openPR Recherche & Suche
Presseinformation

Wie das Gehirn Gelerntes bewertet

10.08.201717:00 UhrWissenschaft, Forschung, Bildung
Bild: Wie das Gehirn Gelerntes bewertet
Prof. Dr. Oliver Stork, Dr. Dr. Anne Albrecht und Syed Ahsan Raza (v.li.n.re.) haben herausgefunden, wie unser Gehirn die Speicherung von unterschiedlich wichtigen Informationen kontrolliert. (Foto: H
Prof. Dr. Oliver Stork, Dr. Dr. Anne Albrecht und Syed Ahsan Raza (v.li.n.re.) haben herausgefunden, wie unser Gehirn die Speicherung von unterschiedlich wichtigen Informationen kontrolliert. (Foto: H

(openPR) Wissenschaftler der Uni Magdeburg fanden einen Schaltkreis, der im Gehirn die Wichtigkeit von erlernten Zusammenhängen bestimmt und speichert.

---
Wissenschaftler der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg haben herausgefunden, wie unser Gehirn die Speicherung von unterschiedlich wichtigen Informationen kontrolliert. Das Team um den Neurobiologen Prof. Dr. Oliver Stork von der Fakultät für Naturwissenschaften konnte eine Gruppe von Nervenzellen im Gehirn identifizieren, die unterschiedliche Sinneseindrücke gegeneinander abwägen und den gemachten Erfahrungen unterschiedliche Bedeutungen und Prioritäten zuweisen. 


Das Verständnis, wie unser Gehirn Erfahrungen unterschiedlich bewertet und abspeichert ist wichtig, um Störungen in diesem Prozess, wie sie bei Autismus oder der posttraumatischen Belastungsstörung auftreten, besser verstehen und behandeln zu können.

„Die kontinuierliche Speicherung und Bewertung von gemachten Erfahrungen sind für unser tägliches Leben und unsere Anpassung an die Umwelt unverzichtbar“, so der Neurobiologe Prof. Dr. Oliver Stork vom Institut für Biologie der Fakultät. „Diese Funktion setzt aber voraus, dass unser Gehirn im Rahmen von Lernvorgängen die unterschiedlichsten Sinneseindrücke miteinander vergleicht und in ein sinnvolles Gesamtbild integriert. Wir haben jetzt herausgefunden, wie die Abwägung der Bedeutung solcher Kontextinformationen vonstattengeht.“ 

Seine Arbeitsgruppe hat in diesem Zusammenhang eine Gruppe von Nervenzellen identifiziert, so genannte HIPP-Zellen, die bei der Erlernung eines Kontexts aktiviert werden und selektiv dessen Gewichtung gegen andere erlernte Reize bestimmen. Syed Ahsan Raza, Doktorand der OVGU mit pakistanischen Wurzeln, und Dr. Dr. Anne Albrecht, die nach einem Forschungsaufenthalt in Israel jetzt wieder in Magdeburg forscht, waren entscheidend an der Studie beteiligt. Gemeinsam mit Partnern aus der Medizinischen Fakultät konnten die Wissenschaftler die Funktionsweise und Aktivierungsmechanismen dieser HIPP-Zellen aufklären. Sie wiesen nach, dass sowohl die Stärke als auch die Funktion des HIPP-Zell-Schaltkreises erfahrungsabhängig reguliert werden kann. 

Die Studienergebnisse sind soeben in der international renommierten Zeitschrift Nature Communications unter http://rdcu.be/uJBI veröffentlicht worden. 

Prof. Oliver Stork ist Lehrstuhlinhaber für Genetik und Molekulare Neurobiologie an der Fakultät für Naturwissenschaften der Universität Magdeburg. Seine wissenschaftlichen Schwerpunkte liegen unter anderem in der Erforschung der Mechanismen der Gedächtnisbildung, auf dem Gebiet der seltenen Erkrankungen des Zentralnervensystems und im Bereich Angststörungen. Mehr Informationen zu aktuellen Forschungsprojekten und Arbeitsgruppen unter http://www.storklab.de

Kontakt für die Medien: Prof. Dr. rer. nat. Oliver Stork, Institut für Biologie, Fakultät für Naturwissenschaften der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, Tel.: +49 391 67-55100, E-Mail: E-Mail

Weitere Informationen:
- http://rdcu.be/uJBI
- http://www.storklab.de

Quelle: idw

Diese Pressemeldung wurde auf openPR veröffentlicht.

