openPR Recherche & Suche
Presseinformation

Zukunft der Speichertechnik - Neue Methode zur Erzeugung magnetischer Wirbel

Schematische Darstellung eines Racetrack-Drahtes (ausführliche Bildunterschrift in Pressemitteilung) ()
Schematische Darstellung eines Racetrack-Drahtes (ausführliche Bildunterschrift in Pressemitteilung) ()

(openPR) Magnetische Wirbel, sogenannte Skyrmionen, gelten als Hoffnungsträger einer effizienteren Speichertechnik und werden intensiv erforscht. Wissenschaftler haben jetzt eine Methode zum Erzeugen von Skyrmionen gefunden, die sich direkt im Speicherchip integrieren lässt und bis in den Gigahertz-Bereich zuverlässig funktioniert. Beteiligt waren das Max-Born-Institut für Nichtlineare Optik und Kurzzeitspektroskopie (MBI), das Massachusetts Institute of Technology (MIT) sowie weitere deutsche Forschungseinrichtungen. Die Forschungsergebnisse sind in „Nature Nanotechnology“ erschienen.



---
Magnetische Wirbel, sogenannte Skyrmionen, gelten als Hoffnungsträger einer effizienteren Speichertechnik und werden intensiv erforscht. Wissenschaftler haben jetzt eine Methode zum Erzeugen von Skyrmionen gefunden, die sich direkt im Speicherchip integrieren lässt und bis in den Gigahertz-Bereich zuverlässig funktioniert. Sie haben die kleinen Nanowirbel durch kurze Strompulse gezielt an vorher festgelegten Orten erzeugt und dann kontrolliert bewegt. Durch Holografie mit Röntgenstrahlung haben sie die Skyrmionen abgebildet und direkt nachgewiesen. Beteiligt waren das Max-Born-Institut für Nichtlineare Optik und Kurzzeitspektroskopie (MBI), das Massachusetts Institute of Technology (MIT) sowie weitere deutsche Forschungseinrichtungen. Die Forschungsergebnisse sind in „Nature Nanotechnology“ erschienen.

Die Wissenschaftler haben Skyrmionen erzeugt, indem sie Sandwich-Strukturen aus Platin, einer magnetischen Legierung bestehend aus Kobalt, Eisen und Bor sowie Magnesiumoxid eingesetzt haben. Dr. Felix Büttner vom MIT erklärt: „Aufgrund des Spin-Hall-Effektes, einem quantenmechanischen Effekt, und einer speziellen Wechselwirkung der Atome an den Grenzflächen der Materialien lassen sich Skyrmionen durch Strompulse gezielt herstellen. Mit unserer Methode ist das direkt in sogenannten Racetrack-Strukturen möglich, und zwar an vorher festgelegten Stellen, was ja für ein kontrolliertes Schreiben von Daten wesentlich ist.“ Die Racetrack-Strukturen sind nanometerdünne Drähte aus übereinandergestapelten magnetischen Materialien. Den genauen Erzeugungsort der Magnetwirbel konnten die Forscher durch eine kleine zusätzliche Verengung im Draht festlegen.

Dass tatsächlich die speziellen Skyrmion-Magnetwirbel erzeugt und mit einem weiteren Strompuls in den Racetrack-Draht geschoben worden sind, haben die Wissenschaftler am Deutschen Elektronensynchrotron DESY in Hamburg mit Röntgenstrahlung nachgewiesen. „Röntgenholografie erlaubt höchst empfindlich den Nachweis dieser sehr kleinen magnetischen Strukturen. Die Magnetisierungswirbel lassen sich so mit einer Auflösung von etwa 20 Nanometern abbilden“, erklärt Dr. Bastian Pfau, einer der Wissenschaftler des MBI-Teams.

Die Wissenschaftler haben in ihren Untersuchungen verfolgen können, wie mit einzelnen Strompulsen Skyrmionen erzeugt werden, die dann mit weiteren Pulsen bewegt werden. Wichtig war dabei das Verständnis der grundlegenden Prozesse: Was spielt sich in den wenige Nanometer dünnen Schichten des Materials und an den Grenzflächen ab, wenn einzelne kurze Strompulse mit einer Dauer im Bereich von Nanosekunden durch das Material geschickt werden? Wie beeinflussen Elektronen von der Platinschicht aus während der Strompulse die Magnetisierung in der angrenzenden Kobaltlegierung, so dass Skyrmionen mit bestimmtem Drehsinn entstehen? Hierfür hat das Team seine Beobachtungen mit mikromagnetischen Simulationen verglichen, in denen die Prozesse im Computer nachgebildet werden. „Diese Erkenntnisse zum mikroskopischen Mechanismus werden uns entscheidend helfen, die Konzepte und Materialien für zukünftige Datenspeichertechnologien weiterzuentwickeln“, freut sich Büttner.

