(openPR) Der noch lange nicht ausgestandene Facebook-Skandal ist ein Fanal, aber sicherlich nur die Spitze eines Eisbergs. Überrascht von diesem Skandal können allerdings nur die Ahnungslosen sein.
Vor allen Aktivitäten im Internet sollten Jedefrau und Jedermann zuerst ihre Gehirne einschalten und sich fragen: Was tue ich da? Was will ich genau und was habe ich davon? Welche Risiken gehe ich ein? Was kann passieren? Der kritische Umgang mit den digitalen Helferlein (und Spielzeugen) ist in unserer digital – schon viel weiter als es sich die meisten vorstellen können – vernetzten Welt unverzichtbar, wenn man sich nicht Hackern, Manipulteuren und Abzockern ausliefern möchte. Ein Restrisiko bleibt dennoch.
Heute schon können Smartphones, Autos, Kühlschränke, Waschmaschinen und viele andere nützliche Geräte Daten an die Hersteller oder an Dienstleister senden, ohne daß uns Besitzern das immer bewußt ist. Je mehr sich Bürger vernetzen, desto öffentlicher und durchschaubarer werden sie. Letztlich sind ihrer Manipulation durch die Datensammler und -verwender keine Grenzen mehr gesetzt. Computer mit intelligenten Algorithmen können das Verhalten der Daten-„spender“ verfolgen und auswerten. Sie können Persönlichkeitsprofile erstellen und das Verhalten argloser Nutzer von Allerweltsgeräten aufzeichnen und sogar (künftig) auf Konformität mit den Regeln der Herrschenden überprüfen.
Abweichler könnten in einer solchen Orwell’schen Realität, die unmittelbar vor unseren Türen steht und bereits mit einem Fuß das Schließen verhindert, automatisch den „Ordnungs“-kräften gemeldet werden. Die technologischen Voraussetzungen für einen totalen Überwachungsstaat sind längst gegeben, und der Sklavenstaat kann darauf problemlos folgen. Es wird deshalb höchste Zeit, das technologisch Mögliche an die Kandare des ethisch Vertretbaren zu legen. Die Datensammel- und Datenverwertungsindustrie, die gerade mit dem Facebook-Skandals ihre häßliche Fratze gezeigt hat, bleibt eine dauerhafte Gefahr. Denn sie befriedigt wichtige Bedürfnisse der Macht- und Geld-„Eliten“ überall in der Welt, deren Beutetrieb sie auch in Zukunft unaufhörlich antreiben wird, ihre Mitmenschen auszuforschen, auszutricksen und auszubeuten.
Auch mehr als höchste Zeit ist es, ein gesundes Mißtrauen gegenüber den Inhalten des Internets zu pflegen. Es soll zwar nicht bestritten werden, daß das Internet sehr hilfreich sein kann. Das gilt aber nur dann, wenn man es intelligent und mit der dringend gebotenen Vorsicht nutzt. Der Wille und die Fähigkeit zur informationellen Selbstbestimmung müssen deshalb heutzutage schon Kindern vermittelt werden. Auch eine sehr kritische Einstellung zur digitalen Vernetzung muß ihnen anerzogen werden. Fragen nach der Notwendigkeit, der Zweckmäßigkeit und der Sinnhaftigkeit des technisch Möglichen sollten wir alle uns permanent stellen. Was ist wirklich sinnvoll, was wirklich notwendig? Was dient mir und was vor allem denen, die mich nur manipulieren und ausbeuten wollen? Und was ist nur Schnickschnack, den niemand wirklich braucht?
Die künftigen Wirtschafts- und Cyberkriege, deren heißen Atem wir bereits im Nacken spüren, werden vielen Menschen sehr schmerzhaft bewußt machen, wie wichtig eine kritische Einstellung zu den Möglichkeiten ist, die uns das Internet bietet. Eine kritische Haltung gegenüber dem Internet und seinen Inhalten ist schon deshalb angebracht, weil menschliches Handeln immer interessengeleitet ist. Wie blindwütig manche Menschen ihre – oft wenig hinterfragten und durchdachten – Interessen vertreten, führen uns derzeit gleich mehrere Machtmenschen vor. Das Internet bietet ihnen die Möglichkeit, Krieg zu führen, ohne unmittelbar ihre physische Vernichtung zu riskieren.
Nicht nur die Kinder, sondern auch die Erwachsenen müssen lernen, mit den Fallstricken und Verführungen moderner Technik umzugehen. Das Internet ist die größte Herausforderung für die Menschheit, weil es sie zwingt, entweder ihre Souveränität als Menschen und Bürger zu behaupten oder sich zum Sklaven zu erniedrigen. Obwohl dem reifen und klugen Menschen die Entscheidung leicht erscheint, tun sich – wie leider die Erfahrung zeigt – viele Menschen sehr schwer damit. Denn die Verführungen sind stark. Neugier und Bequemlichkeit machen es dem urteilenden Verstand oft schwer, seinen dominierenden Einfluß auf das Verhalten zu wahren.
