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Migration: Der lange Weg in die Mitte der Gesellschaft

07.08.201711:01 UhrWissenschaft, Forschung, Bildung

(openPR) Sechs Max-Planck-Institute erforschen soziale und rechtliche Exklusion als Folge von Migration

Gesellschaftliche Integration ist schon lange Gegenstand intensiver sozialwissenschaftlicher Forschung. Sehr viel weniger beachtet wurde bisher hingegen, welche gesetzlichen Regelungen, sozialen Verhaltensweisen und ökonomischen Bedingungen Exklusion zur Folge haben. Diese Formen der Ausgeschlossenheit erforschen jetzt sechs Max-Planck-Institute in dem Gemeinschaftsprojekt „Die Herausforderungen von Migration, Integration und Exklusion“.



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Das Projekt unter Federführung von Prof. Dr. Marie-Claire Foblets, Direktorin am Max-Planck-Institut für ethnologische Forschung in Halle (Saale), und Prof. Dr. Ayelet Shachar, Direktorin am Max-Planck-Institut zur Erforschung multireligiöser und multiethnischer Gesellschaften in Göttingen, ist Teil der „Wissenschaftsinitiative Migration“ (WiMi) der Max-Planck-Gesellschaft. Die Projektlaufzeit beträgt drei Jahre, insgesamt sind 15 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler daran beteiligt.

Exklusion und Inklusion sind kontinuierliche Prozesse

„Wo Menschen zusammenleben, wird es immer auch Ausgeschlossene und Außenseiter geben“, sagt Dr. Zeynep Yanasmayan, Koordinatorin des Projekts „Die Herausforderungen von Migration, Integration und Exklusion“ am Max-Planck-Institut für ethnologische Forschung in Halle. „Gesellschaftliche Exklusion hat viele Erscheinungsformen, die einem ständigen Wandel unterliegen. Sie werden laufend erneuert, verändert, verschärft oder abgemildert – durch Gesetze, soziale Normen, Traditionen oder menschliche Verhaltensweisen.“
Ziel des WiMi-Projektes ist es, die Mechanismen und Dynamiken besser zu verstehen, die dazu führen, dass manche Menschen von bestimmten gesellschaftlichen Bereichen ausgeschlossen werden. Für die Forscherinnen und Forscher der Max-Planck-Institute sind Exklusion und Inklusion nicht einfach zwei Begriffe, die sich gegenseitig ausschließende Zustände beschreiben. Yanasmayan: „Menschen sind ja nicht entweder vollständig ausgeschlossen oder vollständig integriert. Migrantinnen und Migranten sind typischerweise in bestimmte Lebensbereiche integriert, in anderen wiederum bleiben sie häufig Außenseiter. Manche haben beispielsweise einen Arbeitsplatz, finden aber dennoch kaum Zugang zum sozialen Leben ihres Umfeldes. Exklusion verstehen wir daher als fortlaufenden Prozess, der sich in die eine oder in die andere Richtung entwickeln kann.“

Durch empirische Forschung Exklusion besser verstehen

Um diese unterschiedlichen Verlaufsformen und Abstufungen von Exklusion besser zu verstehen, werden die Forscherinnen und Forscher der Max-Planck-Institute unter anderem die Lebenswege von Migrantinnen und Migranten untersuchen. Denn die Erlaubnis, die Grenzen eines Staates zu überqueren, ist ein erster bedeutender Schritt auf dem Weg zur Integration, aber bei weitem nicht der letzte. „Wir werden auch untersuchen, wie die Menschen auf die staatlichen und sozialen Normen, mit denen sie konfrontiert werden, reagieren, welche Anpassungsstrategien sie entwickeln und welche Formen der sozialen Anerkennung sie suchen und finden“, sagt Yanasmayan. Neben neuen Erkenntnissen aus der empirischen Feldforschung soll aber auch ein Dialog zwischen den einzelnen Disziplinen entstehen, die bisher voneinander getrennt rechtliche, soziale und sozialpsychologische Aspekte der Exklusion untersucht haben. Yanasmayan: „Ziel des Projekts ist ein umfassendes Verständnis von Exklusion auf der Basis aktueller empirischer Forschung innerhalb und außerhalb Europas – dabei konzentrieren wir uns vor allem auf Deutschland. Durch die enge Zusammenarbeit der sechs Max-Planck-Institute haben wir dafür hervorragende Voraussetzungen geschaffen.“

Am WiMi-Projekt beteiligte Max-Planck-Institute:

Max-Planck-Institut für ethnologische Forschung, Halle (Saale)
Max-Planck-Institut zur Erforschung multireligiöser und multiethnischer Gesellschaften, Göttingen
Max-Planck-Institut für ausländisches öffentliches Recht und Völkerrecht, Heidelberg
Max-Planck-Institut für demografische Forschung, Rostock
Max-Planck-Institut für Bildungsforschung, Berlin
Max-Planck-Institut für Sozialrecht und Sozialpolitik, München

Kontakt für die Presse:
Stefan Schwendtner
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Abteilung Forschungskoordination
Max-Planck-Institut für ethnologische Forschung
Advokatenweg 36, 06114 Halle (Saale)
Tel.: 0345 2927-425
Mail: E-Mail
Web: http://www.eth.mpg.de

Kontakt für diese Pressemitteilung:
Prof. Dr. Marie-Claire Foblets
Direktorin – Abteilung Recht & Ethnologie
Max-Planck-Institut für ethnologische Forschung
Advokatenweg 36, 06114 Halle (Saale)
Tel.: 0345 2927-301
Mail: E-Mail
Web: http://www.eth.mpg.de/foblets

Weitere Informationen:
- http://www.eth.mpg.de/4397318/wimi

Quelle: idw

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