(openPR) Die Weltmächte arrangieren sich neu. Das Gewicht verschiebt sich dabei vor allem durch die wirtschaftliche Entwicklung Chinas nach Osten. Europa ist trotz EU und Währungsunion immer noch der bunte Flickenteppich einer Vielvölker- und damit Vielmentalitätengesellschaft, mit allen ihren Problemen. Das wird es auch bleiben. Über die künftige Entwicklung dieses Gebildes läßt sich derzeit nur sagen: Es muß wohl erst durch eine tiefe Krise gehen und deshalb besonders unter den Problemen leiden, die der Welt bevorstehen.
China ist dabei, die USA vom ersten Platz in der Weltmachtrangliste verdrängen. Die extrem verschuldeten Vereinigten Staaten von Amerika haben in ihrer derzeitigen Verfassung keine Zukunft. Präsident Trump ist geradezu das Symbol für die Ratlosigkeit dieser heruntergewirtschafteten Nation. Die gegenwärtige „Größe“ der USA besteht vor allem in hartnäckiger Selbsttäuschung. Der durch die anhaltende Schuldenorgie ausgezehrte Dollar wird spätestens dann kollabieren, wenn er seine privilegierte Rolle als Welthandels- und Reservewährung verliert. Genau das wird nicht mehr lange auf sich warten lassen. China arbeitet zielstrebig daran und je mehr Staaten das erkennen und den Dollar durch andere Währungen ersetzen, desto schneller wird der Dollar in den Orkus der Geschichte fallen. Da helfen dann auch keine Manipulationen der Notenbanken sowie hilfsbereiter us-amerikanischer Großbanken und Großspekulanten mehr.
2017 hat China erstmals die USA als größten Ölimporteur abgelöst. Der chinesische Verbrauch dürfte in den kommenden Jahren noch um ein Drittel steigen. Daß China Rohölhandel bereits auf Yuan-Basis abwickelt und einen Yuan-Öl-Futureskontrakt geschaffen hat, kann deshalb nicht wundern. Dieser erste Schlag gegen den Petrodollar (als wichtigsten Exportartikel der USA) sollte sehr ernst genommen werden. Inzwischen geht auch Rußland auf Distanz zum US-Dollar. Obwohl die USA bzw. die FED und ihre Eigentümer – die US-Großbanken – a l l e s tun, um den Dollar zu halten und Konkurrenten des Dollars, wie zum Beispiel Gold und Silber, im Preis herunter manipulieren so gut es nur geht, hat die US-Währung keine Chance, die Wirtschaftswelt auch in Zukunft zu dominieren.
Die seit vielen Jahrzehnten heruntergewirtschafteten USA können nicht mittels Politiker-Wunschträumen genesen. Und schon gar nicht durch die Tricksereien der US-Finanzindustrie. Im Gegenteil. Die Wallstreet agiert faktisch als eine Art 5. Kolonne Chinas und Rußlands. Aber das merken die Bankster in ihrer maßlosen Geldgier offensichtlich gar nicht.
Auch die Hoffnung der US-„Eliten“, sich durch Öl-Fracking in ein neues Goldenes Zeitalter katapultieren zu können, ist Selbstbetrug. Damit Fracking rentabel wird, müssen die USA an einem sehr hohen Ölpreis interessiert sein. Das hätte aber derartig unangenehme Folgen für die Umwelt, daß auch der Schaden für die USA unterm Strich sehr viel größer wäre als der Nutzen. Ganz abgesehen davon, daß der Ölpreis noch erheblich steigen müßte, um Fracking überhaupt nachhaltig rentabel zu machen. Ein so hoher Ölpreis hätte weltweit, aber auch für die USA selbst derartig gravierende wirtschaftliche und soziale Nachteile, daß dem gegenüber die jetzt schon gigantische Verschuldung der Fracking-Unternehmen ein vernachlässigbares Übel ist.
China wird seine Strategie zur Ablösung der USA als Weltmacht Nummer eins zielstrebig und letztlich erfolgreich fortführen. Da kann es nicht überraschen, daß es seine Währung auch als Welthandelswährung sieht und etablieren will. Rußland ist dabei, ihm zu folgen. Der russische Energieminister Alexander Nowak sieht es als selbstverständlich an, „daß wir in unseren Ländern auf die Verwendung nationaler Währungen hinarbeiten müssen“.
