(openPR) Die neue Europäische Datenschutzgrundverordung (DSGVO) trifft Gerechte und Ungerechte gleichermaßen. Während sich erstere im Zweifel über die Auswirkungen auf ihre Publizität einfach zurückziehen, tun Letztere alles, um ihre Macht- und Beuteinteressen trotzdem gegen die Menschheit durchzusetzen. Dabei geht es ganz nebenbei und von den meisten wohl unbemerkt auch um das Überleben des zarten Pflänzchens „Demokratie“, das es ohnehin schwer hat, nach mehr als 2.000 Jahren Kümmerdasein endlich zu erblühen.
Wer weiß, woher der Mensch kommt, und beobachtet, was der Mensch tut, der wundert sich allerdings nicht, daß die schöne Theorie demokratischer Staatsführung mehr als 2.000 Jahre (soweit man weiß) nach ihrer Erfindung immer noch ihrer konsequenten praktischen Anwendung harrt. Was sich heutzutage weltweit Demokratie nennt ist im besten Fall nicht viel mehr als eine Illusion von Demokratie – aber wohl das Maximum dessen, was dem Menschentier angesichts seines derzeitigen Entwicklungsstandes möglich ist.
Die Geschichte beweist, daß Philosophen zwar das Denken und Handeln einzelner Menschen beeinflussen können, daß sie aber offensichtlich nicht in der Lage sind, das Verhalten der Menschheit nachhaltig im Sinne demokratischen Denkens und Handelns zu verändern – und so Demokratie, die ihren Namen auch wirklich verdient, praktisch zu verwirklichen. Denn echte Demokratie (Volksherrschaft) bedarf der Mitwirkung (wenigstens) einer großen Mehrheit gebildeter, informierter und kritischer, sich in das gesellschaftliche und politische Geschehen einmischender Bürgerinnen und Bürger. Davon ist die Menschheit noch sehr weit entfernt.
Es fehlt dazu nicht nur an Bildung und Wissen der Volksmassen, sondern auch am Interesse. Das ist nicht einmal verwunderlich. Als (räuberisches) Rudeltier ist Mensch kein geborener Demokrat, wenn man die Anforderungen zum Maßstab nennt, die Demokratie an sein Denken und Verhalten stellt. Mensch lebt im Kern seines Wesens immer noch nach den Instinkten und in den Verhaltensschablonen seiner Vorfahren. Das ist nicht überraschend, sondern gar nicht anders zu erwarten. Schließlich hat sich Mensch bis heute genetisch erst rund 2,5 Prozent vom Erbgut seiner äffischen Vorfahren entfernt. Das Wissen um diese Tatsache sollte jede Illusion hinsichtlich einer besseren, friedlicheren, gerechteren und für alle Menschen glücklicheren Zukunft im Keim ersticken. Traurig, aber nicht zu ändern: Mensch wird, wie es aussieht, auf weiter steigendem wissenschaftlich-technologischem Niveau genauso weitermachen wie er es seit ca. 6,5 Millionen Jahren nach seiner Trennung vom Affenstammbaum den staunenden Beobachtern unter seinesgleichen vorführt.
Nur auf immens gesteigertem wissenschaftlich-technologischem Niveau.
Es ist also zu befürchten, daß die Menschheit mit beträchtlich verbesserten Werkzeugen genauso weitermachen wird wie sie es immer getan hat. Das bedeutet weiterhin Machtkämpfe, Täuschung, Lug und Betrug, Unterdrückung, Ausbeutung sowie Mord und Totschlag. Nur Erschöpfung, Furcht und der Zufall werden auch in Zukunft immer wieder einmal Erholungspausen schaffen im immerwährenden Kampf größerer und kleinerer Menschenrudel miteinander um Macht und Beute.
Anders als bisher wird die technologische Entwicklung den jeweils Herrschenden aber nahezu perfekte Mittel zur Manipulation und Unterdrückung der Völker an die Hand geben. Die Wahrscheinlichkeit, daß das technisch Mögliche von einer macht- und geldgierigen Minderheit der Menschen aus tief empfundener Humanität nicht zur Unterdrückung und Ausbeutung der Mehrheit genutzt wird, ist leider extrem gering. Das lehrt uns allein schon der Blick zurück in die Geschichte.
Die große Mehrheit der Menschen wird auch in Zukunft nur Mittel im unaufhörlichen Rudelkampf sein, Mittel zu den Zwecken und Zielen ihrer Alphatiere, die sie skrupellos für ihre Machtkämpfe und Beutezüge be- und ausnutzen. Zwischenzeitliches Aufbegehren sollte nicht darüber hinwegtäuschen. Denn die allermeisten der großen Mehrheit „geborener Underdogs“ denken nicht (viel) über ihre Lebenssituation nach. Sie existieren einfach wie es ihre von den Alphamenschentieren geschaffene und gesteuerte soziale Umwelt verlangt. Ihr Verhalten erinnert den Beobachter an Kungfutse: „Was nicht dem Gesetz der Schönheit (dem Willen und Nutzen der Alphas) entspricht, darauf schaue nicht; was nicht dem Gesetz der Schönheit entspricht, darauf höre nicht; was nicht dem Gesetz der Schönheit entspricht, davon rede nicht; was nicht dem Gesetz der Schönheit entspricht, das tue nicht.“ Viel deutlicher als heute schon wird sich dem Beobachter der sozialen Realität künftig das Symbol der drei Affen aufdrängen: Nichts sehen, nichts hören, den Mund halten!
