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Der Mensch denkt und sein Genom lenkt

20.03.201809:39 UhrPolitik, Recht & Gesellschaft
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Prof. Querulix, „Rien ne vas plus...
Prof. Querulix, „Rien ne vas plus...", eBook (ISBN 978-3-943788-43-3), 264 S., 9,95 Euro

(openPR) Diese Feststellung Prof. Querulix‘ charakterisiert das Debakel menschlicher Existenz und es erklärt auch, warum Mensch sich mit der Idee der Demokratie so schwer tut.

Die Demokratie schliddert derzeit wieder einmal weltweit in eine tiefe und möglicherweise letale Krise. Das ist nichts Neues in der Geschichte der Menschheit. Alle Demokratieversuche, die Menschen in den vergangenen mehr als zweitausend Jahren gestartet haben, sind letztlich gescheitert. Das wundert nicht, wenn man bedenkt, daß die Menschen immer noch das Erbgut ihrer Vorfahren in sich tragen, das Genom räuberischer Affentiere. Da wir uns genetisch gerade einmal ungefähr 2,5 Prozent von unseren Urahnen unterscheiden, kann man sich über das Verhalten der Menschentiere eigentlich nicht wundern.



Alle Versuche, den Menschen insofern zu bessern, waren bisher erfolglos und werden es auch bleiben. Letztlich haben immer wieder die Gene triumphiert und das Verhalten der Menschen ist den Mustern ihrer äffischen Vorfahren gefolgt. Aber deshalb die Hände in den Schoß legen und sich dem Schicksal überlassen? Das führte nur dazu, daß die bisher unvollkommen praktizierte Demokratie weiter zur Scheindemokratie verkäme und schließlich in eine Art Demokratur entartete (wie z.B. schon in osteuropäischen Mitgliedsstaaten der EU) und schließlich fast unmerklich wieder zur Diktatur, der ursprünglichen Verfassungsform menschlicher Gesellungen zurückkehrte.

Wir sollten auch nicht übersehen, daß mit den Errungenschaften moderner Wissenschaft und Technologie eine Art Sklavenstaat als Organisationsform menschlicher Gesellungen in Zukunft eine durchaus realistische Möglichkeit wird. Als Rudeltier werden die Menschen – die große Mehrheit der Menschen – einer möglichen Entwicklung in diese Richtung kaum nennenswerten Widerstand entgegensetzen. Auch heute dulden sie ja schon klaglos, daß sie und ihre Bedürfnisse gänzlich den Zwecken und Zielen einer kleinen Minderheit von Nimmersatts und Ausbeutern untergeordnet werden, die sich von nützlichen Idioten bedienen und beschützen läßt. In vielen Weltteilen ist genau das heute schon in krassester Ausprägung zu beobachten. Machen wir uns also keine große Hoffnung: der Mensch ist noch weit davon entfernt, im Umgang mit seinem Habitat und seinen Mitmenschen rücksichtsvoll und weitblickend umzugehen.

Dennoch ist es geboten, dem Wildern der urmenschlichen Triebe Einhalt zu gebieten wo dies nur möglich ist. Nach ungefähr 6,5 Millionen Jahren seit der Trennung vom gemeinsamen Vorfahren mit dem Schimpansen sollte es doch möglich sein, diese Triebe ein wenig besser und konsequenter als bisher zu kontrollieren. Entsprechende Erziehung und Bildung könnten dazu wahrscheinlich viel mehr als bisher leisten. „Mensch“ kann man lernen, aber es kostet viel Selbstüberwindung“, ist Prof. Querulix überzeugt. Rechnen, Schreiben, Lesen zu lernen genügt aber schon lange nicht mehr, um aus einem Menschentier einen Menschen zu machen. Auch Sach- und Fachwissen – so wichtig sie sind – reichen nicht aus. Vielmehr muß der Charakter des Nachwuchses entsprechend den Bedürfnissen künftiger menschlicher Existenz geformt werden. Dazu muß er endlich eine Moral entwickeln, die ihn das Wohlergehen aller Menschen als höchstes Ziel allen politischen Denkens und Handelns erkennen und alle seine Mitmenschen grundsätzlich als gleichwertig und gleichberechtigt behandeln läßt. Zudem muß der Mensch im Interesse seines Überlebens lernen, in komplexen Zusammenhängen und Wechselbeziehungen zu denken und zu handeln, anstatt nur kurzschlüssig Ursache-Wirkungsbeziehungen zu identifizieren, die zu immer folgenschwereren Fehlhandlungen führen. Der Raubbau an der Natur und egoistischer Machtmißbrauch gegenüber Mitmenschen sind nur die Spitzen des riesigen Eisbergs menschentierischen Zurückbleibens hinter den Anforderungen, die er sich mit dem Ausleben seiner Geisteskräfte selbst geschaffen hat.

