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Ölpreis - Gefangen im Schweinezyklus?

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Thomas Wüst, Geschäftsführer valorvest Vermögensverwaltung
Thomas Wüst, Geschäftsführer valorvest Vermögensverwaltung

(openPR) Lag der Jahresdurchschnitt des Ölpreises (Brent) in 2004 noch bei 38,10 US-Dollar je Barrel hat er sich bis 2013 auf ein Niveau von 108,56 US-Dollar nahezu verdreifacht. Eine Studie der OECD aus dem Jahr 2013 bescheinigte Erdöl auch langfristig gute Perspektiven: bis 2020 wurde mit einem Anstieg des Ölpreises auf ein Niveau zwischen 150 und 270 US-Dollar je Barrel gerechnet. 2014 kam dann alles anders: der Ölpreis hat seit Jahresbeginn in US-Dollar knapp 40 Prozent an Wert verloren. Wie sieht nun die Perspektive für die weitere Entwicklung aus?



Das zusätzliche Ölangebot in den USA, das dort auch durch den Frackingboom zutage gefördert wird, und die rückläufige Ölnachfrage aufgrund einer schwächelnden Weltkonjunktur, werden als Gründe für den Ölpreisrückgang angeführt. Nach dem OPEC-Treffen am 27.11.2014 hat sich der Ölpreisverfall im Dezember zuletzt nochmals verstärkt, da die OPEC ihre Förderquoten nicht reduziert hat.

Der Preisrückgang in dem wichtigen Energierohstoff wirkt in den Industrienationen oder den ölimportierenden Schwellenländern tendenziell wie ein Sonderkonjunkturprogramm. Der zusätzliche Wachstumsimpuls resultiert aus einer erhöhten Kaufkraft, welche die Unternehmen und privaten Haushalte aus den Einsparungen beim Energieverbrauch erzielen. Natürlich ergeben sich auch negative Effekte, durch Sparmaßnahmen in den erdölexportierenden Ländern. Zahlreiche Studien belegen jedoch den per Saldo positiven konjunkturellen Effekt, der aus einem kräftigen Ölpreisrückgang resultiert. Zumal ein fallender Ölpreis auch disinflationär wirkt, was derzeit wiederum insbesondere in den USA den Druck von der US-Notenbank nimmt, die Leitzinsen in 2015 anzuheben. So hat die US-Notenbank FED in ihrer letzten Sitzung die Projektionen für die möglichen Leitzinsanhebungen in 2015 reduziert.

Ein niedriges Ölpreisniveau hat nun einen weiteren Effekt: die Erschließung neuer, kapitalintensiver Ölvorkommen wird zeitlich gestreckt und die US-Frackingindustrie kämpft mit fallenden Margen und höheren Finanzierungskosten. Angeschlagene Ölförderländer, wie beispielsweise Venezuela, geraten sogar in echte Finanznöte. Eine Marktbereinigung im Ölmarkt ist daher nicht ausgeschlossen. Somit wird das künftige Ölangebot durch einen Preisrutsch eher reduziert. Wenn nun durch die positiven konjunkturellen Effekte eines Ölpreisrückgangs die Weltwirtschaft wieder anzieht, kommt es mittelfristig auch wieder zu einer erhöhten wirtschaftlichen Aktivität und damit zu einer erhöhten Energienachfrage. Wenn dann die erhöhte Ölnachfrage auf ein durch die Marktbereinigung begrenztes Ölangebot trifft, kann es zu einem sprunghaften Anstieg des Ölpreises kommen. Ein Effekt auf den Saudi-Arabien und die Vereinigte Arabischen Emirate mittelfristig hoffen.

Im Falle eines sprunghaften Ölpreisanstiegs wird es jedoch für die US-Frackingindustrie wieder interessanter ihre Aktivitäten weiter auszubauen. Parallel dazu wird aktuell die Erforschung preisgünstiger Explorationstechniken verstärkt, um die Förderkosten, die derzeit in der US-Frackingindustrie wohl zwischen 45 und 50 US-Dollar liegen, zu senken. Durch das zusätzliche Angebot wird dann ein möglicher Preisanstieg wieder begrenzt. In einem solchen Szenario würde dem Ölpreis nun ein typischer Schweinezyklus bevorstehen.

Doch Vorsicht: man macht es sich vermutlich zu einfach, wenn man nur auf die positiven konjunkturellen Effekte eines Ölpreisrückgangs setzt. Solange die Eurozone nicht in der Lage ist, ihre strukturellen Probleme durch Wirtschaftsreformen zu lösen, ist auch ein Ölpreisrückgang kein konjunkturelles Allheilmittel. Die EZB hat ganz im Gegenteil bereits auf die deflatorischen Gefahren eines Ölpreisrückgangs für die Eurozone hingewiesen. Auch in China, dem größten Ölimporteuer der Welt, muss man künftig – trotz rückläufigem Ölpreis – mit einem niedrigeren Wirtschaftswachstum rechnen. So verstärkt China derzeit seine Anstrengungen, die Stabilität seiner Wirtschaft durch eine Stärkung der Binnenwirtschaft zu erhöhen.

Fazit: Für antizyklisch-ausgerichtete Investoren mit einem langfristigen Anlagehorizont ist es nun durchaus reizvoll, den Anteil von Ölinvestments in einem Portfolio zu erhöhen. Allerdings sollten Investoren hierfür einen langen Atem einplanen und idealerweise nicht sofort die gesamte Position kaufen, sondern das Zielinvestment sukzessive über Tranchen aufbauen. Der Energiehunger der Welt wird langfristig wieder steigen – kurzfristig sind jedoch auch aufgrund der schwierigen geopolitischen Konstellation immer wieder Rückschläge im Ölpreis möglich. Diese Schwankungen kann man dann zum Nachkaufen nutzen, um so seinen Einstandspreis bei eventuellen Kursrückgängen zu optimieren.

Thomas Wüst, Geschäftsführer valorvest Vermögensverwaltung

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Perspektiven 2015: Was der Ölpreis und Borussia Dortmund gemeinsam haben.

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