(openPR) In Shanghai können Erdölexporteure ihr Öl inzwischen gegen Yuan verkaufen und den Erlös in Gold umtauschen. So brauchen sie weder chinesische Vermögenswerte zu kaufen, noch müssen sie den US-Dollar benutzen, um für ihr Öl einen weltweit konvertierbaren Erlös zu erhalten.
Während im westlichen Kapitalismus vorwiegend der schnelle, kurzfristige Erfolg angestrebt wird, sind die Chinesen eher langfristig orientiert. Dementsprechend lachen sie wahrscheinlich über die Anstrengungen der FED und der mit ihr kooperierende Banken, den Goldpreis zu manipulieren und möglichst weit unten zu halten. Günstiger kann der Kaufpreis des Edelmetalls für diejenigen, die längerfristig orientiert sind, gar nicht sein. Üppige Dollarreserven ermöglichen ihnen nicht nur den Kauf von Gold zum Discountpreis, sondern auch den Aufkauf von Goldminen in allen Teilen der Welt.
Die US-Amerikaner sind so unglaublich selbstbezogen-blind, daß ihnen gar nicht in den Sinn kommt, daß sie ihre Rolle als Welthegemon längst ausgespielt haben. Die Spatzen pfeifen es mittlerweile schon von den Dächern, daß die Tage des US-Dollars als Weltleit- und -handelswährung gezählt sind. Sowohl us-amerikanische Anleihen wie auch der US-Dollar werden künftig eine sehr viel geringere Rolle in der Welt(finanz)wirtschaft spielen. Die Zukunft gehört einer nicht von einem einzigen Land dominierten und durch wahre Schuldenorgien ausgehöhlten Währung. Sie gehört einer Währung, der weltweit Vertrauen entgegengebracht wird. Die Welt braucht dringend eine stabile Handelswährung, die nicht mehr von den Interessen eines Staates oder weniger Staaten abhängig ist.
Es ist bereits erkennbar, daß China und Staaten wie z.B. Rußland, Indien, Pakistan, Kasachstan offenbar zielstrebig an der Entmachtung des siechen US-Dollars arbeiten, den – wie auch den Euro und viele andere Währungen – skrupellose „Eliten“ nach Belieben entwerten um ihre Schulden zu Lasten der Gläubiger loszuwerden und sich durch Spekulation noch weiter zu breichern. Unter diesen Ländern, die es satt haben, ihre Ressourcen für Weichwährungen herzugeben und ihre Ersparnisse in Währungen zu halten, die beliebig von den „Eliten“ anderer Länder manipuliert werden können, sind interessanterweise zahlreiche Länder, die einen signifikanten Anteil an der weltweiten Goldförderung haben.
Mit seiner einmaligen Eigenschaft intrinsischer Werthaltigkeit ist Gold die ideale zukünftige Welt- und Handelswährung. Eine goldbasierte Währung wird deshalb eines gar nicht so mehr fernen Tages zwangsläufig die Fiatwährungen – allen voran den US-Dollar – verdrängen. Die Folgen des Zusammenbruchs der Ponzi-Spiele der großen Notenbanken könnten den Dollar sogar viel schneller stürzen als wir ahnen. In Vorbereitung darauf kann China seine eigene Währung als Reservewährung stärker in den Vordergrund schieben, indem es seine Exporte grundsätzlich in Landeswährung denominiert. Der Anfang dazu ist durch eine Reihe von Handelsabkommen mit verschiedenen Staaten auch schon gemacht.
Angesichts der hoffnungslosen Verschuldung der USA ist der Dollar stark überbewertet. Da diese Schuldenlast allenfalls durch Inflationierung „reduziert werden könnte, was sich – wie wir nach einigen Jahren erfolgloser Niedrigzins- und Schuldenaufkauf-Politik der FED erleben – offensichtlich nicht so recht bewerkstelligen läßt. Im Falle des Gelingens wäre allerdings auch zu befürchten gewesen, daß die ohnehin problematischen sozialen Verhältnisse in den USA gefährlich aufgeheizt worden wären.
Die US-„Eliten“ werden sich damit abfinden müssen, daß sie künftig nicht mehr beliebig viele Schuldscheine für wenig Geld drucken und dafür wertvolle Waren eintauschen können. Ihre Währung wird ihnen künftig auch nicht mehr erlauben, sich kostenlos bei anderen Nationen zu verschulden. Der US-Dollar wird eine Währung wie jede andere sein. Und er wird im Wert geradezu abstürzen, wenn er ins Glied aller anderen Währungen zurücktritt, weil er angesichts der immensen Verschuldung der USA und ihrer Bürger nicht mehr entfernt das wert ist, was auf ihn aufgedruckt wurde.
Je früher die Amerikaner das begreifen, je früher sie einsehen, daß ihre Hegemonialstellung in der Welt beendet ist, desto besser wird es für sie selbst sein. Wenn die Menschheit überleben will, müssen die Menschen einander respektieren und gute und verläßliche Partner werden. Deshalb wären auch die Amerikaner gut beraten, sich mit dem Gold anzufreunden und es vernünftig als eine stabile Weltleit- und Reservewährung zu nutzen anstatt seinen Preis von Bankstern mit Rückendeckung durch die FED manipulieren zu lassen. Sinnlos, weil es die Ablösung des Dollars als Weltleit- und Reservewährung nicht aufhalten kann, ist das ohnehin.