Arthur Schopenhauer meinte: „Der Mensch ist im Grunde ein wildes, entsetzliches Tier. Wir kennen es bloß im Zustande der Bändigung und Zähmung, welcher Zivilisation heißt.“ Wir Heutigen kennen das Menschentier leider allzu gut auch in seinen barbarischen Urzuständen. Täglich begegnet es uns heutzutage im Internet und im Fernsehen. Solange das Wesen, das wir „Mensch“ nennen noch viel mehr Tier als Mensch ist, wird es auf der Erde weder Frieden noch eine gute Zukunft für die Menschheit geben.

Solange die gewaltigen Geisteskräfte des Menschen nicht durch Vernunft und Verstand sowie infolge der Regulation durch eine menschenwürdige Moral gezügelt und gelenkt werden, wird es weiterhin im besten Fall für eine Minderheit Frieden und Lebensglück geben. Es sieht bisher nicht so aus als könne die vorauszusehende technologische Entwicklung der kommenden Jahre zum Glück der gesamten Menschheit genutzt werden. Eher ist zu erwarten, daß sie die demokratischen Strukturen aushöhlt und letztlich als Werkezeug Weniger mißbraucht wird, mit dem sie die Mehrheit noch effektiver unterdrückt und ausbeutet als bisher schon. Der Mensch ist noch lange nicht reif für echte und stabile Demokratie.

Aus der Geschichte wissen wir: „Die Gier der Mächtigen und ihrer Hofschranzen hat schon immer das Dasein der Menschheit verheert.“ (Prof. Querulix) Wie ihre Vorfahren beherrschen die Alphatiere ihre Mitmenschen und beuten sie für ihre Zwecke aus. Moral ist auf dieser Ebene des Menschseins nur eine Angelegenheit der Philosophen, keine nennenswert durchgehende praktizierte Kategorie des täglichen Denkens und Handelns. Wie bisher in ihrer Geschichte betreibt eine agile, oft skrupellose Minderheit der Menschen ihre Selbstverwirklichung rücksichtslos auf Kosten ihrer Mitmenschen. Das ist vielen von ihnen nicht einmal bewußt, weil ihre Mitmenschen ihrem Verhalten viel zu selten Grenzen setzen. Im schlimmsten Fall leben seit jeher wenige mächtige und reiche Klüngel auf Kosten ganzer Völker.

