openPR Recherche & Suche
Presseinformation

Roboter kommunizieren eigenständig mit Produktionsanlage

09.10.201712:00 UhrWissenschaft, Forschung, Bildung
Bild: Roboter kommunizieren eigenständig mit Produktionsanlage
Verleihung der Otto-Kienzle-Gedenkmünze an Dr. Stefan Krug im Rahmen des WGP-Jahreskongresses (Foto: Karol Gorzkowski, wzl Aachen)
Verleihung der Otto-Kienzle-Gedenkmünze an Dr. Stefan Krug im Rahmen des WGP-Jahreskongresses (Foto: Karol Gorzkowski, wzl Aachen)

(openPR) Die WGP verleiht jährlich die Otto-Kienzle-Gedenkmünze an herausragende Produktionswissenschaftler. In diesem Jahr erhielt Dr. Stefan Krug die renommierte Auszeichnung für seine wissenschaftlichen Leistungen und sein Engagement. Er entwickelte "sprachgewandte" Roboter, die auf einer Metaebene eigenständig mit den Peripheriegeräten kommunizieren. "Ich halte es für zu zeitaufwändig, eine Standardschnittstelle zu suchen", kommentiert Krug. Aufwändige Konfigurationen entfallen mit seinem Plug-and-Produce-System. Zudem setzt er innovative digitale Planungsmethoden ein, die die Zeit bis zur Marktreife eines neuen Produktes drastisch reduzieren.

---
Im Rahmen des Jahreskongresses der Wissenschaftlichen Gesellschaft für Produktionstechnik nahm Dr. Stefan Krug am 5. Oktober 2017 in Aachen die Otto-Kienzle-Medaille entgegen. Er erhielt die renommierte Ehrung für seine herausragenden Leistungen auf dem Gebiet der Produktionstechnik sowie sein Engagement für die produktionstechnische Gemeinschaft. Zu seinen wesentlichen Errungenschaften zählen neue digitale Planungsmethoden mittels Virtual Reality und Lean Management, mit der die Marktreife eines Produktes in deutlich kürzerer Zeit erreicht wird. Auch eine innovative Methode, die die Konfiguration von Robotern in einer Industrieanlage zu einem einfach zu bedienenden Plug & Produce-System macht, hat Krug entwickelt. „Dieser neue Ansatz zur einfachen Konfiguration von Robotersystemen ist von grundlegender Bedeutung für den künftigen industriellen Einsatz. Sie haben Stefan Krug internationale Beachtung gebracht“, erläutert Prof. Eberhard Abele, Präsident der WGP einen der Gründe für die Ehrung.

Stecker rein und automatisch losproduzieren

Die Suche nach einer Standardschnittstelle, die derzeit Forscher weltweit beschäftigt, hält Stefan Krug für zu zeitaufwändig: „Es ist bislang nicht gelungen, sich in der Industrie auf einen Kommunikationsstandard zu einigen. Und bei so vielen unterschiedlichen Ansätzen ist es schwer voraussehbar, welche Sprache sich durchsetzen wird. Ich habe daher einen Ansatz für ein Plug & Produce-System entwickelt, bei dem der Roboter zunächst auf einer Metaebene sich mit den Geräten verständigt, wie kommuniziert werden muss.“ Diese „Sprachgewandtheit“ ermöglicht eine automatische Konfiguration von Robotersystemen, bei der einem USB-Stick vergleichbar eine sofortige Kommunikation mit den Peripheriegeräten möglich wird. So können die Funktionen der Geräte direkt in der Steuerung verwendet werden. Darüber hinaus werden die dazugehörigen Prozessdaten über die eingesetzten Netzwerke ausgetauscht.

Alle Mitarbeiter können das System bedienen

„Die Automatisierung hat zur Folge, dass Roboter und Geräte nicht mehr manuell und mit hohem Zeitaufwand von Experten konfiguriert werden müssen – jedes Mal, wenn ein neues Gerät angeschlossen wird“, freut sich Krug. Ob nun ein neues Schweißgerät, ein Greifer oder eine Kamera hinzugefügt wird: „Bislang muss ein Spezialist auf der Bit- und Byte-Ebene die Geräte aufwändig neu konfigurieren. Das dauert oft viele Stunden und Tage – Zeit, in der die Maschinen nicht produzieren können.“

Mit Krugs Methode lassen sich solche Nebenzeiten drastisch reduzieren. „Am Beispiel der Integration eines 2-Achs-Drehkipptischs haben wir mit erfahrenen und unerfahrenen Mitarbeitern getestet, wieviel Zeit wir einsparen können.“ Krug kam von 20 bis 70 Stunden – abhängig vom Erfahrungsgrad des Mitarbeiters – auf eine Zeit von rund 7 bis 8 Minuten für alle Mitarbeiter. „Es war eines meiner Ziele, dass auch unerfahrene Kollegen neue Konfigurationen durchführen können. Die Produktion kann damit schnell und unaufwändig anlaufen, was sie auch bei kleineren Losgrößen und kürzeren Produktlebenszyklen rentabel macht“, berichtet Krug, der bereits mehrere, auch internationale Auszeichnungen erhalten hat.

