(openPR) „Die Art, wie ihr bewahrt, ist ganz Verfall.“ Das könnte man mit Stefan George den gegenwärtigen polit-ökonomischen Herrscherklassen der Welt vorwerfen.
Daß Bankster Kurse manipulieren, ist lange bekannt. Daß die Banken dafür hohe Millionenbußen zahlen, ist auch bekannt. Dennoch können sie immer noch hohe Millionenboni an ihre Vorstände zahlen. Bekannt ist auch die Tatsache, daß Banken sogenannte Derivate anbieten, wobei sie davon ausgehen müssen, daß die Kunden das damit verbundene (hohe) Risiko nicht erkennen. Die Schwemme der Derivate zeigt, daß diese ein gutes Geschäft für die Banken sind – und ein entsprechend schlechtes für die Kunden. Sollte es doch einmal eine Bank auf der falschen Seite erwischen – was in einer Zeit der Spekulationsblasen durchaus wahrscheinlich ist - hilft die Politik sicherlich wie bisher auf Kosten der Allgemeinheit.
Daß Unternehmen Preisabsprachen zu Lasten ihrer Kunden und des Staates treffen, ist ebenfalls bekannt, wie auch die Bußgelder, die dafür verhängt werden. Alles ist ebenso bekannt wie die Tatsache, daß Straftaten so lange für potenzielle intelligente Täter reizvoll sind, als das Produkt aus der Wahrscheinlichkeit, erwischt zu werden, und der Höhe bzw. Stärke der Strafe ein für sie tragbares Maß nicht überschreitet. Entsprechende Konsequenzen werden vom Gesetzgeber nicht gezogen.
Konsumenten werden manipuliert. Die Schleichwerbung ist inzwischen durch als Verkäufer getarnte Werber bestimmter Hersteller in die Kaufläden eingezogen. Als normale Verkäufer getarnt, trifft der Kunde dort nicht auf Mitarbeiter des Handelsunternehmens, sondern auf sogenannt Promotoren von Warenherstellern. Die sollen Kunden zum Kauf bestimmter Produkte bewegen und sie zugleich vom Kauf der Konkurrenzprodukte abhalten. Der Händler stellt eigentlich nur noch seine Räumlichkeiten als Arena zur Verfügung, in die Hersteller ihren Konkurrenzkampf austragen. Der Kunde wird durch Vorspiegelung unabhängiger (Fach-)Beratung durch den Händler schlichtweg an der Nase herumgeführt.
Das Internet ist voll von Abzocker-Sites, mit denen Verbrechervolk weltweit immer dreister auf Beutezug geht. Da kann man nur raten: Erst nachdenken, dann klicken. Und warum sich bei Hinz und Kunz registrieren? Das ist nicht notwendig und nützt nur den Datensammlern und anderen Internet-Haien.
Auch die Medien sind in einem Land, in dem Pressefreiheit verfassungsgemäß zugesichert ist, in vielen Fällen in Manipulationen der Öffentlichen Meinung zum Nachteil des Volkes verstrickt. Die Bindung zahlreicher Journalisten an Netzwerke der polit-ökonomischen Herrscherklasse ist erwiesen. Die machen zum Beispiel Stimmung für die Absicht, kanadischen und us-amerkanischen Großunternehmen in einem Freihandelsabkommens (Ceta und TTIP) das Recht auf Mitsprache bei europäischen Gesetzesvorhaben und auf Schadenersatzforderungen zuzubilligen, wenn der deutsche Gesetzgeber Verbesserungen zum Beispiel im Umwelt- und Verbraucherschutz oder im Interesse einer unabhängigen Energieversorgung vornimmt. Hoheitsrechte sollen privaten Profitinteressen geopfert werden, nur damit Großunternehmen noch ein wenig mehr Profit machen können. Und das wollen bestimmte Journalisten-Lobbyisten dem Volk als Errungenschaft verkaufen.
Die Wirtschaftslobby hat Heerscharen nützlicher Idioten, sogar im Wissenschaftsbetrieb. Schwache Charaktere werden gut dafür belohnt, daß sie helfen, dem Volk Sand in die Augen zu streuen und immer mehr Menschen zum Mittel des Wirtschaftens im Interesse der Wenigen zu erniedrigen, die über die Produktionsmittel verfügen.
Da heißt es dann gebetsmühlenartig: Wir brauchen niedrige Löhne, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Oder: Die Kosten der gesetzlichen Rentenversicherung sind zu hoch, das können wir (die Reichen) nicht mehr bezahlen. Mindestlohn? Der vernichtet nur Arbeitsplätze. Im Klartext: Ohne Ausbeutung geht es nicht. Kurz gesagt: Wir brauchen einfach immer mehr Arme, die sich mit dem Existenzminimum begnügen, damit die Reichen noch reicher werden können.
