In einem Forum schrieb ein Nutzer: „Die KI lügt über mich und mein Unternehmen – was kann ich dagegen tun?“ Daraufhin folgten viele Antworten. Manche klangen auf den ersten Blick selbstverständlich, andere eher geraten, ein paar Tipps waren wirklich gut. In diesem Beitrag gehen wir die wichtigsten Lösungsansätze systematisch durch.

Wer dagegen etwas unternehmen will, sollte zuerst herausfinden, warum die falsche Aussage entsteht. Erst danach lässt sich sinnvoll entscheiden, ob Sie Ihre Website überarbeiten, eine fremde Quelle korrigieren lassen, digitale PR verstärken oder den Fehler direkt melden sollten.
Was bedeutet es eigentlich, wenn eine KI „lügt“?
Streng genommen ist „lügen“ der falsche Begriff. Eine Lüge setzt eine Täuschungsabsicht voraus. Sprachmodelle haben eine solche Absicht nicht. Der Ausdruck beschreibt hier das Ergebnis: Die KI liefert eine Aussage, die nachweislich falsch ist.
OpenAI bezeichnet plausible, aber falsche Aussagen von Sprachmodellen als Halluzinationen. Auch moderne Modelle können solche Fehler weiterhin produzieren.
Für Personen und Unternehmen hilft diese allgemeine Erklärung allerdings nur begrenzt. In der Praxis sollten Sie verschiedene Ursachen unterscheiden.
Infobox: Woher beziehen KI-Systeme ihre Informationen?
KI-Systeme greifen je nach Anbieter, Modell und konkreter Anfrage auf unterschiedliche Informationsquellen zurück. Für Unternehmen ist wichtig: Eine Antwort kann aus bereits gelerntem Modellwissen stammen, auf aktuellen Webquellen beruhen oder beides miteinander verbinden.
Typische Quellen sind:
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Trainingsdaten: Sprachmodelle lernen aus großen Mengen öffentlich zugänglicher, lizenzierter und speziell bereitgestellter Inhalte. Dieses Wissen ist nicht automatisch aktuell.
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Aktuelle Websuche: Viele KI-Systeme können bei einer Anfrage zusätzlich im Internet suchen und aktuelle Seiten abrufen. Dazu gehören Unternehmenswebsites, Medienberichte, Branchenportale, Verzeichnisse, Foren oder andere öffentlich erreichbare Seiten.
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Suchmaschinenindizes und angebundene Suchdienste: Manche KI-Angebote greifen für aktuelle Antworten auf eigene Suchsysteme oder externe Suchindizes zurück.
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Strukturierte Unternehmensdaten: Angaben auf Websites, in Schema.org-Markups, Firmenprofilen und anderen eindeutig aufgebauten Datenquellen können bei der Zuordnung von Unternehmen, Personen und Fakten helfen.
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Externe Quellen und Erwähnungen: Fachmedien, Pressemitteilungen, Verbandsseiten, Bewertungen, Veranstaltungsseiten und andere Drittquellen können das Bild beeinflussen, das ein System von einer Person oder einem Unternehmen erhält.
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Vom Nutzer bereitgestellte Informationen: Dateien, Links oder Angaben im laufenden Gespräch können ebenfalls in die Antwort einfließen.
Wichtig: Es gibt keine zentrale Datenbank, in der Sie einen falschen KI-Eintrag einfach ändern können. Wenn ein System falsche Angaben nennt, müssen Sie deshalb zuerst klären, ob die Information aus einer auffindbaren Quelle stammt, aus veraltetem Modellwissen kommt oder vom System selbst ergänzt wurde. Genau davon hängt ab, welche Korrekturmaßnahme sinnvoll ist.
1. Die KI übernimmt eine falsche oder veraltete Information
Das ist streng genommen keine klassische Halluzination.
Ein früherer Geschäftsführer steht noch auf einer alten Veranstaltungsseite. Ein Branchenverzeichnis enthält eine ehemalige Adresse. Ein Artikel aus dem Jahr 2019 beschreibt eine Dienstleistung, die das Unternehmen inzwischen eingestellt hat. Ein Nutzer schreibt in einem Forum eine unpräzise Behauptung.
Ein KI-System findet diese Informationen und verarbeitet sie in seiner Antwort. Das Problem liegt dann bereits im Netz.
