(openPR) Bis in Morgenstunden haben Handelsminister aus 159 Ländern auf der indonesischen Insel verhandelt, um ein Abkommen zur Liberalisierung des Welthandels zu erreichen. Nach einer Kompromisslösung mit Indien blockierte zuletzt Kuba, ehe es dann zu einer historischen Einigung kam. Es ist die erste multilaterale Vereinbarung seit dem Start der Doha-Runde 2001. Die Internationale Handelskammer (ICC) Deutschland begrüßt den Kompromiss und die Einigung auf das sogenannte Bali-Paket.
„Dies ist ein großer Erfolg für das multilaterale System“, sagt Manfred Gentz, Präsident der Internationalen Handelskammer (ICC) Deutschland. „Wir erwarten, dass das Abkommen nun zügig von den Parlamenten der WTO-Mitgliedsstaaten abgesegnet wird“. Gentz hob die Bedeutung des Abkommens für die exportorientierte deutsche Wirtschaft hervor: „Der Abbau von Zollformalitäten und Handelshemmnissen spart jedem Unternehmen Zeit und Geld. Und er öffnet insbesondere für Teile des deutschen Mittelstands den Zugang zu Auslandsmärkten, der bisher vor den hohen bürokratischen Anforderungen zurückgeschreckt ist“.
„Es ist auch ein Erfolg des neuen Generalsekretärs Roberto Azevêdo, dem unser großer Dank gilt“, so Gentz. Azevêdo, der erst seit einigen Monaten im Amt ist, hatte er durch seine geschickte Verhandlungsführung im Vorfeld ermöglicht, dass es bereits vor Bali zu wichtigen Teileinigungen gekommen war. Die Internationale Handelskammer (ICC) hatte 2012 die World Trade Agenda ins Leben gerufen, eine Wirtschaftsinitiative, die im vergangenen Jahr rund um den Globus bei Regierungen erfolgreich für eine Wiederaufnahme der multilateralen Verhandlungen und eine neue Handelsagenda gekämpft hat.
„Die WTO sollte das Momentum jetzt nutzen, die noch offenen Liberalisierungsschritte der Doha-Runde zügig anzugehen“, fordert Manfred Gentz. Künftig sollte es auch möglich sein, dass sich Staaten innerhalb der WTO zusammentun, die grundsätzlich zu einer Liberalisierung bereit sind. Diese könnten u.a. eine Liberalisierung einzelner Industriesektoren wie Telekommunikation oder Chemie oder bei Dienstleistungen vereinbaren. „Der Alles-oder-nichts-Ansatz bei den WTO-Verhandlungen reicht nicht mehr aus“, so Gentz.
Die ICC hat als branchenübergreifender Zusammenschluss der Weltwirtschaft ausrechnen lassen, dass durch einen Abschluss die Handelskosten für Unternehmen in entwickelten Ländern um 10 Prozent und in Schwellenländern sogar zwischen 13 bis 15,5 Prozent sinken würden. Der Export könnte durch die geplanten Handelserleichterungen weltweit um 960 Milliarden Dollar zunehmen und potenziell bis zu 21 Millionen neue Arbeitsplätze entstehen lassen.





