openPR Recherche & Suche
Presseinformation

Wie wird Arbeit in der digitalisierten Industrie aussehen?

13.11.201713:00 UhrWissenschaft, Forschung, Bildung
Bild: Wie wird Arbeit in der digitalisierten Industrie aussehen?
Die WGP-Professoren diskutierten in Berlin über den Industriearbeitsplatz der Zukunft (Foto: WGP)
Die WGP-Professoren diskutierten in Berlin über den Industriearbeitsplatz der Zukunft (Foto: WGP)

(openPR) Die WGP hat erstmals den Arbeitsplatz in Zeiten von Industrie 4.0 aus gesamtgesellschaftlicher Sicht beschrieben. Bislang waren vor allem technische Fragestellungen zur Mensch-Maschine-Schnittstelle Gegenstand von Untersuchungen.

---
Die WGP (Wissenschaftliche Gesellschaft für Produktionstechnik) hat auf ihrer diesjährigen Herbsttagung in Berlin erstmals den Industriearbeitsplatz 2025 aus gesamtgesellschaftlicher Sicht beschrieben. Bislang waren vor allem technische Fragestellungen zur Mensch-Maschine-Schnittstelle Gegenstand von Untersuchungen. Doch die Digitalisierung und Vernetzung des produzierenden Gewerbes birgt nicht nur technische Herausforderungen, es gehen gesamtgesellschaftliche Veränderungen damit einher. „Wir glauben, dass die WGP nicht nur die Expertise, sondern auch die Pflicht hat, diese gesellschaftlichen Veränderungen zu benennen“, erläutert Prof. Eberhard Abele, Präsident der WGP. „Aus diesem Grund haben wir im vergangenen Jahr begonnen, uns diesem Thema durch Befragungen und Untersuchungen anzunähern, um die Auswirkungen von Industrie 4.0 auf die Menschen und unsere Gesellschaft besser zu verstehen.“



Definition autonomer Fabriken als erste Aufgabe

Auf der Herbsttagung einigte sich der Zusammenschluss renommierter deutscher Maschinenbau-Professoren zunächst auf eine allgemeingültige Definition selbstlernender Produktionssysteme bzw. autonomer Fabriken. Demnach gibt es fünf Stufen der Automatisierung, von denen die fünfte und letzte nicht mehr als „vollautomatisierte Systeme“ bezeichnet werden soll, sondern – angeglichen an die Definition in der Automobilindustrie – als bedienerlose Systeme, die selbstlernend und ohne menschliche Bedienung den Produktionsprozess regeln.

„Bedienerlos heißt aber nicht, dass der Mensch in diesen Systemen keine Rolle mehr spielen wird“, betont Abele, der das Institut für Produktionsmanagement, Technologie und Werkzeugmaschinen (PTW) der TU Darmstadt leitet. „Er wird immer als Supervisor beziehungsweise Gestalter gefragt sein.“ Zumal es auch in Zukunft darum gehen wird, unter Ausnutzung aller technischen Möglichkeiten den wirtschaftlichsten Wertschöpfungsprozess zu gestalten. Das heißt aber auch, dass nicht immer das höchste Level an Automatisierung notwendig oder sinnvoll sein wird.

Wird Deutschland den Vorsprung halten können?

Die zunehmende Automatisierung der Produktion auch in Ländern wie China oder Süd-Korea hat zur Folge, dass der Vorsprung, den Hochlohnländer und insbesondere Deutschland durch ihre exzellent ausgebildeten und international gefragten Fachkräfte heute noch haben, künftig schrumpfen könnte. Auch steht die Frage im Raum, ob durch aktuelle Entwicklungen wie der vorausschauenden Wartung (Predictive Maintenance) künftig weniger Mitarbeiter für den Betrieb und die Instandhaltung komplexer Produktionsanlagen benötigt werden.

