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Wer über das Geld herrscht, hat die Macht im Staat

25.04.201809:55 UhrPolitik, Recht & Gesellschaft
Bild: Wer über das Geld herrscht, hat die Macht im Staat
Prof. Querulix, „Rien ne vas plus...
Prof. Querulix, „Rien ne vas plus...", eBook (ISBN 978-3-943788-43-3), 264 S., 9,95 Euro

(openPR) „Wenn die Politik die Herrschaft an die Finanzwirtschaft verliert, ist sie selbst verloren“, warnte schon vor langem Prof. Querulix. Der Fall ist längst eingetreten.

Welche politischen Auswirkungen wird die erbärmliche Trickserei mit Null- und Negativzinsen zu Lasten der „kleinen Leute“ und zum Nutzen von (Investment-)Banken haben? Was werden die Menschen tun, die sukzessive ihre Ersparnisse und ihre Altersversorgungen verlieren, damit europäische Pleitebanken und ihre unfähigen Manager am Tropf der EZB weiter dahinsiechen können? Was werden die tun, die bei autonom steigenden Zinsen – vielleicht ausgelöst durch einen Crash des internationalen Finanzsystems – ihre Kredite nicht mehr bedienen können und vielleicht alles verlieren, was sie haben? Wie berechenbar sind Menschen, die plötzlich von der Hand in den Mund leben müssen?



Die Deutsche Bank, übrigens eine der ganz großen Derivateproduzenten unter den Banken der Welt und bei einem Wiederaufflammen der Finanzkrise entsprechend gefährdet, kommt offensichtlich nicht aus ihrem Schlamassel heraus. Das ändert zwar nichts an den Millioneneinkommen der dafür verantwortlichen Mitarbeiter, aber es schadet dem Ansehen des Unternehmens und dessen Geschäften. Und das ist gerade in der Finanzbranche und unter den gegenwärtigen Verhältnissen existenziell bedrohlich. 10 Jahre währt die Finanzkrise jetzt und die Politiker haben es immer noch nicht geschafft, die Finanzwirtschaft der Realwirtschaft und dem allgemeinen Wohl unterzuordnen. Schlimmer noch: Sie scheinen auch nicht dazu gewillt oder gar unfähig dazu zu sein. Das wirft die Frage auf, ob das mit ihrem Auftrag vereinbar ist, dessen Wahrnehmung sie bei Amtsantritt beeiden. Anstatt die Zeit zu nutzen und für eine vernünftige, solide Praxis im Bankenwesen zu sorgen, scheint es den Politikern offensichtlich seit mindestens 10 Jahren bequemer, das Geld der „kleinen Leute“ für die Rettung von Spekulanten und deren Millionen- und Milliardengewinne einzusetzen. Seit Beginn der Finanzkrise vor 10 Jahren wird weiterhin fröhlich hochriskantes „Banking“ betrieben.

Die us-amerikanische Notenbank FED ist eine private Einrichtung us-amerikaischer Banken; sie sorgt in erster Linie für deren Wohlergehen. Mit den Auswirkungen müssen die Amerikanerinnen und Amerikaner, die in vielen Fällen mit ihrem Einkommen gerade so über die Runden kommen und so hoch verschuldet sind, daß eine Zinserhöhung sie in die Pleite triebe. Hoffnung auf Besserung gibt es für sie nicht. Trump sorgt in erster Linie für die Seinen, die Reichen und Superreichen. Die USA haben sich nach dem 2. Weltkrieg ohne Notwendigkeit deindustrialisiert und ihr Schicksal der Finanzindustrie überlassen. Jetzt müssen sie mit den Folgen leben, die ihnen die FED-Politik im Interesse ihrer Eigentümer – Banken – beschert. Banks first. Die anderen sollen sehen, wo sie bleiben.

Die USA werden aggressiv – aus Schwäche. Die us-amerikanische Industrie ist weltweit nicht wettbewerbsfähig. Die öffentliche und private Verschuldung hat ein kaum noch beherrschbares Ausmaß erreicht. Anstatt einen Handelskrieg vom Zaun zu brechen, wäre es klüger, die Ursachen der Schuldenmisere zu beseitigen und nicht noch Geld für Rüstung zu verschwenden. Die USA sind stark genug, um sich vor einem Angriff sicher fühlen zu können, aber zu schwach, um den Aufstieg Chinas zur Weltmacht Nummer eins zu verhindern. China und Rußland sind auch besser für die Zukunft aufgestellt und militärisch ohnehin nicht zu besiegen. Ihre Führer sind klug und sollten nicht unterschätzt werden.