Genauso wie im urzeitlichen Menschentierrudel sind die Alphas auch heute nur so mächtig, weil sie immer nützliche Helfer finden, die ihnen gegen entsprechende Gunstbeweise bei der Verteidigung ihrer Macht und dem Beuteerwerb zur Seite stehen. Man nennt sie auch nützliche Idioten, weil sie sich nur so lange ihrer Nähe zum Alphatier und den damit verbundenen Vorteilen erfreuen können, wie sie diesem nützlich erscheinen, ihnen dies aber gar nicht bewußt zu werden scheint. Wären sie klüger und aufmerksamer, erkennten sie, daß sie nichts weiter sind als Menschenmaterial, bloße Mittel zu den Zwecken ihrer „Herren“. Für die Mehrheit der Gammas, der Underdogs, der gänzlich Machtlosen, der Menschen, die sozial ganz am Boden sind und – auch in den reichen Industriestaaten! – nur herumgeschubst und ausgebeutet werden, können sie dennoch für die Underdogs unangenehm werden. Denn um von den eigenen Schandtaten abzulenken gestatten die Alphatiere ihren nützlichen Idioten gern, ihren Frust über schlechte Behandlung an den noch Schwächeren auszulassen. In vielen Teilen der Welt können wird dies beobachten und auch bei uns kommt dies vor.

„Zivilisation: Barbarei auf rechtlicher Grundlage“, urteilt deshalb knapp und treffend Prof. Querulix, und Napoleon Bonaparte meinte: „Der Krieg ist der natürliche Zustand, die … Befreiung von dem bleiernen Mantel der Zivilisation.“ Was daraus wurde, wissen wir. „Das Menschentier ist intelligent, aber die Natur hat vergessen, seiner Intelligenz die Klugheit beiseite zu stellen“, meint Prof. Querulix)

In den ökonomisch besser entwickelten Weltteilen sind wir etwas besser dran als unsere Artgenossen in den sogenannten Entwicklungsländern oder gar dort, wo Gewaltherrscher ihre Macht ausüben – graduell, aber nicht grundsätzlich. Auch wir werden noch von den Genen unserer äffischen Vorfahren gesteuert. Nur die Äußerungsformen von Knechtung und Ausbeutung haben sich im Laufe der kulturellen Entwicklung und mit dem technologischen Fortschritt gewandelt und werden sich weiter verändern. Im Kern aber regieren weiterhin unsere alten Gene. Bei der kritischen Beobachtung des Alltags ist gar nicht zu übersehen: Geändert haben sich bis heute vor allem Äußerlichkeiten. Krieg wird viel öfter mit Geld und Paragrafen geführt als mit Kanonen und Raketen.

Die Menschen sind aber immer noch die, die sie bereits vor Jahrtausenden waren. Konflikte versucht man auch mit Scheinheiligkeit zu verdecken, anstatt ehrlich und aufrichtig Tacheles zu reden und den menschlichen Gemeinheiten auf den Grund zu gehen. Das ist nicht neu und auch Goethe wußte das natürlich, der schon im mittleren Alter das Salbadern gründlich satt hatte. So schrieb der 33jährige einmal an Charlotte von Stein: „Die Geschichte des guten Jesus hab ich nun so satt, daß ich sie von keinem als allenfalls von ihm selbst hören möchte.“

Auch Religionen scheinen offensichtlich nicht in der Lage, das Menschentier in einen Menschen zu verwandeln. Im Gegenteil. Sie sind letztlich nichts anderes als Herrschaftsmittel – wie andere Ideologien auch. Beide bieten den Menschen vor allem Argumente für das Ausleben ihrer tierischen Instinkte. Wenn die Menschheit in Richtung Verständigung und Frieden vorankommen soll, muß man an dem hinter den Äußerlichkeiten versteckten Wesenskernen menschlichen Handelns ansetzen, Scheinheiligkeit enttarnen und den Mißbrauch von Macht anprangern und unterbinden. Engagierte Journalisten und einige Medien helfen heutzutage, den Mißbrauch von Macht, Behördenwillkür, organisierte Kriminalität, politische Verbrechen aufzudecken und bekannt zu machen. Es wird aber noch ein weiter Weg sein, bevor das Menschentier zu einem Wesen wird, das die Bezeichnung „Mensch“ wirklich verdient.