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2. Mehrere Quellen widersprechen sich
Ihre Website nennt das richtige Gründungsjahr. Drei alte Verzeichnisse nennen allerdings ein anderes. Ein Unternehmensprofil enthält eine dritte Angabe. Ein früherer Presseartikel verwendet einen mittlerweile überholten Firmennamen.
Für einen Menschen ist oft schnell erkennbar, welche Quelle aktuell ist. Ein generatives System muss die Informationen gewichten und zusammenführen. Dabei kann eine falsche Darstellung entstehen. Gerade deshalb spielen konsistente Unternehmensdaten eine große Rolle.
Angaben zu Unternehmen, Personen, Standorten, Produkten und zeitlichen Veränderungen sollten eindeutig und möglichst widerspruchsfrei sein.
3. Die KI verwechselt zwei Personen oder Unternehmen

Namen können mehrdeutig sein. Vielleicht gibt es zwei Unternehmen mit fast identischer Bezeichnung. Vielleicht trägt ein Geschäftsführer denselben Namen wie ein anderer bekannter Unternehmer. Oder eine Marke besitzt denselben Namen wie ein Produkt aus einer anderen Branche. Dann kann das System Informationen verschiedener Personen oder Unternehmen miteinander vermischen.
Aus SEO- und GEO-Sicht geht es hier um eine saubere Entitätszuordnung. Google empfiehlt beispielsweise strukturierte Unternehmensdaten mit eindeutigen Angaben wie Name, URL, Anschrift oder Gründungsdatum. Über die Schema.org-Eigenschaft sameAs können außerdem weitere Seiten angegeben werden, die dieselbe Organisation oder Person beschreiben.
4. Die KI findet zu wenig und ergänzt die Lücke selbst
Jetzt sprechen wir tatsächlich von einer Halluzination.
Ein Modell kennt beispielsweise den Unternehmensnamen und die Branche. Für die Geschäftsführung findet es jedoch keine belastbare Information. Statt Unsicherheit auszudrücken, erzeugt es einen plausibel klingenden Namen.
Wie drastisch dieser Effekt ausfallen kann, zeigt die KI-Halluzinations-Studie 2026 von maxonline. Von den getesteten Unternehmen waren laut Studie 56 Prozent bei Anbieterfragen praktisch unsichtbar. Bei den Faktenfragen stuften die Autoren nur vier von 150 Unternehmen als vollständig korrekt dargestellt ein. Besonders auffällig war die Frage nach der Geschäftsführung: Bei 96 Prozent der dort genannten Geschäftsführer werteten die Autoren die Angaben als erfunden. Beim Gründungsjahr lag die ermittelte Fehlerquote bei 78 Prozent.
Diese Zahlen zeigen die Ergebnisse dieser Stichprobe, dieser Prompts und dieser Testumgebung. Daraus lässt sich keine allgemeine Halluzinationsquote von ChatGPT ableiten. Das Problem dahinter ist trotzdem relevant: Gerade bei weniger bekannten Unternehmen kann ein System einzelne Informationen kennen und bestehende Lücken anschließend mit plausiblen Vermutungen füllen.
Falsche KI-Antwort gefunden? Gehen Sie zunächst auf Spurensuche
Der naheliegende Reflex lautet: „Wir müssen mehr über uns veröffentlichen.“ Das kann sinnvoll sein. Vielleicht liegt die eigentliche Ursache jedoch auf einer fremden Website. Dann sollten Sie dort ansetzen.
Gehen Sie deshalb systematisch vor.
Schaubild:

Schritt 1: Dokumentieren Sie den Fehler genau
Speichern Sie zuerst, was tatsächlich passiert ist.
Notieren Sie:
- verwendetes KI-System und möglichst auch die Modellvariante,
- Datum des Tests,
- exakten Prompt,
- Sprache der Anfrage,
- falsche Aussage,
- angezeigte Quellen,
- verwendete Links und
- einen Screenshot der Antwort.
Wiederholen Sie den Test anschließend in einem neuen Chat. Stellen Sie dieselbe Frage leicht verändert. Probieren Sie außerdem weitere KI-Systeme. Das ist wichtig, weil generative Antworten schwanken können. Ein einzelner Screenshot zeigt einen Fehler. Mehrere Tests zeigen ein Muster.
