openPR Recherche & Suche
Presseinformation

Unten Bleiben - Berliner Piraten legen Stoff für einen großen Krimi vor

27.01.201418:48 UhrPolitik, Recht & Gesellschaft

(openPR) Ein Beitrag von Martin Delius für Peira – Gesellschaft für politisches Wagnis e.V.

Berlin, 27.01.2014: In "Unten Bleiben", einem Zwischenbericht der Piratenfraktion zum Untersuchungsausschuss BER, dessen Inhalt hier in Auszügen vorgesetllt wird, widmen sich Martin Delius und Benedict Ugarte Chacón hauptsächlich der Vorgeschichte des BER. Dabei wird schnell ersichtlich, wie wichtig die Untersuchung der frühen Phase des Projekts ist, um seinen gegenwärtigen Zustand verstehen und bewerten zu können. Zum einen ziehen sich die strukturellen Probleme durch verwirrende Verstrickungen, Verantwortungslosigkeit und Einflussnahmen wie ein roter Faden durch die gesamte Geschichte des Flughafens. Was bisher über den Skandal um explodierende Kosten und verschobene Eröffnungstermine bekannt ist, sieht so nach einer Wiederholung alter Muster aus. Zum anderen liegen mehrere Gründe für den derzeitigen Zustand des Flughafenbaus in seiner frühen Geschichte seit Anfang der 90er Jahre. Die Vorgänge um Standortauswahl, Grundstücksankäufe, Privatisierung und Planfeststellung zeigen, mit welchen Altlasten das Projekt beschwert ist.



Standort

Am 28. Mai 1996 veröffentlichten die Beteiligten an der Flughafengesellschaft (Berlin, Brandenburg und die Bundesrepublik Deutschland) einen Konsensbeschluss, der sich auf den Flughafenstandort Schönefeld festlegt und in dem auch die Absicht zu einer Privatisierung enthalten ist. Mit diesem Beschluss war die Entscheidung für den Standort des neuen Flughafens gefallen. Parallel zum Privatisierungsverfahren sollten im Verbund mit externen Unternehmen vorbereitende Planungsarbeiten beginnen und ein Planfeststellungsverfahren für den Standort Schönefeld durchgeführt werden.

Allerdings: Bereits früheste Untersuchungen Anfang der 90er Jahre und das Brandenburger Raumordnungsverfahren 1994 stuften Schönefeld als ungeeigneten Standort ein, der dann auch zunächst nicht mehr in Erwägung gezogen wurde. Präferiert wurden der ehemalige sowjetische Militärflughafen Sperenberg und der Standort Jüterbog-Ost. Noch Anfang 1996 erklärte eine Studie der Deutschen Bank Schönefeld für ungeeignet und benannte als hauptsächliche Probleme die Lärmbelästigung der Bevölkerung und die schwierige Verkehrsanbindung. Für die gemeinsame Landesplanungsbehörde von Berlin und Brandenburg sprach nach einer internen Studie Anfang 1996 ebenfalls fast alles gegen Schönefeld.

Was geschah in der Zwischenzeit und wie verlief der Entscheidungsprozess, dessen Ergebnis die Festlegung auf den Standort Schönefeld im Mai 1996 war, obwohl die Argumente gegen Schönefeld nie ausgeräumt wurden? Zu den Fragen um die Standortbestimmung liegen dem Untersuchungsausschuss BER mehrere Meter Aktenmaterial vor, in dem unter anderem das heftige Ringen um die Entscheidung im Vorfeld des Konsensbeschlusses dokumentiert ist.

Brandenburg präferierte Sperenberg, der Bund wiederum Schönefeld. Allerdings hielt der Bund, vielleicht beeinflusst durch die Lufthansa, einen weiteren Umsteigeflughafen neben Frankfurt/Main und München für unnötig. Innerhalb der Berliner Politik war die Standortfrage ebenso umstritten, auch in der Großen Koalition. Der damalige Fraktionsvorsitzende der SPD Klaus Böger gab nach einer Klausurtagung Ende Januar 1995 ein klares Votum für Sperenberg ab, die CDU hatte von Beginn an eine Präferenz für Schönefeld. Bündnis90/Die Grünen präferierten ebenfalls Schönefeld, waren allerdings gegen einen Ausbau zum Großflughafen, weil sie den prognostizierten Anstieg der Passagierzahlen für unrealistisch hielten.

