(openPR) Die Natur des Menschen sieht keine Moral vor. Moral ist eine Erfindung von „entarteten“ Menschentieren, deren Verstand plötzlich die Herrschaft über ihre Instinkte errang – prinzipiell jedenfalls und keineswegs immer zuverlässig. Das brachte große Vorteile bei der Verbesserung der Lebensverhältnisse. Es brachte der Menschheit aber auch neue Probleme. Mensch raubte und mordete jetzt nicht mehr wie seine äffischen Vorfahren, um zu überleben, um die Überlebenschancen seines Rudels und damit auch seine eigenen zu sichern und zu verbessern, sondern auch, um sich an den Früchten der Arbeit und des Fließes seiner Mitmenschen zu bereichern und seine Art des Daseins als das vermeintlich Bessere, Höherstehende, Wahre gegen das Schlechtere, Mindere, Niedrige und Falsche zu verteidigen und sich im Kampf um Macht und Reviere auf Kosten fremder Mitmenschen Vorteile zu verschaffen.
Diese evolutionäre Neuerung, diese kulturelle Evolution hält bis heute an. Die dazu eingesetzten Mittel werden ständig weiter entwickelt. Das Raubtier lauert dabei weiter an allen Ecken und Enden und auch der weiter mutierte Mensch, der sich eine Moral angeschafft hat, die ihn anhält, das Tier in sich niederzuhalten, ist noch lange nicht auf der sicheren Seite. Die Zeit des Umbruchs dürfte noch sehr lange andauern, wahrscheinlich länger als es der Menschheit gelingt, ihr Überleben auf der Erde sicherzustellen.
Auf diesem neuen Humus evolutorischen Wandels gedeihen Täuschung, Übervorteilung, Manipulation und Betrug und noch ganz andere Verbrechen ganz exzellent. Der neue US-Präsident Trump hat gerade erste Schritt eingeleitet, um sich und seinen reichen und superreichen Artgenossen auf Kosten des ohnehin schon arg gebeutelten unteren Mittelstandes und der Armen noch mehr Geld in die Taschen zu schaufeln. Ob er damit angesichts der hoffnungslosen Verschuldung seines Landes durchdringt ist allerdings noch ungewuß. In Osteuropa und der Türkei mutieren die Herrschaftssysteme in Richtung Autokratie. Bankster und Gangster festigen überall auf der Welt ihre Macht und die arbeitenden Menschen werden zunehmend ausgebeutet.
Der glücklicherweise mißlungene Anschlag auf den Mannschaftsbus von Borussia Dortmund soll von einem geldgierigen Spekulanten mit (zufällig) guten Kenntnissen in der Herstellung von Sprengsätzen verübt worden sein. Intelligentere Ganoven verzichten auf rohe Gewalt. Aber Raffkes, Lügner und Betrüger agieren weitgehend unbehelligt in der Politik und der (Finanz-)Wirtschaft, und Heerscharen nützlicher Idioten gehen ihnen eilfertig zur Hand, wenn es gilt, im Kampf um Macht und Beute behilflich zu sein. Das Menschentier ist noch weit von dem moralisch hochstehenden Menschen entfernt, den sich Philosophen seit Jahrtausenden schon vorstellen. Daß es in unserem Alltag meistens nicht um Leben oder Tod, sondern nur um soziales Überleben geht, ist ein schwacher Trost.
Vor einiger Zeit kam ich mit einem Mann ins Gespräch über die Finanzpolitik der Industriestaaten. Er machte unter anderem sehr interessante und plausible Ausführungen zum gegenwärtigen Ponzi-Spiel der EZB und den Vorgängen an den Finanzmärkten in den USA. Der US-Dollar sei erheblich überbewertet, weil er immer noch als eine Art Weltreserve- und Welthandelswährung dient. Bis Präsident Nixon 1971 die Goldbindung des US-Dollar aufhob, mußten die Notenbanken rund 80 Millionen Unzen (physisches) Gold verkaufen, um den Goldpreis bei 35 US-Dollar/Unze zu deckeln.