Praxis-Tipp: Legen Sie feste Testfragen an
Definieren Sie zehn bis 15 Fragen, die für Ihr Unternehmen besonders wichtig sind. Zum Beispiel:
- Wer ist Geschäftsführer der XY GmbH?
- Wann wurde die XY GmbH gegründet?
- Was bietet die XY GmbH an?
- Wo sitzt das Unternehmen?
- Ist die XY GmbH Hersteller oder Händler?
- Welche Erfahrungen gibt es mit der XY GmbH?
- Welche Unternehmen bieten Leistung X in Deutschland an?
Stellen Sie diese Fragen regelmäßig mehreren KI-Systemen. So erkennen Sie mit der Zeit, ob ein Fehler einmalig auftrat oder immer wieder erscheint.
Schritt 2: Sagen Sie der KI, dass die Antwort falsch ist
Wenn Sie einen Fehler entdecken, sollten Sie ihn direkt im jeweiligen KI-System ansprechen.
Schreiben Sie beispielsweise:
„Diese Information ist falsch. Geschäftsführer der XY GmbH ist seit März 2025 Max Müller. Die aktuelle Angabe finden Sie auf der Unternehmenswebsite unter …“
Das kann unmittelbar helfen. Das System kann die Korrektur zumindest im weiteren Verlauf des Gesprächs berücksichtigen und seine Antwort überprüfen.
Sie sollten davon allerdings keine dauerhafte Korrektur erwarten. Was Sie ChatGPT, Gemini oder einem anderen System innerhalb eines Gesprächs mitteilen, führt nicht automatisch dazu, dass alle anderen Nutzer anschließend die richtige Antwort erhalten. Ein neuer Chat kann erneut zu einem anderen Ergebnis kommen.
Schritt 3: Prüfen Sie, ob die KI Quellen nennt
Viele moderne KI-Antworten basieren zumindest teilweise auf aktueller Websuche oder anderen Verfahren zur Einbindung externer Informationen. Wenn ChatGPT, Perplexity, Gemini oder Copilot Links anzeigen, klicken Sie diese an. Steht die falsche Aussage bereits dort? Dann haben Sie vermutlich eine wichtige Ursache gefunden.
Achten Sie besonders auf:
- alte Unternehmensseiten,
- Presseberichte,
- Branchenverzeichnisse,
- Verbandsseiten,
- Messe- und Veranstaltungsprofile,
- Bewertungsportale,
- Wikipedia und andere Nachschlagewerke,
- Social-Media-Profile,
- Foren,
- alte Pressemitteilungen sowie
- PDFs und Präsentationen.
Schritt 4: Prüfen Sie Ihre eigene Website besonders kritisch
Ein Fehler kann auch auf der eigenen Website beginnen. Vielleicht steht auf der Teamseite bereits der neue Geschäftsführer, während eine alte Pressemitteilung noch den Vorgänger als Geschäftsführer bezeichnet. Vielleicht gibt es mehrere Versionen der Firmengeschichte. Vielleicht nennt die Startseite ein anderes Gründungsjahr als das Unternehmensprofil im Pressebereich.
Gehen Sie deshalb die wichtigsten Fakten einzeln durch.
Prüfen Sie mindestens:
- vollständigen Unternehmensnamen,
- frühere Unternehmensnamen,
- Sitz und Standorte,
- Gründungsjahr,
- Geschäftsführung,
- wichtige Ansprechpartner,
- Eigentumsverhältnisse, soweit öffentlich relevant,
- Produkte und Dienstleistungen,
- Zielgruppen,
- Regionen und Märkte,
- Marken,
- Zertifizierungen sowie
- wichtige Stationen der Unternehmenshistorie.
Bei Personen gehören Name, Funktion, Arbeitgeber, fachliche Schwerpunkte und gegebenenfalls eindeutige biografische Eckdaten dazu.
Schritt 5: Schaffen Sie eine zentrale Faktenquelle auf Ihrer Website
Die Idee dahinter ist sinnvoll: Ihre Website sollte eine Seite besitzen, auf der wichtige Unternehmensinformationen eindeutig und aktuell zusammenlaufen. Das kann Ihre Über-uns-Seite sein. Für größere Unternehmen eignet sich auch ein eigenes Factsheet oder ein Faktenbereich im Newsroom.
Schreiben Sie dort konkret.
