(openPR) openPR.de - Die Regierungskoalition streitet mit sich selbst und den Krankenkassen, die Bürger sind verunsichert – der Weg aus dem Dilemma der Gesundheitsreform 2006 ist schwierig und ein Kompromiss auf jeden Fall noch weit entfernt. Wie´s trotzdem funktionieren kann, zeigen wieder einmal die Niederlande.
26. Juli 2006 - Bürgerversicherung, Kopfpauschale, Gesundheitsprämie und Gesundheitsfonds – die Debatte um die Gesundheitsreform 2006 bringt nicht nur ständig neue Begriffe und Ideen, sondern auch erhebliche Konflikte innerhalb der Regierungskoalition und im gesamten Gesundheitswesen. Und das zähe Ringen um die Details der Gesundheitsreform steht im Herbst erst noch bevor.
Ein guter Tipp für die Gesundheitsreformer wäre, die Sommerpause zu nutzen und einmal über den Tellerrand bzw. die Landesgrenzen zu schauen und sich anzusehen, wie andere europäische Länder ihr Gesundheitssystem reformiert haben. In den Niederlanden ist beispielsweise seit dem 1.1.2006 ein vollständig neues Gesundheitssystem im Einsatz, das wie der optimale Kompromiss zwischen der „Bürgerversicherung“ der SPD und der „Gesundheitsprämie“ der Union erscheint – hier wird sozusagen das beste beider Welten vereint, allerdings mit dem kleinen „Wehrmutstropfen“, dass die gesetzliche Krankenkasse als solche komplett abgeschafft worden ist.
In dem nun vollständig von privaten Krankenversicherern getragenen System zahlt jeder volljährige Bürger einen Pauschalbeitrag für seine Versicherung. Ein so genannter Basistarif mit gesetzlich festgeschriebenen Leistungen ist für jedermann zugänglich und für 80-90 Euro im Monat (je nach Versicherungsgesellschaft) zu haben, weitergehende Tarife mit umfassendem Schutz liegen bei etwa 150,- Euro monatlich. Wenn der Jahresverdienst unterhalb einer bestimmten Grenze liegt (2006: 25.000,- Euro), hat man außerdem Anspruch auf staatliche Zuschüsse zu den eigenen Beiträgen. Diese Zuschüsse werden über die Einkommensteuer finanziert.
Mit dieser Regelung wurde in den Niederlanden zweierlei erreicht: die Kosten für das Gesundheitssystem wurden vom Einkommen entkoppelt, so dass die Lohnnebenkosten deutlich gesenkt wurden – ein erklärtes Ziel auch der deutschen Gesundheitsreform. Andererseits bleibt das Solidarprinzip trotz „Kopfpauschale“ erhalten, denn Bürger mit höherem Einkommen tragen die Zuschüsse zu den Beiträgen ihrer schlechter gestellten Mitbürger. Und durch die Abschaffung des Unterschiedes zwischen gesetzlicher und privater Krankenversicherung sowie den Beschluss von klar definierten Leistungs- und Vergütungskatalogen ist auch die lang ersehnte Transparenz des Gesundheitssystems in greifbare Nähe gerückt.
Einfache Lösungen sind ja oft die besten, und auch bei der Gesundheitsreform kann es sicher nicht schaden, sich von unseren reformfreudigen Nachbarn im Westen inspirieren zu lassen.
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