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Wie schreibt man eine Reportage? – Merkmale und Tipps für den Aufbau Ihres Textes

Eine Reportage zu schreiben, ist eine spannende Sache. Es handelt sich dabei um eine journalistische Textform, bei der der Autor ein Ereignis, eine Person oder einen Ort aus einer persönlichen Perspektive betrachtet. Durch die Verwendung von Beschreibungen, Details und Zitaten wird ein authentisches und lebendiges Bild des Themas geschaffen. Eine unterhaltsame und informierende Geschichte entsteht, die ihren Leser fesselt.

Definition: Was ist eine Reportage?

Reportage schreiben © Kirsti D/peopleimages.com - stock.adobe.com
Reportage schreiben © Kirsti D/peopleimages.com - stock.adobe.com
Eine Reportage ist ein auf Tatsachen beruhender Erlebnisbericht. Sie bekommt Atmosphäre durch die bewusst subjektive Perspektive des Autors, da nicht nur reine Informationen vermittelt werden. Die Reportage weckt Gefühle ihrer Leser, sie sind mittendrin. Ziel ist es, dass der Leser denkt, er wäre direkt vor Ort und dass es sein eigenes Erlebnis wäre.

Aufbau einer Reportage

Wichtig bei einer Reportage ist der erste Satz. Im Grunde entscheidet sich am ersten Satz, ob sie gelingt oder nicht und ob der Leser weiterliest. Er soll aufmerksam und neugierig machen.

Die Reportage muss von Anfang an Spannung erzeugen. Oft gibt es einen szenischen Anfang, damit der Leser gleich mittendrin ist. Oft wird der Ort beschrieben, an dem sich der Hauptakteur befindet, manchmal handelt es sich um einen bestimmten Platz, um dem es bei der Reportage geht. Ebenfalls sehr geeignet ein lustiger oder überraschender Anfang, auch eine gegensätzliche Aussage macht eine Reportage interessant. Weiterhin zu beachten gilt, dass im ersten Satz eine Besonderheit oder ein Detail stehen sollte. Danach folgt die Beschreibung des allgemeinen Geschehens.

Beispiel:

Wer hier steht, an diesem düsteren Ort, umgeben von Bäumen und Büschen, mitten im Nirgendwo, möchte am liebsten gleich wieder umdrehen. Eine alte, verfallene Ruine einst eine prächtige Fabrikantenvilla deren restliche Mauern mit Efeu überzogen und deren noch übrigen Räume von Ratten, Vögeln und zahlreichen Insekten besiedelt sind. Hier und da steht ein kaputtes Möbelstück, an dem der Zahn der Zeit genagt hat. Und genau hier nahm das Schicksal von Herrmann Musterwald seinen Lauf…..

Ein weiterer Punkt beim Aufbau der Reportage ist, dass sie nicht hierarchisch wie bei einer Nachricht aufgebaut ist, sondern wie ein Film, eine Geschichte, erzählt wird. Elemente der Dramaturgie oder Komik finden sich darin.

In jeder weiteren, auf der vorigen Szene aufgebauten Abfolge ergeben sich neue Anhaltspunkte, Höhepunkte, eine neue Spannung. Alles folgt einem roten Faden.

Der Schluss einer Reportage endet abrupt, aber aufmerksamkeitserregend. Das Ende kann fragend in die Zukunft blicken, eine unerwartete Feststellung machen, mit einem Zitat enden oder so aufhören, wie sie begonnen hat: Mit einer starken, bildhaften Szene. Gut ist es, wenn der Schluss an den Anfang anknüpft, denn dann ist die Reporte in sich schlüssig.

Wenn Sie eine Reportage anwenden, bedenken Sie dabei, dass sie eine Leserschaft braucht. Online wird kaum jemand eine Reportage lesen, da die meisten Nutzer Onlineportale zwischendurch benutzen und vieles nur überfliegen. In gedruckten Magazinen und überregionalen Tageszeitungen sind Reportagen am besten platziert. Wenn Portale jedoch crossmedial arbeiten, das heißt, wenn sie auch bestimmte Texte aus ihren gedruckten Zeitungen und Zeitschriften online stellen, kann eine Reportage dort Sinn machen.

