openPR Recherche & Suche
Presseinformation

"Solidarität ist keine Einbahnstraße!"

19.04.202218:22 UhrPolitik, Recht & Gesellschaft
Bild: "Solidarität ist keine Einbahnstraße!"
Bessere Regeln - mehr Rente!
Bessere Regeln - mehr Rente!

(openPR)

Warum die Wiedereinführung des sogenannten Nachholfaktors für mehr Gerechtigkeit zwischen den Generationen sorgt.

Bundesarbeitsminister Hubertus Heil hat vor Ostern sein Gesetz für Verbesserungen bei der Rente vorgelegt. In einem wesentlichen Teil geht es darum, wie die Renten künftig an die Lohn- und Gehaltsentwicklung angepasst werden.

"Aus unserer Sicht führt vor allem die Wiedereinführung des sogenannten Nachholfaktors in Kombination mit einer 'Haltelinie' zu einer gerechteren Verteilung der Kosten für höhere Renten", sagt Thomas Neumann, der Präsident des Bundesverbandes der Rentenberater e.V.

Die Rentengarantie sorgt für Klarheit und sichert die Leistungsempfänger ab. Sofern sich aus der Anpassungsformel eine Rentenkürzung ergeben würde, wirkt sie als Sicherung. Gleichzeitig ist es aber vollkommen richtig, die Nutznießer dieser Sicherungsfunktion an den Kosten zu beteiligen. Zukünftige Rentenerhöhungen fallen entsprechend niedriger aus, sofern sich das Rentenniveau oberhalb der Haltelinie von 48 % bewegt. Bezugspunkt ist dabei die typisierte Rente nach 45 Beitragsjahren mit durchschnittlichem Verdienst. 

"Gerade in Gesprächen mit der Rentner- oder auch der rentennahen Generation erleben wir, dass diese gar keine Sondervorteile zulasten der zukünftigen Beitragszahlerinnen und -zahler wollen", erklärt Neumann.

Rentenanpassung über 'vorausgeschätztes Durchschnittsentgelt' und Nachholfaktor endlich ohne Übertreibungseffekt

Ein weiteres Element der Rentenanpassung ist der Nachhaltigkeitsfaktor. Für seine Berechnung wird erstmals auf aktuelle Daten zur gesamtwirtschaftlichen Lohnänderungsrate zurückgegriffen - dem ‚vorausgeschätzten Durchschnittsentgelt‘.

Die Einführung des 'vorausgeschätzten Durchschnittsentgelts‘ führt nicht nur dazu, dass in 2022 die Renten um 5,35 % statt 4,74 % erhöht werden (bzw. 6,12 % statt 5,5 % in den neuen Bundesländern), sondern trägt auch zur Glättung der Rentenwertänderungen in den Folgejahren bei. 

Die grundsätzliche Kombination dieser beiden Maßnahmen ist aus Sicht des Bundesverbandes der Rentenberater e.V. gut gelungen. Ein weiteres starkes Argument: Die Rentenanpassung hat nun einen konkreteren Bezug zur aktuellen Lohn- und Gehaltsentwicklung.

Bisher gab es bei Rentenanpassungen eine zeitliche Verschiebung mit Übertreibungseffekten. Sie bezogen sich auf Durchschnittsentgelte, die einige Jahre zuvor erhoben wurden. D.h. aktuelle Rentenanpassungen wurden immer aus der Vergangenheit argumentiert und durch die Berechnungsformel in die ein oder andere Richtung übertrieben. Sie konnten damit weder sachlich noch intuitiv mit aktuellen Lohnentwicklungen in Einklang gebracht werden.

Pauschale Erhöhung der Erwerbsminderungsrenten 

Erfreulich finden die Rentenexperten die Verbesserungen bei der Erwerbsminderungsrente. Vor allem für Leidtragende der sogenannten Stichtagsregelung bei früheren Änderungen. Hier hatte der Bundesverband schon mehrfach Nachbesserungen gefordert.

Diese Benachteiligung wird nun kompensiert. Betroffene erhalten pauschale Zuschläge in Höhe von 7,5, % und zwar bei Eintritt der Erwerbsminderung zwischen 2001 und 2014. Wer zwischen 2014 und 2018 aus gesundheitlichen Gründen aufhören musste zu arbeiten, erhält eine pauschale Erhöhung von 4,5 %.

"Dass das erst ab 2024 umgesetzt wird, ist völlig unbefriedigend", sagt Thomas Neumann. Der Grund für die Verzögerung ist mindestens irritierend: Die Deutsche Rentenversicherung sei mit einer früheren Umsetzung überfordert, heißt es aus dem Bundesarbeitsministerium.

"Eine schwache Begründung", findet Neumann. "Behörden sollten natürlich so ausgestattet werden, dass Gesetze auch umgehend umgesetzt werden. Stattdessen wird hier ein Gesetz extra so 'gebaut', dass es von der Behörde erst nach zwei Jahren umgesetzt werden muss."

