openPR Recherche & Suche
Presseinformation

Opfer und ihre Rechte im Fokus des 25. Opferforums

09.03.201615:42 UhrPolitik, Recht & Gesellschaft
Bild: Opfer und ihre Rechte im Fokus des 25. Opferforums
25. Opferforum des WEISSEN RINGS in Mainz (v.l.): stellvertretender Bundesvorsitzender Jörg Ziercke,
25. Opferforum des WEISSEN RINGS in Mainz (v.l.): stellvertretender Bundesvorsitzender Jörg Ziercke,

(openPR) WEISSER RING fordert mehr Aufmerksamkeit für Männer als Opfer von Gewalt

Viel hat sich getan in den vergangenen 40 Jahren – es bleibt aber noch viel zu tun. Daher forderte der WEISSE RING anlässlich seines 25. Opferforums in Mainz dazu auf, auch Gewalt gegen Männer stärker als bisher in den öffentlichen Fokus zu rücken. „Das Thema ist immer noch mit einem gesellschaftlichen Tabu belegt, was viele männliche Opfer davon abhält, sich Hilfe zu holen“, sagte Roswitha Müller-Piepenkötter, Bundesvorsitzende von Deutschlands größter Hilfsorganisation für Kriminalitätsopfer.



Anlässlich des Opferforums befasste sich der WEISSE RING mit einer Bestandsaufnahme und einer Weiterentwicklung der Opferrechte. „Es ist gut, dass die Rechte des Opfers im Strafverfahren und die Einwirkungsmöglichkeiten im Prozess ausgeweitet wurden“, sagte Malu Dreyer, Ministerpräsidentin des Landes Rheinland-Pfalz und Schirmherrin des Opferforums. Fragestellungen des Opferschutzes und eine intensive Beschäftigung mit ihnen seien von außerordentlicher Bedeutung für eine funktionierende Gesellschaft, so Ministerpräsidentin Malu Dreyer. Ein wichtiger Partner sei der WEISSE RING auch bei der therapeutischen Nachbehandlung von Opfern.

Mittlerweile seien vier Traumaambulanzen in Rheinland-Pfalz wichtige Anlaufstellen für Opfer von Gewalttaten. „Ich danke den vielen Haupt- und Ehrenamtlichen im WEISSEN RING, die sich überall im Land für die Betroffenen und ihre Angehörigen einsetzen“, so die Ministerpräsidentin.

Auch der Politikwissenschaftler und Buchautor Dr. Martin Rupps, Festredner beim diesjährigen Opferforum, wies auf die zentrale gesellschaftliche Dimension des Themas hin: „Wer gilt überhaupt als Opfer, wie wird in Politik und Medien über sie gesprochen und geschrieben? Welche Hilfe erhalten Menschen, nachdem sie zu Opfern geworden sind?“ Dr. Martin Rupps hat unter anderem ausführlich über das Versagen des Staates im Umgang mit den Opfern der entführten Lufthansa-Maschine „Landshut“ 1977 nach Mogadischu geforscht.

Beim 25. Opferforum diskutierten die Teilnehmer im Rahmen von Workshops, Vorträgen und Gesprächsrunden intensiv über Opferrechte. Am zweiten Tag stand das Thema Männer als Opfer von Gewalt im Vordergrund. Denn falsche, aber gesellschaftlich verankerte Rollenbilder sorgen noch zu oft dafür, dass das Annehmen von Hilfsangeboten nach der Tat vom männlichen Opfer selbst oder auch von anderen als Zeichen von Schwäche gedeutet wird. Dementsprechend gering ausgeprägt ist das Problembewusstsein. 1.902 männliche Gewaltopfer wandten sich im vergangenen Jahr an den WEISSEN RING und erhielten materielle Hilfe. Demgegenüber stehen 8.851 weibliche Gewaltopfer, die vom WEISSEN RING 2015 entsprechend betreut wurden. „Dies muss sich ändern“, sagte Müller-Piepenkötter. „Sich Hilfe zu holen, ist kein Zeichen von Schwäche, sondern von Stärke.“

Die Teilnehmer des Opferforums erarbeiteten zusammen Resolutionen, die der WEISSE RING in den politischen Prozess einbringen wird: So forderte das Opferforum unter anderem die Wiederaufnahme eines Verfahrens zuungunsten des Angeklagten, wenn neue DNA-Beweise vorgelegt und bei der Aufklärung einer Straftat helfen können. Darüber hinaus forderten die Teilnehmer die bundesweit flächendeckende Einrichtung von Traumaambulanzen sowie eine Ausbildung in Traumatherapie zum essenziellen Bestandteil des Berufsweges von Psychotherapeuten zu machen. Zum Thema Männer als Opfer von Gewalt stellte das Opferforum die Forderung, auch dieser Opfergruppe schnellstmöglich und flächendeckend Hilfsangebote zur Verfügung zu stellen. Aufklärung und Forschung zum Thema seien ebenfalls dringend geboten. „Der WEISSE RING wird die Impulse aufnehmen, um die Interessen der Opfer noch besser zu vertreten“, betonte Roswitha Müller-Piepenkötter. Die Resolutionen des Opferforums sind in Kürze über die Website des WEISSEN RINGS einsehbar.