Eine Arbeitsgruppe, die sich mit den Wettbewerbschancen Deutschlands in Zeiten von Industrie 4.0 befasste, kam jedoch zu dem Ergebnis, dass der Vorsprung Deutschlands in näherer Zukunft gehalten werden kann. „Denn Länder wie China oder auch die USA setzen auf eine Software-getriebene Produktion“, berichtet Abele. „Im Gegensatz dazu betreibt Deutschland eine Prozessverständnis-getriebene Produktion. Damit sind die Mitarbeiter selbst bei zunehmender Automatisierung in der Lage, den Prozess nachzuvollziehen und wo nötig entsprechend einzugreifen. Außerdem werden gut ausgebildete Fachkräfte und Ingenieure auch in Zukunft für Einrichtung und Fernwartungen der Prozessketten benötigt werden.“

WGP will neueste Ausbildungsinhalte einbringen

Angesichts der rasant fortschreitenden Automatisierung der Produktionssysteme ist allerdings eine möglichst schnelle Anpassung der Ausbildung von Fach- und Führungskräften in der Industrie eine drängende Herausforderung. Denn in den Lehrbüchern spielt die Digitalisierung noch keine Rolle. Hinzu kommt, dass die Ausbilder, seien es Berufsschullehrer oder Universitätsprofessoren, keine Digital Natives sind – aber eben solche ausbilden sollen. „Dabei brauchen wir Unterstützung“, so Abele, weshalb die WGP den Schulterschluss mit anderen Akteuren auf dem Gebiet „Digitalisierung in der Ausbildung“ sucht.

Auf der Herbsttagung bestimmten die Professoren aus diesem Grund Vertreter, die mit diesen Akteuren, namentlich der Nachwuchsstiftung Maschinenbau des VDMA, den Industrie- und Handelskammern oder auch des Bundesinstituts für Berufliche Bildung (BIBB), das Gespräch suchen werden. Ziel ist es, die Expertise der WGP, die sämtliche Bereiche der Produktionstechnik und -wissenschaft abdeckt, in die Ausbildungsinhalte einfließen zu lassen. „Wir können neueste wissenschaftliche Erkenntnisse an Fach- und Führungskräfte, aber auch an Aus- und Weiterbilder weitergeben und auf diese Weise den Wissenstransfer in die Praxis enorm beschleunigen“, so Abele. „Hierfür planen wir unter anderem standortspezifische Aus- und Weiterbildungsmodule zu erstellen, mit denen einzelne WGP-Institute ihre spezifische Expertise online für alle zur Verfügung stellen.“

Vom lebenslangen Lernen wollen sich die Professoren und Institutsleiter der WGP dabei nicht ausnehmen. „Wir sollten nicht nur über Aus- und Weiterbildung von Fach- und Führungskräften sowie Lehrern sprechen. Wir müssen auch in der akademischen Ausbildung über eine Art ,Professoren-TÜV‘ nachdenken, um sicherzustellen, dass angesichts der rasanten Weiterentwicklung der technischen Möglichkeiten auch die universitäre Ausbildung regelmäßig angepasst wird und der hervorragende Ruf deutscher Ingenieure bestehen bleibt.“

Quelle: idw

Diese Pressemeldung wurde auf openPR veröffentlicht.

Verantwortlich für diese Pressemeldung:

News-ID: 979656
 377

Kostenlose Online PR für alle

Jetzt Ihren Pressetext mit einem Klick auf openPR veröffentlichen

Jetzt gratis starten

Pressebericht „Wie wird Arbeit in der digitalisierten Industrie aussehen?“ bearbeiten oder mit dem "Super-PR-Sparpaket" stark hervorheben, zielgerichtet an Journalisten & Top50 Online-Portale verbreiten:

PM löschen PM ändern
Disclaimer: Für den obigen Pressetext inkl. etwaiger Bilder/ Videos ist ausschließlich der im Text angegebene Kontakt verantwortlich. Der Webseitenanbieter distanziert sich ausdrücklich von den Inhalten Dritter und macht sich diese nicht zu eigen. Wenn Sie die obigen Informationen redaktionell nutzen möchten, so wenden Sie sich bitte an den obigen Pressekontakt. Bei einer Veröffentlichung bitten wir um ein Belegexemplar oder Quellenennung der URL.

Pressemitteilungen KOSTENLOS veröffentlichen und verbreiten mit openPR

Stellen Sie Ihre Medienmitteilung jetzt hier ein!

