(openPR) Drei Mal pro Tag bis drei Mal pro Woche gehört der Stuhlgang beim gesunden Menschen zum Verdauungsprozess des Körpers. Um die Darmentleerung zu steuern, wirken zahlreiche Nervenfasern und Muskeln zusammen. Störungen in diesem sensiblen Ablauf können zu sogenannter Stuhlinkontinenz führen und Betroffene verlieren die Fähigkeit, ihren Stuhlgang bewusst zu kontrollieren. „Leider scheuen nach wie vor viele aus Scham zunächst den Gang zum Arzt. Dabei stehen mittlerweile verschiedene Behandlungsoptionen zur Wahl, die den Enddarm wieder stärken“, weiß Prof. (Univ. Chisinau) Dr. Dr. Stefan Hillejan, Phlebologe und Proktologe von der Praxisklinik für Venen- und Enddarmerkrankungen in Hannover und Vorsitzender des Berufsverbands Qualifizierter Medizinischer Sachverständiger Deutschlands. „Bei fortgeschrittener Inkontinenz lässt sich der Schließmuskel oftmals schonend mithilfe von Radiofrequenz straffen.“
Geregelte Verdauung
Um zu verstehen, wie Inkontinenz entsteht, hilft ein Blick auf den letzten Schritt der Verdauung: Hierbei sammeln sich unverdaute Bestandteile der Nahrung im Enddarm, genauer gesagt in dessen erstem Abschnitt, dem Mastdarm. Im daran anschließenden Analkanal erfolgt die Steuerung der Darmentleerung. Zum einen befinden sich zahlreiche Nervenfasern in der Analschleimhaut, die beispielsweise Signale an das Gehirn senden, wenn der Darm gefüllt ist und damit unter Spannung steht. Zum anderen sorgen umgebende Muskeln sodann für die Einleitung des Stuhlgangs. „Während der innere Schließmuskel dauerhaft angespannt ist und sich bei gefülltem Darm unbewusst entspannt, lässt sich der äußere Schließmuskel willentlich beeinflussen, um etwa den Darminhalt noch zurückzuhalten“, erläutert Prof. Hillejan. Zusätzlich unterstützen der Beckenboden – bestehend aus Muskeln, Bändern und Bindegewebe – sowie ein ringförmig angelegtes Polster aus Blutgefäßen am After die Abdichtung des Enddarms.
Straffer Verschluss
Verschiedene Faktoren beeinträchtigen den beschriebenen Ablauf. Dazu zählen unter anderem Schwächungen oder Verletzungen der beteiligten Muskulatur, Sensibilitätsstörungen der Nerven oder auch eine veränderte Stuhlkonsistenz, etwa durch eine chronisch entzündliche Darmerkrankung. Zu den häufigsten Ursachen zählt die mit dem Alter nachlassende Kraft des Schließmuskels. Bei frühzeitiger Diagnose dieser Schwäche bieten sich für gewöhnlich konservative Therapien an. So helfen in einigen Fällen eine Ernährungsumstellung auf ballaststoffreiche Kost oder gezielte Übungen, die sowohl Beckenboden als auch Schließmuskel stärken. Führen diese Maßnahmen zu keiner Linderung und tritt die Inkontinenz mindestens einmal pro Woche auf, bietet die Secca-Therapie eine moderne Behandlung, die oft einen chirurgischen Eingriff verhindert. „Dünne Elektronadeln übertragen hierbei Radiofrequenzenergie auf den Schließmuskel“, beschreibt Prof. Hillejan das Vorgehen. „Dadurch strafft sich das Gewebe und die Funktion wird wiederhergestellt.“ Bereits in den ersten Tagen nach der Behandlung verspüren die Patienten Linderung, das endgültige Ergebnis zeigt sich nach rund drei bis sechs Monaten. Um den Darm dauerhaft gesund zu halten, rät der Experte, nach der Behandlung verstärkt auf ausgewogene Ernährung sowie einen aktiven Alltag zu achten.
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