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Prof. Querulix: Im freien Fall

03.04.201711:10 UhrPolitik, Recht & Gesellschaft

(openPR) So oder auch als Tanz auf dem Vulkan könnte man die derzeitige Weltlage charakterisieren. Bankster treiben mit kostenlosem Geld von den Notenbanken die Aktienkurse in wahnwitzige Höhen, wenige werden immens reich und viele immer ärmer. Der Punkt, an dem sich Ruhe und Frieden noch retten ließen, scheint überschrittent. Die Menschheit ist unhaltbar aus dem Gleichgewicht geraten.



„Im freien Fall“ lautet auch der Titel eines eBooks mit Aphorismen von Prof. Querulix. Der Alltagsphilosoph, Essayist und Aphoristiker nennt seine dort kondensierten Lebensweisheiten „Brösel des Wahrheitskuchens“, denn „der Aphorismus deckt sich nie mit der Wahrheit; er ist entweder eine halbe Wahrheit oder anderthalb“ (Karl Kraus).

Mit seinen Aphorismen stellt Prof. Querulix die fragwürdigen Aktivitäten des Menschentiers ins Licht der Aufmerksamkeit. Friendly fire nennt er die virtuellen Salven seiner Brösel des Wahrheitskuchens, die er auf seine Mitmenschen abfeuert: auf Mitbürgerinnen und Mitbürger, Alte und Junge, Arme und Reiche, Starke und Schwache, Freunde und Gegner, Täter und Opfer, Helden und Feiglinge, Erfolgreiche und Versager, Politiker, offene und verkappte Lobbyisten, dreiste Beutemacher, scheinheilige Schwätzer und die vielen nützlichen Idioten, die um (vermeintlicher) Vorteile wegen die legitimen Interessen ihrer Mitbürgerinnen und Mitbürger verraten.

Im Kern sind sich dabei alle gleich: Christliche, Christsoziale, Sozialisten, Freie Demokraten, die Grünkonservativen, sogar die Linken und natürlich auch die vielen, die – wenigstens offiziell – gar kein Abzeichen tragen. Die Dummen sind der „kleine Mann“ und die „kleine Frau“. Soziale Gerechtigkeit ist im Zeitalter des Beutekapitalismus nämlich einfach zu teuer für die, die über den Staat verfügen und ihn für ihre eigennützige Zwecke benutzen. Deshalb gibt es keine soziale Gerechtigkeit und deshalb müssen immer mehr Menschen in prekären Arbeitsverhältnissen und mit Kümmerrenten für unaufhältlich steigende Einkommen und Pensionen der ohnehin schon – zum Teil bis zum Exzeß – wohlhabenden Selbstbediener malochen.

Die offensichtliche Benachteiligung von Millionen Mitmenschen wird von den „Eliten“ einfach ignoriert oder sie lassen sie von ihren nützlichen Idioten hinwegschwafeln. Zum Beispiel: „Was wollt ihr denn? Die Zahl der Beschäftigten steigt doch!“ Was dabei unterschlagen wird, ist nur eine Kleinigkeit, ein einziges Wort, nämlich „prekär“. Die Zahl der prekär Beschäftigten, die Mindestlöhner, Teilzeit-, auf Abruf , befristet Beschäftigten, Menschen, die keinerlei Aussicht haben, jemals einen Rentenanspruch zu erwerben, der eine zum Überleben auskömmliche Rente gewährleistet, die Zahl dieser bedauernswerten Kreaturen steigt tatsächlich. Die Zahl der modernen Sklaven, um es einmal sehr deutlich zu sagen, die steigt tatsächlich. Insofern ist die Aussage „Die Zahl der Beschäftigten steigt“ vollkommen richtig. Sie verschweigt nur das Wichtigste.

Große Ungerechtigkeiten gibt es auch bei denen, die es wenigstens etwas besser haben, die sogar bescheidene Beträge an Einkommensteuern abführen müssen. Sie werden, zählt man die Steuern und Abgaben hinzu, die sie durch ihre notwendigen Ausgaben für den Lebensunterhalt zwangsweise zusätzlich an den Fiskus abführen hinzu, insgesamt deutlich höher mit Steuern und Abgaben belastet als ihre Mitbürgerinnen und Mitbürger, die sich erheblich höherer Einkommen erfreuen und davon nur einen kleineren Teil für ihren notwendigen Lebensunterhalt ausgeben müssen.

Auch bei Renten und Pensionen gibt es keine Gerechtigkeit und durch Subventionen und andere „Gefälligkeitsgesetze“ für Großverdiener wird nicht selten die Ungerechtigkeit ins Maßlose gesteigert. Vielleicht hätten wir schon Revolution, wenn die Benachteiligten besser informiert und weniger durch seichte Unterhaltung eingeduselt würden.

Ändern wird sich an der traurigen Situation nur etwas, wenn die Benachteiligten aktiv für ihre berechtigten Belange eintreten, wenn sie sich gegen Benachteiligung und Ausbeutung wehren. Freie Wahlen sind deshalb der wichtigste Etappensieg der Menschenmehrheiten über ihre selbstsüchtigen Alphas in der politischen Geschichte der Menschheit. Die Benachteiligten sollten diese Errungenschaft nutzen, um diejenigen an die Macht zu bringen, von denen sie die konsequente Vertretung ihrer Interessen am ehesten erwarten können. Die zweite wichtige Errungenschaft ist übrigens das Streikrecht. Die Nützlichkeit seiner Inanspruchnahme ist allerdings davon abhängig, inwieweit die Funktionäre von den herrschenden „Eliten“ unabhängig sind und die Interessen der Streikenden auch konsequent vertreten.

Als Rudeltiere haben die Menschen es infolge genetischer Hemmungen allerdings nicht leicht, sich gegen ihre ausbeuterische Alphatiere und deren nützliche Idioten zu stellen und konsequent Gerechtigkeit einzufordern. „Die Welt sähe viel besser aus, wenn nicht so viele Sklaven sich unbewußt mit ihren Ausbeutern identifizierten“ beklagt Prof. Querulix diese nur selten in der Geschichte überwundene Selbsterniedrigung der Menschenmehrheit gegenüber ihren Beherrschern.

Anstöße zum Drübernachdenken und zum Verschenken liefert das Aphorismen-eBook, dessen Titel die Überschrift dieser Mitteilung lieferte: „Im freien Fall - Wohlmeinend-kritische Anmerkungen
zum Menschentier und seiner Welt, eBook (PDF), 136 S. (ISBN 978-3-943788-22-8), 9,95 Euro). Der Aphorismenband ist im eVerlag READ – Rüdenauer Edition Autor Digital (www.read.ruedenuer.de) erschienen und dort sowie in allen gut sortierten (Internet-)Buchhandlungen erhältlich.

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