(openPR) Die gesamtwirtschaftlichen Aktivitäten haben sich im ersten Vierteljahr 2003 leicht abgeschwächt. Nach ersten Ergebnissen der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung nahm das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im Verlauf saison-, kalender- und preisbereinigt (wenn nicht anders vermerkt, handelt es sich bei den in diesem Bericht verwendeten saisonbereinigten Angaben um Berechnungen nach dem Census-Verfahren) um 0,2 % ab, nachdem es im Schlussquartal 2002 stagnierte (-0,0 %). Das BIP lag im ersten Quartal damit real 0,5 % höher als im entsprechenden Vorjahreszeitraum.
Die Abschwächung der gesamtwirtschaftlichen Leistung war in erster Linie auf einen negativen Außenbeitrag (Saldo aus Exporten und Importen) zurückzuführen. Die im ersten Quartal 2003 gegenüber dem Schlussquartal des vorangegangenen Jahres zu verzeichnende Zunahme der Exporte um saison-, kalender- und preisbereinigt 1,0 % wurde durch einen noch deutlich stärkeren Zuwachs der Importe (+2,2 %) überkompensiert. Zu dem starken Importanstieg dürften neben günstigeren Importpreisen aufgrund der Euro-Aufwertung auch verstärkte Einfuhren von Rohöl zur Sicherung der Energieversorgung im Vorfeld des Irak-Krieges beigetragen haben.
Die Entwicklung der Inlandsnachfrage war trotz des schwierigeren wirtschaftlichen Umfeldes und der zugespitzten geopolitischen Lage insgesamt aufwärts gerichtet. Die privaten Konsumausgaben erhöhten sich gegenüber dem Vorquartal saison-, kalender- und preisbereinigt um 0,6 %; dies war die stärkste Zunahme seit Anfang 2001. Auch vom Anstieg der Ausrüstungsinvestitionen (+0,3 %), die in den ersten drei Quartalen des Jahres 2002 noch deutlich rückläufig waren, gingen zuletzt wieder positive konjunkturelle Impulse aus. Spürbar rückläufig war hingegen die Entwicklung der Bauinvestitionen (-3,3 %). Hierin spiegelt sich der immer noch anhaltende Konsolidierungsprozess in der Bauindustrie wider. Die Entwicklung im Baugewerbe dürfte aber auch durch die vor allem im Januar und Februar ungünstigen Witterungsverhältnisse geprägt worden sein.
Aufgrund der schwachen gesamtwirtschaftlichen Entwicklung hat sich die Lage am Arbeitsmarkt verschlechtert. Die Zahl der Arbeitslosen ist in den ersten drei Monaten des laufenden Jahres erneut deutlich angestiegen, die bis Februar vorliegenden Erwerbstätigenzahlen signalisieren einen anhaltenden Beschäftigungsrückgang. Mit einer Verbesserung auf dem Arbeitsmarkt ist erst zu rechnen, wenn die wirtschaftlichen Auftriebskräfte wieder stärker werden.
Das Preisklima in Deutschland ist insgesamt entspannt. Rückläufige Rohölpreise und eine deutliche Höherbewertung des Euros haben auf allen Stufen des Preisbildungsprozesses im April zu Preisrückgängen geführt. Die Verbraucherpreise erhöhten sich binnen Jahresfrist zuletzt um 1,0 %. Deutschland verzeichnet damit innerhalb der Länder der Europäischen Union den niedrigsten Preisanstieg.
In ihrer Frühjahrsprojektion geht die Bundesregierung für das Jahr 2003 von einem Wachstum des realen BIP um ¾ % aus. Im weiteren Verlauf dieses Jahres wird eine Stärkung der wirtschaftlichen Auftriebskräfte unterstellt. Die schnelle Beilegung der Auseinandersetzungen im Irak dürfte zu einer weiteren Lockerung der in den ersten Monaten dieses Jahres spürbaren Zurückhaltung bei Investoren und Konsumenten beitragen. Darüber hinaus kann - so auch der überwiegende Teil der nationalen und internationalen Prognostiker - von einer weltwirtschaftlichen Belebung in der zweiten Jahreshälfte ausgegangen werden, die dem konjunkturellen Erholungsprozess in Deutschland weitere Impulse verleihen wird. Zwar dürfte eine weitere Aufwertung des Euros die Exportaussichten für die deutsche Wirtschaft beeinträchtigen, dem stehen jedoch Entlastungen von Produzenten und Konsumenten durch die Stabilisierung der Preisentwicklung gegenüber.
Der Monatsbericht ist erhältlich beim
Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit (BMWA)Postfach 30 02 65; 53182 BonnTelefon: 01888/615-4171Bestellfax: 0228/42 23 – 462