Auch innerhalb des Berliner Senats gab es widersprüchliche Haltungen. So wird im Mai 1995 in einem Vermerk der Senatskanzlei Schönefeld als einzig sinnvoller Standort genannt. In diesem Vermerk wird auch auf die finanziellen Risiken des Projekts hingewiesen und ein schrittweiser, bedarfsabhängiger Ausbau Schönefelds empfohlen. Ein anderer Vermerk zu einem Treffen zwischen Ministerpräsident Manfred Stolpe und dem Regierenden Bürgermeister Eberhard Diepgen eine Woche später hält aber eine Einigung auf die Errichtung eines internationalen Flughafens in Sperenberg fest. Als spätere Erklärung für das Umschwenken wurde das Scheitern der Fusion zwischen Brandenburg und Berlin genannt.

Eines der wohl wichtigsten Treffen zur Standortentscheidung war jedenfalls eine Zusammenkunft von Stolpe, Diepgen und dem damaligen Bundesverkehrsminister Matthias Wissmann am 02. Juni 1995, über die es keine Dokumentation gibt, auf die aber sogar der damalige Bundeskanzler Helmut Kohl eingewirkt haben soll.

Interessant bei der Vorbereitung des Konsensbeschlusses ist ein Mann, dessen Name im Skandal um die gescheiterte Flughafen-Privatisierung wieder auftauchen wird: Herbert Märtin. Er soll als „Moderator“ den Konsensbeschluß herbeigeführt haben und war an seiner Formulierung beteiligt. Uneinig sind sich mehrere Beteiligte, auf wessen Empfehlung oder wessen Betreiben Märtin eigentlich mit der Angelegenheit befasst wurde. Die Entscheidung für Schönefeld ist wohl maßgeblich auf die Tätigkeit Märtins zurückzuführen, der das selbst allerdings bestreitet.

Der Prozess, der am Ende zur Entscheidung für den Standort Schönefeld geführt hat, ist schwierig nachzuvollziehen und noch nicht vollständig aufgearbeitet. Es lässt sich aber sagen, dass verschiedene auch sachfremde Erwägungen eine Rolle gespielt haben und dass die Standortentscheidung eine der Festlegungen gewesen ist, die im späteren Verlauf zu Skandalen und der derzeitigen Krise geführt haben.

Mehr Infos und Download des als Buch veröffentlichen Zwischenberichts hier: http://peira.org/

Diese Pressemeldung wurde auf openPR veröffentlicht.

Verantwortlich für diese Pressemeldung:

News-ID: 773456
 968

Kostenlose Online PR für alle

Jetzt Ihren Pressetext mit einem Klick auf openPR veröffentlichen

Jetzt gratis starten

Pressebericht „Unten Bleiben - Berliner Piraten legen Stoff für einen großen Krimi vor“ bearbeiten oder mit dem "Super-PR-Sparpaket" stark hervorheben, zielgerichtet an Journalisten & Top50 Online-Portale verbreiten:

PM löschen PM ändern
Disclaimer: Für den obigen Pressetext inkl. etwaiger Bilder/ Videos ist ausschließlich der im Text angegebene Kontakt verantwortlich. Der Webseitenanbieter distanziert sich ausdrücklich von den Inhalten Dritter und macht sich diese nicht zu eigen. Wenn Sie die obigen Informationen redaktionell nutzen möchten, so wenden Sie sich bitte an den obigen Pressekontakt. Bei einer Veröffentlichung bitten wir um ein Belegexemplar oder Quellenennung der URL.

Pressemitteilungen KOSTENLOS veröffentlichen und verbreiten mit openPR

Stellen Sie Ihre Medienmitteilung jetzt hier ein!