Bundeszuschüsse gestrichen - ein schwieriges Signal

Nach den Plänen des Bundesarbeitsministeriums sollen für die Jahre 2022 bis 2025 pro Jahr 500 Millionen Euro an Zuschüssen für die Rentenversicherung gestrichen werden. 

"Das ist ein wirklich ungünstiges Signal", findet Neumann. "Der Minister behauptet einfach, die Unterstützung sein nicht mehr nötig. Die Wahrheit ist: Er braucht das Geld an anderer Stelle - u.a. für das geplante Bürgergeld. Aus unserer Sicht schwindet das Vertrauen in die Politik, wenn sich der Gesetzgeber ausgerechnet an der Renten-versicherung bedient, um andere Ausgaben zu finanzieren."

Verantwortlich für diese Pressemeldung:

News-ID: 1227763
 656

Pressebericht „"Solidarität ist keine Einbahnstraße!"“ bearbeiten oder mit dem "Super-PR-Sparpaket" stark hervorheben, zielgerichtet an Journalisten & Top50 Online-Portale verbreiten:

PM löschen PM ändern
Disclaimer: Für den obigen Pressetext inkl. etwaiger Bilder/ Videos ist ausschließlich der im Text angegebene Kontakt verantwortlich. Der Webseitenanbieter distanziert sich ausdrücklich von den Inhalten Dritter und macht sich diese nicht zu eigen. Wenn Sie die obigen Informationen redaktionell nutzen möchten, so wenden Sie sich bitte an den obigen Pressekontakt. Bei einer Veröffentlichung bitten wir um ein Belegexemplar oder Quellenennung der URL.

Pressemitteilungen KOSTENLOS veröffentlichen und verbreiten mit openPR

Stellen Sie Ihre Medienmitteilung jetzt hier ein!

Jetzt gratis starten

Weitere Mitteilungen von Bundesverband der Rentenberater e.V.

Bild: Rentenreform: Ist das Mathematik oder Politik?Bild: Rentenreform: Ist das Mathematik oder Politik?
Rentenreform: Ist das Mathematik oder Politik?
Die von der Bundesregierung berufene und hochkarätig besetzte Rentenkommission hat binnen kurzer Frist eine Herkulesaufgabe zu bewältigen: Bis Mitte nächsten Jahres sollen Vorschläge erarbeitet werden, die die Gesetzliche Rentenversicherung langfristig stabil und zukunftsfähig aufstellt. Gleichzeitig soll sichergestellt werden, dass Menschen im Alter ihren Lebensstandard erhalten können. „Marodes“ (gesetzliches) Rentensystem? Wem ab 01.01.2026 nach 45 Beitragsjahren als Durchschnittsverdiener eine Regelaltersrente in Aussicht steht, kann ein…
Bild: Rentenpaket: Niveau stabilisiert, aber nur vermeintlich gerecht!Bild: Rentenpaket: Niveau stabilisiert, aber nur vermeintlich gerecht!
Rentenpaket: Niveau stabilisiert, aber nur vermeintlich gerecht!
Kanzler-Mehrheit für das Rentenpaket: Niveau stabilisiert, ein Wert für alle Rentenhöhen aber nur vermeintlich gerecht! Das umstrittene Rentenpaket hat zwar im Bundestag die von Kanzler Merz geforderte absolute Mehrheit erhalten, die Debatte hat aber vor allem eines gezeigt: Der sogenannte Musterrentner, also Personen, die nach 45 Arbeitsjahren eine Rente von 48% eines Durchschnitts-Gehalts bekommen, taugt nicht mehr zur politischen Entscheidungsfindung. Der Präsident des Bundesverbands der Rentenberater, Andreas Irion, begrüßt das erkennba…

Das könnte Sie auch interessieren:

