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Berliner Umschau: Von einer Gewerkschaft ist der Marburger Bund noch weit entfernt

28.06.200610:10 UhrGesundheit & Medizin

(openPR) Kommentar zu den Ärztestreiks in den kommunalen Krankenhäusern

Man kann es kurz machen. Im Prinzip sind die Forderungen, die der Marburger Bund für die etwa 70.000 Ärzte an kommunalen Krankenhäuser erhebt, absolut berechtigt. So kommentiert die internetbasierte Tageszeitung „Berliner Umschau“ (www.berlinerumschau.de) die Strategie des Marburger Bundes in den aktuellen Tarifauseinandersetzungen. Die Gehälter sind zu niedrig, die Arbeitszeiten zu lang - worunter gerade die Patienten leiden - die Arbeitsbedingungen zum Teil sehr schlecht. Man kann den kommunalen Arbeitgeberverbänden nur raten, hier nicht weiter zu überreizen. Dieser Streik müßte nicht sein - er ist, um mit Frank-Ulrich Montgomery zu sprechen, "völlig überflüssig".



Doch von einer richtigen Gewerkschaft ist der Marburger Bund noch weit entfernt, zumindest, wenn man darunter mehr versteht, als die berechtigten Interessen der Ärzte wahrzunehmen. Wer heute für die Interessen der Ärzte kämpft, muß Gesundheitspolitik betreiben, muß nicht nur die Frage stellen "Was für eine Medizin wollen wir?", wie es der Ärztechef ja tut, sondern auch die Frage stellen, wer diese Medizin bezahlen soll. Da muß mehr kommen als der vage Hinweis, daß dies über die Steuern oder die Beiträge refinanziert werden soll.

Viele Menschen, auch die, die ansonsten viel Verständnis für überlastete Ärzte haben, machen sich im Zeitalter von Hartz IV berechtigte Sorgen darüber, daß wieder nur alles teurer wird, die Leistungen schlechter und private Krankenhäuser - wie sollten sie sonst - auf Gewinn orientiert sind. Zieführender wäre da der Gurndsatz, den der Linkspartei-Vorsitzende Lothar Bisky kürzlich erklärt hat, wonach Gesundheitsvorsorge ein Menschenrecht sei und jeder gleichen Zugang zu den möglichen medizinischen Leistungen haben müsse. Leider reicht die Denke der Standesfunktionäre des Marburger Bundes nicht so weit. Sie mögen denken, das sei Politik und ginge sie nichts an. Wahrscheinlicher ist aber, daß es unmöglich wäre, in der ehemaligen Standesorganisation, die allmählich gewerkschaftliche Ansätze zeigt, darüber einen tragfähigen Konsens herzustellen. So bleibt der Bund ein Zwitter wie sein Vorsitzender, eine eloquente Mischung aus Onkel Doktor, Facharzt, Gewerkschafter und Halbgott in Weiß.

An der Berechtigung des Streiks ändert das nichts. Man muß nur aufpassen, daß jetzt wieder die Kosten ganz nach unten abgewälzt werden. Deutschland wäre mühelos in der Lage, ein effizientes Gesundheitswesen für alle zu schaffen. Was dagegen steht, ist weder die Demographie noch das Anspruchsdenken, sondern der mangelnde politische Wille. Das ließe sich ändern.

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