(openPR) Die Fed möchte wohl möglichst bald aus ihrer aberwitzigen Null- beziehungsweise Negativzins- und Anleiheaufkaufpolitik aussteigen. Aber sie weiß offensichtlich nicht, wie sie vom Ritt auf diesem „Tiger“ wieder die Füße auf den Boden bekommen soll. Darüber wundert sich der Verfasser dieser Zeilen nicht. Schon vor langer Zeit hat er gewarnt, daß es kaum möglich sei, abzusteigen, ohne gefressen zu werden.
Nun ist es soweit. Der Ritt hat sich als ein Experiment herausgestellt, das begonnen wurde, ohne die Folgen zu bedenken. Steigende Zinsen würden dem künstlichen, vor allem auf der Aufblähung der Vermögenspreise basierenden Boom den Boden entziehen. Eine autonome Korrektur durch einen Crash ist unvermeidlich. Seine realwirtschaftlichen und sozialen Folgen sind unkalkulierbar. Sicher ist, daß steigenden Zinsen sofort die zahlreichen unwirtschaftlichen Investitionen der jüngsten Vergangenheit ans Tageslicht befördern, daß sie die Gewinne der Unternehmen kräftig schrumpfen lassen und viele Arbeitsplätze vernichten werden. Die wieder (stark) steigenden Kreditkosten werden die hypertrophierten Vermögenspreise wie Anleihen- und Aktienkurse, Grundstücks- und Häuserpreise kräftig zu Boden drücken.
„Menschen glauben immer wieder so lange an das Unmögliche, bis sie – oft schmerzhaft – von der Realität widerlegt werden“, wundert sich Prof. Querulix. Daß exponentielles Wirtschaftswachstum und vor allem auch das Wachstum von Börsenkursen seine natürliche Grenze hat, kommt ihnen erst dann in den Sinn, wenn die Euphorie aus heiterem Himmel den Rückwärtsgang einlegt und zur Panik mutiert. Jeder ökonomische Boom hat deshalb zwingend sein Bust.
Dennoch steigert sich die Euphorie vor dem Katzenjammer gewöhnlich in absurde Zustände. Die Statistiker überschlagen sich bei der Präsentation von Jubelzahlen und Voraussagen von Mehr und Mehr und immer Mehr. Es scheint immer nur aufwärts zu gehen. Kein Ende in Sicht. In den vier Größen Volkswirtschaften der EU, Deutschland, Frankreich, Italien und Spanien verbesserte sich die von Statistikern erfaßte Lage jüngst ebenso wie die Erwartungen.
Darüber, daß die Inflation trotzdem bescheiden blieb, wunderte sich niemand, obwohl der Einzelhandel keinerlei Grund zum Jubeln hatte. Die Ursachen dafür liegen auf der Hand, beschädigen aber das Bild vom schönen Sein in unserer Republik. Daß allein in Deutschland rund 12 Millionen Menschen schon seit vielen Jahren von der Hand in den Mund leben und die Zahl der prekären Arbeitsplätze kontinuierlich wächst, während die qualifizierten Arbeitsplätze „abgebaut“ (und ggf. ins billigere Ausland verlagert) werden, scheint niemanden zu interessieren. Mehr als 6 Millionen Menschen sind in Deutschland arbeitslos, davon mehr als die Hälfte in statistischen Kategorien wie „Unterbeschäftigt“ versteckt.
Die zunehmende Spaltung unserer Gesellschaft in „Gut- und Bessergestellte“ auf der einen und „Abgehängte“ auf der anderen Seite sollte uns große Sorgen machen. Eine so gestörte soziale Balance wird auf Dauer sehr unangenehme politische Konsequenzen haben könnte. Aber die Bessergestellten leben noch in einer anderen Welt. Die Party ist noch nicht zu ende.
Das Ifo-Institut für Wirtschaftsforschung berichtet, daß sich das Geschäftsklima im Verarbeitenden Gewerbe auf einem neuen Höchststand befindet und im Hoch- und im Tiefbau neue Rekordklimawerte erreicht wurden. Im Einzelhandel würden die Geschäftsaussichten allerdings zurückhaltend eingeschätzt, während sie sich im Großhandel und im Dienstleistungsgewerbe erneut verbessert hätten. Das Barometer des ifo-Wirtschaftsklimas für den Euroraum hat sich im dritten Quartal nochmals sehr deutlich von 26,4 auf 35,2 Punkte verbessert und damit den höchsten Wert seit Herbst 2000 erreicht. Auch die Erwartungen für die kommenden sechs Monate seien gestiegen, teilt das Ifo-Institut mit, sodaß sich das starke Wachstum im zweiten Halbjahr 2017 fortsetzen dürfte.
