(openPR) Stuttgart, den 24.08.06. Vor einer Diskriminierung von männlichen Aidsopfern warnt der bundesweit tätige Verein "MANNdat - Geschlechterpolitische Initiative". Er reagiert damit auf Ankündigungen von Entwicklungshilfeministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul, die Aids-Hilfe ihres Ministeriums künftig auf Mädchen und Frauen zu konzentrieren. Gemeinsam mit Gesundheitsministerin Ulla Schmidt möchte sie dazu eine Aidskonferenz speziell zur Situation junger Frauen und Mädchen veranstalten.
"Solange die Mehrheit der Aidsopfer männlich waren, bestand offensichtlich kein Handlungsbedarf", erklärt Wolfgang Wenger als Sprecher des Vereins. "Nun sind 'nur noch' knapp über 50% der Opfer weltweit männlich und schon sehen sich deutsche Politikerinnen gefordert." Der Sozialpädagoge aus Rosenheim befürchtet eine ähnliche Diskriminierung männlicher Opfer, wie sie schon in der Krebsvorsorge bei Männern deutlich zu sehen ist. "Es ist moralisch nicht zu rechtfertigen und für die Bekämpfung der Seuche kontraproduktiv, wenn bei der Verteilung der Mittel bestimmte Opfergruppen bevorzugt werden."
Rund zwei Jahrzehnte lang war AIDS eine Männerkrankheit - In Deutschland ist sie es noch heute (78% der bereits und 80% der neu Infizierten sind männlich, Quelle: Robert-Koch-Institut). Doch nie tönte der Ruf nach speziellen Programmen für männliche Betroffene. Wie anders als diskriminierend kann es da bezeichnet werden, dass ab einem Anteil von knapp 50% weiblicher Infizierter weltweit und etwas über 20% in Deutschland unverzüglich neue Maßnahmen und Projekte ins Leben gerufen werden sollen, die ausschließlich Frauen und Mädchen zu Gute kommen?
Für Rückfragen zu diesem Beitrag wenden Sie sich an:
Wolfgang Wenger, Schwaigerweg 1, 85625 Baiern, Fon + FAX: 0700 62589333









