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Bleibt Gender-Gerechtigkeit im Gesundheitswesen nur eine Vision?

07.03.201712:00 UhrPolitik, Recht & Gesellschaft
Bild: Bleibt Gender-Gerechtigkeit im Gesundheitswesen nur eine Vision?

(openPR) Der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK) weist anlässlich des morgigen Weltfrauentags auf nach wie vor gravierende Gender-Ungerechtigkeiten hin. Im September 2016 hat die WHO High-Level Commission on Health Employment and Economic Growth in einem Grundsatzpapier alle nationalen Regierungen zu Investitionen in Gesundheitspersonal aufgefordert. Eine der zentralen Forderungen lautet: „Maximize women`s economic participation and foster their empowerment through institutionalizing their leadership, adressing gender biases and inequities in education and the health labour market, and tackling gender concerns in health reform processes.“ Dahinter steckt die Erkenntnis, dass nachhaltige Gesundheitsversorgung der Bevölkerung sowie stabiles Wirtschaftswachstum weltweit vor allem der Leistung und dem Potenzial von Frauen zu verdanken sind. „Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe trägt als Mitglied der Kommission diesen Appell mit. Es sollte ihm bekannt sein, wie weit gerade im deutschen Gesundheitssystem in der Frage der Gender-Gerechtigkeit Wunsch und Wirklichkeit auseinanderklaffen. Deutschland ist an diesem Punkt bei weitem noch nicht dort angekommen, wo es sein sollte“, erklärt DBfK-Vizepräsidentin Dr. Sabine Berninger. „Im Dienstleistungssektor Pflege arbeiten zu mehr als 80 % Frauen, Ökonomen bezeichnen ihn gern als Schlüsselbranche und Jobmotor. Allerdings stützt sich der Boom auch im Jahr 2017 noch immer auf vielfach schlechte Arbeitsbedingungen, hohe Arbeitsdichte, Zeitdruck, viele und häufig nicht adäquat vergütete Überstunden, prekäre Arbeitsverhältnisse, schlechte Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben sowie ein hohes Risiko berufsbedingter Erkrankung der Beschäftigten. Das Hantieren an Maschinen wird in Deutschland weit besser honoriert als die fachlich und emotional anspruchsvolle Rund-um-die-Uhr-Versorgung kranker und pflegebedürftiger Menschen“, sagt die Pflegemanagerin.



Diese Ungerechtigkeit setzt sich am Ende des Berufslebens nahtlos fort: Erst kürzlich haben Wissenschaftler des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) die große Rentendifferenz zwischen Frauen und Männern aufgezeigt. Die Altersarmut von Frauen resultiert demnach nicht nur aus dem Lohngefälle, sondern auch aus Unterbrechungen und Reduzierungen der Erwerbstätigkeit, um Kinder und pflegebedürftige Angehörige zu betreuen. Für berufliches Vorankommen und Karriere sind dies nach wie vor kaum aufholbare Hemmnisse. Was erneut beweist: Sorgearbeit wird zwar dringend gebraucht, aber nicht wert geschätzt.

Der Weltfrauentag 2017 trägt das Motto: „BE BOLD FOR CHANGE“. Frauen sollen keck, mutig, dreist, kühn und risikobereit auftreten und einen Wandel in der Arbeitswelt verlangen. Dazu fordert der DBfK die beruflich Pflegenden in Deutschland ausdrücklich auf! Wir brauchen endlich gleiche Chancen für Frauen und Männer, gleichen Lohn für gleiche Arbeit, gendergerechtes Führen auf allen Ebenen, unterstützende Infrastrukturen, die familiäre Sorgeverpflichtungen mit einer Berufstätigkeit vereinbar machen. Es ist die Verantwortung der Politik auf Bundes-, Landes- und kommunaler Ebene, hierfür den Rahmen zu schaffen.

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