Nach Meinung des Ifo-Instituts für Wirtschaftsforschung sollte sich das starke Wachstum im zweiten Halbjahr 2017 fortsetzen. Für den Euro-Dollar-Wechselkurs erwarten die Ifo-Forscher keine Veränderung in den kommenden 6 Monaten. Warten wir‘s mal ab.
Die USA sind wirtschaftlich und sozial in einem jammervollen Zustand. Präsident Trump wird nach allem, was er bisher „geliefert“ hat daran nichts ändern. Eher wird er die Zustände noch verschlimmern und sein Land in eine noch tiefere Krise führen. Protektionismus würde das Land endgültig in den wirtschaftlichen Abgrund reißen, denn gerade der Freihandel und die ausländischen Investitionen bessern den desolaten ökonomischen Zustand des Landes auf. Die USA zeigen, daß nur mit „Facebooks“, Börsenspekulationen und Finanzmanipulationen kein Massenwohlstand möglich ist. Wahrscheinlich versuchen die dortigen „Eliten“ deshalb, andere Länder mit Handelsabkommen zu Vasallen zu machen und auszubeuten.
Exponentielles Wirtschaftswachstum ist als langfristiger Trend unmöglich. Derzeit regen sich erste Befürchtungen, die prallen Blasen an den Anleihe-, Aktien und vielen Immobilienmärkten könnten platzen. Die ersten Spieler an den Börsen werden nervös. Ihnen ist trotz aller Gier bewußt, wieviel Luft die Spekulanten mit Unterstützung durch die Politik der Notenbanken inzwischen in die Vermögenspreisblasen gepumpt haben. Wie lange wird es dauern, bis sich die Ängste ausweiten und steigern? Niemand weiß es. Gewiß ist nur, daß es von einem bestimmten Punkt an kein Zurück, keine Beruhigung mehr geben wird. Dann geht alles sehr schnell; nicht nur zurück, sondern tief ins Minus.
Eigentlich dürften wir gar nicht überrascht sein. Es ist nicht das erste Mal, daß Börsenkurse kollabieren und die Realwirtschaft in den Abgrund reißen. Wir dürfen nur gespannt sein, wie die Politiker die sozialen Trümmer aufräumen werden, die das Grande Finale des größten Ponzi-Spiels der Menschheitsgeschichte hinterlassen wird.
Die EZB versucht bereits trickreich, die Folgen ihrer Niedrig- und Negativzinspolitik kleinzureden. Im gesamten Euroraum wurde nach Angeben der EZB das Nettozinseinkommen der privaten Haushalte, der Unternehmen (Kapitalgesellschaften) und der Staaten insgesamt sogar positiv beeinflusst. Im Detail betrachtet profitierten die Unternehmen aus dem Nicht-Finanzsektor und die Staaten. Das Zinseinkommen der Finanzunternehmen sei allerdings unter dem Strich belastet worden und für die privaten Haushalte seien die Auswirkungen "weitgehend neutral" gewesen.
Die EZB schränkt allerdings ein, dass die Auswirkungen von Land zu Land unterschiedlich ausfallen. Nicht überraschend kommt sie zu dem Ergebnis, daß die am höchsten verschuldeten Haushalte sich über positive Auswirkungen freuen könnten, während die Haushalte mit Geldvermögen mehr oder weniger stark belastet wurden. Im Klartext: Die soliden Sparer wurden geschröpft um die Schuldner zu entlasten. Wer selbst fürs Alter vorgesorgt hat, wurde mit sukzessiver Enteignung bestraft, wer bedenkenlos mit Schulden in den Tag hinein gelebt hat wurde belohnt.
Die letzte Phase des größten Ponzi-Spiels aller Zeiten hat begonnen. Sie wird tiefe Spuren in der Wirtschaft, in den sozialen Verhältnissen und politisch hinterlassen. Mag sich retten, wer kann.
Prof. Querulix beobachtet und kommentiert seit vielen Jahren das fragwürdige Treiben der Menschentiere und die erbarmungswürdige Realität die sie unter der Gewalt ihrer „Eliten“ aus ihren großartigen Möglichkeiten machen. Seine Beobachtungen und Kommentare sind in der eBook-Reihe „Tacheles“ dokumentiert. 7 Bände sind bisher erschienen. Der jüngste trägt den Titel: „Rien ne vas plus – Wohin treibt die Menschenwelt?“ (ISBN 978-3-943788-43-3). Wie seine 6 Vorgänger ist er im eVerlag READ – Rüdenauer Edition Autor Digital (www.read.ruedenauer.de) erschienen und dort sowie in allen gut sortierten Buchhandlungen zum Preis von 9,95 Euro zu haben.
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