Ein Satz wie:
„Die XY GmbH ist ein innovatives und zukunftsorientiertes Unternehmen mit kundenorientierten Lösungen.“
liefert kaum verwertbare Fakten.
Hilfreicher wäre:
„Die XY GmbH mit Sitz in Nürnberg entwickelt seit 2008 Steuerungssoftware für mittelständische Maschinenbauer. Geschäftsführer ist seit März 2025 Max Müller.“
So kann ein Mensch sofort verstehen, wer das Unternehmen ist. Suchmaschinen und KI-Systeme erhalten gleichzeitig klare Angaben zu Unternehmen, Tätigkeit, Standort, Zeit und Personen.
Schritt 6: Machen Sie Veränderungen ausdrücklich sichtbar
Gerade Veränderungen erzeugen häufig falsche KI-Antworten. Schreiben Sie deshalb nicht einfach nur den neuen Zustand auf Ihre Website.
Dokumentieren Sie wichtige Wechsel nachvollziehbar:
„Seit 1. März 2025 führt Max Müller das Unternehmen. Er folgte auf Peter Schmidt, der die Geschäftsführung zum 28. Februar 2025 verlassen hat.“
Diese Formulierung hilft bei einer typischen Fehlerquelle. Im Netz können weiterhin ältere Artikel mit Peter Schmidt als Geschäftsführer existieren. Ihre eigene Website erklärt jedoch eindeutig, wie beide Aussagen zeitlich zusammenhängen.
Das gleiche Prinzip funktioniert bei:
- Umfirmierungen,
- Fusionen,
- Standortwechseln,
- Eigentümerwechseln,
- eingestellten Produkten,
- neuen Markennamen und
- veränderten Geschäftsmodellen.
Aktualität sollte für Maschinen genauso eindeutig sein wie für Menschen.
Schritt 7: Räumen Sie alte eigene Inhalte auf
Veraltete Informationen auf der eigenen Domain sollten Sie nicht ignorieren. Aktualisieren Sie bestehende Seiten, wenn deren URL weiterhin sinnvoll ist. Existiert inzwischen eine neue maßgebliche Seite, setzen Sie bei passendem Ersatz eine saubere Weiterleitung. Inhalte ohne Ersatz können Sie entfernen und mit einem passenden HTTP-Status wie 404 oder 410 ausliefern.
Nach wichtigen Änderungen können Websitebetreiber über die URL-Prüfung in der Google Search Console ein erneutes Crawlen anstoßen.
Für Bing und weitere teilnehmende Suchsysteme kann zusätzlich IndexNow hilfreich sein. Damit lassen sich Suchmaschinen auf neue, aktualisierte oder gelöschte URLs hinweisen.
Schritt 8: Nutzen Sie strukturierte Daten – aber mit realistischen Erwartungen
Die bereits erwähnte maxonline-Studie nennt strukturierte Daten nach Schema.org als einen möglichen Ansatz und empfiehlt unter anderem Markup für Organisationen und Personen. Das ergibt fachlich Sinn, solange das Markup korrekte sichtbare Inhalte beschreibt.
Auf einer Unternehmensseite können beispielsweise Angaben zu name, legalName, URL, Logo, Anschrift, Gründungsdatum und weiteren Identifikationsmerkmalen hinterlegt werden. Strukturierte Daten lösen das Problem allerdings nicht allein.
Google weist in seiner Dokumentation zu generativen Suchfunktionen darauf hin, dass für AI Overviews und AI Mode keine besonderen technischen GEO-Anforderungen und keine speziellen KI-Dateien erforderlich sind. Die bekannten SEO-Grundlagen bleiben wichtig. Strukturierte Daten sollten zudem mit den sichtbaren Inhalten einer Seite übereinstimmen.
Die sinnvolle Reihenfolge lautet deshalb: Erst klare Fakten für Menschen, anschließend saubere technische Auszeichnung dieser Fakten.
Schritt 9: Prüfen Sie, ob KI-Crawler Ihre Inhalte überhaupt erreichen
Eine perfekte Faktenseite hilft wenig, wenn wichtige Systeme sie nicht abrufen können. Prüfen Sie deshalb robots.txt, Firewall, CDN und andere technische Sperren.
