verlust der Sicherheit der Arbeit, die damit verbundene maßlose Enttäuschung, ist eine der Quellen des Gewaltpotenzials.

Eine andere Quelle der potenziellen Gewalt liegt darin, dass die junge Generation einerseits der Garant der Zukunft sein soll, andererseits diese Aufgabe aber nicht auf sich nehmen kann. Angesichts dieser Aussichtslosigkeit im Hinblick auf die identitätsstiftende Bedeutung von Arbeit können erschöpfte Eltern und überforderte Pädagogen kaum gegen den gesellschaftlichen Gegenwind ankämpfen.
Wut und Aggression werden sich in der heutigen atomisierten Gesellschaft anders äußern als in den Zeiten der Revolution des Proletariats. Es fehlt das Band der Solidarität für die Revolution. Es ist daher zu befürchten, dass in den kommenden Jahren mit einer rapiden Steigerung lokaler und nicht kalkulierbarer Gewaltausbrüche zu rechnen ist. Wegen des spontanen Charakters wird die Polizei bei der Vorbeugung überfordert sein.
Eine vorbeugende Lösung ist daher nicht durch die Staatsgewalt, sondern durch die Politik herbeizuführen.
Sie muss mehr Bewusstsein darüber entwickeln, in welcher Gesellschaft wir heute leben und mit welchen Konsequenzen in der Zukunft zu rechnen sein wird, wenn große Teile der Bevölkerung im Stich gelassen werden. Schwäche kann schnell in Gewalt umschlagen, denn Gewalt ist kein Zeichen von Stärke, sondern nur die Verstärkung der Schwäche.

Zu diesem Thema siehe auch:
Dr. Martin Papapol: Der digitale Kapitalismus – Zu einem Manifest der Neuen Linken, 2005, BoD, Norderstedt

Weitere Informationen und Leseproben unter:
www.papapol.de

Wachstumstrend Forschungsinstitut und Verlags-GmbH
Lindenschmitstrasse 35
81371 München
Tel.: 089-74663082
E-Mail
www.wachstumstrend.de

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