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Schwangerschafts-Diabetes bedroht Mutter und Kind

03.11.200918:01 UhrGesundheit & Medizin
Bild: Schwangerschafts-Diabetes bedroht Mutter und Kind

(openPR) Neues Netzwerk von GenoGyn und Diabetologen verbessert Versorgung

Köln. Mit der weltweiten Zunahme von Übergewicht und Adipositas steigt auch die Häufigkeit von Diabetes in der Schwangerschaft. Die Zuckerkrankheit zählt zu den häufigsten Schwangerschafts-


komplikationen und bedroht das Leben von Mutter und Kind. Experten kennen die Gefahr und betonen seit Langem die Notwendigkeit zur Einführung eines generellen Blutzucker-Screenings in Deutschland. Mit dem interdisziplinären Netzwerk „GestDiabGyn“ startet die Ärztliche Genossenschaft GenoGyn mit Diabetologen jetzt im Raum Köln eine Initiative mit Vorbildcharakter zur besseren Versorgung der Patientinnen.
Der medizinische Hintergrund zeigt die Tragweite der Erkrankung: Etwa fünf Prozent aller werdenden Mütter entwickeln einen Schwangerschafts-Diabetes, medizinisch Gestationsdiabetes (GDM) genannt. Diese Form der Zuckerkrankheit tritt in der Schwangerschaft auf. Ursächlich sind unter anderem die blutzuckererhöhend wirkenden Schwangerschaftshormone. Die Mütter mit GDM haben ein erhöhtes Risiko für Harnwegsinfekte, schwangerschaftsbedingten Bluthochdruck und Präeklampsie, eine Kombination aus Bluthochdruck, Eiweiß im Urin und Wassereinlagerungen in deren Folge lebensbedrohliche Krämpfe, die sogenannte Eklampsie, auftreten können. Weiter besteht die Gefahr vermehrter Kaiserschnitt-Geburten und vaginal-operativer Entbindungen. 40 bis 50 Prozent der Mütter entwickeln als Langzeitfolge einen manifesten Typ II-Diabetes.
Weitreichend sind auch die Folgen für das Kind, darunter übermäßiges Wachstum mit der Folge vermehrter Geburtskomplikationen, Unterzuckerung nach der Geburt, Gelbsucht und Atemnotsyndrom. Als Langzeitfolge tragen Kinder von Müttern mit unzureichend behandeltem Gestationsdiabetes das Risiko, schon als Jugendliche oder als junge Erwachsene Übergewicht und Diabetes zu entwickeln. Wissenschaftlicher sprechen von fetaler Programmierung.
Ein bundesweites Blutzucker-Screening könnte individuelles Leid verringern und Milliarden für die Behandlung von Folgeerkrankungen einsparen. Doch noch haben der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) und das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) kein grünes Licht dafür gegeben.
Das Netzwerk der GenoGyn weist einen alternativen Weg. „Angesichts von jährlich circa 40 000 Kindern, die durch zu hohe Blutzuckerwerte der Mutter geschädigt werden, haben wir die Initiative ergriffen, denn bessere Diagnostik und Therapie des Gestationsdiabetes sind möglich. Allerdings sind die geltenden Mutterschaftsrichtlinien diesbezüglich unzureichend. Der darin vorgesehene Urin-Zuckertest ist zu ungenau“, so Frauenärztin Dr. Caroline Hoppe aus dem Vorstand der Genossenschaft der Frauenärzte.
Im Netzwerk führen Gynäkologen anhand leitliniengerechter Kriterien eine Risikoselektion durch und überweisen die identifizierten Risikopatientinnen schon in der 13. Schwangerschaftswoche (SSW) zu einem Netzwerk-Diabetologen, der den Zuckerwert im Blut mit einem Oralen Glukosetoleranztest (OGTT) feststellt. Bei unauffälligen Befunden in der Risikogruppe erfolgen weitere OGT-Tests in der 24.-28. und 32.-34. Schwangerschaftswoche.
Patientinnen ohne erhöhtes Risiko werden in der 24. SSW in den gynäkologischen Praxen getestet. Bei auffälligen Werten wird ebenfalls zu einem Netzwerk-Diabetologen überwiesen.
Bei Patientinnen mit Schwangerschafts-Diabetes wird im Wochenbett ein letzter Test gemacht, um die Frauen zu erfassen, die auch nach der Geburt betroffen sind. „Damit übernimmt der Gynäkologe vom Beginn der Schwangerschaft bis ins Wochenbett die Rolle eines Präventionslotsen und wird seiner weitreichenden präventiven Verantwortung gerecht“, sagt Dr. Hoppe.
Risikofaktoren sind vor allem Übergewicht, Diabetes in der Familie, vorherige Schwangerschaft mit Diabetes, Geburt eines Kindes von mehr als 4500 Gramm, angeborene Fehlbildungen in einer vorangegangenen Schwangerschaft, vorherige Totgeburt oder mehrmalige Fehlgeburten. „Derart gefährdete Patientinnen werden früh identifiziert und erhalten ohne Verzögerung eine optimale Therapie etwa in Form einer Ernährungsumstellung oder gegebenenfalls einer Insulin-Behandlung“, erklärt Dr. Hoppe. Wenngleich bereits einige Krankenkassen den Blutzucker-Test übernehmen, müssen die meisten Schwangeren die Kosten in Höhe von 20 bis 30 Euro selbst tragen.
„Betroffene Frauen sollten die Diagnose eines Schwangerschafts-Diabetes als Chance wahrnehmen, ihren Lebensstil zu ändern und damit das Auftreten eines manifesten Diabetes zu vermeiden“, sagt Dr. Heinke Adamczewski, Diabetologin und Mit-Initiatorin der Initiative.
Soweit muss es allerdings nicht kommen. Frauen können zu einem großen Teil vorbeugen, indem sie den Risikofaktor Übergewicht meiden. Deshalb fordert die GenoGyn eine verstärkte Aufklärung der Öffentlichkeit: „Nur wenn junge Frauen vor dem Kinderwunsch wissen, dass Übergewicht eine akute und lebenslange Gefahr für sie und ihr Kind birgt, können sie rechtzeitig gegensteuern und Primär-Prävention leisten“.

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