Bei OpenAI ist besonders die Unterscheidung zwischen OAI-SearchBot und GPTBot wichtig. OAI-SearchBot dient der Suche und kann dafür sorgen, dass Webseiten in ChatGPT-Suchergebnissen berücksichtigt werden. GPTBot betrifft das Crawling von Inhalten, die für das Training generativer Modelle verwendet werden können. Beide Einstellungen lassen sich getrennt steuern. Wer GPTBot blockiert, muss OAI-SearchBot also nicht automatisch ebenfalls sperren.
Schritt 10: Korrigieren Sie falsche Informationen bei fremden Quellen
Stammt der Fehler aus einem Branchenportal, einem Medienartikel oder einer anderen fremden Quelle, sollten Sie möglichst dort ansetzen.
Schreiben Sie keine allgemeine Beschwerde wie:
„Die Informationen über uns stimmen nicht.“
Machen Sie die Korrektur leicht prüfbar:
„In Ihrem Beitrag vom 14. April 2023 wird Herr Schmidt noch als Geschäftsführer genannt. Seit 1. März 2025 ist Herr Müller Geschäftsführer. Hier finden Sie die aktuelle Angabe auf unserer Unternehmensseite sowie den entsprechenden Registereintrag.“
Je weniger Rechercheaufwand Sie der Redaktion oder dem Webmaster verursachen, desto leichter lässt sich ein sachlicher Fehler prüfen.
Bei Meinungen und Bewertungen sieht die Situation anders aus. Eine negative Meinung lässt sich nicht allein deshalb entfernen, weil sie einem Unternehmen nicht gefällt. Nachweislich falsche Tatsachen sollten Sie jedoch konkret benennen und belegen.
Schritt 11: Sorgen Sie für glaubwürdige Bestätigung von außen
Hier kommt digitale PR ins Spiel.
Ihre eigene Website kann erklären, wer Sie sind. Weitere Quellen können diese Angaben bestätigen und Ihrem digitalen Profil mehr Tiefe geben.
Dafür eignen sich je nach Unternehmen:
- Fachmedien,
- Tages- und Wirtschaftsmedien,
- Verbände,
- Branchenportale,
- Fachveranstaltungen,
- Hochschulen und Forschungspartner,
- Marktstudien,
- Interviews,
- Expertenbeiträge,
- Rankings mit nachvollziehbarer Methodik,
- Zertifizierungsstellen,
- Bewertungsplattformen sowie
- Pressemitteilungen mit echtem Nachrichtenwert.
Verschiedene Untersuchungen zeigen, dass KI-Systeme sowohl Unternehmenswebsites als auch journalistische und andere externe Quellen verwenden. Wie stark einzelne Quellentypen ins Gewicht fallen, hängt vom System, der Suchanfrage und der Untersuchungsmethode ab.
Eine aktuelle Studie von Notified, basierend auf der Analyse von mehr als 8.000 Pressemitteilungen, die über GlobeNewswire veröffentlicht wurden, zeigt zusätzich einen interessanten Zusammenhang:
Eigene Inhalte wie Blogartikel, Newsroom-Beiträge oder Kampagnenseiten wurden innerhalb der ersten 30 Tage doppelt so häufig von ChatGPT oder Claude, zitiert, wenn sie durch eine Pressemitteilung unterstützt wurden.
Warum?
Die Autoren erklären den Effekt damit, dass Online-Pressemitteilungen als zusätzliches Autoritäts- und Vertrauenssignal wirken. Sie erhöhen die Sichtbarkeit eines eigenen Inhalts, weil sie AI-Systemen zusätzliche Hinweise auf Relevanz, Aktualität und Glaubwürdigkeit geben.
Für die Praxis lässt sich daraus eine sinnvolle Regel ableiten:
Pflegen Sie Ihre eigene Faktenbasis und sorgen Sie zugleich dafür, dass aktuelle Informationen auch außerhalb Ihrer eigenen Website auffindbar sind.
Wie digitale PR konkret gegen falsche KI-Aussagen helfen kann

Wenn Ihr Unternehmen beispielsweise seit 2026 einen neuen Schwerpunkt auf industrielle Wärmepumpen legt, können Sie diesen Zusammenhang durch aktuelle Nachrichten sichtbar machen:
- eine neue Produktlinie vorstellen,
- ein Projekt mit einem Kunden dokumentieren,
- eine technische Studie veröffentlichen,
- Experten für Interviews anbieten,
- Branchendaten auswerten,
- einen Fachbeitrag zu einem konkreten Problem veröffentlichen,
- eine Kooperation mit einem Forschungsinstitut kommunizieren oder
- auf einer Fachmesse mit nachvollziehbaren Neuigkeiten auftreten.