Verantwortlich für diese Pressemeldung:

News-ID: 963103
 146

Kostenlose Online PR für alle

Jetzt Ihren Pressetext mit einem Klick auf openPR veröffentlichen

Jetzt gratis starten

Pressebericht „Wie das Gehirn Gelerntes bewertet“ bearbeiten oder mit dem "Super-PR-Sparpaket" stark hervorheben, zielgerichtet an Journalisten & Top50 Online-Portale verbreiten:

PM löschen PM ändern
Disclaimer: Für den obigen Pressetext inkl. etwaiger Bilder/ Videos ist ausschließlich der im Text angegebene Kontakt verantwortlich. Der Webseitenanbieter distanziert sich ausdrücklich von den Inhalten Dritter und macht sich diese nicht zu eigen. Wenn Sie die obigen Informationen redaktionell nutzen möchten, so wenden Sie sich bitte an den obigen Pressekontakt. Bei einer Veröffentlichung bitten wir um ein Belegexemplar oder Quellenennung der URL.

Pressemitteilungen KOSTENLOS veröffentlichen und verbreiten mit openPR

Stellen Sie Ihre Medienmitteilung jetzt hier ein!

Jetzt gratis starten

Weitere Mitteilungen von Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg

Bild: Krebsforschung in der SchwerelosigkeitBild: Krebsforschung in der Schwerelosigkeit
Krebsforschung in der Schwerelosigkeit
Auf der Suche nach neuen Behandlungsmöglichkeiten für Krebs schicken Wissenschaftler der Universität Magdeburg Tumorzellen ins All. --- Gestern hat ein Dragon-Raumschiff erfolgreich an der Internationalen Raumstation ISS angedockt. Im Gepäck hat es Experimentkammern so groß wie ein Smartphone mit Schilddrüsentumorzellen. Zellbiologen der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg erhoffen sich von dem 10-tägigen Experiment auf der Internationalen Raumstation neue Erkenntnisse in der Krebsforschung. Laborversuche in simulierter Schwerelosigkeit…
Bild: Grüne Chemie: Wenn aus Sonnenblumen Kunststoff wirdBild: Grüne Chemie: Wenn aus Sonnenblumen Kunststoff wird
Grüne Chemie: Wenn aus Sonnenblumen Kunststoff wird
Entwicklung alternativer Herstellungsverfahren für chemische Produkte erhält Millionenförderung der DFG --- Verfahrenstechniker der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg arbeiten erfolgreich daran, die für die Herstellung vieler chemischer Produkte bisher verwendeten Ausgangsstoffe Erdöl und Erdgas durch nachwachsende Rohstoffe zu ersetzen. Im Rahmen des Sonderforschungsbereichs/Transregio 63 InPROMPT: Integrierte chemische Prozesse in flüssigen Mehrphasensystemen suchen sie vor dem Hintergrund knapper werdender fossiler Rohstoffe hochsc…

Das könnte Sie auch interessieren:

Bild: Schul- und Prüfungsängste erfolgreich meisternBild: Schul- und Prüfungsängste erfolgreich meistern
Schul- und Prüfungsängste erfolgreich meistern
… aus Haut und Gehirn gezogen – alles ist zum Kampf bereit. So kann das Gehirn neuen Lernstoff nicht sinnvoll in sein Gesamtwissen integrieren und auch Gelerntes steht nicht zur Verfügung. Die gute Nachricht: Schul- und Prüfungsängste sind vermeidbar Auf keinen Fall dürfen Schul- und Prüfungsängste als „einfach dazugehörig“ akzeptiert werden. Leider wächst …
Bild: So bleibt unser Gehirn fit - Vier Tipps, wie Ältere gut lernen könnenBild: So bleibt unser Gehirn fit - Vier Tipps, wie Ältere gut lernen können
So bleibt unser Gehirn fit - Vier Tipps, wie Ältere gut lernen können
… Pflanzen. Unser Gehirn bildet dadurch mehr Verbindungen und wird aufnahmefähiger. Wir können leichter lernen. Wichtig ist auch ausreichend Schlaf. Das Gehirn verarbeitet im Schlaf neu Gelerntes. Wer zu wenige Stunden abbekommt, kann weniger Neues aufnehmen. Das Problem: Das Lernen fällt schwerer. Wer ausreichend schläft und dazu noch regelmäßig etwas …
Prof. Dr. Gerald Hüther beim DGSL LernKongress in Kassel
Prof. Dr. Gerald Hüther beim DGSL LernKongress in Kassel
… Stress und der Bedeutung emotionaler Reaktionen bei Lernprozessen und der neurobiologischen Verankerung von Erfahrungen. Beim Kongress in Kassel spricht er zum Thema "Über die Kunst, Gelerntes als gute Erfahrung im Gehirn zu verankern". Für kurzentschlossene Interessenten bietet die DGSL die Möglichkeit, nur den Vortrag von Prof. Dr. Hüther zu besuchen. …
Wie unser Gehirn entscheidet
Wie unser Gehirn entscheidet
… September 2017 hat Nicolas Schuck seine Forschungsarbeit am Max-Planck-Institut für Bildungsforschung (MPIB) aufgenommen. Er erforscht, wie das menschliche Gehirn Erfahrungen und Gelerntes zur Entscheidungsfindung nutzt. Der Kurzname der Gruppe „NeuroCode“ steht dabei für „Neuronale Grundlagen des Lernens und Entscheidens“ (englisch: "Neural and Computational …
Bild: Lernen in den Ferien – ja oder nein?Bild: Lernen in den Ferien – ja oder nein?
Lernen in den Ferien – ja oder nein?
… sie ihren Kindern zuviel zumuten und sehen das Lernen in den Ferien als Stressfaktor an. Das Gehirn macht aber keine Ferien. Es ist erwiesen, dass Gelerntes gerade in Entspannungsphasen besonders gut verarbeitet werden kann. Durch Wiederholung lernt das Gehirn am besten. Marion Lauterbach von der Schülerhilfe empfiehlt daher eine ausgewogene Ferienplanung: …
Selbstsicher in Prüfungen - so klappt's
Selbstsicher in Prüfungen - so klappt's
… trinken. Besonders Traubenzucker gibt uns beim Büffeln einen guten Energieschub. Ein Extra-Tipp: Belohnen Sie sich zwischendurch für Ihre Lernerfolge. Gönnen Sie sich pro gelerntes Thema ein Stück Schokolade oder Obst. Prüfung simulieren Um am Prüfungstag weniger aufgeregt zu sein, ist es sinnvoll, eine Prüfung nachzuspielen, denn vertraute Situationen …
Bild: Kostenfreies Telefoncoaching am Weltschlaftag 20.03.2020Bild: Kostenfreies Telefoncoaching am Weltschlaftag 20.03.2020
Kostenfreies Telefoncoaching am Weltschlaftag 20.03.2020
… Nacht erlebt hat. Im Schlaf regeneriert sich unser Körper, strukturiert sich das Gehirn. Wir verdichten und gestalten unsere Erfahrungen zu Erinnerungen und stabilisieren Gelerntes. Fehlt es uns an Schlaf, fühlen wir uns müde und erschöpft. Konzentrationsfähigkeit und Arbeitsleistung leiden. Schlafentzug wirkt sich negativ auf unsere Stimmungslage aus, …
Bild: Vom Lernen erholen – erholt lernenBild: Vom Lernen erholen – erholt lernen
Vom Lernen erholen – erholt lernen
… es aber für viele Schüler auch in den Sommerferien nicht. Sie nutzen einen Teil der schulfreien Zeit, um verschleppte Lücken zu schließen, versäumten Stoff nachzuholen und Gelerntes zu festigen. „Erholung sollte in den Ferien an erster Stelle stehen“, erklärt Thomas Momotow vom Studienkreis. „Denn das haben sich die Schülerinnen und Schüler nach einem …
Sommer, Sonne, Schülerhilfe
Sommer, Sonne, Schülerhilfe
… sogar geschenkt.* Ob Mathe, Englisch oder Deutsch – hier werden Lerngrundlagen wiederholt und Inhalte aufgefrischt. Denn das Gehirn macht keine Ferien. Es ist erwiesen, dass Gelerntes gerade in Entspannungsphasen besonders gut verarbeitet werden kann. Mit der Schülerhilfe verbessern die Kinder und Jugendlichen ihr Wissen, ohne auf die Ferien verzichten …
Bild: Demenz: Neue Substanz verbessert GehirnfunktionBild: Demenz: Neue Substanz verbessert Gehirnfunktion
Demenz: Neue Substanz verbessert Gehirnfunktion
… Gehirnwellen, die so genannten langsamen Oszillationen, außer Kontrolle. Diese Wellen spielen vor allem in der Gedächtnisbildung eine entscheidende Rolle, indem sie Gelerntes in den Langzeitspeicher verschieben. Gehirnfunktionen in Mäusen wiederhergestellt „Eine erfolgreiche Therapie muss möglichst früh bei der Erkrankung ansetzen. Wir haben in unseren …
Sie lesen gerade: Wie das Gehirn Gelerntes bewertet