Der US-Dollar ist erheblich überbewertet. Die Beendigung des Dollar-Goldstandards durch US-Präsident Nixon im Jahre 1971 war ein schwerer Fehler. Denn er hat die Blasenökonomie ermöglicht. Seitdem haben sich Geldmengen und Schulden nicht allein in den USA, sondern in vielen Ländern der Welt vervielfacht und gigantische Vermögenspreisblasen sind entstanden. Die stehen jetzt zur implosiven Korrektur an. Davor fürchten sich Trump & Co. verständlicherweise ebenso wie viele andere in zahlreichen Ländern, denen angesichts der Überbewertung von Anleihen, Aktien und Immobilien nicht wohl ist. Doch deshalb wieder Kriege anzuzetteln, die schon in anderen Weltteilen zu unermeßlichem menschliche Leid und sozialen Verheerungen geführt haben, wäre unter den gegebenen Umständen selbst für die USA die dümmste anzunehmende Entscheidung.

In Europa handelt die EZB unter Draghi nicht viel anders als die FED. Mit ihrer Null- und Negativzinspolitik ist sie aber bei der sukzessiven Enteignung von Sparern und der allmählichen Vernichtung privater Altersversorgungen sehr viel konsequenter. Insofern betreibt sie auch Sozialpolitik, indem sie den (unteren) Mittelstand in die Armut drückt. Daß dies brandgefährlich für die künftige politische Entwicklung ist, wissen wir Deutsche am besten.

Die EZB betreibt die Geldvermehrung vor allem in der Hoffnung, dadurch im Interesse der überschuldeten Südländer der EU und deren „Eliten“ eine sich selbst tragende und sich beschleunigende Inflation zu erzeugen, um die untragbaren Schulden zu reduzieren. Welche Folgen das für die soliden Mitglieder der Währungsunion und die Mehrheit ihrer Bevölkerungen haben wird, scheint sie nicht zu interessieren. Die Gefahr sozialer Verwerfungen und böser politischer Überraschungen sollten wir aber nicht auf die leichte Schulter nehmen. Die EZB-Politik und ihre Folgen für die solide wirtschaftenden Länder könnten der Europäischen Einigungsidee einen schweren Schlag versetzen, sie möglicherweise sogar gänzlich desavouieren.

Europa könnte viel stärker sein. Aber es ist ein Flickenteppich von Völkern und Völkchen, deren Interessen, Vorlieben und Abneigungen allenfalls auf einen sehr kleinen gemeinsamen Nenner gebracht werden können. Zuviel Vereinheitlichung durch die EU oder gar die EWU sind Gift für den Zusammenhalt. Der aufgeblähte kostspielige Apparat in Brüssel und die Luxus-Parlamentarier in Straßburg scheinen das noch nicht realisiert zu haben. Die richtige Antwort auf die Frage: „Wieviel Vereinheitlichung braucht die EU und wieviel Vereinheitlichung verträgt sie?“ sollte mit Augenmaß beantwortet werden, bevor es für die Europäische Einigungsidee zu spät ist. Sollte Deutschland zum Beispiel im Verlaufe der sich ankündigenden Weltfinanz- und -wirtschaftskrise für die Schulden Italiens, Spaniens, Griechenlands usw. aufkommen müssen, wäre das für die Europäische Einigungsidee ein K.O.-Schlag. Sogar der Friede in Europa wäre in Gefahr.

Hoffen wir, daß die Vernunft noch rechtzeitig siegt.

Die zu erwartenden Folgen der weltweit aufschäumenden Aggression werden die Menschheit auf jeden Fall noch viele Jahre in Atem halten. Ob sie dadurch klüger wird? Es wäre das erste Mal in ihrer Geschichte. Bisher sieht es auch nicht so aus, als würde sie bzw. würden ihre Alphas vernünftiger handeln als ihre Vorgänger. Wie auch, wenn „Mensch“ in seinem Wesenskern seit Millionen Jahren immer noch der gleiche ist. Die Äußerlichkeiten dürfen uns nicht von dieser Tatsache ablenken.

Prof. Querulix beobachtet und kommentiert seit langem das fragwürdige Treiben der Menschentiere. Seine Beobachtungen dokumentiert und kommentiert er in der eBook-Reihe „Tacheles“, in der bisher 7 Bände erschienen sind. Der jüngste trägt den Titel: „Rien ne vas plus – Wohin treibt die Menschenwelt?“ (ISBN 978-3-943788-43-3). Wie seine 6 Vorgänger ist er im eVerlag READ – Rüdenauer Edition Autor Digital (www.read.ruedenauer.de) erschienen und dort sowie in allen gut sortierten Buchhandlungen zum Preis von 9,95 Euro zu haben.

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