Mit der Zeit entstehen mehrere Quellen, die Unternehmen, Thema und Kompetenz miteinander verbinden.
Untersuchungen zur KI-Sichtbarkeit zeigen Zusammenhänge zwischen Markenerwähnungen im Web und der Präsenz von Marken in KI-Antworten. Solche Studien zeigen allerdings Korrelationen. Sie beweisen nicht, dass eine zusätzliche Erwähnung automatisch eine bestimmte KI-Antwort erzeugt. Genau diese Einschränkung ist bei GEO wichtig.
Sie können die Wahrscheinlichkeit einer korrekten Darstellung verbessern. Sie können einem Sprachmodell nicht verbindlich vorschreiben, was es morgen antwortet.
Welche Rolle spielen Pressemitteilungen?
Pressemitteilungen können einen wichtigen Beitrag leisten, wenn sie klare Fakten und echte Neuigkeiten enthalten.
Besonders sinnvoll sind sie bei Ereignissen wie:
- Wechseln in der Geschäftsführung,
- neuen Standorten,
- Übernahmen,
- Kooperationen,
- Produkteinführungen,
- Studien,
- Zertifizierungen,
- wichtigen Aufträgen oder
- Änderungen des Firmennamens.
Achten Sie dabei auf eindeutige Angaben zu Personen, Unternehmen, Orten und Zeitpunkten.
Eine Pressemitteilung über einen Geschäftsführerwechsel sollte beispielsweise den vollständigen Unternehmensnamen, den Namen des neuen Geschäftsführers und das Datum des Wechsels eindeutig nennen. Eine konsistente Unternehmensbeschreibung hilft zusätzlich. Sie erleichtert Suchmaschinen, KI-Systemen, Journalisten und anderen Nutzern die eindeutige Einordnung.
Besonders wertvoll wird Pressearbeit, wenn aus einer Mitteilung weitere Quellen entstehen: Medienberichte, Interviews, Branchenbeiträge, Veranstaltungsprofile oder Erwähnungen durch Partner. So wächst nach und nach ein aktuelles und belastbares Informationsumfeld rund um das Unternehmen.
Was Sie vermeiden sollten
1. Falsche Bewertungen oder künstliche Erwähnungen erzeugen
Versuchen Sie nicht, die Informationslage durch erfundene Bewertungen, fingierte Empfehlungen oder andere manipulierte Signale zu beeinflussen. Solche Methoden gefährden Vertrauen und können gegen Richtlinien von Suchmaschinen und Plattformen verstoßen.
2. Inhalte nur für Maschinen schreiben
Ihre Fakten sollten klar und präzise sein. Trotzdem lesen am Ende Menschen Ihre Website. Google empfiehlt auch für generative Suchfunktionen hilfreiche, verlässliche und für Menschen geschriebene Inhalte. Eine besondere „KI-Sprache“ ist dafür nicht erforderlich.
3. Sich allein auf Schema.org verlassen
Markup unterstützt die Einordnung. Es kann schwache, widersprüchliche oder veraltete Inhalte nicht reparieren.
4. Nach einer Änderung sofort Erfolg erwarten
Zwischen Ihrer Website, Suchmaschinenindizes, Live-Suche von KI-Systemen und bereits vorhandenem Modellwissen liegen verschiedene technische Ebenen. Eine Änderung auf Ihrer Website bedeutet deshalb nicht automatisch, dass jede KI-Antwort unmittelbar richtig wird.
Was tun, wenn die KI trotz korrekter Quellen weiter falsche Angaben macht?
Dann sollten Sie den Fehler beim Anbieter melden. Nutzen Sie die Feedback- oder Meldefunktion und liefern Sie dabei möglichst konkrete Informationen:
- die falsche Aussage,
- den verwendeten Prompt,
- das Datum,
- die korrekte Information,
- belastbare Quellen und
- die problematische Ausgangsquelle, falls bekannt.
Testen Sie anschließend mit etwas Abstand erneut. Verwenden Sie dabei am besten denselben Ausgangsprompt und zusätzlich einige Varianten.