 

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9 Merkmale: So schreiben Sie eine gute Reportage

Um den Leser mit auf eine Reise zu nehmen und ihm ein authentisches Gefühl des Geschehens zu vermitteln, bedarf es bestimmter Techniken und Merkmale. In den folgenden Abschnitten beleuchten wir neun wesentliche Eigenschaften, die eine hervorragende Reportage ausmachen:

1. Präzise Beschreibungen

Tipps für Ihren Text © Martin Rettenberger - stock.adobe.com
Tipps für Ihren Text © Martin Rettenberger - stock.adobe.com
Der Leser soll mittendrin sein, alles erleben und fühlen, was der Autor fühlt. Eine präzise Beschreibung ist dabei unerlässlich.

Beispiel:

Statt “Sie trägt ein knallbuntes Outfit” trifft folgende Formulierung viel besser: "Das heranwachsende Mädchen trägt passend zu ihren feuerroten Haaren eine leuchtend gelbe Jeans, dazu passend ein orangefarbenes Shirt, eine Jeansjacke in türkisblau sowie als krönenden Abschluss dunkelrote Chucks."

2. Reportage im Präsens schreiben

Schreiben Sie Ihre Reportage im Präsens. Das wirkt nicht nur lebendiger, sondern lässt den Leser in genau dieser Sekunde an dem beschriebenen Ort sein, an der Unterhaltung mit dem Hauptakteur teilnehmen. Bei einer Beschreibung im Präteritum ist es schwierig, den Leser aktiv teilhaben zu lassen, da das Geschehen in der Vergangenheit liegt. Natürlich darf auch ein Wechsel zwischen Präsens und Präteritum stattfinden, dann kann der Leser eine kurze Pause einlegen. Das in der Vergangenheit Geschriebene muss allerdings ein Rückblick sein, damit der Leser in dem Moment nicht in die Geschichte hineingezogen wird. Idealerweise handelt es sich bei einer Reportage um Hintergründe oder Fakten, die im Präteritum beschrieben werden. Aber lassen Sie den Leser nicht zu lange in der Vergangenheit, nutzen Sie sie nur zur Aufklärung bestimmter Sachverhalte. Er darf den Bezug zur aktuellen Situation nicht verlieren.

3. Perspektivwechsel nutzen

Wechseln Sie zwischendurch die Perspektive, das lässt die Reportage spannender, realistischer und lebendiger wirken. Sie können beispielsweise mehrere Personen interviewen, die ein Erlebnis zwar gemeinsam erlebt, aber unterschiedlich empfunden haben.

4. Vor Ort gehen

Vor Ort recherchieren © wellphoto - stock.adobe.com
Vor Ort recherchieren © wellphoto - stock.adobe.com
Jede noch so kurze Reportage unterliegt einem Muss: Vor Ort recherchieren. Sie können nicht über etwas schreiben, das Sie nicht mit eigenen Augen gesehen und mit Ihren eigenen Gefühlen empfunden haben. Überzeugen Sie sich von den Worten aller Beteiligten, laden Sie sich zu einem Gespräch, einem Spaziergang, einer Erkundung des Ortes ein. Bringen Sie auch gern mehrere Personen zusammen. Bringen Sie Ihre Gefühle mit in die Recherche ein und lassen den Leser hautnah spüren, dass Sie dabei waren.

5. Bildliche Sprache benutzen

Bauen Sie die Bildsprache in Ihre Reportage ein, benutzen Sie Vergleiche, Metaphern. Spielen Sie mit den verschiedenen Stilmitteln. Verzichten sollten Sie jedoch auf Phrasen und Klischees. Berichten Sie bunt, lebendig, aber überladen Sie den Text nicht mit zu viel unnötigen Adjektiven.

6. Zitate in Reportagen nutzen

Wenn die handelnden Personen in Ihrer Reportage zu Wort kommen, dann macht es den Text glaubwürdiger, lebendiger. Der Leser merkt, dass die Personen tatsächlich existieren und verbündet sich mit ihnen oder stellt sich gegen sie. Der Leser kann sich vorstellen, bei den Gesprächen dabei zu sein, Sie lassen ihn teilhaben. Dafür dankt Ihnen der Leser, indem er Ihre Reportage mit Spannung bis zum Ende verfolgt. Wenn Sie Ihre Akteure beschreiben, dann beziehen Sie auch deren Statur, ihren Charakter sowie die Gesten und Mimiken mit ein.

openPR-Tipp: Lesen Sie hier nach, wie Sie richtig zitieren.

