(openPR) Fernab von konfessioneller Gebundenheit war der Papstbesuch für jeden bayerischen Patrioten ein Grund zur Freude: Voll Inbrunst wurde auf dem Münchner Marienplatz die Bayernhymne gesungen. Viel zu selten hört man im öffentlichen Leben dieses wunderschöne Lied, das nicht wie andere Hymnen die eigene Nation glorifiziert oder überhöht, sondern einen bescheidenen Segenswunsch für die Heimat und tiefe Dankbarkeit für sie ausdrückt. Noch erfreuter konnten wir feststellen, daß die inoffizielle Version mit den Worten "Heimaterde, Vaterland" gesungen wurde.
Bayern ist eben nicht einfach, wie die offizielle Version der Bayernhymne lautet, ein Stück Deutschlands. Bayern ist für viele Menschen, bei weitem nicht nur für die, die hier geboren wurden, ihre Heimat. Die Heimat ist, obwohl der Begriff zeitweise durchaus in Mißkredit gebracht wurde, der Bezugspunkt jedes Menschen - hier kann er sich geborgen, eben heimisch fühlen. Im Gegensatz dazu degradiert die ursprüngliche Version Bayern zu einem Teil von etwas größerem, dem deutschen Gesamtstaat. Mehr noch, Bayern wäre danach eben nur ein Stück "deutscher Erde", eine Provinz Deutschlands; die Bayern leben mehr oder weniger zufällig auf ihm und nicht etwa, weil es ihr angestammtes Land ist.
Dies hat die Bayernpartei nach dem Zweiten Weltkrieg, als sich ein Reich, das auf die historischen Wurzeln der deutschen Länder keinerlei Rücksicht genommen hat, gerade zugrundegerichtet hatte, erkannt: In ihrem Auftrag dichtete Joseph Maria Lutz die überkommene Hymne um und gab ihr durch dezentes Umstellen einiger weniger Wörter eine neue Aussage. Bayern sollte nicht mehr als ein von Deutschland gepachtetes Stück Erde besungen werden, sondern im Gegenteil als Heimaterde.
Zu Offizialität hat es diese Hymne nicht gebracht. Allzu groß waren schon immer die Ambitionen der CSU-Granden in Richtung Bonner und Berliner Ämter, als daß man einen derartigen Affront gewagt hätte. Franz Josef Strauß ließ sogar im Jahr 1980 zur Untermauerung seiner Kanzlerambitionen die bis dahin offiziell lediglich gebräuchlichere Version mit "deutscher Erde" als definitiv festschreiben. Aber eines können auch absolute Mehrheiten nicht diktieren: Die Herzen der Menschen und ihr Gefühl für die Heimat. Und so hat sich, wie beispielsweise das Oberbayerische Volksblatt - siehe http://www.ovb-online.de/news/bayern/bayern/art5858,803324.html - erst kürzlich wieder festgestellt hat, der Text von J.M. Lutz und der Bayernpartei durchgesetzt.
Die Verbindung der Menschen zu ihrer Heimat und ihrer Hymne hat sich auch vor einigen Jahren erwiesen, als einige "freigeistige" Vereine forderten, das Wort "Gott" streichen zu lassen. Das Christentum ist nicht nur - bei aller Toleranz für die Glaubensvorstellungen des einzelnen - Wertfundament und historisch prägende Wurzel dieser Gesellschaft; auch der gesamte Charakter der Bayernhymne als Segenswunsch, gewissermaßen als Gebet, wäre verlorengegangen. Dies auf dem Altar der Political Correctness zu opfern, hätte man an sich kaum einem ernstzunehmenden politische Akteur zugetraut. Das Echo der Bürger war daher auch entsprechend deutlich und so verschwand der Vorschlag sehr schnell von der Tagesordnung.
Die Bayernhymne ist im Grunde nur ein Lied; aber trotzdem zeigt ihr Wortlaut und die öffentliche Diskussion darum, wie es um Politik und Menschen in unserem Land bestellt ist. Bei letzterem sind Bedenken unnötig, die bayerischen Bürger haben, wie oben beschrieben, immer gezeigt, was sie von unserer Hymne halten; daran sollten sich die Politiker, nicht nur die erwähnten schwarzen und freigeistigen, einmal ein Beispiel nehmen.
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Bayernpartei
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Thomas Christian Hummel
Bezirksvorsitzender