Veranstaltung „Kirche und Wirtschaft“ am 5. Mai mit Prof. em. Dr. Dietmar Mieth in Heilbronner IHK
Veranstaltung „Kirche und Wirtschaft“ am 5. Mai mit Prof. em. Dr. Dietmar Mieth in Heilbronner IHK
… Heilbronner Haus der Wirtschaft (IHK), 19.00 Uhr, laden die IHK Heilbronn-Franken und die Diözese Rottenburg-Stuttgart Fachbereich Führungskräfte zur Gemeinschaftsveranstaltung „Solidarität im wirtschaftlichen und sozialen Handeln“ ein. Prof. em. Dr. Dietmar Mieth diskutiert mit Bera-Geschäftsführer Bernd Rath und Martin Schomaker, Vorstandsvorsitzender …
Bild: CBM: Deutschlands längste Kette der SolidaritätBild: CBM: Deutschlands längste Kette der Solidarität
CBM: Deutschlands längste Kette der Solidarität
Die Sommeraktion der CBM verbindet Menschen Gemeinsam mit anderen Solidarität für Menschen mit Behinderungen in Entwicklungsländern zu zeigen, steht im Mittelpunkt der diesjährigen Sommeraktion der Christoffel-Blindenmission (CBM). „CBM verbindet – Helfen Sie mit!“ heißt die Aktion, an der Vereine, Firmen, Arztpraxen, Apotheken, Schulen und Kirchengemeinden …
Solidarität in Zeiten der Krise
Solidarität in Zeiten der Krise
… Soziologinnen und Soziologen in Österreich und Ungarn untersucht mit Unterstützung des Wissenschaftsfonds FWF, wie die fortgeschrittene Wirtschaftskrise die Motive hinter Solidarität beeinflusst. Denn diese kann inklusiv im Sinne sozialer Gerechtigkeit und exklusiv für die eigene nationalistisch-ethnische Gruppenzugehörigkeit gewährt werden. Solidarität ist …
Pal Dragos: Solidarität und Leibverantwortung - Ende der kollektivistisch verordneten Solidarität
Pal Dragos: Solidarität und Leibverantwortung - Ende der kollektivistisch verordneten Solidarität
In seiner Weihnachtsrede 2012 hat der deutsche Bundespräsident die Bedeutung der menschlichen Solidarität hervorgehoben. Seine Worte werden erst richtig verstanden, wenn man begriffen hat, dass die Solidarität zwischen den Menschen auch die Fähigkeit erfordert, mit dem eigenen Leib solidarisch zu sein. Anders ausgedrückt: Solange jemand nicht die Verantwortung …
Jahrestagung der El Salvador Solidarität fordert Bewahrung der Archive von Tutela Legal
Jahrestagung der El Salvador Solidarität fordert Bewahrung der Archive von Tutela Legal
Das Koordinationstreffen der El Salvador Solidarität kritisiert die Schließung des Menschenrechtsbüros Tutela Legal durch den Erzbischof von San Salvador und fordert die Sicherstellung der Archive unter direkter Beteiligung des Büros des Menschenrechtsombudsmanns. Frankfurt, 10. November 2013. Die Jahrestagung der El Salvador Solidarität am 8. - 10. …
Bild: Vorankündigung Solidaritäts-Weltrekord 2006Bild: Vorankündigung Solidaritäts-Weltrekord 2006
Vorankündigung Solidaritäts-Weltrekord 2006
Erfurt, am Dienstag, den 11. April 2006 Echte Solidarität handelt! Unter diesem Motto steht die Nacht der Solidarität am 15. Juli 2006 in Erfurt. Zeitgleich im Rahmen der Aktion findet die Initiative "Solidaritätsrekord 2006" Erfurt statt. Thüringen ins Guinness-Buch! Wir laden Sie ein, mit uns gemeinsam das bisher weltgrößte Symbol …
Solidarität mit Schutzbedürftigen kennt keine nationalen Grenzen
Solidarität mit Schutzbedürftigen kennt keine nationalen Grenzen
… traumatisiert und geschwächt durch Erfahrungen schlimmster Gewalt“, sagt Michaela Hoffmann, Koordinatorin des Fachausschusses Migration der DGSP. Sie fordert: „Die jetzt überall beschworene Solidarität muss auch diesen Menschen gelten!“ In der Corona-Krise geht es um konkrete Solidarität. Wissenschaft und Politik appellieren zu Recht an die Verantwortung …
Kuba braucht Solidarität, Solidarität und noch einmal Solidarität
Kuba braucht Solidarität, Solidarität und noch einmal Solidarität
… selbsternannten Weltgendarms. Die verbale und nachrichtentechnische Aufrüstung der USA lassen keinen Zweifel an den Umsturzplänen, die Bush hegt. Die angemessene Antwort darauf kann nur die Solidarität mit Kuba sein. Solidarität, Solidarität und noch einmal Solidarität. Jetzt erst recht. Die Europäische Union und die Bundesregierung sollten vor dem Hintergrund der …
Bild: Über die Zukunftsfähigkeit der gesetzlichen RentenversicherungBild: Über die Zukunftsfähigkeit der gesetzlichen Rentenversicherung
Über die Zukunftsfähigkeit der gesetzlichen Rentenversicherung
… seine Begrüßung. Anschließend führte Prof. Dr. Niels Olaf Angermüller den Gast ein. Sodann wandte sich Prof. Kreikebohm zunächst den für ihn zentralen Begriffen Solidarität und Subsidiarität zu und erklärte, wie diese die gesetzliche Rentenversicherung prägen: „Solidarität meint insbesondere die Bereitschaft, anderen in Notsituationen moralisch oder …
Solidarisch bis zum Untergang? Gastbeitrag zum deutsch-griechischen Fall von Prof. Spiridon Paraskewopoulos
Solidarisch bis zum Untergang? Gastbeitrag zum deutsch-griechischen Fall von Prof. Spiridon Paraskewopoulos
Düsseldorf, 5. Dezember 2013. Eine Lehrstunde in Solidarität erteilt der Gastautor und Wirtschaftswissenschaftler Prof. Spiridon Paraskewopoulos insbesondere den südeuropäischen Nörglern, die Deutschland eine zu geringe Hilfsbereitschaft in der Griechenlandkrise vorwerfen. Paraskewopoulos schlüpft in die Rolle des Advocatus Diaboli, indem er das Bild …
Sie lesen gerade: "Solidarität ist keine Einbahnstraße!"