(openPR) Gute Ausbildung braucht nachhaltige Lernorte
BIBB-Modellversuch zur nachhaltigen Entwicklung im Ausbaugewerbe stellt nachhaltige Lerninhalte und die Ausbildungsstätte als nachhaltigen Lernort vor.
Das Kompetenzzentrum Ausbau und Fassade der Überbetrieblichen Ausbildungsstätte (ÜBA) Leonberg ist Partner im BIBB-Modellversuch „Q_EN_POLIS“ zur Berufsbildung für nachhaltige Entwicklung.
Vertreterinnen und Vertreter der Ausbildungsstätte trafen am 31. Mai 2017 Ministerialdirigent Thomas Sondermann und Helga Berg vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) in Vertretung von Ministerin Johanna Wanka (BMBF). Beim Treffen stand vor allem die ÜBA als ein auf Nachhaltigkeit und Zukunftsfähigkeit ausgerichteter Lernort im Mittelpunkt.
Nachhaltige Entwicklung stellt ähnlich wie Digitalisierung eine große Herausforderung für die berufliche Bildung dar. Auch das Stuckateur-Handwerk befindet sich wie viele Handwerksbranchen im Umbruch: Der Klimaschutz führt beispielsweise zu neuen Anforderungen an Gebäudegestaltung, -bau und -instandhaltung. Inhaber und Handwerksmeister werden immer stärker zu wichtigen Beratern ihrer Kunden, deren Wünsche sich zunehmend auf energiesparende Techniken zur Wärmedämmung oder Flächenheizsysteme richten. Aus diesem Grund wurde schon im vorherigen BIBB-Förderschwerpunkt zur nachhaltigen Entwicklung der Modellversuch „BauNachhaltig“ gefördert. Darin wurden neue Lernmodule zur nachhaltigen Entwicklung im Ausbaugewerbe erarbeitet, bei denen es u. a. um die Verzahnung der Gewerke beim energieeffizienten Bauen ging. Es reicht jedoch nicht, nachhaltige Entwicklung und globale Verantwortung in der Ausbildung zu vermitteln. Es bedarf zudem entsprechender Organisations- und Personalentwicklung, um auch als Unternehmen oder Organisation Nachhaltigkeit als Leitidee authentisch zu leben.
Die Gestaltung solcher „nachhaltigen Lernorte“ ist Aufgabe von sechs Modellversuchen des aktuellen BIBB-Förderschwerpunkts „Berufsbildung für nachhaltige Entwicklung 2015-2019“, welcher aus Mitteln des BMBF gefördert wird. Im Modellversuch Q_EN_POLIS wird dazu gemeinsam mit Partnern aus Wissenschaft und Praxis ein ganzheitliches Konzept für eine Überbetriebliche Ausbildungsstätte entwickelt und erprobt. Sowohl Auszubildende als auch das Berufsbildungspersonal sollen befähigt werden, diesen Prozess mit zu gestalten und aus einer passiven Rolle in eine aktive Beteiligten-Rolle hinein zu wachsen. Projektpartner in Q_EN_POLIS sind die Berufsfördergesellschaft mbH Leonberg, das Kompetenzzentrum für Ausbau und Fassade, der Fachverband der Stuckateure für Ausbau und Fassade Baden-Württemberg, die INTERVAL GmbH und FS MEDIEN.
Die große Bedeutung, die der Nachhaltigkeit in der Ausbildung im Ausbaugewerbe zukommt, wird durch ein Treffen mit Vertreterinnen und Vertretern des baden-württembergischen Stuckateurverbandes, dem Kompetenzzentrum für Ausbau und Fassade und des JOBSTARTER plus Projekts Go2Bau im Haus der Wirtschaft in Stuttgart deutlich: Ministerialdirigent Thomas Sondermann und Helga Berg vom Bundesministerium für Bildung und Forschung sprachen dort in Vertretung ihrer Ministerin Johanna Wanka mit Stuckateurinnen und Stuckateuren sowie Ausbaumanagerinnen und Ausbaumanagern der Ausbildungsstätte über nachhaltige Ausbildungsinhalte und die ÜBA als nachhaltigen Lernort.
Die Fachorganisation der Stuckateure engagiert sich zusätzlich zum BIBB-Modellversuch verstärkt in der Nachwuchsförderung und bietet jungen Stuckateurinnen und Stuckateuren die Möglichkeit der Teilnahme an den beruflichen Europa- und Weltmeisterschaften – den EuroSkills und WorldSkills. Lukas Kirschmer, dem Teilnehmer des Nationalteams der Stuckateure an der WorldSkills 2017, die im Oktober in Abu Dhabi durchgeführt wird, überreichten sie als Maskottchen und Glücksbringer ein von Ministerin Wanka signiertes Stucki-Männchen.
Mit dem JOBSTARTER-plus Projekt Go2Bau fördert der Verband die Vernetzung und den Aufbau von Strukturen, die den kleinen und mittleren Unternehmen des Gewerks landesweit Zugang zu Förderprogrammen rund um die Azubi-Gewinnung ermöglichen und dadurch zur Verbesserung bei der Fachkräftesicherung beitragen.
Daneben wird mit dem Ausbau-Manager ein attraktives Ausbildungsmodell angeboten, das Abiturientinnen und Abiturienten in nur sieben Semestern die Qualifikationen Stuckateurgeselle, Stuckateurmeister, Ausbau-Manager und Gebäudeenergieberater ermöglicht. Mehr dazu unter www.ausbau-manager.de.
Zusätzlich zum überbetrieblichen Unterricht für rund 450 Auszubildende werden auch Förderkurse, Zusatzqualifikationen, Praktika und Kurse für die Integration von Flüchtlingen angeboten. Neben Nachhaltigkeit ist dabei auch die Digitalisierung ein wichtiges Thema in der Aus- und Weiterbildung. Nachhaltigkeit zeigt sich auch bei früheren Projekten mit dem BIBB: So werden bis heute – entwickelt im Modellversuch Neue Wege in die duale Ausbildung / Heterogenität als Chance für die Fachkräftesicherung – motivierte Stuckateurgesellen als ausbildende Fachkräfte zu Azubi-Trainern weiter qualifiziert.
Das im Artikel erwähnte Maskottchen wird von Eberhard Lang aus Mainhardt unter dem Namen „Marvin der Stucki“ angeboten.
Interessenten können die Handwerkerpuppe unter www.der-marvin.de bestellen. Lang sieht in der 30 Zentimeter großen Standpuppe den idealen Werbeträger, denn die Figur verkörpere wie kaum etwas anderes auf sympathische Weise das Berufsbild des Stuckateurs. „Sie trägt damit auch zum Berufsstolz und zum besseren Image des Stuckateurberufs bei, der ja bis heute bei vielen Menschen wenig bekannt ist“ so sein Erfinder weiter.
Foto: © Fachverband der Stuckateure / Stephan Bacher













