openPR Recherche & Suche
Presseinformation

„Leichte“ Schwangerschaft minimiert kindliches Übergewicht

05.03.201411:54 UhrGesundheit & Medizin
Bild: „Leichte“ Schwangerschaft minimiert kindliches Übergewicht
Copyrights (Clipdealer, Kompetenznetz Adipositas
Copyrights (Clipdealer, Kompetenznetz Adipositas

(openPR) München, den 28.02.2014 - Eine übermäßige Gewichtszunahme von Müttern in der Schwangerschaft hat Folgen für die Entwicklung des Kindes. Die rechtzeitige Normalisierung der Gewichtszunahme von Schwangeren kann sich jedoch günstig auf das kindliche Übergewichtsrisiko auswirken. Das konnte nun eine Forschergruppe um


PD Dr. Regina Ensenauer, Oberärztin und Leiterin der Arbeitsgruppe Molekulare Ernährung im Dr. von Haunerschen Kinderspital des Klinikums der Universität München feststellen. Die Ergebnisse stammen aus der im Rahmen des Kompetenznetzes Adipositas durchgeführten PEPO-Studie („Perinatale Prävention der kindlichen Adipositas“), die in Zusammenarbeit mit Gesundheitsämtern in Bayern durchgeführt wurde.

„Der Anteil an Frauen mit einer übermäßigen Gewichtszunahme während der Schwangerschaft nimmt stetig zu“, weiß Ensenauer. „Daraus ergeben sich nicht nur Folgen für die Schwangeren, sondern auch für deren Kinder.“
Wie die PEPO-Studie zeigen konnte, erhöht sich durch eine unangemessen hohe Gewichtszunahme in der Schwangerschaft auch das Risiko für späteres Übergewicht und Adipositas bei den Kindern.

Individuelle Präventionskonzepte können helfen

Um die Auswirkungen der Gewichtszunahme der Mutter während der Schwangerschaft auf das Kind genauer zu untersuchen, wurden im Rahmen der Studie Daten zum Körpergewicht von insgesamt 6837 Kindern zwischen fünf und sechs Jahren bei Schuleingang erhoben. Das PEPO-Team analysierte diese zusammen mit Daten aus dem Mutterpass und dem Kinderuntersuchungsheft. Die Auswertung ergab, dass mehr als die Hälfte aller Mütter (53,6
Prozent) die 2009 veröffentlichten Empfehlungen (siehe Tabelle) des Institute of Medicine (IOM) bezüglich der Obergrenzen für eine adäquate Gewichtszunahme während der Schwangerschaft überschritten hatte. Bei den Müttern mit Übergewicht oder Adipositas bereits zu Beginn der Schwangerschaft waren es sogar etwa zwei Drittel.

BMI vor der Schwangerschaft: < 18,5 kg/m² = untergewichtig. Empfohlene Gewichtszunahme während Schwangerschaft: 12,5 - 18,0 kg. Empfohlene Gewichtszunahme 2. und 3. Schwangerschaftsdrittel: 0,51 (0,44-0,58) kg/Woche.

BMI vor der Schwangerschaft: 18,5 - 24,9 kg/m² = normalgewichtig. Empfohlene Gewichtszunahme während Schwangerschaft: 11,5 - 16,0 kg. Empfohlene Gewichtszunahme 2. und 3. Schwangerschaftsdrittel: 0,42 (0,35-0,50) kg/Woche.

BMI vor der Schwangerschaft: 25,0 - 29,9 kg/m² = übergewichtig. Empfohlene Gewichtszunahme während Schwangerschaft: 7,0 - 11,5 kg. Empfohlene Gewichtszunahme 2. und 3. Schwangerschaftsdrittel: 0,28 (0,23-0,33) kg/Woche.

BMI vor der Schwangerschaft: >= 30,0 kg/m² = adipös. Empfohlene Gewichtszunahme während Schwangerschaft: 5,0 - 9,0 kg. Empfohlene Gewichtszunahme 2. und 3. Schwangerschaftsdrittel: 0,22 (0,17-0,27) kg/Woche.

