(openPR) Polnische Medien berichten aktuell, dass das deutsche Ausflugsschiff "Adler Dania" am Dienstag Nachmittag drei polnische Grenzbeamte gegen ihren Willen in einen deutschen Hafen verbracht habe. Nachdem die Zöllner Alarm ausgelöst hatten, versuchten polnische Grenzschutzschiffe mit 2 Warnschüssen das Ausflugsschiff aufzuhalten, was ihnen jedoch nicht gelang, da die Adler Dania ohne Rücksicht auf Verluste mit Vollgas die polnischen Hoheitsgewässer verließ und den Hafen von Heringsdorf auf Usedom ansteuerte.
Das Schiff wurde im Hafen von Heringsdorf von der deutschen Bundespolizei in Empfang genommen. Die polnischen Zöllner beschuldigten den Kapitän der "Adler Dania" , der Entführung von polnischen Beamten. Dieser soll auch zu den Polen gesagt haben dass man kranke Fahrgäste an Bord habe, welche dringend zurück in einen deutschen Hafen müssten, deshalb könne man nicht Swinemünde anlaufen. Offensichtlich schienen die Aussagen der polnischen Funktionäre beim deutschen Grenzschutz nicht so zu ziehen, denn sie wurden auch noch von der Polizei in Ahlbeck mehrere Stunden festgehalten, wo auch Ausweise und Berechtigungen überprüft wurden. Auch zur Toilette mussten sie mit polizeilischer Assistenz gehen . Eine Polizistin in Ahlbeck soll dann den polnischen Zöllnern gesagt haben, dass der Kaipitän geschindelt hatte, da es keine Kranken an Bord gab.
Das polnische Aussenministerium verlangt nun von der deutschen Polizei eine Erklärung für die Festnahme der drei Beamten.
Die Stettiner Staatsanwaltschaft leitete derweil bereits ein Verfahren gegen den Schiffskapitän und die Reederei wegen Freiheitsberaubung und Steuerhinterziehung ein.
Die Adler Reederei sandte inzwischen ein Telefax an die polnische Nachrichtenagentur PAP
" Drei Personen, welche sich als Grenzschutzbeamte ausgaben, aber weder einen internationalen Ausweis, noch einen Durchsuchungsbefehl vorweisen konnten und lediglich polnische Papiere bei sich trugen, forderten Zugang zu einem unbefugten Bereich unseres Schiffes. Auch sprachen diese Personen kein deutsch und waren ohne Dolmetscher. Der Kapitän des Schiffes vermutete nun einen Attentat auf sein Schiff und steuerte darauhin mit Vollgas einen deutschen Hafen an." - Erklärte die Reederei.
" Wir werden unverzüglich den polnischen Grenzschutz und die drei Beamten anzeigen, da sie sich illegal auf dem Schiff aufhielten und sich dazu noch Zugang zu Teilen des Schiffes verschafft hatten, in welchen Passagiere keinen Zutritt haben" - schreibt die Reederei.
Die Leitung der betroffenen Reederei sieht in dem Zwischenfall "die versuchte Fortsetzung von verschiedenen ungerechtfertigten Beschlagnahmungen des polnischen Zolls, wie im Juni 2004, als polnische Zöllner in Swinemünde einfach grund- und wortlos 180 000 Zigaretten mitnahmen. Der Verbleib dieser Ware ist unklar und auf die Anfragen der Reederei bei polnischen Behörden, kam nicht mal eine Antwort".
"Am 9. Oktober beschlagnahmten polnische Zöllner 380000 Zigaretten, welche sich auf dem Anhänger eines PKWs befanden. Bis heute gibt es keine schriftliche Erklärung des polnischen Zolls über den Grund der Beschlagnahme und dem Verbleib der Ware. Die Beamten vor Ort erklärten lediglich mündlich dass die Zigarettenschachteln nicht vorschriftsmäßig beschriftet wären"
" Es war zu befürchten dass der polnische Zoll nun den ganzen Vorrat an Alkohol, auf Nimmerwiedersehen und ohne Rechtsgrundlage mitnehmen würde " - behauptet der Reeder iund rechtfertigt damit ebenso die Flucht des Schiffes.
Die Adler Schiffe pendeln auf der Strecke zwischen Swinemünde (Swinoujscie) und Misdroy (Miedzyzdroje) in Polen und den deutschen Seebädern Heringsdorf, Ahlbeck und Bansin. Reeder Paulsen, welcher mal aus eigener Tasche die Seebrücke Misdroy verlängern ließ, stellte nach dem gestrigen Zwischenfall sämtliche Fahrten in polnische Häfen ein.
Die erste Meldung über diesen Vorfall wurde durch einen polnischen Radiosender ( leider wieder einmal im antideutschen "Hetzstil ") verbreitet und sehr schnell von allen großen Medien in Polen aufgegriffen. Nachdem die polnische Nachrichtenagentur das FAX der Adler Reederei an die Medien verteilt hatte, ist erst einmal wieder Ruhe eingekehrt.












