openPR Recherche & Suche
Presseinformation

Die Mär von der steuerfinanzierten Rente

28.07.202116:12 UhrPolitik, Recht & Gesellschaft
Bild: Die Mär von der steuerfinanzierten Rente
Von der 1. Mai-Kundgebung 2021 des DVG vor dem Thüringer Landtag.   (© Quelle: DVG – K-media & PR, Thomas Kießling)
Von der 1. Mai-Kundgebung 2021 des DVG vor dem Thüringer Landtag. (© Quelle: DVG – K-media & PR, Thomas Kießling)

(openPR) Große Tageszeitungen machen derzeit damit auf, das Thema wird vor der Bundestagswahl vi-rulent: Es geht um die Rente und wie manche sich die Finanzierung vorstellen. Dazu hat auch der DVG – Verein der Direktversicherungsgeschädigten – eine Meinung. „Weil nämlich er und seine 4000 Mitglieder, mithin 6 Millionen Betroffene und weitere 6,5 Millionen Bezieher von Betriebsrenten, die Zeche dafür bezahlen“, sagt Reiner Korth, stv. Bundesvorsitzender des DVG, deutlich.

Für die Bezieher von Renten sei es schwer erträglich, denn kurz vor der politischen Sommer-pause haben sie alle nochmal kräftig aufgedreht: Bei Lanz, im Presseclub, diversen Politmagazinen, in Tageszeitungen geben sich die sogenannten Renten-„Experten“ wie Bernd Raffelhüschen und Axel Börsch-Supan die Klinke in die Hand und malen Schreckensszenarien von der maroden Rentenkasse an die Wand. Sie reden von Generationengerechtigkeit und fordern drastische Maßnahmen: Länger arbeiten und weniger Rente, und so gut wie kein Medien-Organ hakt einmal kritisch nach. Stattdessen wird die Mär von der steuerfinanzierten Rente gleich einem Mantra nachgeplappert, obwohl die Fakten auf dem Tisch liegen und ohne großen Aufwand zu recherchieren sind.

2019 wurden 109 Milliarden Euro für sogenannte versicherungsfremde Leistungen aus der Rentenkasse entwendet. Der Gesetzgeber beschließt diese Leistungen, die der Sozialversicherungsträger zu zahlen hat, für die aber niemand Beiträge entrichtet, zum Beispiel für die Mütterrente (14 Mrd. Euro), Rente mit 63 (12 Mrd.), West-Ost-Transfer (30 Mrd.), Fremdrentengesetz (6 Mrd.) usw. Der Bundeszuschuss betrug 2019 aber nur 72 Mrd. Euro, das entspricht einer Deckungslücke von 37 Mrd. Euro. Seit 1957 summiert sich die Differenz zwischen den Ausgaben für versicherungsfremde Leistungen und dem Bundeszuschuss auf 870 Milliarden Euro. „Das ist mehr als genug, um heutigen und künftigen Rentnern eine anständige Altersversorgung zu ermöglichen - und nicht viel besser sieht es in der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) aus“, betont Dr. Thomas Hintsch, DVG-Vorstandsmitglied.

Auch in der GKV müssten gesetzlich Versicherte versicherungsfremde Leistungen schultern, für die der Bund nur unzureichend Geld zur Verfügung stellt. Ausbaden dürfen es die Versicherten. „Und jene, die über Direktversicherungen für ihr Alter vorgesorgt haben und durch doppelte Krankenkassenbeiträge und Pflegeversicherungsbeiträge ihrer Ersparnisse beraubt werden“, unterstreicht Reiner Korth.

Die Vorstandsvorsitzende des Bundesverbands der GKV, Dr. Doris Pfeiffer, habe jüngst in ei-nem Interview wieder die Unterdeckung von rund 10 Mrd. Euro für die Krankenversicherung der ALG-II-Empfänger moniert. Damit fordert sie wie der DVG, dass die bislang von der Regierung nicht umgesetzte entsprechende Vereinbarung, die aber im Koalitionsvertrag steht, endlich wahr gemacht wird. Denn diese Kosten sind vom Bund zu tragen, also von allen Steuerzahlern, und nicht ausschließlich von den gesetzlich Versicherten.

„Allein die Direktversicherungsgeschädigten zahlen pro Jahr rund 3 Milliarden Euro an GKV-Beiträgen, die wir auf unsere Verträge eigentlich schon zu unserer Lebensarbeitszeit entrichtet haben – welch ein Skandal“, betont Reiner Korth.

