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Merkmale eines journalistischen Textes und warum sie auch für PR wichtig sind – einfach erklärt mit Beispielen

Journalistische Texte sind in der öffentlichen Kommunikation allgegenwärtig. Ob in Zeitungen, Magazinen, Online-Portalen oder im Rundfunk –  sie informieren, analysieren, kommentieren und unterhalten. Doch was macht einen journalistischen Text eigentlich aus? Welche Merkmale definieren ihn und wie unterscheiden sich die verschiedenen Textsorten voneinander? Dies zu verstehen, ist nicht nur für Journalisten, sondern auch für PR- und Kommunikationsprofis von Bedeutung.

Die Grundprinzipien journalistischer Texte

Merkmale eines journalistischen Textes © doris_bredow - stock.adobe.com
Merkmale eines journalistischen Textes © doris_bredow - stock.adobe.com
Der Deutsche Pressekodex, herausgegeben vom Deutschen Presserat, enthält ethische Richtlinien, die die Arbeit von Journalistinnen und Journalisten leiten. Ziel ist es, die Glaubwürdigkeit und Integrität der Presse zu wahren. Die zentralen Prinzipien des Pressekodex umfassen unter anderem:

  • Wahrhaftigkeit und Achtung der Menschenwürde: Berichterstattung muss auf korrekten, überprüften Informationen basieren und die Würde der Betroffenen respektieren.
  • Sorgfaltspflicht: Informationen dürfen nicht verfälscht werden; Recherchen müssen gründlich und gewissenhaft erfolgen.
  • Trennung von Redaktion und Werbung: Redaktionelle Inhalte dürfen nicht durch kommerzielle Interessen beeinflusst werden.
  • Schutz der Persönlichkeit: Persönlichkeitsrechte sind zu achten, insbesondere bei der Berichterstattung über Privatpersonen.

Was sind die Merkmale eines journalistischen Textes?

Journalistische Texte folgen demzufolge auch bestimmten Prinzipien und Qualitätskriterien, die ihre Glaubwürdigkeit, Verständlichkeit und Relevanz sicherstellen. Dazu zählen vor allem:

Objektivität und Neutralität

Journalistische Texte sollten, soweit möglich, objektiv und sachlich sein (vgl. Übersicht der Textsorten unten). Fakten und Informationen werden von subjektiven Meinungen getrennt dargestellt. Besonders in Nachrichtentexten ist die neutrale Berichterstattung essenziell, um den Lesenden eine eigene Meinungsbildung zu ermöglichen.

Verständlichkeit und Klarheit

Ein journalistischer Text muss verständlich und klar formuliert sein. Komplexe Sachverhalte werden so aufbereitet, dass auch Nicht-Experten sie nachvollziehen können. Hierbei helfen einfache Sprache, kurze Sätze und erklärende Beispiele.

Relevanz und Aktualität

Nachrichtenwert entsteht durch Relevanz und Aktualität. Journalisten berichten über Themen, die für ihre Zielgruppe von Bedeutung sind, und greifen dabei aktuelle Ereignisse und Entwicklungen auf.

Sorgfalt und Faktencheck

Sorgfaltspflicht und Faktentreue sind Grundpfeiler seriösen Journalismus. Vor der Veröffentlichung müssen alle Informationen auf Richtigkeit überprüft werden. Quellenangaben, Originalzitate und verlässliche Quellen sind dabei unerlässlich.

Unabhängigkeit und journalistische Ethik

Journalistische Texte sollten unabhängig und frei von Interessen Dritter erstellt werden. Der Deutsche Pressekodex und ähnliche Richtlinien geben Journalisten ethische Orientierung und verpflichten sie zu Integrität und Verantwortung.

openPR-Tipp: Diese Prinzipien sind nicht nur für Journalisten, sondern auch für PR- und Kommunikationsprofis von Bedeutung. Auch wenn PR-Texte nicht den gleichen Ansprüchen an Neutralität unterliegen wie klassische journalistische Inhalte, profitieren PR-Profis von einem Verständnis dieser Textformen. Je mehr Sie sich selber an diese Prinzipien halten, desto effektiver können Sie mit Medien kommunizieren, Vertrauen aufbauen und Ihre Botschaften an die Öffentlichkeit vermitteln.

Die Relevanz journalistischer Textmerkmale für PR und Unternehmenskommunikation

PR- und Kommunikationsverantwortliche verfolgen andere Ziele als Journalistinnen und Journalisten: Sie kommunizieren im Interesse ihres Unternehmens oder ihrer Organisation. Dennoch profitieren sie von journalistischer Textkompetenz:

  • Glaubwürdigkeit: Auch PR-Texte müssen glaubwürdig wirken, um Vertrauen aufzubauen.

  • Leserorientierung: Verständliche und klare Sprache erleichtert die Ansprache externer und interner Zielgruppen.

  • Medienarbeit: Um Pressemitteilungen und Gastbeiträge zu erstellen, die von Redaktionen akzeptiert werden, sollten PR-Profis journalistische Standards berücksichtigen.

  • Storytelling: Journalistische Erzähltechniken wie die Reportage lassen sich wirkungsvoll für Unternehmensgeschichten einsetzen.

  • Lesen Sie auch unseren Ratgeber zum Thema Nachrichtenwert und Nachrichtenfaktoren, und wie Sie diese für Ihre PR nutzen können.

 

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Übersicht: Journalistische Textsorten und ihre Merkmale

Nachfolgend finden Sie eine Übersicht der wichtigsten journalistischen Textarten, deren Funktionen und Merkmale.

Textart Merkmale Funktion
Nachricht
  • Objektiv, sachlich, knapp 
  • Beantwortung der W-Fragen (Wer? Was? Wann? Wo? Warum? Wie? Woher?)
  • Wichtigstes zuerst (Pyramidenprinzip)
Information über aktuelle Ereignisse
Bericht
  • Detaillierter als die Nachricht
  • Sachlich, mit Hintergrundinformationen 
  • Chronologischer Aufbau möglich
Vertiefende Information und Kontext
Reportage
  • Lebendig, anschaulich, szenische Darstellung
  • Wechsel zwischen Fakten und Erzählung
  • Authentische Zitate und Beschreibungen
Emotionaler Zugang zu einem Thema
Interview
  • Fragen und Antworten im Dialogformat
  • Direkte und indirekte Rede kombiniert
  • Klarer, logischer Aufbau
Einblicke und Meinungen aus erster Hand
Kommentar
  • Subjektiv, klare Meinung des Autors
  • Argumentative Struktur mit Begründung
  • Ziel: Meinungsbildung
Bewertung und Einordnung von Ereignissen
Glosse
  • Humorvoll, ironisch, überspitzt
  • Pointierter Stil
  • Wortspiele
  • Subjektiv, unterhaltend
Kritische, humorvolle Betrachtung aktueller Themen
Kolumne
  • Persönliche Meinung
  • Wiederkehrend in einer Publikation
  • Oft locker und unterhaltsam
Subjektive Reflexion gesellschaftlicher Themen
Feature
  • Mischung aus Bericht und Reportage
  • Faktenorientiert, aber anschaulich erzählt
  • Dramaturgischer Aufbau
Anschauliche, unterhaltsame Vermittlung von Themen

 

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