Die Medien repräsentieren nicht nur Welt, sondern sie schaffen sie auch in den Köpfen der Empfänger ihrer Botschaften. Die einzige Chance, einer schleichenden Infiltration und Manipulation zu entgehen, ist eine möglichst früh beginnende Erziehung und Bildung zur intellektuellen Eigenständigkeit, zur kritischen Wahrnehmung und zum kritischen Urteil, begleitet von der Schulung zum Denken in Zusammenhängen und Wechselbeziehungen. Die jungen Menschen müssen lernen, komplex zu denken. Davon sind wir heute noch weit entfernt und es sieht leider auch nicht so aus, als ob die Bildungspolitik überall darauf gerichtet wäre, dieses Ziel so schnell wie möglich zu erreichen.
Das Regieren eines Volkes von wachen, selbstbewußten, gut informierten sowie rational und selbstbestimmt denkfähigen Menschen ist natürlich eine sehr viel größere Herausforderung als die Führung eines Volkes von Dummköpfen und Sklavenseelen. Deshalb dürfen wir nicht davon ausgehen, daß die Macht- und Geld-„Eliten“ besonders daran besonders interessiert sind, daß Bildung souveräne, wissende sowie denk- und urteilsfähige Menschen zum Ziel hat. Für die Macht- und Geld-„Eliten“ sind ihre Mitmenschen überall auf der Welt vor allem Mittel zum Zweck der Profiterzielung, Arbeitskräfte und Konsumenten – Wirtschaftsobjekte eben. Gleichgültigkeit, ja Apathie der Volksmassen begünstigt diese Einstellung.
Ob es für die große Mehrheit der Menschen in gar nicht mehr so ferner Zukunft noch individuelle Freiheit und Privatheit geben wird, ist keinesfalls sicher. Auch die neue DSGV kann nicht sicher verhindern, daß sie Objekte eines umfassenden staatlichen Beobachtungs-, Datensammlungs- , Manipulations- und Ausbeutungsapparates werden, der von einer Minderheit mit Hilfe gedankenloser nützlicher Idioten für ihre Zwecke der Macht- und Profitmaximierung genutzt wird. Fortgesetzte Proletarisierung der Unterschicht, Vernichtung eines großen Teils des Mittelstandes und die Abschaffung des Bargelds wären drei wichtige Meilensteine auf diesem Weg. Eine entsprechende frühkindliche Erziehung und ein neu justiertes Bildungssystem, bei dem Konformität und „produktive“ Fähigkeiten im Vordergrund des Bemühens stehen, würden den Weg bereiten.
Zwangsläufig ist diese Entwicklung nicht. Aber es besteht die Gefahr, solange den meisten der Betroffenen gar nicht bewußt ist, wie sie zu ihrer Manipulation und Ausbeutung selbst beitragen. Allzu bereitwillig sind viele bereit, persönliche Informationen preiszugeben, aus Naivität, Gedankenlosigkeit, Bequemlichkeit und Unwissen. Allzu leichtgläubig sind sie gegenüber dem, was ihnen im Fernsehen und im Internet serviert wird. Die drohenden Weltfinanz- und Wirtschaftskrise, die Unfähigkeit US-Präsident Trumps, sein Land auf einen vernünftigen Regenerationskurs zu bringen, die zahlreichen kriegerischen Konflikte und die hohe Wahrscheinlichkeit eines Welt-Cyberkrieges erhöhen das Risiko des Internets noch beträchtlich.
Prof. Querulix beobachtet und kommentiert seit vielen Jahren das fragwürdige Treiben der Menschentiere. Obwohl geborener Optimist, ist er im Laufe seiner Beobachtungen menschlichen Verhaltens allmählich zum Skeptiker geworden und fragt, sich immer öfter, ob „Mensch“ mit seiner genetischen Ausstattung überhaupt eine Zukunft haben kann. Viele seiner Beobachtungen hat er in der eBook-Reihe „Tacheles“ dokumentiert und kommentiert. Bisher sind 7 Bände erschienen. Der jüngste trägt den Titel: „Rien ne vas plus – Wohin treibt die Menschenwelt?“ (ISBN 978-3-943788-43-3). Wie seine 6 Vorgänger ist er im eVerlag READ – Rüdenauer Edition Autor Digital (www.read.ruedenauer.de) erschienen und dort sowie in allen gut sortierten Buchhandlungen zum Preis von 9,95 Euro zu haben.
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