Was in dieser ganzen Debatte um steuerfinanzierte Renten oder Bundeszuschüsse an die Sozialkassen immer gerne unterschlagen werde, so der DVG: Gesetzlich versicherte Arbeit-nehmer sind auch Steuerzahler!

Als Erwerbstätige entrichten sie brav ihre Beiträge an die Rentenversicherung, schultern damit die durch den Bund unzureichend finanzierten gesamtgesellschaftlichen Aufgaben, müssen hilflos zusehen, wie ihre Renten dahinschmelzen und sich schließlich von gut versorgten Professoren und Politikern vorhalten lassen, sie müssten länger arbeiten oder Kürzungen ihrer Altersbezüge hinnehmen.

„Diese Drohungen nach längerer Arbeitszeit und Rentenkürzung sind völlig unangemessen und realitätsfremd“, sagt Thomas Hintsch, Im Gegenteil: Würden versicherungsfremde Leistungen als gesamtgesellschaftliche Ausgaben vom Bund finanziert, könnten sogar laut einer Studie der Hans-Böckler-Stiftung aus dem Jahr 2018, im Bereich der Rentenversicherung die Beitragssätze um 2,2 bis 4,2 Beitragspunkte gesenkt werden, in der gesetzlichen Krankenversicherung um 2,2 Beitragspunkte und bei der Bundesagentur für Arbeit um 0,3 Beitragspunkte, also um insgesamt 6,7 bis 4,7 Beitragspunkte! Das würde eine erhebliche Entlastung der Erwerbstätigen und auch der Arbeitgeber bedeuten – sowie die Kaufkraft und damit die Steuereinahmen wieder stärken.

Schluss mit dem Zweiklassensystem
Der DVG weist ebenfalls darauf hin: Wie selbstverständlich mussten die Rentner in diesem Jahr die bittere Corona-Pille schlucken und eine Nullrunde hinnehmen. Unseren Staatsdienern dagegen wird ein Aufschlag von 1,4 Prozent gegönnt. Übrigens finanziert durch Steuergelder – auch die der gesetzlich Versicherten – ohne dass die im Alter bestens versorgten Pensionäre nur einen Cent zu ihrer Altersversorgung beigetragen hätten.

Generationengerechtigkeit
Höchste Zeit also, die Lufthoheit in puncto Rente nicht vermeintlichen Lobbyisten wie Raffelhüschen, Rürup oder Börsch-Supan zu überlassen. Dagegen halten auf allen Kanälen ist das Gebot der Stunde, formuliert der DVG. Am 26. September 2021 ist Bundestagswahl. Ein „Weiter so“ bei Rente und Krankenversicherung darf es nicht geben. Aber anders als sich das die Herren „Experten“ vorstellen. „Es ist höchste Zeit für ein Ende des Zweiklassensystems  - das wäre dann mal eine echte Generationengerechtigkeit“, so Thomas Hintsch abschließend.

Info:
www.dvg-ev.org


Nächste DVG-Höhepunkte:
Symposium Hambacher Schloss, Mittwoch, 25. August 2021, 14.00 bis 18.30 Uhr
Motto: „Demokratische Rente? – Von wegen!“

Deutschland braucht eine grundlegende Rentenreform und nicht ein weiteres Reförmchen. Das müsste eigentlich allen Politikern in diesem Land klar sein – eigentlich, denn einige glauben immer noch, es wäre mit der Verlängerung der Lebensarbeitszeit und einigen Schönheitskorrekturen getan. Es wird höchste Zeit, unvoreingenommen über die Altersvorsorge mit ihren drei Säulen zu reden. Deswegen organisiert der DVG ein 
Symposium mit hochrangigen Politikern und Sozial-Wissenschaftlern auf dem Hambacher, der Wiege der Demokratie. Die Doppelverbeitragung ist dabei nur ein Mosaikstein im großen Rentenbild.  

 

Verantwortlich für diese Pressemeldung:

News-ID: 1214925
 2438

Pressebericht „Die Mär von der steuerfinanzierten Rente“ bearbeiten oder mit dem "Super-PR-Sparpaket" stark hervorheben, zielgerichtet an Journalisten & Top50 Online-Portale verbreiten:

PM löschen PM ändern
Disclaimer: Für den obigen Pressetext inkl. etwaiger Bilder/ Videos ist ausschließlich der im Text angegebene Kontakt verantwortlich. Der Webseitenanbieter distanziert sich ausdrücklich von den Inhalten Dritter und macht sich diese nicht zu eigen. Wenn Sie die obigen Informationen redaktionell nutzen möchten, so wenden Sie sich bitte an den obigen Pressekontakt. Bei einer Veröffentlichung bitten wir um ein Belegexemplar oder Quellenennung der URL.