Der IWF kündigte, wie mir mein Gesprächspartner mitteilte, Mitte der Siebzigerjahre plötzlich an, einen wesentlichen Teil seiner Goldreserven zur Vergabe von günstigen Krediten an Entwicklungsländer zu verkaufen. Warum eigentlich? Man konnte auch damals schon Papiergeld in unbegrenzter Höhe drucken, um solche Projekte problemlos zu finanzieren. Die Ankündigung von Goldverkäufen dürfte deshalb einen ganz anderen Zweck gehabt haben. Der damals ohnehin zwischenzeitlich rückläufige Goldpreis wurde durch die Verkäufe des IWF weiter gedrückt – bevor er dann rasant seinen Kurs auf das Top im Jahre 1980 nahm. Es war also – für die FED erkennbar – Druck im Kessel, und dem wollte man entgegenwirken.
Damals wurde die Knappheit des gelben Metalls wieder einmal in der Geschichte der Menschheit offensichtlich. Heute ist die Lage noch sehr viel dramatischer. Die Goldproduktion sinkt inzwischen seit Jahren und die Nachfrage steigt dagegen kontinuierlich. Wer verkauft also Gold, wenn dies gerade in schwierigen Zeiten ein ideales Wertaufbewahrungsmittel ist? Ein seriöser Investor sicherlich nicht. In Zocker vielleicht, aber nur, um das Auf und Ab der Kurse zu seinem Vorteil zu nutzen. Wer aber das Gold als Störenfried betrachtet, weil es denen als Mittel der Unabhängigkeit, Sicherheit und Freiheit dient, die er beherrschen und ausbeuten will, der verkauft, um das sich in steigenden Preisen manifestierende inzwischen schon große Ungleichgewicht zwischen Nachfrage und Angebot immer wieder zu stören und damit zu sagen: „Kauft kein Gold! Es ist nicht sicher! Kauft lieber Aktien oder macht einen Riester-Vertrag!“
Notenbanken halten Gold aus gutem Grund. Das trägt allerdings keine Zinsen und verursacht auch noch Kosten für seine Aufbewahrung und Sicherung. Heute, in einer Zeit der Negativzinsen ist das kein Problem. Notenbanken können Gold gegen Entgelt verleihen und haben das auch immer getan. Ob das auch heute noch geschieht, wo Bankster und Großspekulanten sich faktisch zum Nulltarif Geld leihen können? Wer aber zum Beispiel Goldderivate verkaufen will – aus welchem Grund auch immer – der sollte sich natürlich Gedanken über die Deckung mit Gold machen. Angesichts der riesigen Menge an Goldderivaten fragt sich aber, woher das Gold kommen soll – außer es wird gleich vielfach verliehen. Aber dann besteht natürlich in Wirklichkeit gar keine Deckung. Wenn die „Eliten“ – aus welchem Grund auch immer – möglichst viele ihrer „Untertanen“ vom Erwerb von Gold abhalten wollen, um sie in Spekulationsblasen oder andere unvorteilhafte Geldanlagen zu treiben, muß ihnen das allerdings gleichgültig sein. Wichtig ist allein die Chance, mit Verkäufen von Papiergold den Goldpreis in Schach zu halten. Ob das mehrfache Verleihen der Notenbankbestände moralisch und juristisch in Ordnung ist, soll hier nicht behandelt werden. Da uns, dem Volk, die Goldreserven unseres Staates aber gehören, wäre glaubwürdige Aufklärung von der Bundesbank allerdings dringend geboten.
Seit Mitte der Siebzigerjahre bis heute entwickelten sich die Papiergoldmärkte, die den Produzenten dieser Ware riesige Gewinne versprechen, zu einer mächtigen Zeitbombe. Während die arglosen (privaten) Spekulanten sich wundern, daß ihnen mit den Papierfetzen gar keine Ansprüche auf die Lieferung physischen Goldes verbrieft werden, kassieren die Spielbetreiber satte Gewinne. Seit Mitte der Siebziger Jahre soll die Menge dieser Derivate in Unzen Gold gemessen von ca. 80 Millionen auf über eine Milliarde angestiegen sein. Der Bedarf der Spielmacher an diesen Chips scheint riesig zu sein. Der eigentliche Zweck dieser Papiergoldinflation dürfte es jedoch sein, im Interesse der „Eliten“ Gold verkaufen zu können, das physisch gar nicht existiert, und damit den Preis zu drücken.