Daten speichern in drei Dimensionen

„Unsere Daten sind in der Cloud“ – wer das sagt, vergisst manchmal, dass die Daten letztendlich auf Festplatten abgespeichert sind, in großen Datencentern von Firmen wie Google und Facebook. Die einzelnen Daten-Bits sind in der Magnetisierung dünner magnetischer Filme gespeichert. Die Bits werden mit einem sich mechanisch bewegenden Schreib-/Lesekopf mit Magnetfeldpulsen auf eine schnell rotierende Scheibe geschrieben, die eigentliche Festplatte. Um zukünftig mehr Daten auf gleichem Raum speichern zu können, arbeiten Wissenschaftler daran, von diesem inhärent zweidimensionalen Speicherverfahren zu einem dreidimensionalen Verfahren überzugehen. In solchen sogenannten Racetrack-Speichern sollen die Bits auch als Magnetisierungsmuster gespeichert werden, nun aber in einer drahtartigen Struktur. Dort können sie zum Lesen und Schreiben wie auf einer Rennbahn – daher der Name – sehr schnell hin und her geschoben werden. Im Gegensatz zu heutigen Festplatten soll das Schreiben und Verschieben der Bits ausschließlich mit Hilfe sehr kurzer Strompulse geschehen und damit auf den Einsatz beweglicher Teile ganz verzichtet werden. Da sich die Racetrack-Drähte wie viele parallele Strohhalme in drei Dimensionen dicht packen lassen, wären so deutlich höhere Speicherdichten möglich.

Ein Kandidat für die Darstellung einzelner Bits sind dabei die nanometerkleinen Wirbel in der Magnetisierung des magnetischen Materials, die Skyrmionen. Sie faszinieren die Forscher, da sie sich mittels Strom verschieben lassen und dabei sehr stabil sind. Das Vorhandensein bzw. die Abwesenheit eines Skyrmions würde dann zukünftig die Bits „0“ und „1“ repräsentieren. Um einzelne Skyrmionen kontrolliert zu erzeugen, waren bisher jedoch sehr aufwändige Apparaturen nötig – die aktuellen Forschungsergebnisse zeigen hier einen neuen Weg auf.

Bildunterschrift:
Schematische Darstellung eines Racetrack-Drahtes. Dieser besteht aus einem Stapel von 45 Schichten, die jeweils nur etwa einen Nanometer dünn sind. Im Schema sind nur drei der 45 Schichten dargestellt. Skyrmionen (blau dargestellt) entstehen in diesem speziellen Materialsystem hinter dem durch die Schlitze geschaffenen Engpass, wenn starke Strompulse durch den Draht geschickt werden. Die Skyrmionen können dann mit weiteren schwachen Strompulsen zur Speicherung entlang des Drahtes verschoben werden. Die An- oder Abwesenheit eines Skyrmions codiert dann ein Bit „1“ oder „0“. Im Hintergrund ist ein Ausschnitt aus einem Röntgenhologramm zu sehen, wie es die Forscher aufgezeichnet haben um die Skyrmionen abzubilden. (Grafik: Moritz Eisebitt)

Originalpublikation:
Field-free deterministic ultrafast creation of magnetic skyrmions by spin-orbit torques
Felix Büttner, Ivan Lemesh, Michael Schneider, Bastian Pfau, Christian M. Günther, Piet Hessing, Jan Geilhufe, Lucas Caretta, Dieter Engel, Benjamin Krüger, Jens Viefhaus, Stefan Eisebitt and Geoffrey S. D. Beach. Nature Nanotechnology. DOI 10.1038/nnano.2017.178

Kontakt:
Max-Born-Institut für Nichtlineare Optik und Kurzzeitspektroskopie (MBI)
Prof. Dr. Stefan Eisebitt
E-Mail E-Mail
Tel. +49 (0)30 / 6392-1300

Dr. Bastian Pfau
E-Mail E-Mail
Tel. +49 (0)30 / 6392-1343
http://mbi-berlin.de/

Weitere Informationen:
- http://dx.doi.org/10.1038/nnano.2017.178 (freigeschaltet nach Embargo-Ende)

Quelle: idw

Diese Pressemeldung wurde auf openPR veröffentlicht.