Wir beobachten jetzt schon, daß China und einige andere Länder im Währungsverkehr Wege abseits vom US-Dollar gehen. Nun stehen wir vor der spannenden Frage, wann die Rohstoffe exportierenden Länder dazu übergehen werden, die Preise für Öl, Gas und andere endlichen natürlichen Rohstoffe grundsätzlich in Gold festzusetzen, weil ihnen die Fiatwährungen nicht mehr die Sicherheit stabiler Kaufkraft bieten. Goldpreismanipulationen würden sie dabei nicht im Geringsten stören; je niedriger der Goldpreis desto mehr Unzen Gold müßten die Importeure dann eben für die Rohstoffe bezahlen.
Auch die Dominanz von New-York und London als Goldhandelsplattformen ist nicht in Stein gemeißelt. Shanghai und Moskau werden schnell an Bedeutung gewinnen. Preismanipulationen wie sie (im Auftrag oder mit Rückendeckung der FED und/oder auch EZB und BoJ?) derzeit regelmäßig vorkommen, dürften dann sehr viel schwieriger werden. Auch wenn diese Manipulationen als erlaubte Schurkereien durchgehen – wie vieles andere in einer Welt, in der Moral und Anstand nur für die Dummen sind – bleibt doch das üble G’schmäckle wie die Schwaben sagen.
Doch was soll’s. Die Schurken graben sich ihr eigenes Grab. Seit Jahren wandert das meiste Gold Richtung Osten. Fachleute meinen, daß China vermutlich sehr viel höhere Goldreserven angesammelt hat als es ausweist. Wieviel Gold die westlichen Zentralbanken noch besitzen, ist dagegen ein gut gehütetes Geheimnis. Das wird wohl seine Gründe haben. Geheimniskrämerei ist meistens ein Zeichen für ein schlechtes Gewissen. Vielleicht wurde viel Gold aus den Tresoren westlicher Zentralbanken schon verkauft. Ziemlich sicher ist, daß es verliehen und wohl auch für Goldpreismanipulationen benutzt wurde. Wieviel davon werden die Staatsbürgerinnen und Staatsbürger wiedersehen, denen es doch eigentlich gehört?
Weder Geheimniskrämerei noch die Unterstützung von Kursmanipulationen liegen im Interesse der Bürgerinnen und Bürger. Auch liegt keine Geldentwertung zwecks Subvention skrupelloser Schuldner zu Lasten fleißiger Arbeiter und Sparer in ihrem Interesse. Politiker, die das nicht erkennen oder – schlimmer! – ignorieren, müssen abgewählt werden. Auch wenn das meiste, was eine echte Demokratie ausmacht, nur in weisen Büchern steht und in salbungsvollen Reden angebetet wird: Maßstab für politisches Handeln sollte es dennoch sein. Stabiles Geld und soziale Gerechtigkeit sind wesentliche Grundpfeiler eines Staates, der zu Recht als Demokratie bezeichnet werden will.
Die unter „Demokratie“ firmierenden Staaten befinden sich derzeit allesamt auf Abwegen, auch die, von denen lange Zeit geglaubt wurde, ihre Machteliten seien willens und fähig, ihre Staaten zum Wohle aller ihrer Mitbürgerinnen und Mitbürger zu führen. Die Völker haben sich getäuscht oder täuschen lassen. Ihr Verhängnis ist der Glaube, daß die Clique der Finanzwelt, daß Notenbanker, Banken, Bankster, Spekulanten und Politiker, die sich von ihnen abhängig gemacht haben, durch bloße Vervielfältigung ihrer Irrtümer – oder sind es eher schon Wahnvorstellungen – die fehlgesteuerte Welt retten können.
Die westlichen Demokratien werden durch die demokratisch gar nicht legitimierte Herrschaft des Finanzsystems zusehends paralysiert. Solange die Politiker unfähig sind, im Namen ihrer Völker wieder die Herrschaft an sich zu ziehen und das Finanzsystem ihren Direktiven zu unterwerfen, werden Gold, Macht und schließlich auch der Wohlstand weit nach Osten wandern.
Prof. Querulix beobachtet und kommentiert seit langem regelmäßig das ebenso interessante wie fragwürdige und nicht selten erschreckende Treiben der Menschentiere, vor allem das ihrer „Eliten“. Seine Beobachtungen dokumentiert er in der eBook-Reihe „Tacheles“. 7 Bände sind bisher erschienen. Der jüngste trägt den Titel: „Rien ne vas plus – Wohin treibt die Menschenwelt?“ (ISBN 978-3-943788-43-3). Wie seine 6 Vorgänger ist er im eVerlag READ – Rüdenauer Edition Autor Digital (www.read.ruedenauer.de) erschienen und dort sowie in allen gut sortierten Buchhandlungen zum Preis von 9,95 Euro zu haben.
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