(openPR) In der gestrigen Sitzung des Unterausschusses Personal des Haushalts- und Finanzausschusses wurde eine öffentliche Anhörung zum Antrag "Nordrhein-westfälische Finanzverwaltung der Zukunft" der CDU-Fraktion (Drucksache 16/6132) durchgeführt. Insgesamt zehn Sachverständige waren seitens des Ausschusses gebeten worden, eine Stellungnahme abzugeben, unter anderem der Landesjugendleiter der dbb jugend nrw Jano Hillnhütter.
Während der Anhörung konnten die Abgeordneten gezielt Fragen an die Sachverständigen stellen. Ein Thema, das besonders intensiv diskutiert wurde, war der Bereich der Nachwuchswerbung, da die Zahl der Bewerber in den letzten Jahren deutlich gesunken ist. Jano Hillnhütter forderte die Politik dazu auf, dass es endlich professionelle Werbekampagnen geben müsse. Andere Verwaltungen seien hier deutlich weiter, diese müsse man sich als Vorbild nehmen. Weiterhin sprach er sich für bundesweite Werbung aus, um eine größere Zielgruppe zu erreichen.
Unerwartete Unterstützung bekamen die Gewerkschaftsvertreter von DSTG und dbb jugend nrw vom Präsidenten der Steuerberaterkammer Westfalen-Lippe Volker Kaiser. Nach seiner Einschätzung sei es für die Steuerberater noch nie so leicht gewesen, junge Beschäftigte von den Finanzämtern abzuwerben. Er führte dies auf die hohe Arbeitsbelastung und die schlechte Bezahlung in der Finanzverwaltung zurück. Gleichzeitig sei das Personal gut ausgebildet. Diese Punkte finden sich natürlich auch in den Stellungnahmen von DSTG und dbb jugend nrw, die Bestätigung von Seiten der Steuerberater unterstreicht allerdings deutlich den Ernst der Lage im Öffentlichen Dienst.
Um die Attraktivität der Finanzverwaltung als Arbeitgeber zu erhöhen, forderte der Landesjugendleiter bessere berufliche Perspektiven für die jungen Beschäftigten, unter anderem durch die Einführung eines Masterstudiengangs zum Aufstieg vom gehobenen in den höheren Dienst, so wie es die neue Laufbahnverordnung in NRW vorsieht. "Die Verwaltung muss die rechtlichen Möglichkeiten nur nutzen, sonst läuft ihr das Personal weiter in großer Zahl davon", begründete Jano Hillnhütter die Position der dbb jugend nrw. Darüber hinaus müsse die Beförderungssituation und die Besoldung dringend verbessert werden, auch das seien wichtige Bestandteile der Attraktivität des Arbeitgebers.
Auch wenn es in der öffentlichen Anhörung im Landtag diesmal nur um die Finanzverwaltung ging, steht für die dbb jugend nrw fest, dass die thematisierten Probleme für den gesamten Öffentlichen Dienst gelten.
Daher braucht es für alle Bereiche deutliche Verbesserungen bei den Arbeitsbedingungen und nachhaltige Werbestrategien, um junge Menschen für die Arbeit im Öffentlichen Dienst zu begeistern. Wie man dies machen kann, hat der dbb bereits mit seiner Imagekampagne "Die Unverzichtbaren" gezeigt.
