Diese Pressemeldung wurde auf openPR veröffentlicht.

Verantwortlich für diese Pressemeldung:

News-ID: 894232
 552

Kostenlose Online PR für alle

Jetzt Ihren Pressetext mit einem Klick auf openPR veröffentlichen

Jetzt gratis starten

Pressebericht „Opfer und ihre Rechte im Fokus des 25. Opferforums“ bearbeiten oder mit dem "Super-PR-Sparpaket" stark hervorheben, zielgerichtet an Journalisten & Top50 Online-Portale verbreiten:

PM löschen PM ändern
Disclaimer: Für den obigen Pressetext inkl. etwaiger Bilder/ Videos ist ausschließlich der im Text angegebene Kontakt verantwortlich. Der Webseitenanbieter distanziert sich ausdrücklich von den Inhalten Dritter und macht sich diese nicht zu eigen. Wenn Sie die obigen Informationen redaktionell nutzen möchten, so wenden Sie sich bitte an den obigen Pressekontakt. Bei einer Veröffentlichung bitten wir um ein Belegexemplar oder Quellenennung der URL.

Pressemitteilungen KOSTENLOS veröffentlichen und verbreiten mit openPR

Stellen Sie Ihre Medienmitteilung jetzt hier ein!

Jetzt gratis starten

Weitere Mitteilungen von WEISSER RING e. V

Ein Jahr nach Anschlag am Berliner Breitscheidplatz: Staat muss Terroropfer besser unterstützen
Ein Jahr nach Anschlag am Berliner Breitscheidplatz: Staat muss Terroropfer besser unterstützen
Opfer und Angehörige müssen nach Terrorangriffen schneller und umfassender unterstützt werden. Dies fordert der WEISSE RING knapp ein Jahr nach dem Anschlag am Berliner Breitscheidplatz im Dezember 2016. „Der Staat muss eine Krisenkoordinationsstelle einrichten“, sagt Roswitha Müller-Piepenkötter, Bundesvorsitzende von Deutschlands größter Hilfsorganisation für Opfer von Kriminalität. „Eine solche Stelle muss gewährleisten, dass Betroffene schnell und mit der nötigen Sensibilität betreut werden.“ Die damalige Arbeit der Berliner Behörden sei…

Das könnte Sie auch interessieren:

radio SAW Spezial: Gegen Gewalt im Netz!
radio SAW Spezial: Gegen Gewalt im Netz!
… belästigt oder sogar bedroht. Das ist Mobbing im Internet! Cyber-Mobbing ist alles andere als ein harmloser Streich. Doch wer Opfer dieser Gewalt im Netz wird, ist nicht ohne Rechte und kann sich wehren! radio SAW berichtet am Montag, 7. November, ab 20.00 Uhr in der Sendung´ radio SAW Spezial´ über das Thema Cyber-Mobbing. Moderator Uwe Heuer spricht …
Gefährliche Körperverletzung in München: Wehr Dich – Verein zur Förderung der Opferrechte informiert
Gefährliche Körperverletzung in München: Wehr Dich – Verein zur Förderung der Opferrechte informiert
… weiterhin in stationärer Behandlung. Der mutmaßliche Täter wurde noch am Tatort vorläufig festgenommen. Der Verein Wehr Dich – Verein zur Förderung der Opferrechte, dessen Aufgabe in der Information und Beratung von Verbrechens-Opfern über deren Rechte und Handlungsmöglichkeiten besteht, weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass für Opfer von …
Union stärkt die Rechte der Opfer von Straftaten
Union stärkt die Rechte der Opfer von Straftaten
Rolle des Verletzten im Strafprozess neu bestimmen Anlässlich des Gesetzentwurfs zur Stärkung der Rechte der Opfer im Strafprozess (Zweites Opferschutzgesetz), den die CDU/CSU-Fraktion heute in den Bundestag eingebracht hat, erklärt der rechtspolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Dr. Norbert Röttgen MdB: Der Entwurf eines Opferschutzgesetzes …
Bild: Anwalt Strafrecht über Opfer-Rechte im StrafverfahrenBild: Anwalt Strafrecht über Opfer-Rechte im Strafverfahren
Anwalt Strafrecht über Opfer-Rechte im Strafverfahren
… Strafverfahren nicht nur einen verstärkten Schutz durch den deutschen Gesetzgeber erfahren. Auch ihre Pflichten wurden deutlich verschärft. ------------------------------ Neu geregelt: Die Opfer-Rechte im Strafverfahren Neben den Rechten und Pflichten eines Beschuldigten/Angeklagten regelt das deutsche Strafrecht in einer Reihe von Vorschriften auch die …
Zentraler Notruf für Frauen: Wehr Dich – Verein zur Förderung der Opferrechte informiert
Zentraler Notruf für Frauen: Wehr Dich – Verein zur Förderung der Opferrechte informiert
… erste Ratschläge zu erteilen und sie an Hilfseinrichtungen in der Nähe der Opfer weiterzuleiten. Der Verein Wehr Dich – Verein zur Förderung der Opferrechte, dessen Aufgabe in der Information und Beratung von Verbrechens-Opfern über deren Rechte und Handlungsmöglichkeiten besteht, begrüßt diesen Schritt der Bundesregierung ausdrücklich. „Sinnvoll sind …
Internationaler Tag für die Beseitigung von Gewalt gegen Frauen (25.11.2009)
Internationaler Tag für die Beseitigung von Gewalt gegen Frauen (25.11.2009)
… Gewalt, weil sie nur einen geringen sozialen Status besitzen, als Witwen ohnehin diskriminiert werden, in ihrer Mehrzahl Analphabeten sind und nicht ausreichend über ihr Rechte Bescheid wissen. Gleichzeitig erfüllen gerade alte Frauen für ihre Familien und Gemeinschaften unersetzliche Aufgaben. In Afrika werden inzwischen mehr als die Hälfte aller Aids-Waisen …
Bild: STALKING - Bis zu 10 Jahre Haft nach neuem § 238 StGBBild: STALKING - Bis zu 10 Jahre Haft nach neuem § 238 StGB
STALKING - Bis zu 10 Jahre Haft nach neuem § 238 StGB
… Jahren bestraft werden. Mit diesem neuen Straftatbestand wurde die mit dem im Jahre 2004 in Kraft getretenen Opferschutzreformgesetz begonnene Stärkung der Rechte der Opfer von Straftaten fortgesetzt. Der genaue Gesetzestext des neuen „Stalking-Paragraphen“ findet sich im Internet unter: http://bundesrecht.juris.de/stgb/__238.html Opfer können daneben …
Bild: Mut statt Mobbing: Stark im Netz und im AlltagBild: Mut statt Mobbing: Stark im Netz und im Alltag
Mut statt Mobbing: Stark im Netz und im Alltag
… 14- bis 17-Jährigen in Deutschland haben bereits Erfahrungen mit Cybermobbing gemacht. Doch Opfer sind nicht schutzlos. Im Interview erklärt ARAG Expertin Kathrin Köhler, welche Rechte Kinder im Netz haben und warum Aufklärung immer noch die beste Prävention bleibt.Was sagt das Gesetz zum Cybermobbing?Kathrin Köhler: Ein spezielles Gesetz gegen Cybermobbing …
Entpolitisierter Opferschutz
Entpolitisierter Opferschutz
… Straftaten, insbesondere von Gewalttaten, sollten sich durch kompetente Rechtsanwälte vertreten lassen, die sie durch das gesamte Verfahren begleiten und rechtzeitig die Opferrechte einfordern. Die Bundesvereinigung der Fachanwälte für Strafrecht e.V. vermittelt ausschließlich Fachanwälte für Strafrecht als Opferhelfer, um zu gewährleisten, dass nicht nur die …
Bild: Tag der Kriminalitätsopfer: Informierte Opfer sind starkBild: Tag der Kriminalitätsopfer: Informierte Opfer sind stark
Tag der Kriminalitätsopfer: Informierte Opfer sind stark
WEISSER RING macht bundesweit auf Opferrechte aufmerksam Opfer von Straftaten haben feste, unumstößliche Rechte – zum Beispiel auch umfassenden Informationsanspruch darauf, was während des Strafprozesses geschieht. Darauf weist der WEISSE RING, Deutschlands größte Hilfsorganisation für Kriminalitätsopfer, zum Tag der Kriminalitätsopfer hin. „Opfer …
Sie lesen gerade: Opfer und ihre Rechte im Fokus des 25. Opferforums