(Quelle: Institute of Medicine (IOM), 2009; BMI = Body Mass Index)

Anhand von Body Mass Index (BMI) und Taillenumfang konnte schließlich festgestellt werden, dass unter den Schuleingangskindern, deren Mütter in der Schwangerschaft zu viel Gewicht zugenommen hatten, fast dreizehn Prozent übergewichtig waren und über siebzehn Prozent einen erhöhten Taillenumfang hatten. „Es ist naheliegend, dass im Sinne der ‚fötalen Programmierung‘ eine vermehrte Bereitstellung mütterlicher Nährstoffe möglicherweise zu einer Fehlanpassung des Feten mit einer Prägung für ein erhöhtes Adipositasrisiko führt“, erklärt Ensenauer. Ein Trugschluss sei es dagegen, anzunehmen, dass eine – entsprechend der IOM-Richtlinien – zu niedrige Gewichtszunahme in der Schwangerschaft einen vorbeugenden Effekt auf das Gewicht des Kindes hätte, also zu meinen, ein Kind habe ein geringeres Risiko, übergewichtig zu werden, wenn man als Schwangere verhältnismäßig zu wenig an Gewicht zulege. „Dieser Zusammenhang konnte für keine der mütterlichen BMIGruppen festgestellt werden“, sagt Ensenauer.
Eine weitere Analyse der PEPO-Daten zeigt auf, dass eine übermäßige Gewichtszunahme, insbesondere bei übergewichtigen und adipösen Müttern, bereits im zweiten Schwangerschaftsdrittel vorhergesagt werden kann. „Es können also schon zwischen dem dritten und sechsten Schwangerschaftsmonat entsprechende Präventionsmaßnahmen getroffen werden, um negativen Auswirkungen auf das Gewicht des Kindes vorzubeugen“, so Ensenauer. Das Risiko für späteres Übergewicht des Kindes kann deutlich reduziert werden, wenn es der Mutter noch in den letzten drei Monaten vor der Geburt gelingt, eine weitere übermäßige Gewichtszunahme zu vermeiden.

Gesund durch die Schwangerschaft

Doch was können werdende Mütter tun, um mit einer angemessenen Gewichtszunahme durch die Schwangerschaft zu kommen? Der Mehrbedarf an Energie in der Schwangerschaft liegt ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel bis zum Ende bei lediglich 250 Kilokalorien pro Tag. Diese stecken zum Beispiel in etwa 200 Gramm Joghurt und einem mittelgroßen Apfel. Wöchentliches Wiegen dient als Selbstkontrolle. Ensenauer empfiehlt, auf eine besonders gesunde und ausgewogene Ernährung zu achten, die reich an Vitaminen, Spurenelementen, Eiweiß und komplexen Kohlenhydraten ist. Ideal für Mutter und Kind sei es, Übergewicht bereits vor der Schwangerschaft abzubauen. „Während der Schwangerschaft sollten keine Diäten gemacht werden“, warnt die Ernährungsmedizinerin und Kinderärztin. Auch
Bewegung sei wichtig. Geeignete Sportarten für Schwangere sind Schwimmen und Spazierengehen.

Die bisherigen Ergebnisse aus der PEPO-Studie stützen die Empfehlungen zur adäquaten
Gewichtszunahme in der Schwangerschaft. Ziel ist es, durch die Betrachtung der Gewichtszunahme in den einzelnen Schwangerschaftsdritteln rechtzeitig ein Präventionskonzept für Schwangere zur Senkung des Risikos für späteres kindliches
Übergewicht zu etablieren.

Literatur:
Ensenauer R, Chmitorz A, Riedel C, Fenske N, Hauner H, Nennstiel-Ratzel U, von Kries R. Effects of suboptimal or excessive gestational weight gain on childhood overweight and abdominal adiposity: results from a retrospective cohort study. Int J Obes
2013; 37(4): 505-12
von Kries R, Chmitorz A, Rasmussen KM, Bayer O, Ensenauer R. Late pregnancy reversal from excessive gestational weight gain lowers risk of childhood overweight – a cohort study. Obesity 2013; 21(6): 1232-7
Chmitorz A, von Kries R, Rasmussen KM, Nehring I, Ensenauer R. Do trimester-specific cut-offs predict whether women ultimately stay within the Institute of Medicine/National Research Council guidelines for gestational weight gain? Findings of a retrospective cohort study. Am J Clin Nutr 2012; 95(6): 1432-7
von Kries R, Ensenauer R, Beyerlein A, Amann-Gassner U, Hauner H, Rosario AS. Gestational weight gain and overweight in children: Results from the cross-sectional German KiGGS study. Int J Pediatr Obes 2011; 6(1): 45-52

Diese Pressemeldung wurde auf openPR veröffentlicht.