Manche der geborenen Underdogs fühlen sich als nützliche Idioten der Alphas durchaus wohl. Einige unter ihnen aus hündischer Ergebenheit, andere, weil sie sich bestechen lassen, ihr Leben in den Dienst der Interessen von Alphamenschen zu stellen. Wer weder nützlicher Idiot noch ausgebeuteter Trottel sein will, wird in der „schönen neuen Welt“ zum Außenseiter der Gesellschaft, ein bewußter oder ein unbewußter und je nach Intelligenz und materiellem Erfolg ein glücklicher oder ein unglücklicher.
Die auf unterschiedlichem materiellem Niveau ausgebeutete Mehrheit der Menschentiere fügt sich wie immer schon in ihr Schicksal, weil sie dafür genetisch programmiert ist. So kommt es zum Beispiel dazu, daß sie apathisch ihre notorische Benachteiligung gegenüber ihren dominanten Artgenossen hinnimmt, ja sogar offensichtliche Ausbeutung toleriert, ohne aufzumucken. Derzeit merken bereits einige Millionen Mitbürgerinnen und Mitbürger, daß ihr geringes Einkommen nicht genügt, um selbst die wichtigsten Ausgaben für den Lebensunterhalt zu decken, daß sie zwei oder drei Jobs brauchen, um über die Runden ihrer Kümmerexistenz zu kommen. Was sie aber nicht erkennen ist, daß sie relativ (sehr viel) höher mit Steuern belastet werden als ihre reicheren Mitbürgerinnen und Mitbürger. Auch ist ihnen nicht bewußt wie schändlich sie hinsichtlich ihrer Altersversorgungen betrogen werden.
Wer keine Lobby hat, ist heutzutage verloren. „ Repräsentative Demokratien nennen wir solche Staatsverfassungen, deren Parlamente nicht das Volk, sondern dessen Repräsentanten und deren Klientele repräsentieren“, charakterisiert Prof. Querulix die Realität des zeitgenössischen Herrschaftssystems.
Die Mehrheit der Menschen dient immer noch genauso wie in den Horden ihrer Ahnen den Alphatieren ihrer Rudel, wenn auch Äußerlichkeiten bei oberflächlicher Betrachtung darüber hinweg täuschen mögen. Die Mehrheit der Menschen ist – wie es für Rudeltiere charakteristisch ist – auf ihre Rolle als Dienende programmiert und daran gewöhnt. Hoffnung auf Besserung ihrer Lage erleben sie eher als Märchen und rebellieren kommt für sie nur in Frage, wenn sie ihre Benachteiligung als existenziell bedrohend erleben. Im Regelfall werden sie nicht ernsthaft gegen erkannte Benachteiligungen aufmucken, mögen diese auch noch so drückend sein. Die Starken haben mit den Schwachen deshalb meistens leichtes Spiel und können sich auf ihre Kosten und zu ihren Lasten weiterhin ungebührlich an den gemeinsam gezogenen Wohlstandsfrüchten mästen. Die historische Erfahrung zeigt, daß sich die Starken ziemlich sicher sein können, daß ihnen die Mehrheit der Schwachen auch in Zukunft nicht gefährlich wird.
Wie in Vergangenheit und Gegenwart wird es deshalb auch in Zukunft Ausbeutung, Unterdrückung und Kriege geben, wenn diese auch immer häufiger mit anderen Methoden und Mitteln ausgefochten werden als in der Vergangenheit. Nicht mehr Bomben und Raketen, sondern Computer und Daten sind die Waffen. Was bleibt, ist die Erkenntnis „Wer sich nicht wehrt, wird untergekehrt“ (Prof. Querulix)
Die Zukunft der Menschheit vorauszusagen, fällt unter den gegebenen Umständen nicht schwer: Die Mehrheit der Schwachen wird in Zukunft genauso von den Starken manipuliert und ausgebeutet werden wie in der Vergangenheit. Der Computer und das Internet und die Möglichkeit, Daten zu sammeln, zu strukturieren, daraus Erkenntnisse zu gewinnen und diese im Interesse der Herrschaft weniger über viele zu nutzen, ist ein technologischer Quantensprung. Grundsätzlich ändert sich dadurch zwar nichts. Die Herrschaft Weniger über viele wird dadurch aber subtiler, effizienter und totalitärer.
Ob die Datenschutzgrundverordnung bewirkt, was sie verspricht, bleibt abzuwarten. Maßstab dafür muß sein, ob die großen Datenkraken tatsächlich daran gehindert werden, die Informationen zusammenzutragen, zu kombinieren und zu vermarkten, die ihre macht- und geldgierigen Kunden für die Manipulation von Menschen nutzen können. Zweifel sind angebracht. Nicht zuletzt auch deshalb, weil allzu viele Menschen sehr sorglos mit ihren Daten umgehen. Das zu verhindern wäre ein wirklich großer Schritt im Datenschutz. Doch dazu bräuchte es schon im Kindesalter entsprechende Erziehung und Bildung, wenn das erste Smartphone auf dem Gabentisch liegt.
Prof. Querulix beobachtet und kommentiert seit vielen Jahren mit wachsender Sorge um Frieden, Freiheit und das allgemeine Wohl das fragwürdige Treiben der Menschentiere, insbesondere das ihrer Alphas. Seine Beobachtungen dokumentiert und kommentiert er in der eBook-Reihe „Tacheles“, in der bisher 7 Bände erschienen sind. Der jüngste trägt den Titel: „Rien ne vas plus – Wohin treibt die Menschenwelt?“ (ISBN 978-3-943788-43-3). Wie seine 6 Vorgänger ist auch dieser Band in allen gut sortierten Buchhandlungen zum Preis von 9,95 Euro zu haben.
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