(openPR) Pressemitteilung
Tag der Kinderrechte am 20. November:
Das Recht der Kinder auf Lesen
München 16. November
Am Tag der Kinderrechte möchten die LegaKids Stiftung die Aufmerksamkeit auf das grundlegende Recht der Kinder auf Lesen lenken, wie es in der Kinderrechtskonvention der Vereinten Nationen verankert ist. Lesen ist eine essentielle Fähigkeit, die es Kindern ermöglicht, aktiv an der Gesellschaft teilzunehmen und Bildungschancen wahrzunehmen. Darüber hinaus steht die Lesefähigkeit in engem Zusammenhang mit dem Kinderrecht auf Gesundheit.
Die Ottawa Charta von 1986 definierte Gesundheit nicht nur als die Abwesenheit von Krankheit, sondern auch als die Fähigkeit und Motivation, ein wirtschaftlich und sozial aktives Leben zu führen. In der digitalen Ära ist die Fähigkeit zum Lesen von besonderer Bedeutung, um an der gesellschaftlichen Teilhabe teilzunehmen.
Wir möchten auf drei miteinander verbundene Probleme hinweisen, die den Zugang von Kindern und ihren Familien zu persönlichen und gesellschaftlichen Ressourcen sowie zu einem eigenverantwortlichen Gesundheitsbewusstsein erschweren:
Kinder, die nicht den engen Schulnormen entsprechen, werden oft als gestört, krank oder behindert etikettiert und außerhalb des schulischen Umfelds behandelt.
Ein hoher Prozentsatz von Kindern erreicht in der Schule nur unzureichende Grundkenntnisse im Lesen.
Diese beiden Probleme belasten Familien und wirken sich auf die psychische, körperliche und wirtschaftliche Entwicklung der Familie aus.
Der enge Zusammenhang zwischen Gesundheit und Bildung kann schwerwiegende negative Auswirkungen haben und verstärkt sich gegenseitig. Ein schlechter körperlicher und psychischer Gesundheitszustand erschwert die Fähigkeit und Bereitschaft zur aktiven Teilnahme und zur Aneignung von gesundheitsbezogenem Wissen. Umgekehrt gilt, dass ein Mangel an angemessener Bildung den Zugang zu gesundheitsbezogenen Ressourcen erschwert.
Es liegt in der Verantwortung aller gesellschaftlichen Kräfte, sicherzustellen, dass allen Kindern der Zugang zur Schriftsprache ermöglicht wird.
Die Realität im deutschen Bildungssystem ist alarmierend. Die IGLU-Studien der letzten Jahre zeigen einen besorgniserregenden Anstieg von Viertklässlern mit unzureichender Lesekompetenz:
2006: 13%
2011: 15,4%
2016: 18,9%
2021: 25% (veröffentlicht 2023)
Es wird angenommen, dass diese Kinder erhebliche Schwierigkeiten in allen Fächern haben oder bekommen.
Trotz vieler politischer Versprechungen und Ankündigungen in den letzten Jahren sind die Konsequenzen unzureichender Maßnahmen offensichtlich.
In diesem Zusammenhang dankt LegaKids ausdrücklich den zahlreichen außerschulischen Förderkräften und engagierten Institutionen und Einzelpersonen, die dazu beitragen, die Situation zu verbessern.
Wir fordern dringende Sofortmaßnahmen zur Umsetzung des Rechts auf Lesen:
Verpflichtende Ausbildung zur Didaktik des Schriftspracherwerbs für alle Grundschullehrkräfte.
Unterstützung individueller Lernwege der Kinder statt gleichschrittiger Unterrichtung der Schriftsprache.
Integration von Förderkräften, insbesondere Lerntherapeuten, in die Schulstruktur, um Stigmatisierung und Selektion zu verhindern.
Notwendige außerschulische Förderung darf nicht von einer Einstufung oder Diagnostik des Kindes abhängig gemacht werden.
Alle Kinder haben das Recht, gut lesen zu lernen, und sie haben Anspruch auf angemessene Förderung innerhalb oder außerhalb der Schule. Die Länder sind verpflichtet, dieses Recht umzusetzen.