Verantwortlich für diese Pressemeldung:

News-ID: 781280
 1124

Kostenlose Online PR für alle

Jetzt Ihren Pressetext mit einem Klick auf openPR veröffentlichen

Jetzt gratis starten

Pressebericht „„Leichte“ Schwangerschaft minimiert kindliches Übergewicht“ bearbeiten oder mit dem "Super-PR-Sparpaket" stark hervorheben, zielgerichtet an Journalisten & Top50 Online-Portale verbreiten:

PM löschen PM ändern
Disclaimer: Für den obigen Pressetext inkl. etwaiger Bilder/ Videos ist ausschließlich der im Text angegebene Kontakt verantwortlich. Der Webseitenanbieter distanziert sich ausdrücklich von den Inhalten Dritter und macht sich diese nicht zu eigen. Wenn Sie die obigen Informationen redaktionell nutzen möchten, so wenden Sie sich bitte an den obigen Pressekontakt. Bei einer Veröffentlichung bitten wir um ein Belegexemplar oder Quellenennung der URL.

Pressemitteilungen KOSTENLOS veröffentlichen und verbreiten mit openPR

Stellen Sie Ihre Medienmitteilung jetzt hier ein!

Jetzt gratis starten

Weitere Mitteilungen von Kompetenznetz Adipositas

Therapie der Adipositas in Deutschland – Möglichkeiten und Grenzen
Therapie der Adipositas in Deutschland – Möglichkeiten und Grenzen
Am 07. April 2014 findet im NH Hotel in Berlin ein Journalisten- und Mulitplikatoren-Workshop statt. Veranstalter sind das Krankheitsbezogene Kompetenznetz Adipositas (KNA), das Integrierte Forschungs- und Behandlungszentrum (IFB) AdipositasErkrankungen und die Deutsche Adipositas-Gesellschaft (DAG) e.V. Immer mehr Menschen in Deutschland leiden an starkem Übergewicht beziehungsweise Adipositas. Das hat erst kürzlich die vom Bundesgesundheitsministerium in Auftrag gegebene »Studie zur Gesundheit Erwachsener in Deutschland« (DEGS), die vom R…

Das könnte Sie auch interessieren:

Genussvoll leben mit Schwangerschaftsdiabetes
Genussvoll leben mit Schwangerschaftsdiabetes
Immer mehr Frauen erkranken während der Schwangerschaft an Schwangerschaftsdiabetes oder Gestationsdiabetes. Schwangerschaftsdiabetes lässt sich gut behandeln. Die wichtigsten Partner des Behandlungsteams sind neben dem Gynäkologen der Diabetologe und die schwangere Frau selbst. „Anders essen, mehr bewegen“ heißt die Behandlungsmaßnahme Nr. 1. Damit …
Bild: Ohne Rauch gehts auch - dem Nachwuchs zu liebe - Mobile Raucherentwöhnung für Schwangere
Ohne Rauch gehts auch - dem Nachwuchs zu liebe - Mobile Raucherentwöhnung für Schwangere
… Erwachsenenalter von krankhaftem Übergewicht geplagt werden. Offenbar verursacht die Sucht der Mutter beim Ungeborenen eine lebenslange Stoffwechselstörung. Wenn Kinder schon während der Schwangerschaft mit Nikotin konfrontiert werden, sind die Folgen weitreichender, als viele Raucher sich eingestehen wollen. So kommt zu den direkten gesundheitlichen Schäden …
Bild: Schwangerschafts-Diabetes bedroht Mutter und Kind
Schwangerschafts-Diabetes bedroht Mutter und Kind
… Netzwerk von GenoGyn und Diabetologen verbessert Versorgung Köln. Mit der weltweiten Zunahme von Übergewicht und Adipositas steigt auch die Häufigkeit von Diabetes in der Schwangerschaft. Die Zuckerkrankheit zählt zu den häufigsten Schwangerschafts- komplikationen und bedroht das Leben von Mutter und Kind. Experten kennen die Gefahr und betonen seit …
Bild: Herausforderung Schwangerschaft- Viele Frauen setzen sich während einer Schwangerschaft unnötig unter DruckBild: Herausforderung Schwangerschaft- Viele Frauen setzen sich während einer Schwangerschaft unnötig unter Druck
Herausforderung Schwangerschaft- Viele Frauen setzen sich während einer Schwangerschaft unnötig unter Druck
Wolfsburg, den 11. Februar 2010 - Eine Schwangerschaft ist für Frauen und Paare ein besonderes Ereignis. Die Erwartung, alles richtig zu machen, gipfelt aber oft in Ängsten und Zweifeln. Mögliche Fragen kreisen um die richtige Ernährung, um Krankheiten während der Schwangerschaft oder beschäftigen sich mit existenziellen Sorgen. Rechtzeitige Abhilfe …
Größe XL: Führen üppige Pfunde zu Unfruchtbarkeit? - PCO-Syndrom verhindert Eisprung
Größe XL: Führen üppige Pfunde zu Unfruchtbarkeit? - PCO-Syndrom verhindert Eisprung
… einem Kinderwunsch können diese Frauen Probleme bereiten. Häufig verdrängen Betroffene jedoch, dass ihr Gewicht als mögliche Ursache einer sich nicht einstellenden Schwangerschaft infrage kommt. Bei einigen löst überschüssiges Fettgewebe sogar eine hormonelle Erkrankung aus: PCOS – das Polyzystische Ovarialsyndrom. „Übergewichtige entwickeln in vielen …
Folgen erhöhter Entzündungswerte in der Schwangerschaft
Folgen erhöhter Entzündungswerte in der Schwangerschaft
Hinweise auf veränderte Gehirnentwicklung des Ungeborenen --- Wissenschaftler der Charité – Universitätsmedizin Berlin haben nachgewiesen, dass aufgrund erhöhter Entzündungswerte während der Schwangerschaft Veränderungen im Gehirn des Ungeborenen entstehen können. Diese wiederum könnten das Risiko der Ausprägung von psychiatrischen Erkrankungen steigern. …
Bild: Werden Sie wieder fit nach der Geburt mit einem Personal TrainerBild: Werden Sie wieder fit nach der Geburt mit einem Personal Trainer
Werden Sie wieder fit nach der Geburt mit einem Personal Trainer
Die Schwangerschaft eine wunderbare Zeit im Leben einer Frau. Wenn das Baby aber erst einmal da ist und die frischgebackenen Mütter sich im Spiegel betrachten, kommt nicht selten Frust statt Lust auf. Viele überflüssige Pfunde haben sich angesammelt, viele Körperpartien sind nicht mehr straff und definiert. Grundfalsch wäre es nun aufzugeben und die …
Worauf achten beim Thema Matratze kaufen
Worauf achten beim Thema Matratze kaufen
… Abweichungen wie verstärkte Kyphose oder Lordose zu erkennen. Auf dieser Basis entsteht dann eine maßgeschneiderte Matratze, manchmal sogar modular nachjustierbar, falls sich Gewicht, Schwangerschaft oder Alter verändern. Das gesamte Schlafsystem muss harmonieren. Ein verstellbarer Lattenrost erlaubt es, die Neigung von Kopf- oder Fußteil anzupassen - besonders …
Jung und Alt: Inkontinenz trifft jede Altersgruppe
Jung und Alt: Inkontinenz trifft jede Altersgruppe
Übergewicht, Operationen oder Schwangerschaften sorgen auch bei jüngeren Menschen für Inkontinenz. Diese brauchen einen Ansprechpartner, der die Expertise besitzt und Hilfsmittel empfiehlt. ------------------------------ Beim Thema Blasenschwäche erhält man von den meisten die Aussage: Das passiert nur älteren Menschen. Das stimmt so aber nicht ganz. …
Chancen auf Kinderwunsch erhöhen - Übergewicht reduzieren und fruchtbare Tage bestimmen
Chancen auf Kinderwunsch erhöhen - Übergewicht reduzieren und fruchtbare Tage bestimmen
Wertheim, 05.04.2009 Viele Paare wünschen sich Kinder, eine Schwangerschaft will sich aber einfach nicht einstellen. Das kann verschiedene Gründe haben, da die Fruchtbarkeit von Mann und Frau von vielen äußeren Faktoren wie Alter, Ernährung und Lebensweise abhängen kann. Ein oft unterschätzter Faktor, der bei Frauen den Kinderwunsch im wahrsten Sinne …
Sie lesen gerade: „Leichte“ Schwangerschaft minimiert kindliches Übergewicht