Jetzt gratis starten

Weitere Mitteilungen von Peira - Gesellschaft für politisches Wagnis

Der Xinnovations e.V. verabschiedete Rainer Thiem mit einem besonderen Event
Der Xinnovations e.V. verabschiedete Rainer Thiem mit einem besonderen Event
Nach 17 intensiven und sehr erfolgreichen Jahren legte Rainer Thiem im Oktober 2018 sein Amt als Vorstandsvorsitzender des Xinnovations e.V. in neue Hände. Mit der in seiner Amtszeit intensiv verfolgten Vernetzung von IT-Akteuren aus Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Verwaltung wurden neue Allianzen für technologische Innovationen geschaffen und die Verwertung von FuE-Ergebnissen über Netzwerke hinweg gefördert. Ein sehr nachhaltig wirkender Meilenstein war die Ausrichtung des Innovationsforums Semantic Media Web, das 2012 den Grundstein …
Was will Die Linke ab 2017? Fortsetzung der Opposition oder einen Machtwechsel mit SPD und Grünen herbeiführen
Was will Die Linke ab 2017? Fortsetzung der Opposition oder einen Machtwechsel mit SPD und Grünen herbeiführen
Berlin, 02.11.2016: Eine Peira – Matinée am 6. November 2016 mit Dr. Gesine Lötzsch, stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Partei Die Linke und Rainer Thiem, Vorstand von Peira – Gesellschaft für politisches Wagnis. Nach der Berlinwahl ist Rot-Rot-Grün in aller Munde. Was früher als undenkbare Konstellation galt, ist jetzt Hoffnungsträger für eine politische Veränderung in Berlin. Ist eine solche Konstellation auch für den Bund denkbar? Ist sie dort wünschenswert? Ist eine linke Opposition eventuell besser als eine zu breite Dreierkoalit…

Das könnte Sie auch interessieren:

Piraten in Münster nun dreistellig
Piraten in Münster nun dreistellig
… freuen sich über den seit Wochen anhaltenden Mitgliederzustrom. In den letzten sechs Monaten verdoppelten sie ihre Mitgliederzahl. "Seit dem Einzug der Piraten in das Berliner Abgeordnetenhaus sind unsere Stammtische gut besucht. Wir haben oft Probleme, für jeden Interessierten einen Platz zu finden." freut sich Sebastian Kroos. "Mittelfristig brauchen …
KRIMI total – Krimispiele für Dinnerpartys zu Hause
KRIMI total – Krimispiele für Dinnerpartys zu Hause
… bietet der Verlag mit Mafia („KRIMI total – Der Mythos der Familie“), Goldene 20er Jahre („KRIMI total – Im Schatten der Premiere“) bis hin zum glamourösen Zeitalter der Piraten („KRIMI total – Der verfluchte Schatz der Piraten“) und dem Märchenwald („KRIMI total – Die zweifelhafte Welt der Märchen“) eine breite Themenauswahl an. Der siebente Fall „KRIMI …
Bild: Dresdner Unternehmen KRIMI total gesteht bei Spielwarenmesse in Nürnberg: Bisher spielten 500.000 VerdächtigeBild: Dresdner Unternehmen KRIMI total gesteht bei Spielwarenmesse in Nürnberg: Bisher spielten 500.000 Verdächtige
Dresdner Unternehmen KRIMI total gesteht bei Spielwarenmesse in Nürnberg: Bisher spielten 500.000 Verdächtige
… sind: • Der Duft des Mordes • Im Schatten der Premiere • Die zweifelhafte Welt der Märchen • Jenseits der Schönheit • Der Mythos der Familie • Der verfluchte Schatz der Piraten • Die Party der Intrigen • Die Legende der Sturmklinge • Das Gift der Rivalen (erstes Jugendspiel) • Drei Rosen für Charlie • Das Geheimnis der Burg Wolfsklamm • Kugeln statt …
Bild: Weltpremiere Jerry Cotton am 28.02.2010 in MünchenBild: Weltpremiere Jerry Cotton am 28.02.2010 in München
Weltpremiere Jerry Cotton am 28.02.2010 in München
… Christian Becker/ Rat Pack Film Produktion („Wickie und die starken Männer“, „Die Welle“) auf die große Leinwand zurück. «Je mehr wir uns damit beschäftigt haben, desto mehr hatten wir das Gefühl, das ist ein Stoff, aus dem man etwas richtig Cooles für eine neue Generation machen kann», sagte Stennert. Der Film ist ab dem 11. März in den Kinos zu sehen.
Bild: LIGHT EVENT brachte die Südsee nach KölnBild: LIGHT EVENT brachte die Südsee nach Köln
LIGHT EVENT brachte die Südsee nach Köln
… technischen Umsetzung der Weihnachtsfeier für die Zeitarbeitsfirma Tuja aus Ingolstadt beauftragt. Die Veranstaltung im Kölner Expo XXI stand in diesem Jahr unter dem Motto „Piraten“. Für ein inspirierendes Südsee-Ambiente sorgte das Kölner Light Event-Team unter anderem mit einer 360 Grad Großprojektion. Um bei den über 700 passend kostümierten Gästen das …
Bild: Die Lesung am Tatort - WUNDERLAND, der Mauerfallkrimi - Donnerstag, 26. März '09, Bürgerhaus Kladow, 19.00 UhrBild: Die Lesung am Tatort - WUNDERLAND, der Mauerfallkrimi - Donnerstag, 26. März '09, Bürgerhaus Kladow, 19.00 Uhr
Die Lesung am Tatort - WUNDERLAND, der Mauerfallkrimi - Donnerstag, 26. März '09, Bürgerhaus Kladow, 19.00 Uhr
… zerrissene Familienbande, unerfüllte Sehnsüchte und zwischenmenschliche Tragödien, die bisweilen tödlich enden. "Ein großer Roman über das Ende des Kalten Kriegs", wie der Berliner Tagesspiegel schrieb. "Spannende 334 Seiten, die einem oft das Lächeln ins Gesicht zaubern", schwärmt das Internetportal Berlin-Audiovisuell in seinen Sonderseiten zu 20 …
Bild: Die ersten Berliner Krimi-Tage fahnden nach SponsorenBild: Die ersten Berliner Krimi-Tage fahnden nach Sponsoren
Die ersten Berliner Krimi-Tage fahnden nach Sponsoren
… Krimi-Tage-Berlin deutschlandweit einzigartig da. Bars und Krimis, das ist eine spannende und unterhaltsame Kombination, vor allem für die Gäste der Lesungen.“ Als Berliner „Hauptermittlungszentrum“ der Krimi-Tage dient das Café Einstein Stammhaus. Der Verein rechnet mit einem hohen Zuspruch der deutschsprachigen Krimigemeinde. Der Buchmarkt repräsentiert …
Bild: Überraschungserfolg für Berliner Krimi-AutorBild: Überraschungserfolg für Berliner Krimi-Autor
Überraschungserfolg für Berliner Krimi-Autor
… Amazon-Büchercharts. Schreiben, das wollte Dirk Trost, 57, aus Berlin schon immer. Doch wie das Leben so spielt: Entweder fehlt die Muße oder sein Job als Einrichtungsleiter eines Berliner Pflegeheims durchkreuzt seine Pläne. Doch 2014 klappt es dann doch: Dirk Trost schreibt seinen ersten Krimi mit dem Titel „Granat für Greetsiel“, verlegt ihn zunächst …
Bild: Krimi total – Der verfluchte Schatz der PiratenBild: Krimi total – Der verfluchte Schatz der Piraten
Krimi total – Der verfluchte Schatz der Piraten
Neuer Krimi für Dinnerpartys erschienen - Krimi total auf Messe SPIEL Dresden, 15. Oktober 2007 - Mit „KRIMI total – Der verfluchte Schatz der Piraten“ veröffentlicht der Dresdner Spieleverlag JMcreative bereits den sechsten Fall der erfolgreichen Krimispiel-Reihe „KRIMI total“. Der Verlag stellt die Neuerscheinung auf der weltgrößten Publikumsmesse …
Bild: Piraten im Abgeordnetenhaus: Glückwunsch nach BerlinBild: Piraten im Abgeordnetenhaus: Glückwunsch nach Berlin
Piraten im Abgeordnetenhaus: Glückwunsch nach Berlin
Mit über 8 % der Wählerstimmen sind die Piraten heute gemäß der Prognose von Infratest dimap um 18:00 Uhr in das Berliner Abgeordnetenhaus und damit erstmals in ein Landesparlament eingezogen. Auch die Piraten aus Baden-Württemberg freuen sich mit den Berlinern und Parteimitgliedern aus der gesamten Republik über dieses hervorragende Ergebnis. Aus allen …
Sie lesen gerade: Unten Bleiben - Berliner Piraten legen Stoff für einen großen Krimi vor