Verantwortlich für diese Pressemeldung:

News-ID: 972041
 701

Kostenlose Online PR für alle

Jetzt Ihren Pressetext mit einem Klick auf openPR veröffentlichen

Jetzt gratis starten

Pressebericht „Zukunft der Speichertechnik - Neue Methode zur Erzeugung magnetischer Wirbel“ bearbeiten oder mit dem "Super-PR-Sparpaket" stark hervorheben, zielgerichtet an Journalisten & Top50 Online-Portale verbreiten:

PM löschen PM ändern
Disclaimer: Für den obigen Pressetext inkl. etwaiger Bilder/ Videos ist ausschließlich der im Text angegebene Kontakt verantwortlich. Der Webseitenanbieter distanziert sich ausdrücklich von den Inhalten Dritter und macht sich diese nicht zu eigen. Wenn Sie die obigen Informationen redaktionell nutzen möchten, so wenden Sie sich bitte an den obigen Pressekontakt. Bei einer Veröffentlichung bitten wir um ein Belegexemplar oder Quellenennung der URL.

Pressemitteilungen KOSTENLOS veröffentlichen und verbreiten mit openPR

Stellen Sie Ihre Medienmitteilung jetzt hier ein!

Jetzt gratis starten

Weitere Mitteilungen von Forschungsverbund Berlin e.V.

Bild: Geparde sind stark gefährdet – die Warnstufe auf der Roten Liste muss aktualisiert werden
Geparde sind stark gefährdet – die Warnstufe auf der Roten Liste muss aktualisiert werden
Eine Neubewertung der Gepardenpopulationen im südlichen Afrika enthüllt die kritische Lage dieser Großkatze. Internationale Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zeigen, dass die derzeitige Populationsschätzung von Geparden im südlichen Afrika veraltet ist. Nach aktueller Datenlage musste der Bestand drastisch nach unten korrigiert werden. Die Expertengruppe empfiehlt den Schutzstatus des Geparden auf der Roten Liste der Weltnaturschutzunion (IUCN) sofort auf „stark gefährdet“ hochzusetzen. Die Studie ist in der wissenschaftlichen Zeitschr…
Bild: Die volle Wertschöpfungskette – maßgeschneiderte Diodenlaser und UV-Leuchtdioden
Die volle Wertschöpfungskette – maßgeschneiderte Diodenlaser und UV-Leuchtdioden
Das Ferdinand-Braun-Institut, Leibniz-Institut für Höchstfrequenztechnik (FBH) präsentiert seine Leistungsfähigkeit bei Diodenlasern und UV-LEDs auf der Photonics West 2018 und den begleitenden Konferenzen. Alle Bauelemente sind exakt auf die jeweilige Anwendung zugeschnitten; die Entwicklungen reichen vom Chip bis zum einsatzfähigen System. --- Das Ferdinand-Braun-Institut, Leibniz-Institut für Höchstfrequenztechnik (FBH) stellt auf der Photonics West 2018 Neu- und Weiterentwicklungen seiner Diodenlaser und UV-Leuchtdioden (UV-LEDs) vor. Di…

Das könnte Sie auch interessieren:

Bild: Zement, der für Bewegung sorgt - Neue Methode bei Osteoporose: Radiofrequenz-KyphoplastieBild: Zement, der für Bewegung sorgt - Neue Methode bei Osteoporose: Radiofrequenz-Kyphoplastie
Zement, der für Bewegung sorgt - Neue Methode bei Osteoporose: Radiofrequenz-Kyphoplastie
… substanzerhaltend wieder aufrichten. Bei der sogenannten Radiofrequenz-Kyphoplastie (RFK) geben Mediziner einen speziell entwickelten gummiartigen Knochenzement in den porösen Wirbel. Im Gegensatz zu herkömmlichen Methoden zerstört die zähe Masse das Knocheninnere dabei nicht, sondern umschließt die feinen Wirbelstrukturen und härtet an Ort und Stelle aus. Dank der …
Schmerzlinderung für Osteoporose-Patienten - Kyphoplastie baut poröse Wirbelkörper wieder auf
Schmerzlinderung für Osteoporose-Patienten - Kyphoplastie baut poröse Wirbelkörper wieder auf
… manifestem Knochenschwund leiden und von Schmerzen betroffen sind“, erklärt der Neurochirurg Dr. Wolfdietrich Boos. Kyphoplastie, eine neue, minimalinvasive Behandlungsmethode, verspricht jetzt Schmerzlinderung für Patienten mit gebrochenen Wirbeln. Wirbelstabilisierung mit Knochenzement In der Bremer Paracelsus-Kurfürstenklinik wendet Dr. Wolfdietrich …
Bild: Rückenschmerzen - eine manuelle Therapie kann helfenBild: Rückenschmerzen - eine manuelle Therapie kann helfen
Rückenschmerzen - eine manuelle Therapie kann helfen
… 01. März 2012 – Immer mehr Menschen leiden unter Rückenschmerzen. Und sie suchen nach einer Hilfe. Eine Behandlungsmöglichkeit ist die Dorn-Therapie. Wie die Dorn-Methode bei Rückenschmerzen hilft Es handelt sich dabei um eine manuelle komplementärmedizinische Methode. Sie ähnelt der Chiropraktik und integriert Elemente der Meridianlehre nach der traditionellen …
Bild: ...und sie funktioniert doch
...und sie funktioniert doch
… einen einfachen und effektiven Weg, um Menschen mit Rückenproblemen zu helfen: die Wirbeltherapie nach DORN.Was ist die DORN-Therapie?Die DORN-Therapie, auch bekannt als DORN-Methode oder Wirbeltherapie nach DORN, bietet einen sanften und dennoch wirkungsvollen Ansatz zur Behandlung von Rückenproblemen. Trotz ihrer Einfachheit stößt die Methode in Fachkreisen …
Bild: Ich-kann-Tag für den Rücken: DORN-Methode für Anfänger (Wasserburg)Bild: Ich-kann-Tag für den Rücken: DORN-Methode für Anfänger (Wasserburg)
Ich-kann-Tag für den Rücken: DORN-Methode für Anfänger (Wasserburg)
… Ischias-Schmerzen in vielen Fällen durch eine einfache Übung im Türrahmen sofort aufgelöst werden können. Somit wird Ihnen gezeigt, dass Sie auf Ihre Gesundheit und Ihre Zukunft selbst Einfluss nehmen können. Wenn Sie zu zweit kommen, können Sie sich später zu Hause gegenseitig helfen und motivieren. TEILNEHMER KÖNNEN SELBSTVERSTÄNDLICH AUCH EINZELN ZUM …
Bild: Das „Wunder“ der "Methode DORN“ - Warum die "DORN-Methode" wirklich funktioniert
Das „Wunder“ der "Methode DORN“ - Warum die "DORN-Methode" wirklich funktioniert
… die meist verbreitetste Ursache in Deutschland für Krankschreibungen. Es entstehen Kosten ohne Ende und den Leuten wird oft nur halb geholfen.Die "Wirbeltherapie nach DORN" oder "DORN-Methode" oder "DORN-Therapie" ist hier ein einfacher aber trotzdem sehr effektiver Weg um den Menschen bei Rückenproblemen zu helfen.Der Weg ist so einfach, dass er oft …
Bild: Ganzheitliche Rückenbehandlung mit der "Wirbeltherapie nach DORN" am 25./26.1.2008 in Lindau/Bodensee lernen
Ganzheitliche Rückenbehandlung mit der "Wirbeltherapie nach DORN" am 25./26.1.2008 in Lindau/Bodensee lernen
Wenn man heute über ganzheitliche Rückenbehandlung spricht, dann muss damit einher auch die Methode DORN genannt werden, die vom Allgäuer Landwirt Dieter DORN vor mehr als 35 Jahren, von einem alten Schlossbauern gelernt, initiiert und zum ersten Mal angewendet wurde und sich mit den Jahren zu einer anerkannten und wirkungsvollen Therapie, selbst in …
Bild: Die Wirbeltherapie nach DORN in Lindau im Bodensee am 9./10.11.2007 in kleiner Gruppe lernenBild: Die Wirbeltherapie nach DORN in Lindau im Bodensee am 9./10.11.2007 in kleiner Gruppe lernen
Die Wirbeltherapie nach DORN in Lindau im Bodensee am 9./10.11.2007 in kleiner Gruppe lernen
… Personen möglich, während Amanté Samraj sonst bundesweit Kurse bis zu 28 Personen gross, in diversen Physiotherapie Schulen abhält. Wenn Sie eine der besten Rückenbehandlungsmethoden auf der Welt von einem erfahrenen Lehrer individuell lernen wollen, dann sollten Sie diese Gelegenheit ergreifen. Amanté Samraj von der „Heil-Insel-Lindau“ ist seit mehr …
Bild: Mit Solarstrom Energiekosten sparen und hohe Renditen erwirtschaften
Mit Solarstrom Energiekosten sparen und hohe Renditen erwirtschaften
Gemeinschaftlich saubere Energie aus regenerativen Quellen gewinnen und Bürgern eine attraktive Kapitalanlage bieten: Mit diesen Zielen positioniert sich die Energie und Speichertechnik e.G. im Wachstumsmarkt der Solar-Genossenschaften Erneuerbare Energien schützen nicht nur das Klima, verbessern die Versorgungssicherheit und schaffen neue Arbeitsplätze, sie bieten …
Sie lesen gerade: Zukunft der Speichertechnik - Neue Methode zur Erzeugung magnetischer Wirbel