Im vergangenen Jahr sollen fast 10 Billionen US-Dollar sogenanntes Papiergold gehandelt worden sein. Das wären weit über 200mal mehr „Gold“ als weltweit überhaupt Gold zur Verfügung steht. Das ist eine Situation den Potenkinschen Dörfern vergleichbar, nur umgekehrt: „Seht her, blühende Landschaften gar nicht zersiedelt. Der aktuelle Goldpreis scheint noch sehr viel Luft nach oben zu haben.
Das Komplott der Zentralbanken, die eigentlich gar nicht mit Bankstern und Spekulanten paktieren dürften, sondern – sozusagen als Oberbanken und Banken des Staates – ihren speziellen Beitrag zum allgemein Wohl liefern sollten, wird seit einigen Jahren allerdings kräftig gestört. Denn die Chinesen und die Russen sehen gar nicht ein, weshalb Gold als eine seit Jahrtausenden erprobte beste denkbare Währung ausgeschaltet und die Welt vom siechen US-Dollar und von Notenbankern beherrscht werden sollte, die das Geschäft zweifelhafter westlicher „Eliten“ betreiben. Trump hat vollkommen Recht, wenn er den Kurs seiner Heimatwährung als zu hoch betrachtet. Er sollte allerdings wissen, daß dies nur deshalb der Fall ist, weil der Dollar immer noch von vielen Staaten als Reservewährung, von reichen Leuten in den Entwicklungsländern als „sicheres“ Wertaufbewahrungsmittel, und im internationalen Handel als Verrechnungsmittel genutzt wird. Will er den Kurs deutlich drücken, muß er diese globale Nutzung des Dollars beenden – am besten indem er gemeinsam mit Russen, Chinesen und der Europäischen Union eine goldbasierte Welt(handels)währung schafft.
Auch die überwiegende Mehrheit der Menschen, die Gold – wenn überhaupt – nur in Form von Schmuck besitzt, müßte sich fragen, wer hier sein Spielchen auf wessen Kosten spielt. Denn klar ist, daß es darum geht, die Völker mit Fiat-Geld abhängig von willkürlichen Entscheidungen zu ihren Lasten und zum Vorteil raffgieriger „Eliten“ zu machen. Vorsichtig wird auch schon die Idee lanciert, das Bargeld im Zuge einer Perpetuierung und Perfektionierung des Ponzi-Spiels der EZB ganz abzuschaffen, um damit die Voraussetzungen zu schaffen, Menschen vollkommener finanzieller Repression und totaler Kontrolle zu überantworten.
Aber so weit sind wir noch lange nicht. Noch gibt es starken Gegenwind und der wird sicherlich anhalten, bis die Ponzi-Spiele der drei großen Notenbanken schließlich zusammenbrechen. Sie werden danach für lange Zeit der ganzen Welt ein mahnendes Beispiel dafür sein, wie fleißige und sparsame Menschen zugunsten skrupelloser Politiker, Bankster und reicher Spekulanten ausgebeutet und sozial hinuntergedrückt werden können.
Die ganze Welt scheint derzeit in ein enzephalitisches Fieber zu fallen. Menschen in wichtigen Positionen, die eigentlich verantwortlich handeln sollten, reden und handeln wirr, gegen jede Vernunft. Auch Gewaltausbrüche, die nicht nur verbal bleiben, häufen sich. Wir brauchen aber gar keinen Krieg, um das zu erleben, was der unvermeidliche Einsturz des baufälligen Gebäudes des Turbofinanzkapitalismus infolge der derzeitigen Notenbankpolitik und der damit verbundenen Finanzmanipulationen anrichtet. Unsere Kinder und Enkel werden – sofern sie das überleben, was auf uns zukommt – sich fragen, wie Menschen, die den Weltraum erkunden, zum Mond gereist sind und fast alle Krankheiten heilen können, nur so dumm sein können.
Prof. Querulix beobachtet und kommentiert seit vielen Jahren das fragwürdige Tun und Lassen der Menschentiere und dokumentiert seine Beobachtungen in der eBook-Reihe „Tacheles“. 7 Bände sind bis heute erschienen. Der jüngste: Band trägt den Titel: „Rien ne vas plus – Wohin treibt die Menschenwelt?“ (ISBN 978-3-943788-43-3). Wie seine Vorgänger ist er im eVerlag READ – Rüdenauer Edition Autor Digital (www.read.ruedenauer.de) erschienen und dort sowie in allen gut sortierten Buchhandlungen zum Preis von 9,95 Euro erhältlich.
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