Pressemitteilungen KOSTENLOS veröffentlichen und verbreiten mit openPR

Stellen Sie Ihre Medienmitteilung jetzt hier ein!

Jetzt gratis starten

Weitere Mitteilungen von K-media

Bild: Auf nach Kassel: DVG mit großer Kundgebung vor dem BundesozialgerichtBild: Auf nach Kassel: DVG mit großer Kundgebung vor dem Bundesozialgericht
Auf nach Kassel: DVG mit großer Kundgebung vor dem Bundesozialgericht
Am Samstag, 15. April 2023 treffen sich am Nachmittag die Delegierten der Regionalgruppen des DVG - Verein der Direktversicherungsgeschädigten in Kassel zur ihrer jährlichen Delegiertenversammlung. Bereits am Vormittag von 10.30 bis 12.30 Uhr ruft der DVG zu einer großen öffentlichen Kundgebung auf. Sie startet vor dem H4-Hotel (Baumbachstrasse, An der Stadthalle 2, Kassel) mit dem Ziel Bundessozialgericht. Das Motto der Kundgebung lautet:   „Wir sind viele, wir sind laut, weil man uns die Rente klaut”.   Die Demonstration soll öffentlich…
Bild: Bundeskanzler Scholz gibt im Bundestag feste Zusage für das Ende der DoppelverbeitragungBild: Bundeskanzler Scholz gibt im Bundestag feste Zusage für das Ende der Doppelverbeitragung
Bundeskanzler Scholz gibt im Bundestag feste Zusage für das Ende der Doppelverbeitragung
Kanzler Scholz: „Das [Ende der Doppel- und Mehrfachverbeitragung auf Direktversicherungen] haben wir uns fest vorgenommen, und Sie können sich drauf verlassen: wir werden auch mit Lösungen arbeiten“ In der „Aktuellen Stunde“ im Bundestag zur Befragung der Bundesregierung hat Bundeskanzler Scholz am Mittwoch, 25. Jan. 2023 eine feste Zusage gegeben: „Das [Ende der Doppel- und Mehrfachverbeitragung von Krankenkassenbeiträgen auf Direktversicherungen] haben wir uns fest vorgenommen, und Sie können sich drauf verlassen: wir werden auch mit Lösun…

Das könnte Sie auch interessieren:

Zinstrend März 2003
Zinstrend März 2003
Bonn 26. Mär. 2003 - Die Postbank erwartet durch den Irak-Krieg kurzfristig einen Wiederanstieg des Ölpreises auf etwa 30 US-Dollar pro Barrel. Auf Jahressicht sehen die Volkswirte der Bonner Bank aber einen Rückgang auf 24 US-Dollar. Spiegelbildlich dazu sollten die Kapitalmarktrenditen zunächst nachgeben und auf Sicht von zwölf Monaten auf 4,4 Prozent …
BASF erhöht die Preise für Monoethanolamin
BASF erhöht die Preise für Monoethanolamin
Gründe sind unter anderem steigende Rohstoffpreise und unzureichende Erlöse 22. Mär. 2004 - Die BASF erhöht mit sofortiger Wirkung ihre Preise für Monoethanolamin in Europa um 50 € pro Tonne, soweit bestehende Vertragsvereinbarungen dies zulassen. Mangelnde Verfügbarkeit des Einsatzstoffes Ethylen in Europa, steigende Rohstoffpreise sowie unzureichende …
Bild: Neuerscheinung: Musikkabarettist Axel Pätz: Neues Programm "Das Niveau singt" auf CDBild: Neuerscheinung: Musikkabarettist Axel Pätz: Neues Programm "Das Niveau singt" auf CD
Neuerscheinung: Musikkabarettist Axel Pätz: Neues Programm "Das Niveau singt" auf CD
… Das Niveau singt - Göttingen, Apex 24. Feb 12 Die Ganze Wahrheit - Kisdorf, Margarethenhoff 25. Feb 12 Das Niveau singt (Berlin-Premiere) - Berlin, Die Wühlmäuse 01. Mär 12 NDR TV-Aufzeichng "Intensivstation" 02. Mär 12 Die Ganze Wahrheit - Dechow, Kulturtage Haus Dechow 09. Mär 12 Das Niveau singt - Bonn, Pantheon 14. Mär 12 …
Tiger und Bär zum guten Zweck auf Weltreise im Levantehaus Hamburg
Tiger und Bär zum guten Zweck auf Weltreise im Levantehaus Hamburg
„Hansekind“ und das „Theater Mär“ machen’s möglich! Ein großes Event-Highlight für die kleinen Gäste ermöglicht Inhaberin Constanze Samson am 26. November 2011 in ihrem „Hansekind“ – dem Geschäft für hochwertige Kindermöbel und Accessoires im Levantehaus Hamburg. Das „Theater Mär“ erzählt die weltweit beliebte Janosch-Geschichte „Oh, wie schön ist Panama“. Janosch-Geschichten …
Bild: Der Freie Berater: Rürup-Rente keineswegs unpfändbarBild: Der Freie Berater: Rürup-Rente keineswegs unpfändbar
Der Freie Berater: Rürup-Rente keineswegs unpfändbar
Der Freie Berater klärt auf über die Marketinglügen der Rürup-Versicherer Seligenstadt – August 2010. Die Argumente pro Rürup-Rente erscheinen zunächst verlockend – Viele überzeugt vor allem der Faktor Pfändungssicherheit, wie die Finanzzeitschrift Der Freie Berater ermittelt hat. Doch das vermeintliche Sicherheitsargument erweist sich meist als Täuschung, …
Sibanye Stillwater Limited: Operatives Update für das Quartal zum 31. März 2021
Sibanye Stillwater Limited: Operatives Update für das Quartal zum 31. März 2021
… (Sibanye-Stillwater oder der Konzern) (JSE: SSW & NYSE: SBSW - www.commodity-tv.com/ondemand/companies/profil/sibanye-stillwater-ltd/) freut sich, ein operatives Update für das Quartal zum 31. März 2021 (Q1 2021) zu geben. Die Finanzergebnisse werden nur auf halbjährlicher Basis bereitgestellt. WESENTLICHE MERKMALE - QUARTAL ZUM 31. MÄRZ 2021 (Q1 2021) …
Staatssprache Deutsch – Bayerisch gefährdet
Staatssprache Deutsch – Bayerisch gefährdet
… will Deutsch als offizielle Staatssprache im Grundgesetz verankern. Dazu erklärt Petra Pau, PDS im Bundestag: Der Vorschlag ist nur ein weiteres Kapitel in der Mär deutscher Leitkultur. Niemand spricht fließender Deutsch, nur, weil das Grundgesetz dies will. Aber bislang gleichberechtigte Sprachen, wie Sorbisch oder Dänisch, würden zurückgesetzt. Außerdem: …
Bild: Die Mär vom interkulturellen Lernen - Eine fragmentarische AnnäherungBild: Die Mär vom interkulturellen Lernen - Eine fragmentarische Annäherung
Die Mär vom interkulturellen Lernen - Eine fragmentarische Annäherung
Oliver Kustner regt die Leser mit "Die Mär vom interkulturellen Lernen" zum Nach- und Umdenken über ein komplexes Thema an. In kurzen Beiträgen stellt Autor Oliver Kustner, selbst seit Jahren Business-Coach und interkultureller Trainer, scheinbare Gewissheiten des interkulturellen Lernens in Frage. Einerseits gehört interkulturelles Lernen zweifelsohne …
Sibanye: Operatives Update - Quartal zum 31. März 2019
Sibanye: Operatives Update - Quartal zum 31. März 2019
------------------------------ Sibanye: Operatives Update - Quartal zum 31. März 2019 Johannesburg, 9. Mai 2019: Sibanye Gold Limited, die als Sibanye-Stillwater (Sibanye-Stillwater oder der Konzern) firmiert (JSE: SGL & NYSE: SBGL), freut sich, ein operatives Update für das Quartal zum 31. März 2019 präsentieren zu können. Die Finanzergebnisse werden …
Bild: Beim Lesen mal aufatmen!Bild: Beim Lesen mal aufatmen!
Beim Lesen mal aufatmen!
Buch-Neuerscheinung: „Mehr Mär vom Meer“Soeben ist eine neue Anthologie zum Traum-Thema „Meer“ erschienen: „Mehr Mär vom Meer“. 15 Hobby- und Profi-Autor:innen erzählen Geschichten vom Meer, teilen lustige und freudige Erinnerungen und lassen uns auch in Gedichten und Haiku in die Faszination Meer eintauchen.Herausgeberin der Anthologie ist die gebürtige …
Sie lesen gerade: Die Mär von der steuerfinanzierten Rente