(openPR) „Die Hälfte der Menschheit ist bettelarm, Millionen hungern und ein paar Dutzend geben hundert Millionen Dollar für ein einziges altes Bild aus. Was für eine wunderbare Schöpfung!“ (Prof. Querulix, Volksmund)
Das räuberische Rudeltier „Mensch“ schert sich von seinen genetischen Anlagen her nicht um Gesundheit und Lebensglück seines Nachbarn. Insofern sind Ausbeutung, Drangsalierung und Vernichtung von Menschen durch Menschen naturgemäß. Genetisch sind wir Menschen schließlich zu fast 99 Prozent mit dem Schimpansen identisch. Da darf es nicht wundern, daß wir uns allzu oft auch genauso verhalten.
Eine Schande ist es trotzdem.
Denn was hat der Mensch in den Millionen Jahren seiner Evolution aus seinem Affenwesen gemacht! Er ist zu einem Kulturwesen mutiert, einem potentiellen Menschen, und hat dabei die materiellen Voraussetzungen geschaffen, die allen seinen Artgenossen ein Dasein in Frieden und ohne körperliche Not ermöglichen könnten. In vielen Teilen der Welt wurde der Wohlstand derartig gesteigert, daß mehr Güter vorhanden sind als die Menschen vernünftig für ihren Lebensunterhalt brauchen können. Trotzdem haben Millionen nicht einmal das Nötigste zum Leben, während gerade einmal 10 Prozent 60 Prozent des Volksvermögens besitzen.
Ihre gute Chance, in Frieden, Freiheit und materiell gut versorgt miteinander zu leben, hat die Menschheit aber bisher nur sehr schlecht genutzt und es sieht leider auch nicht so aus, als ob sie bald besser dazu in der Lage wäre. Das räuberische Rudeltier regiert unter dem dünnen Apfelhäutchen der Kultur (Nietzsche) unverdrossen weiter. „In jedem Menschen steckt der archaische Mensch, in den meisten dominiert er. Daraus folgt das ganze Elend unserer Kultur.“ (Prof. Querulix, Volksmund) „Unsere Kultur ist wirklich fortgeschritten, wir fressen einander nicht, wir schlachten uns bloß.“ (Georg Christoph Lichtenberg)
Die Lobby der Großprofiteure wettert weiter gerade wieder gegen den ungeliebten Mindestlohn, der in den meisten europäischen Staaten längst bewährt ist, von dem allerdings sowieso niemand leben kann. Neuerdings soll er nichts gegen die Schwarzarbeit bewirken. Warum auch? Das war zwar doch gar nicht der Zweck seiner Einführung. Aber eine skrupellose Lobby braucht eben irgendwelche „Argumente“ und seien sie noch so dümmlich. Warum nicht einfach und wahrheitsgemäß sagen. „Profitsteigerung in Konkurrenz mit Sklavenarbeitern in Schwellenländern geht nur über Ausbeutung“?
Die grenzenlose Profitgier, die ihre natürlichen archaischen Wurzeln in der Beutegier des räuberischen Rudeltiers hat, sollte nicht auch noch mit Scheinheiligkeit besudelt werden.
Um mögliches großes soziales und politisches Unheil abzuwenden, wird es höchste Zeit, endlich die evolutionär weiter entwickelten Teile des Menschengehirns einzuschalten und zu fragen: Was für eine Gesellschaft streben wir an und was wollen wir dafür riskieren? Wollen wir eine Sklavengesellschaft, in der die Massen, nur mit dem Nötigsten bis zu ihrem möglichst frühen Tode versorgt, für eine winzige maßlos raffgierige Minderheit ihrer Artgenossen schuften, die sich nur noch von Bodygards beschützt und in gepanzerten Fahrzeugen aus ihren Luxusvillen wagen dürfen? Wollen wir eine Gesellschaft mit der Sozialstruktur von Entwicklungsländern, in der ein großer Teil der Bevölkerung „abgehängt“ vom Wohlstand eine Art Subgesellschaft bildet, die mit ihren Beherrschern und deren nützlichen Idioten im dauernden Bürgerkrieg lebt?
Oder wollen wir vielleicht doch lieber eine Gesellschaft, in der jeder angemessen am gemeinsam erarbeiteten Volksvermögen beteiligt wird, eine Gesellschaft, in der sozialer Frieden herrscht, weil sie als gerecht empfunden wird, und in der alle menschlichen Potentiale zum gemeinsamen Wohl ausgeschöpft werden?
Wenn wir Letzteres wollen, müssen wir der Politik anstelle des Profits der polit-ökonomischen Klasse schleunigst das Allgemeinwohl vorschreiben und mit grundlegenden Reformen beginnen, um es zu verwirklichen.
Die infolge der untauglichen Versuche zur „Lösung“ der Finanzkrise wohl unvermeidlich bevorstehende Weltwirtschaftskrise mit ihren unvermeidlichen schlimmen sozialen und politischen Folgen wird Gelegenheit geben, darüber noch einmal gründlich nachzudenken, bevor sich die ungerechten und antisozialen Verhältnisse möglicherweise verselbständigen. Sollten weiterhin die von Lobbyisten innerhalb und außerhalb der Parlamente und Regierungen vertretenen Sonderinteressen das politische Handeln dominieren, wird unsere Kultur, die ohnehin schon vom Primat des Profits zerfressen ist, gänzlich zur Räuberhöhle und zum sozialen Schlachtfeld mutieren. Ob das wirklich den Interessen der gegenwärtigen Profiteure des Status quo entspricht?
Ein Mindestlohn, der ohnehin zur Teilnahme am sozial-kulturellen vollkommen unzureichend und dazu noch von Ausnahmen durchlöchert ist, wäre überflüssig, wenn grundsätzlich alle Mitbürgerinnen und Mitbürger Anspruch auf einen angemessenen Anteil am gemeinsam erwirtschafteten Volksvermögen hätten. Eine kleine Studie macht dazu Vorschläge. Ihr Titel: „Unbedingtes individuelles Grundeinkommen in Gestalt einer negativen Einkommensteuer - Kernstück einer unvermeidlichen Radikalreform unserer Gesellschaft (ISBN 978-3-943788-18-1, eBook, 9,95 Euro).
In der mit Zahlen unterlegten Studie werden Anregungen gegeben, wie einerseits Mitbürgerinnen und Mitbürger vor Ausbeutung geschützt werden könnten und zugleich eine nachhaltig stabile Binnennachfrage gesichert werden könnte, um die ebenso unsinnige wie gefährliche Abhängigkeit Deutschlands vom Export zu verringern. Die Studie ist beim eVerlag READ – Rüdenauer Edition Autor Digital (www.read.ruedenauer.de) erschienen und dort sowie in jeder guten (Internet-)Buchhandlung erhältlich.
„Der Staat muß mehr als je der Sorger und Vater für alle sein und seine Macht nicht vorzüglich den schon Mächtigen, sondern vor allem den Schwachen widmen, oder doch so: Er muß eine Organisation sein, in der die Interessen aller Volksschichten gewahrt werden. Dabei wird es sich wohl von selbst ergeben, daß der Turm des Mammons etwas weniger hoch gebaut wird.“ So der Schweizer Schriftsteller Jacob Boßhart.
Die Geschichte zeigt allerdings, daß die Privilegierten unter den Menschentieren immer so lange auf das Gaspedal ihrer Machtgelüste und Profite drücken, bis der Karren aus der Kurve fliegt. Einen Lerneffekt und vernünftige Drosselung der Macht- und Profitgier hat es bisher noch nie gegeben.
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