Andererseits ist den gleichen Leuten aber die Binnennachfrage zu niedrig, um ihren erwünschten Reibach nachhaltig zu sichern. Deshalb müssen sie zum Ausgleich auf Gedeih und Verderb exportieren, wofür dann die gleichen hahnebüchenen Argumente herhalten müssen. Unter wechselndem Sprachgebrauch wird immer wieder Ausbeutung als unerläßlich für das Wohlergehen der „Elite“ und ihrer nützlichen Idioten dargestellt. Dabei müßte jeder, der seinen Grips noch beisammen hat, wissen, daß man in einem Hochpreisland nicht mit Billiglohnländern konkurrieren kann, indem man die arbeitende Bevölkerung ausbeutet. Dazu bräuchte man letztlich Sklaven.
Daß mittelständische Unternehmen oft wirtschaftlich viel stabiler dastehen als Großunternehmen, ist der Tatsache geschuldet, daß ihre Mitarbeiter sich viel mehr von der Geschäftsleitung, meistens den Inhabern, als Menschen geschätzt sehen, denen man mit Achtung begegnet und die man nicht als bloße Mittel zum Zwecke der Profiterzielung betrachtet und behandelt.
Die Arbeitslosenquote verharrt in Deutschland seit 2012 im Durchschnitt bei 6,9 Prozent, das sind rund 3 Millionen. Hinzu kommen diejenigen, die in – leider meistens sinnlosen – Qualifizierungsmaßnahmen stecken und die, die sich infolge Hoffnungslosigkeit gar nicht arbeitslos melden, zusammen mindestens eine weitere Million. Zusammen ergibt das eine Quote von ca. 9,2 Prozent. Andererseits wird ständig vom Fachkräftemangel geredet und deshalb sogar von einem Linken-Ministerpräsidenten schon die Rente mit 70 ins Spiel gebracht. Ja, warum denn die Rente nicht ganz abschaffen und jedem, der nicht mehr gebraucht wird, Harzt-IV geben? Dann wäre die Katze „Raubkapitalismus“ endgültig aus dem Sack: die große Mehrheit der Menschen als Gebrauchs- und Verbrauchsmaterial der polit-ökonomischen Herrscherklasse.
Bildung und Ausbildung schaffen es offensichtlich nicht, die Lücke zwischen Arbeitskräftebedarf und Arbeitskräfteangebot qualitativ zu schließen. Warum eigentlich nicht? Es werden schließlich viele Milliarden Euro dafür ausgegeben.
Tatsächlich verteilt sich die gleiche Arbeitsmenge auf immer mehr Menschen. Seit 1995 ist gemäß einer Studie des WSI das Arbeitsvolumen gleich geblieben, die Zahl der Erwerbstätigen aber von 33,7 auf 41,6 Millionen gestiegen. Heute gibt es viel mehr prekäre Arbeitsplätze, auf denen weniger Stunden gearbeitet wird, oft zu verteilten Zeiten, abends und am Wochenende, und von dessen Lohn keiner Leben kann. Sogar Arbeit auf Abruf gibt es, bei der die Mitarbeiter zwar verfügbar sein müssen, aber nur für ihre tatsächliche Arbeitszeit bezahlt werden. Der Mensch wird zum bloßen Mittel der Profiterzielung erniedrigt.
Laut WSI waren 2013 sage und schreibe 43,3 Prozent aller Arbeitsverhältnisse Minijobs, Teilzeitstellen oder Leiharbeit. Viele dieser Arbeitsverhältnisse sind prekär. Der Mindestlohn wird den Betroffenen nur geringe Entlastung bringen, deutlich werden aber die Sozialkassen profitieren.
Der „gute“ Arbeitsmarkt in Deutschland ist also eine Schimäre. Seine Qualität hat sich in den vergangenen zwei Jahrzehnten drastisch verschlechtert. Deutschlands Sozialstruktur ist mit hoher Geschwindigkeit dabei, die eines Schwellenlandes anzunehmen: Viele Arme, wenige Reiche und dazwischen die nützlichen Idioten, die diese unmenschliche Entwicklung mit vorantreiben, erhalten und absichern, weil sie hoffen, dadurch selbst vor dem Abrutschen in die Armut gesichert zu sein. Offene Augen und Ohren sollten sie allerdings eines Besseren belehren. Sie sind auch nur und solange Mittel zum Zweck, wie sie gebraucht werden.
Politiker aller Parteien fördern diese menschenunwürdige soziale Entwicklung durch ihre Gesetzgebung, sei es aus der schwachen Position von Mitläufern, die nur ihre Ruhe und eine gute Versorgung haben möchten, sei es aus der Position verkappter Lobbyisten für sich und ihre Klientele, oder sei es aus der Überzeugung, daß im Menschenrudel natur- oder gottgewollt sich sowieso immer wenige die Mehrheit dienstbar machen. Dabei sollten heutige aufgeklärte und moralisch gefestigte Politiker sich dem Allgemeinwohl verpflichtet fühlen, was das Grundgesetz zu unserer aller Schaden leider nicht verlangt. Abgeordnete sind bei ihrem politischen Handeln nur ihrem Gewissen unterworfen, also letztlich sich selbst, ihrem Eigennutz und den Forderungen ihrer Klientele.