Krugs Roboter-Forschungen waren Gegenstand seiner 2012 am Institut für Werkzeugmaschinen und Betriebswissenschaften (iwb) der TU München veröffentlichten Promotion. Die Ergebnisse wurden in einem anschließenden Forschungsprojekt weiter verfolgt und finden damit bereits konkrete Anwendung.

Mit Virtual Reality Zeit bis zur Marktreife drastisch verkürzt

Seit 2013 zeichnet Stefan Krug bei Siemens im Gerätewerk Erlangen verantwortlich für digitale Produktionsmethoden. Seither hat sich dort bereits einiges Grundlegendes verändert. Eine neue digitalisierte Methodik wird dort bereits standardmäßig eingesetzt und hat die Time-to-Market drastisch reduziert – was in etwa einer Halbierung der Vorlaufzeit gleichkommt.

Der Trick: Produktentwicklung und Produktionsmanagement sind dank 3D-Visualisierung von Anfang an eng miteinander verzahnt. „Wir planen das produktionsgerechte Design nicht erst anhand eines Prototypen“, berichtet Krug, „sondern bereits beginnend mit der ersten Idee eines Konstrukteurs.“ So werden nicht erst aufwändig reale Prototypen produziert, die nachträglich optimiert werden müssen. In die virtuelle Planung ist das komplette Team eingebunden: Konstrukteure, Produktentwickler, Produktionsexperten und Anlagenmechaniker treffen in virtuellen Räumen aufeinander, um das neue 3D-simulierte Produkt und die entsprechende Prozesskette gemeinsam am digitalen Reißbrett zu planen. „Wir optimieren bereits den digitalen Zwilling, so dass der erste Prototyp schon von sehr viel höherer Qualität ist als bislang. Dadurch sparen wir uns nachträgliche zeit- und kostenintensive Konzeptänderungen.

Hochaufgelöste Bilder können auf der WGP-Homepage heruntergeladen werden.

Weitere Informationen:
- https://www.wgp.de/presse/

Quelle: idw

Diese Pressemeldung wurde auf openPR veröffentlicht.

Verantwortlich für diese Pressemeldung:

News-ID: 973032
 178

Kostenlose Online PR für alle

Jetzt Ihren Pressetext mit einem Klick auf openPR veröffentlichen

Jetzt gratis starten

Pressebericht „Roboter kommunizieren eigenständig mit Produktionsanlage“ bearbeiten oder mit dem "Super-PR-Sparpaket" stark hervorheben, zielgerichtet an Journalisten & Top50 Online-Portale verbreiten:

PM löschen PM ändern
Disclaimer: Für den obigen Pressetext inkl. etwaiger Bilder/ Videos ist ausschließlich der im Text angegebene Kontakt verantwortlich. Der Webseitenanbieter distanziert sich ausdrücklich von den Inhalten Dritter und macht sich diese nicht zu eigen. Wenn Sie die obigen Informationen redaktionell nutzen möchten, so wenden Sie sich bitte an den obigen Pressekontakt. Bei einer Veröffentlichung bitten wir um ein Belegexemplar oder Quellenennung der URL.

Pressemitteilungen KOSTENLOS veröffentlichen und verbreiten mit openPR

Stellen Sie Ihre Medienmitteilung jetzt hier ein!