Jetzt gratis starten

Weitere Mitteilungen von Wissenschaftliche Gesellschaft für Produktionstechnik

Bild: Neuer WGP-Präsident setzt Fokus auf Klimaschutz und aktuelle LehreBild: Neuer WGP-Präsident setzt Fokus auf Klimaschutz und aktuelle Lehre
Neuer WGP-Präsident setzt Fokus auf Klimaschutz und aktuelle Lehre
Die WGP hat seit 1. Januar 2018 einen neuen Präsidenten. Prof. Berend Denkena vom IFW der Universität Hannover folgt turnusgemäß auf Prof. Eberhard Abele, PTW der TU Darmstadt. Er hatte der WGP seit Januar 2016 vorgestanden. Denkena möchte in seiner Amtszeit den Fokus verstärkt auf die Einhaltung des 2-Grad-Klimazieles richten. Zudem hat er sich zum Ziel gesetzt, die Lehre besser den rasanten Entwicklungen in der Produktionstechnik anzupassen. --- „Die WGP bekennt sich zu dem Ziel, die Erwärmung der Erde auf maximal zwei Grad zu begrenzen“, …
Bild: Roboter kommunizieren eigenständig mit ProduktionsanlageBild: Roboter kommunizieren eigenständig mit Produktionsanlage
Roboter kommunizieren eigenständig mit Produktionsanlage
Die WGP verleiht jährlich die Otto-Kienzle-Gedenkmünze an herausragende Produktionswissenschaftler. In diesem Jahr erhielt Dr. Stefan Krug die renommierte Auszeichnung für seine wissenschaftlichen Leistungen und sein Engagement. Er entwickelte "sprachgewandte" Roboter, die auf einer Metaebene eigenständig mit den Peripheriegeräten kommunizieren. "Ich halte es für zu zeitaufwändig, eine Standardschnittstelle zu suchen", kommentiert Krug. Aufwändige Konfigurationen entfallen mit seinem Plug-and-Produce-System. Zudem setzt er innovative digitale…

Das könnte Sie auch interessieren:

Kompetenzen für Industrie 4.0 sind erkennbar
Kompetenzen für Industrie 4.0 sind erkennbar
… Arbeitswissenschaft und Technologiemanagement IAT der Universität Stuttgart einen Leitfaden, mit dessen Hilfe zukunftsfähige Kompetenzanforderungen, welche im Zuge der Industrie 4.0 entstehen, frühzeitig ermittelt werden können. Der Leitfaden dient außerdem als Basis für eine arbeitsprozessorientierte Kompetenzentwicklung. --- Das Projekt »FutureKomp …
Bild: Mit Industrie 4.0 in die Fabrik der ZukunftBild: Mit Industrie 4.0 in die Fabrik der Zukunft
Mit Industrie 4.0 in die Fabrik der Zukunft
… Trebing + Himstedt, internationaler Anbieter von Produkten und Dienstleistungen für den optimalen Einsatz der IT im Produktionsumfeld, arbeitet zusammen mit Partnern aus Industrie und Forschung am Projekt „KapaflexCy“, welches in der Fabrik der Zukunft eine vernetzte, selbstorganisierte und flexible Personal¬einsatzplanung für eine effiziente Produktion …
Bild: Delegation aus Çaycuma zu Besuch in der Türkisch-Deutschen Industrie- und HandelskammerBild: Delegation aus Çaycuma zu Besuch in der Türkisch-Deutschen Industrie- und Handelskammer
Delegation aus Çaycuma zu Besuch in der Türkisch-Deutschen Industrie- und Handelskammer
23.11.2011, Köln: Die Türkisch-Deutsche Industrie- und Handelskammer (TD-IHK) hat am vergangenen Montag, dem 21.11.2011, eine Delegation der Industrie- und Handelskammer Çaycuma in der Schwarzmeer-Region der Türkei empfangen. Die Delegation besuchte die TD-IHK, um sich über die Arbeit der Kammer und die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen der Türkei …
Bild: "Arbeit 4.0 - Fokus Mensch" - Digitalisierung in der KunststoffindustrieBild: "Arbeit 4.0 - Fokus Mensch" - Digitalisierung in der Kunststoffindustrie
"Arbeit 4.0 - Fokus Mensch" - Digitalisierung in der Kunststoffindustrie
kunststoffland NRW Veranstaltung „Arbeit 4.0 – Fokus Mensch“ – Digitalisierung in der Kunststoffindustrie Düsseldorf, März 2018 - Die Schlagwörter Industrie 4.0 und Digitalisierung dominieren seit Jahren die Diskussion, wenn es um die Zukunft der Industrie in Deutschland geht. Standen in der Vergangenheit meist technische Szenarien im Mittelpunkt, so …
Bild: Hochrangige Delegation aus der türkischen Stadt Bartin zu Besuch in der TD-IHKBild: Hochrangige Delegation aus der türkischen Stadt Bartin zu Besuch in der TD-IHK
Hochrangige Delegation aus der türkischen Stadt Bartin zu Besuch in der TD-IHK
22.02.2012, Berlin: Die Türkisch-Deutsche Industrie- und Handelskammer (TD-IHK) wurde am heutigen Mittwoch, dem 22. Februar, von einer hochrangigen Delegation der Industrie- und Handelskammer Bartin aus der türkischen Schwarzmeerregion besucht. Zu den Teilnehmern der Delegation gehörten neben anderen der Gouverneur der Provinz Bartin, Herr Isa Kücük, …
Bild: Wirtschaftsförderer in Deutschland sehen Chancen und Risiken durch Industrie 4.0Bild: Wirtschaftsförderer in Deutschland sehen Chancen und Risiken durch Industrie 4.0
Wirtschaftsförderer in Deutschland sehen Chancen und Risiken durch Industrie 4.0
Das Thema Digitalisierung (Industrie 4.0) birgt fundamentale Veränderungen für die deutsche Wirtschaft und beeinflusst u. U. auch die Arbeit der Wirtschaftsförderungen. Georg Consulting hat im Rahmen einer deutschlandweiten Befragung über 300 Wirtschaftsförderer zum Thema befragt. Die Rücklaufquote der Befragung lag bei knapp 20 %. Im Folgenden werden …
Kompetenzen für Industrie 4.0 sind erkennbar
Kompetenzen für Industrie 4.0 sind erkennbar
… für Arbeitswissenschaft und Technologiemanagement IAT der Universität Stuttgart einen Leitfaden, mit dessen Hilfe zukunftsfähige Kompetenzanforderungen, welche im Zuge der Industrie 4.0 entstehen, frühzeitig ermittelt werden können. Der Leitfaden dient außerdem als Basis für eine arbeitsprozessorientierte Kompetenzentwicklung. Das Projekt »FutureKomp …
Bild: Industrie 4.0: Computer machen Angst vor der ZukunftBild: Industrie 4.0: Computer machen Angst vor der Zukunft
Industrie 4.0: Computer machen Angst vor der Zukunft
Immer mehr Menschen haben Angst davor ihre Arbeit an einen Computer zu verlieren. Das Zeitalter der Industrie 4.0, der großen Digitalisierung hat längst begonnen. Das Online Magazin www.tipps-vom-experten.de geht der Frage nach, wie begründet die Angst der Menschen wirklich ist und welche Chancen sie in Zukunft auf dem Arbeitsmarkt haben. Die Zukunft …
Bild: Wie wirkt sich Digitalisierung auf die Arbeitswelt aus?Bild: Wie wirkt sich Digitalisierung auf die Arbeitswelt aus?
Wie wirkt sich Digitalisierung auf die Arbeitswelt aus?
… 19. Januar 2016 fand in Fulda das Kick-off-Meeting für das Projekt „Prädikatsarbeit – Präventiver Arbeits- und Gesundheitsschutz in der digitalisierten Industrie: Kompetenz- und alternsgerechte Arbeitsfähigkeit“ statt. Erstmals werden alle vier Gestaltungsbereiche der Arbeitsfähigkeit „Gesundheit, Kompetenzen, Arbeitsinhalt und -organisation“ in einem …
Pro Industrie: moderne Zeitarbeit aus Hannover
Pro Industrie: moderne Zeitarbeit aus Hannover
… Millionen Leiharbeitnehmer in Deutschland, zumeist in Vollzeit, gemeldet. Das hat Gründe; Joachim Lampe, Mitglied der Geschäftsleitung des hannoverschen Zeitarbeitsunternehmens Pro Industrie, betont die Vorzüge der Zeitarbeit: „Die Zeitarbeit mit ihrer hohen Flexibilisierung birgt Chancen für Geringqualifizierte, Migranten und Arbeitslose, wieder im …
Sie lesen gerade: Wie wird Arbeit in der digitalisierten Industrie aussehen?