Im vergangenen Jahr soll Putins Wirtschaftsberater Sergey Glaziev in einem Zeitungsbeitrag die Notwendigkeit geäußert haben, eine internationale Allianz aus verschiedenen Ländern zu schmieden, die auf den Dollar im internationalen Handel verzichtet und keine Dollar-Währungsreserven mehr hält. Ziel sei es, “Washingtons Geld-Druckmaschine und somit die Fütterung des militärisch-industriellen Komplexes zu brechen.”
Die Europäer könnten in diesem Wandlungsprozeß des Welt-Machtgefüges besser dastehen, wenn nicht mit Mario Draghi ein Italiener und ehemaliger Goldman-Sachs-Banker den Sparern mit Minuszinsen das Geld aus der Tasche zöge und ihre privaten Altersversorgungen ruinierte, um marode Banken und skrupellose Spekulanten – nicht zuletzt in seinem Heimatland – zu mästen. Zu allem Überfluß erzeugt er mit seiner Geldpolitik auch riesige Spekulationsblasen, die trotz aller Mühe, sie stramm zu halten, letztlich platzen müssen. Angesichts der absehbaren Folgen für die Ersparnisse und Altersversorgungen der nicht privilegierten große Mehrheit der Menschen braut sich eine gefährliche Wut gegen die Politiker zusammen, die dieses Schurkenstück zulassen, während sie selbst sich mit sechsstelligen Einkommen und entsprechenden Altersbezügen versorgen. Sozial geschwächte Länder könnten schon in absehbarer Zukunft politisch sehr instabil werden.
Die Politiker scheinen die großen Risiken der Geldvermehrungspolitik auf Kosten des Mittelstandes und zum Vorteil von Bankstern und Spekulanten noch gar nicht auf dem Schirm zu haben. Aber sie werden bereits virulent.
Sofern die Europäische Währungsunion überlebt, gäbe es für den Euro angesichts des absehbaren Niedergangs des US-Dollars eine gute Chance, zusammen mit einem – möglichweise künftig goldgedeckten – Yuan an seine Stelle als Weltleit- und Reservewährung zu treten. Die derzeit immer noch schwelende Eurokrise aber, die durchaus das Risiko eines Scheiterns der Gemeinschaftswährung birgt, tut seiner Rolle als Dollarersatz aber erheblichen Abbruch. Bei ihrer Einführung 1999 kam die europäische Währung auf einen Anteil von 18 Prozent der weltweiten Währungsreserven. Bis zum Ausbruch der Banken- und Finanzkrise 2009 stieg dieser Anteil auf knapp 28 Prozent. Danach ging er bis heute auf rund 24 Prozent herunter. Die weitere Entwicklung ist unsicher. Der Anteil des US-Dollars an den weltweiten Währungsreserven beträgt immer noch ca. 61 Prozent.
Wie lange sich der sieche US-Dollar noch hält, kann niemand voraussagen. Die Gewohnheit ist ein starker Schutz, auch für noch so marode Gegebenheiten. Auf der anderen Seite bergen die weiter virulente Weltfinanzkrise und die Folgen ihrer letztlich unvermeidlichen autonomen „Lösung“ große wirtschaftliche und politische Gefahren. Weder die Notenbanken noch die Politiker beherrschen aber die in Gang gebrachten Wandlungsprozesse, sondern diese beherrschen die Politiker und die Notenbanken. Insofern gleichen sie Zauberlehrlingen.
Prof. Querulix beobachtet und kommentiert seit langem das fragwürdige Treiben der Menschentiere. Viele seiner Beobachtungen hat er in der eBook-Reihe „Tacheles“ dokumentiert und kommentiert. Bisher sind 7 Bände erschienen. Der jüngste trägt den Titel: „Rien ne vas plus – Wohin treibt die Menschenwelt?“ (ISBN 978-3-943788-43-3). Wie seine 6 Vorgänger ist er im eVerlag READ – Rüdenauer Edition Autor Digital (www.read.ruedenauer.de) erschienen und dort sowie in allen gut sortierten Buchhandlungen zum Preis von 9,95 Euro zu haben.
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