Jetzt gratis starten

Weitere Mitteilungen von Wissenschaftliche Gesellschaft für Produktionstechnik

Bild: Neuer WGP-Präsident setzt Fokus auf Klimaschutz und aktuelle LehreBild: Neuer WGP-Präsident setzt Fokus auf Klimaschutz und aktuelle Lehre
Neuer WGP-Präsident setzt Fokus auf Klimaschutz und aktuelle Lehre
Die WGP hat seit 1. Januar 2018 einen neuen Präsidenten. Prof. Berend Denkena vom IFW der Universität Hannover folgt turnusgemäß auf Prof. Eberhard Abele, PTW der TU Darmstadt. Er hatte der WGP seit Januar 2016 vorgestanden. Denkena möchte in seiner Amtszeit den Fokus verstärkt auf die Einhaltung des 2-Grad-Klimazieles richten. Zudem hat er sich zum Ziel gesetzt, die Lehre besser den rasanten Entwicklungen in der Produktionstechnik anzupassen. --- „Die WGP bekennt sich zu dem Ziel, die Erwärmung der Erde auf maximal zwei Grad zu begrenzen“, …
Bild: Wie wird Arbeit in der digitalisierten Industrie aussehen?Bild: Wie wird Arbeit in der digitalisierten Industrie aussehen?
Wie wird Arbeit in der digitalisierten Industrie aussehen?
Die WGP hat erstmals den Arbeitsplatz in Zeiten von Industrie 4.0 aus gesamtgesellschaftlicher Sicht beschrieben. Bislang waren vor allem technische Fragestellungen zur Mensch-Maschine-Schnittstelle Gegenstand von Untersuchungen. --- Die WGP (Wissenschaftliche Gesellschaft für Produktionstechnik) hat auf ihrer diesjährigen Herbsttagung in Berlin erstmals den Industriearbeitsplatz 2025 aus gesamtgesellschaftlicher Sicht beschrieben. Bislang waren vor allem technische Fragestellungen zur Mensch-Maschine-Schnittstelle Gegenstand von Untersuchun…

Das könnte Sie auch interessieren:

Bild: VOM SCANNER BIS ZUR SMART FACTORY – INDUSTRIE ERLEBEN MIT DISCOVER INDUSTRY IN WAIBLINGENBild: VOM SCANNER BIS ZUR SMART FACTORY – INDUSTRIE ERLEBEN MIT DISCOVER INDUSTRY IN WAIBLINGEN
VOM SCANNER BIS ZUR SMART FACTORY – INDUSTRIE ERLEBEN MIT DISCOVER INDUSTRY IN WAIBLINGEN
… Computermodell. Ein Roboterarm kann mittels Koordinaten-Eingabe punktgenau gelenkt werden. Und wenn die Mädchen und Jungen ihr selbst konfiguriertes Produkt durch die intelligente Produktionsanlage steuern, bekommen sie bereits einen Ausblick auf die „Smart Factory“ von morgen. Zudem werden Bildungswege und Aufgabengebiete verschiedener MINT-Berufe aufgezeigt. Die …
Bild: Mobilde Industriewelt in Albstadt und Sigmaringen: Ingenieur-Berufe erlebenBild: Mobilde Industriewelt in Albstadt und Sigmaringen: Ingenieur-Berufe erleben
Mobilde Industriewelt in Albstadt und Sigmaringen: Ingenieur-Berufe erleben
… Computermodell. Ein Roboterarm kann mittels Koordinaten-Eingabe punktgenau gesteuert werden. Und wenn die Mädchen und Jungen ihr selbst konfiguriertes Produkt durch die intelligente Produktionsanlage steuern, bekommen sie bereits einen Ausblick auf die „Smart Factory“ von morgen. Im Obergeschoss folgen vertiefende Workshops, um Bildungswege und Aufgabengebiete …
Bild: Mobile Industriewelt in Heidelberg: Ingenieur-Berufe erlebenBild: Mobile Industriewelt in Heidelberg: Ingenieur-Berufe erleben
Mobile Industriewelt in Heidelberg: Ingenieur-Berufe erleben
… Ein Roboterarm kann mittels Koordinaten-Eingabe punktgenau gelenkt werden. Und wenn die Mädchen und Jungen ihr selbst konfiguriertes Produkt durch die intelligente Produktionsanlage steuern, bekommen sie bereits einen Ausblick auf die „Smart Factory“ von morgen. Im Obergeschoss werden Bildungswege und Aufgabengebiete ver¬schiedener MINT-Berufe aufgezeigt. …
Bild: VOM SCANNER BIS ZUR SMART FACTORY – INDUSTRIE ERLEBEN MIT DISCOVER INDUSTRY IN ASPERGBild: VOM SCANNER BIS ZUR SMART FACTORY – INDUSTRIE ERLEBEN MIT DISCOVER INDUSTRY IN ASPERG
VOM SCANNER BIS ZUR SMART FACTORY – INDUSTRIE ERLEBEN MIT DISCOVER INDUSTRY IN ASPERG
… verwandeln sie zum Beispiel mithilfe eines 3D-Scanners einen Prototyp in ein Computermodell. Und wenn die Mädchen und Jungen ihr selbst konfiguriertes Produkt durch die intelligente Produktionsanlage steuern, bekommen sie bereits einen Ausblick auf die „Smart Factory“ von morgen. In vertiefenden Workshops lernen sie außerdem, wie viel MINT in Produkten des …
Bild: Mobile Industriewelt bei der "Langen Nacht der Technik" in FriedrichshafenBild: Mobile Industriewelt bei der "Langen Nacht der Technik" in Friedrichshafen
Mobile Industriewelt bei der "Langen Nacht der Technik" in Friedrichshafen
… Ingenieurinnen und Ingenieuren. So verwandeln sie zum Beispiel mithilfe eines 3D-Scanners einen Prototyp in ein Computermodell. Ein Roboterarm kann mittels Koordinaten-Eingabe punktgenau gelenkt werden. Und wer sein selbst konfiguriertes Produkt durch die intelligente Produktionsanlage steuert, bekommt bereits einen Ausblick auf die „Smart Factory“ von morgen.
Bild: Qualitätsoffensive: FingerHaus setzt auf Produktion 4.0Bild: Qualitätsoffensive: FingerHaus setzt auf Produktion 4.0
Qualitätsoffensive: FingerHaus setzt auf Produktion 4.0
… Holzfertigbauweise in Deutschland. Im nordhessischen Frankenberg produziert das Familienunternehmen in einer der modernsten Fertigungsanlagen Europas, die zuletzt durch eine hochmoderne Produktionsanlage mit Roboter-Automationstechnik erweitert wurde.Mehr als 700 Häuser baut FingerHaus pro Jahr und überzeugt hierbei mit ausgezeichneter Qualität und hoher …
Bild: Voith Industrial Services übernimmt technische Reinigung bei BOMAGBild: Voith Industrial Services übernimmt technische Reinigung bei BOMAG
Voith Industrial Services übernimmt technische Reinigung bei BOMAG
… Produktion der Maschinen und Geräte, zu konzentrieren, lässt BOMAG an seinem Sitz in Boppard (Rheinland Pfalz), schon seit einigen Jahren die technische Reinigung der Produktionsanlage von einem Industriedienstleister durchführen. Im vergangenen Jahr war das Unternehmen auf der Suche nach einem neuen Partner für diese Aufgabe. Innerhalb kürzester Zeit …
Bild: DISCOVER INDUSRTY in Gerstetten und HeidenheimBild: DISCOVER INDUSRTY in Gerstetten und Heidenheim
DISCOVER INDUSRTY in Gerstetten und Heidenheim
… Computermodell. Ein Roboterarm kann mittels Koordinaten-Eingabe punktgenau gelenkt werden. Und wenn die Mädchen und Jungen ihr selbst konfiguriertes Produkt durch die intelligente Produktionsanlage steuern, bekommen sie bereits einen Ausblick auf die „Smart Factory“ von morgen. Im Obergeschoss folgen vertiefende Workshops: Bei der Programmierung einer …
Bild: Produktivitätsverbesserung und deutliche Kostenvorteile durch AnlagenmodernisierungBild: Produktivitätsverbesserung und deutliche Kostenvorteile durch Anlagenmodernisierung
Produktivitätsverbesserung und deutliche Kostenvorteile durch Anlagenmodernisierung
… und Anlagen der spanenden und spanlosen Bearbeitung sowie für Automatisierungssysteme Füssen, 26. Juli 2011 - Für eine kostenoptimale und effiziente Produktion müssen Produktionsanlagen nach Möglichkeit auf dem neuesten Stand der Technik gehalten werden. Zur Sicherstellung einer reibungslosen und unterbrechungsfreien Produktion geht die Einführung neuer …
Bild: Produktionslinie für neuartigen digitalen Corona-Schnelltest geht in BetriebBild: Produktionslinie für neuartigen digitalen Corona-Schnelltest geht in Betrieb
Produktionslinie für neuartigen digitalen Corona-Schnelltest geht in Betrieb
In Jena ist eine vollautomatische Produktionsanlage für neuartige Corona-Schnelltests in Betrieb genommen worden. Die Anlage produziert eine Million digitale Schnelltests im Monat. Das Besondere an der Anlage – sie ist das Ergebnis einer engen Zusammenarbeit von Unternehmen aus unterschiedlichen Disziplinen.  Die Anlagewurde in kürzester Zeit entwickelt, …
Sie lesen gerade: Roboter kommunizieren eigenständig mit Produktionsanlage