Die Resultate politischen Handelns sind zunehmend katastrophal. Die Demokratie verkommt mit steigender Geschwindigkeit zu einer Lobbydemokratur, in der die Sonderinteressen politiknaher Klüngel das Allgemeinwohl dominieren. Man fragt sich, warum Menschen sich das gefallen lassen, warum das Volk sich das gefallen läßt.
Den Ursachen kommt man leicht auf die Spur. Hört man den sprichwörtlichen Mann auf der Straße, merkt man schnell wie sehr Unzufriedenheit mit Unwissen und Trägheit einhergeht. Dafür steht auch die erschreckend geringe Wahlbeteiligung von eben über 70 Prozent bei Bundestagswahlen und – teils erheblich geringer – bei Landtagswahlen. Die steigert man nicht mit albernen Mätzchen, um vielleicht auch Vollmanipulierte Dumbbattel noch zu erreichen, wie sie jüngst vorgeschlagen, sondern mit besserer Politik, die – klar erkennbar! – das Wohl der Allgemeinheit zum Ziel haben muß. Aber derzeit tut sich zwischen Volk und herrschender Klasse ein beängstigend weit klaffender Abgrund auf.
Hinzu kommt bei vielen, vor allem wenig Informierten Mitbürgerinnen und Mitbürgern, die Furcht vor Neuem, Unbekanntem, vor Entwicklung, die sie nicht verstehen und eher Angst auslösendem als Hoffnung weckenden Wandel. Das Menschentier hält lieber an seinen vertrauten, wenn auch beschwerlichen Lebensumständen fest als Neues zu wagen und Chancen auf Verbesserung seiner Lebensumstände wahrzunehmen.
Menschen, die sich nur für ihre kleine private Welt interessieren, sich nicht aktiv informieren, sondern nur passiv zur Kenntnis nehmen, was ihnen zufällig über die Medien angeboten wird, sind sehr leicht manipulierbar. „Wahlkampf – Manipulation des schlechten Gedächtnisses der Wahlbürger“, meint Prof. Querulix, und hat Recht damit. Volksverdummung ist leider – anders als Volksverhetzung – nicht strafbar.
Politiker sollten gestalten, anstatt nur den Mangel zu verwalten. Da die heutige Generation dazu offensichtlich entweder unfähig oder nicht willens ist, wird die Geschichte einfach ihren Gang gehen; Probleme lösen sich – vermutlich auf die denkbar unangenehmste Weise – selbst. Was die Menschen dabei wenigstens immer wieder auf’s Neue lernen ist, daß nur große Katastrophen die Chance für grundlegende Reformen mit sich bringen. Die längst außer Kontrolle geratene Banken- und Staatsschuldenkrise sowie die durch Kriege und Mißwirtschaft staatlicher „Eliten“ zahlreicher Länder angetriebene neue Völkerwanderung könnten uns diese Situation früher als wir glauben bescheren.
Der griechische Philosoph Heraklith charakterisiert die Situation, in der sich die Welt heute politisch befindet, mit den Worten: „Wo keine Bewegung ist, herrscht Verfall. Das Gemisch im Becher zersetzt sich, wenn es nicht geschüttelt wird.“
Wer überzeugt ist, daß mit grundlegenden Reformen noch etwas zu retten wäre, interessiert sich natürlich auch für die Möglichkeiten, die dazu zur Verfügung stehen. In einer kleinen mit Zahlen unterlegten Studie mit dem Titel „Unbedingtes individuelles Grundeinkommen in Gestalt einer negativen Einkommensteuer – Kernstück einer unvermeidlichen Radikalreform unserer Gesellschaft“ werden diesbezügliche Gedanken vorgestellt. Ziele des Verfassers sind eine Stärkung der bürgerlichen Souveränität gegenüber der schon krankhaft eigensüchtigen polit-ökonomischen Herrscherklasse, eine soziale Stabilisierung der Gesellschaft und eine nachhaltige Stärkung der Binnennachfrage gegenüber dem Export.
Die Studie (ISBN 978-3-943788-18-1, eBook, 9,95 Euro) ist beim eVerlag READ – Rüdenauer Edition Autor Digital (www.read.ruedenauer.de) erschienen und dort sowie in jeder guten (Internet-)Buchhandlung erhältlich.
Die Menschen sind gut beraten, sehr wachsam, ja mißtrauisch zu sein. Für die Mächtigen und Reichen sind sie nichts weiter als wohlfeile Mittel zu eigensüchtigen Zwecken.
Glücklich, wem solches Sklavendasein genügt.
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