So prüfen Sie, ob Ihre Maßnahmen wirken
GEO lässt sich derzeit kaum mit einer einzelnen Kennzahl messen. Beobachten Sie deshalb mehrere Signale:
| Kennzahl | Frage |
|---|---|
| Korrektheit | Stimmen die genannten Fakten? |
| Vollständigkeit | Fehlen wichtige Informationen? |
| Quellen | Welche Websites nutzt die KI? |
| Mention | Wird Ihr Unternehmen überhaupt genannt? |
| Citation | Wird Ihre Website oder eine relevante Drittquelle zitiert? |
| Kontext | Mit welchen Themen verbindet die KI Ihr Unternehmen? |
| Tonalität | Wie fällt der Grundton aus? |
| Stabilität | Bleibt die Aussage bei wiederholten Tests ähnlich? |
| Aktualität | Werden Veränderungen zeitnah berücksichtigt? |
Microsoft bietet beispielsweise mit „AI Performance“ in den Bing Webmaster Tools Möglichkeiten, die Sichtbarkeit eigener URLs in unterstützten KI-Erlebnissen auszuwerten. Für andere Systeme benötigen Sie derzeit häufig eigene Tests oder spezialisierte Monitoring-Werkzeuge.
Checkliste: Was tun, wenn KI falsche Informationen über Sie verbreitet?
Fehler erfassen
- ☐ Antwort als Screenshot speichern
- ☐ Prompt und Datum dokumentieren
- ☐ Quellen der KI prüfen
- ☐ Anfrage in einem neuen Chat wiederholen
- ☐ weitere KI-Systeme testen
Direkt reagieren
- ☐ KI im laufenden Gespräch korrigieren
- ☐ richtige Information nennen
- ☐ belastbare Quelle angeben
- ☐ Feedback- oder Meldefunktion nutzen
Ursache finden
- ☐ eigene Website durchsuchen
- ☐ alte Pressemitteilungen prüfen
- ☐ Branchenverzeichnisse kontrollieren
- ☐ Medienberichte durchsuchen
- ☐ Bewertungsportale prüfen
- ☐ Social Media und Foren durchsuchen
- ☐ mögliche Verwechslungen mit gleichnamigen Personen oder Firmen prüfen
Eigene Daten verbessern
- ☐ zentrale Faktenseite aktualisieren
- ☐ Geschäftsführung eindeutig nennen
- ☐ Gründungsjahr prüfen
- ☐ Standorte und Leistungen aktualisieren
- ☐ Veränderungen mit Datum erklären
- ☐ alte Seiten überarbeiten oder sauber entfernen
- ☐ strukturierte Daten kontrollieren
- ☐ Sitemap aktualisieren
- ☐ Crawlability prüfen
Externe Datenlage verbessern
- ☐ falsche Drittquellen um Korrektur bitten
- ☐ wichtige Branchenprofile aktualisieren
- ☐ relevante Fachmedien identifizieren
- ☐ konkrete PR-Themen entwickeln
- ☐ unabhängige Belege und Referenzen aufbauen
- ☐ Unternehmensbeschreibung konsistent verwenden
- ☐ relevante Neuigkeiten über Pressemitteilungen verbreiten
- ☐ Online-Pressemitteilungen direkt auf seriösen Presseportalen veröffentlichen
Danach
- ☐ erneutes Crawling anstoßen, wo sinnvoll
- ☐ Kernfragen regelmäßig erneut testen
- ☐ Quellen und Veränderungen dokumentieren
- ☐ bei Bedarf fachliche / juristische Hilfe einholen
Eine Garantie für die nächste KI-Antwort gibt es nicht. Doch je klarer, aktueller und besser belegt Ihre digitale Faktenlage ist, desto weniger Raum bleibt für Verwechslungen, veraltete Aussagen und frei erfundene Ergänzungen.
Quellen und weiterführende Informationen
- maxonline: KI-Halluzinations-Studie 2026
- Notified: AI Visibility Now Forms in Hours, Not Days – What a Study of 8,000 Press Releases Revealed
- Ahrefs: Top Brand Visibility Factors in ChatGPT, AI Mode, and AI Overviews (75k Brands Studied)
- Muck Rack: What Is AI Reading? May 2026
- OpenAI: Warum Sprachmodelle halluzinieren
- OpenAI: Overview of OpenAI Crawlers
- Google: KI-Funktionen und deine Website