(openPR) Tausende Beschäftigte des Öffentlichen Dienstes sind heute in Düsseldorf in einem Protestzug auf die Straße gegangen, um den Druck auf die Arbeitgeberseite bei den stillstehenden Tarifverhandlungen für die Beschäftigten der Länder zu erhöhen. Am kommenden Montag wird die Tarifrunde bereits zum dritten Mal tagen. Bislang tat sie dies ohne Ergebnis, denn es liegt noch nicht einmal ein Angebot der Arbeitgeberseite vor.
Seit Wochen überziehen Warnstreiks die Länder. Die Beschäftigten des Öffentlichen Dienstes machen mobil gegen die Ignoranz der Arbeitgeber. Die stellen sich taub und ließen bislang zwei Verhandlungsrunden ohne Angebot an die Arbeitnehmer vergehen. "Viele Beschäftigte werten das als Schlag ins Gesicht", sagt Jano Hillnhütter, Landeschef der Deutschen Beamtenbund-Jugend NRW am Rande des Protestmarsches.
Jugend-Forderungen schrill rübergebracht
Die Demonstranten tauchten Düsseldorf ganz in die Farbe mahnend leuchtenden Magentas. Wütend pfeifend nahm der Zug der Tausenden seinen Lauf vom Finanzministerium durch die Innenstadt bis hin zum Düsseldorfer Landtag. Allen voran schreiten Mitglieder der dbb jugend nrw, die plakativ und frech formuliert ihre Forderungen vor sich her tragen. Ganz im Stil von Werbe-Ikone Friedrich Lichtenstein liest man auf einem der Schilder: "Dauerhafte Übernahme für Azubis ist sehr, sehr geil". Andere Schilder verkünden "Selbst Chuck Norris gibt seinen Azubis 30 Tage Urlaub!" oder richten ihre Forderung direkt an Finanzminister Norbert Walter-Borjans: "Willst du deinen Azubi beglücken, musst du einen Grünen zücken!"
Damit werben die jungen Beschäftigten parallel zu der Gesamtforderung von mindestens 175 Euro mehr im Monat für einen Gehaltszuwachs bei den Auszubildenden in Höhe von 100 Euro. Das sei nötig, um die Auszubildenden angemessen für ihre Arbeit zu bezahlen, betont Jano Hillnhütter in seiner Ansprache während der Protestkundgebung. Zustimmung erntete er außerdem mit der besorgten Feststellung: "Wer die Attraktivität des Öffentlichen Dienstes nicht erhöhen will, setzt fahrlässig die Handlungsfähigkeit des Staates aufs Spiel!"
Befristungen - Epic Fall
Mit "Epic Fail" spielt ein anderes Plakat auf das vollkommene Versagen bei sachgrundlosen Befristungen an. Denn der Personalbedarf sei hoch. Statt dringend benötigte junge Lehrer vor den Schulferien in die Arbeitslosigkeit zu entlassen und andere junge Menschen nach bestandener Ausbildung in der Justiz in auf ein Jahr befristete Verträge zu zwingen, sei eine unbefristete Übernahme der einzig sinnvolle Weg, so Hillnhütter weiter.
Der Vorsitzende des Deutschen Beamtenbundes NRW, Roland Staude, legte seinen Fokus unter anderem darauf, dass sich Tarifbeschäftigte und Beamte nicht auseinanderdividieren ließen. Ein Plus von 5,5 Prozent für die Angehörigen im nordrhein-westfälischen Landesdienst sei fair und halte den Öffentlichen Dienst konkurrenzfähig.
Montag - Tag der Entscheidung
Während weitere Warnstreiks geplant werden, zeichnet sich noch nicht ab, wie die dritte Verhandlungsrunde weitergehen wird. Die dbb jugend nrw hofft auf ein Signal der Arbeitgeber, statt des immer gleichen Hinweises auf das Diktat der Schuldenbremse. Für den Fall, dass sich am kommenden Montag in Potsdam nichts tun wird, hat der dbb bereits mit einem Abbruch der Verhandlungen gedroht. Dann drohen Urabstimmungen über unbefristete Streiks.