Geschichte wiederholt sich deshalb auch. Wer den Dingen auf den Grund geht, kann das gar nicht übersehen. Sie muß sich zwangsläufig wiederholen. Denn der Mensch ist trotz seiner mittlerweile gesteigerten Intelligenz in den ungefähr 6,5 Millionen Jahren seit seiner Trennung von den Vorfahren, die er mit dem Schimpansen gemeinsam hat, nicht aus der Haut des räuberischen Rudeltiers heraus gekommen. Wieviel Zeit hat er noch, sich endlich für sein Überleben auf dieser Welt fit zu machen?

Ob die Menschheit auf längere Sicht eine gute Zukunft hat, ist deshalb sehr zweifelhaft. Derzeit scheint alles wieder einmal auf eine Weltkrise zuzulaufen. Vielleicht können große Kriege vermieden werden. Die Herrschaft des Geldes über die Menschen ist gerade dabei, eine große weltwirtschaftliche Krise auszulösen, deren Folgen noch nicht abschätzbar sind. Aber wenn das Derivate-Kartenhaus zusammenbricht, wird nicht nur unter den unmittelbar Betroffenen Heulen und Zähneklappern sein.

Daß die Ausbeutung der Menschenmehrheit durch eine Menschenminderheit auch künftig anhalten wird scheint sicher. Mit Hilfe der Mittel, die der technologische Fortschritt bereitstellen wird, werden Ausforschung, Ausbeutung, Kontrolle und Unterdrückung der Mehrheit durch geldgierige Minderheiten künftig noch einfacher. Die ersten Vorboten einer Orwellschen Welt sind bereits sichtbar. Dennoch wäre es töricht, die Dinge einfach treiben zu lassen. Deshalb sei allen unseren Zeitgenossen, die Machtpositionen in der Gesellschaft besetzen, ein Hinweis des Kulturkritikers Julius Langbehn (1851-1907) ans Herz gelegt, der schrieb: „Dasjenige Volk hat den größten Vorteil über die anderen, das aus der eigenen Vergangenheit am meisten lernt. Jedem Volk wird am schärfsten durch seine eigene Geschichte das Urteil gesprochen.“

Die deutschen Politiker haben sich seit dem letzten Krieg und dem offiziellen deutschen Neustart vor 68 Jahren weit, sehr weit von denen entfernt, deren Angelegenheiten sie sich treuhänderisch annehmen sollten und die sie dafür mehr als gut versorgen: von den Menschen, die brav arbeiten und Steuern zahlen, sich aber immer öfter fragen: „Was bilden sich die da oben eigentlich ein?“ Die sich seit vielen Jahren verstärkende soziale Schieflage in Deutschland, ungerechte Besteuerung zu Gunsten hoher und höchster Einkommen, Erziehung und Bildung, die immer noch stark vom sozialen Status und der Finanzkraft der Eltern abhängt, Versagen bei der Modernisierung und dem Ausbau verkehrlicher, Energie- und Dateninfrastruktur – um nur einige wichtige Aufgaben zu nennen, die seit vielen Jahren von allen deutschen Regierungen vernachlässigt werden.

Daß sich die Mitbürgerinnen und Mitbürger solchen Schlendrian nicht länger bieten lassen wollen zeigen die Wahlergebnisse, die für die beiden größten Parteien desaströs sind. Das sollten die, die gemeint sind, sehr ernst nehmen.

Prof. Querulix beobachtet und kommentiert seit vielen Jahren und mit wachsender Sorge um Frieden und Freiheit das fragwürdige Treiben der Menschentiere. Seine Beobachtungen dokumentiert und kommentiert er in der eBook-Reihe „Tacheles“, in der bisher 7 Bände erschienen sind. Der jüngste trägt den Titel: „Rien ne vas plus – Wohin treibt die Menschenwelt?“ (ISBN 978-3-943788-43-3). Wie seine 6 Vorgänger ist er im eVerlag READ – Rüdenauer Edition Autor Digital (www.read.ruedenauer.de) erschienen und dort sowie in allen gut sortierten Buchhandlungen zum Preis von 9,95 Euro zu haben.

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