7. Nichts vorwegnehmen

Sie dürfen objektiv und subjektiv berichten, beides gern vermischen, aber eines dürfen Sie nicht: Dem Leser die Schlussfolgerung in den Mund legen. Da Ihre Reportage bereits subjektiv durch Ihre persönlichen Eindrücke gefärbt ist, dürfen Sie weder kommentieren noch bewerten. Sachverhalte sollten objektiv geschrieben werden.

Schreiben Sie zum Beispiel:

„Die Wohnung ist total verlottert” ist das wertend. Lassen Sie Ihren Leser sein eigenes Bild machen, indem Sie schreiben: „Überall in der Wohnung liegen Zigarettenkippen auf dem Fußboden, der Staub auf einigen Möbelstücken scheint zentimeterdick zu sein.”

8. Offen sein für neue Perspektiven

Bieten Sie, ähnlich dem bereits angesprochenen Perspektivwechsel, dem Leser überraschende, plötzlich auftauchende neue Blickwinkel. Beziehen Sie Personen mit ein, die bisher nichts mit der Geschichte zu tun hatten oder wechseln Sie an Orte, die indirekt mit dem Geschehen in Verbindung stehen, aber bislang nicht angesprochen wurden.

9. Hintergrundinformationen sind das A und O in Reportagen

Wahre Geschichte © fotogestoeber - stock.adobe.com
Wahre Geschichte © fotogestoeber - stock.adobe.com
Eine Reportage kann nicht auf Hintergrundinformationen verzichten. Diese Geschichte basiert auf Fakten, sie ist nicht erfunden. Daher benötigt der Leser zwischendurch immer wieder Hintergrundinformationen, um die Geschichte und deren Personen verstehen zu können und sich in sie hineinzuversetzen. Verpacken Sie diese Informationen geschickt, werfen Sie sie dem Leser geschickt in aufgeteilten Portionen zu. So wird der objektive Erzählstil zum Subjektiven, wovon eine Reportage lebt.

Reportage als Textform für Marketing & PR

Reportagen sind eine wertvolle Textform im Marketing und PR, da sie authentische Geschichten erzählen und so eine starke emotionale Verbindung mit dem Publikum herstellen können. Hier sind ein paar Tipps, wie man Reportagen in Marketing- und PR-Kampagnen einsetzen kann:

Verwenden Sie Reportagen,

  • um eine Geschichte hinter Ihrer Marke, Ihrem Produkt oder Ihrer Dienstleistung zu erzählen. Dies kann helfen, eine starke emotionale Verbindung mit Ihrem Publikum aufzubauen.
  • um Ihre Marke, Ihr Produkt oder Ihre Dienstleistung in einem bestimmten Kontext zu zeigen. Dies kann helfen, ein besseres Verständnis für das, was Sie anbieten, zu vermitteln.
  • um Kundenerfolgsgeschichten zu teilen. Dies kann dazu beitragen, dass Ihre Marke als vertrauenswürdig und erfolgreich wahrgenommen wird.
  • um Social-Proof zu liefern. Wenn andere Menschen Ihre Marke, Ihr Produkt oder Ihre Dienstleistung nutzen und positive Ergebnisse berichten, kann dies dazu beitragen, dass mehr Menschen daran interessiert sind, es selbst auszuprobieren.
  • um Expertenmeinungen oder Forschungsergebnisse zu teilen. Dies kann Ihre Marke als seriös und glaubwürdig positionieren.

Fazit

Es ist wichtig zu beachten, dass Reportagen eine Form des Storytellings sind und daher gut durchdacht und gut erzählt sein müssen, um wirksam zu sein. Vermeiden Sie es, Reportagen zu verwenden, die offensichtlich gefälscht oder manipuliert sind, da dies Ihre Glaubwürdigkeit beeinträchtigen kann.

Eine gute Reportage zeichnet sich durch eine gründliche Recherche, eine anschauliche Schreibweise und eine interessante Geschichte aus. Es ist wichtig, einen roten Faden zu haben und die Leser auf eine Reise mitzunehmen, indem man sie mit lebendigen Details, Zitaten und Einblicken in das Thema verwöhnt. Es ist ebenfalls ratsam die Meinungen und Perspektiven aller Beteiligten zu berücksichtigen.

openPR-Tipp: Lesen Sie hier mehr zum Thema journalistisches Schreiben mit vielen Beispielen und Tipps.

 

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