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ICC-Studie zur Handelsfinanzierung vor G20-Treffen

(openPR) Die Weltwirtschaft steht trotz ermutigender Signale, die auf eine wirtschaftliche Erholung hoffen lassen, noch immer auf schwachen Füssen. Das ist eines der Ergebnisse der aktuellen Untersuchung der Internationalen Handelskammer (ICC) zum Thema Handelsfinanzierung.



Berlin, 9. September 2009 - Der ICC-Zwischenbericht, für den im Juli und August 68 Banken aus 50 Ländern befragt wurden, ist eine Weiterführung des Berichtes "Rethinking Trade Finance 2009" der ICC-Bankenkommission. Er war im März dieses Jahres veröffentlicht worden und hatte einen signifikanten Rückgang im Handelsvolumen und -wert vermeldet.

Bei dem nun vorliegenden Bericht gaben hingegen rund 70 Prozent der Befragten an, dass sich das Handelsvolumen im ersten Halbjahr 2009 vergrößert hatte oder zumindest gleich geblieben war. Zudem deutet die Untersuchung daraufhin, dass sich die Nachfrage nach Handelsfinanzierungen auf Seiten der Unternehmen im ersten Halbjahr 2009 im Vergleich zum Ende 2008 vergrößert hat. Gleichwohl warnt der Report, dass eine Erholung in der Nachfrage nach Handelsfinanzierungen ohne gleichzeitige Erleichterungen für Banken, diese Kredite bereitzustellen, ein großes Risiko für die Erholung der Weltwirtschaft darstelle.

Daher wird vor übertriebenem Optimismus gewarnt. So habe es anders als von den G20-Regierungschefs auf ihrem letzten Treffen im April gefordert, kein signifikantes Signal für eine Erleichterung bei Eigenkapitalanforderungen (Basel II) von Bankenanlagen zu Handelsfinanzierungen gegeben. Dieser Ansicht waren 90 Prozent der Befragten.

Die ICC fordert, auf dem bevorstehenden G20-Treffen dem Thema Handelsfinanzierung erneut eine hohe Priorität einzuräumen. Die Anforderungen an die Eigenkapitalquote dämpften den Anreiz für Banken, Mittel für die Handelsfinanzierung bereit zu stellen. So sei es eines der „besorgniserregendsten Ergebnisse" des Berichts, dass gestiegene Kapitalkosten weiterhin den Umfang der zur Verfügung stehenden Mittel - insbesondere in den Schwellenländern - beschränkten.

Der Bericht empfiehlt Produkte zur Handelsfinanzierung von der so genannten maßgeblichen Restlaufzeit zu befreien, die mindestens ein Jahr beträgt und im Rahmen von Basel von den Banken in den meisten Ländern angewendet werden muss. Ebenso sollte es erlaubt werden, Risikomerkmale auf der Basis von tatsächlichen Orientierungswerten der Industrie zu bestimmen, die das geringe Risiko im Bereich Trade-Finance widerspiegeln.

Ein weiteres zentrales Thema - so der ICC-Report - seien die Kosten der Handelsfinanzierung für die Unternehmen: „Zwar steigen die Kosten für die traditionellen Instrumente der Handelsfinanzierung immer noch. Sie werden jedoch als finanziell tragbar eingeschätzt angesichts der zusätzlichen Sicherheit, die diese Produkte allen Parteien bieten", sagt Gary Collyer, Technical Advisor der ICC-Bankenkommission im Vorwort der Studie.

Die große Mehrheit der Befragten ist der Ansicht, dass die Entscheidung der G20 im April dieses Jahres, die Handelsfinanzierung mit 250 Milliarden Dollar für einen Zeitraum von zwei Jahren zu unterstützen, ein wichtiger Schritt war. So sei es gelungen, die Erschütterungen für den Welthandel abzufedern, die durch die wirtschaftliche Krise entstanden waren. Daher müssten diese Zusagen auch weiterhin eingehalten werden.

Zudem empfiehlt der Bericht eine Ausweitung der multilateralen Programme zu Handelserleichterungen. Dabei müssten sowohl der Förderumfang als auch die Reichweite insbesondere mit Hinblick auf wirtschaftlich schwächere und exportabhängige Länder ausgedehnt werden. Zudem sei eine schnelle Umsetzung der nationalen Programme notwendig, um den Handel zu ermöglichen und Refinanzierungsmöglichkeiten bereitzustellen.

Trotz des angenommenen positiven Wachstums erwartet der Bericht, dass Probleme bei der Verfügbarkeit von Handelsfinanzierungen für Unternehmen bis ins Jahr 2010 bestehen bleiben werden.

Die ICC wurde von der Welthandelsorganisation (WTO) beauftragt, quantitativ wie qualitativ verlässliche Zahlen zu erheben, um dabei zu helfen, die Informationslücke im Bereich der Handelsfinanzierung zu schließen. Der Bericht wird auch auf dem WTO-Expertenmeeting zum Thema Handelsfinanzierung am 15. September präsentiert. Dort werden offizielle Vorschläge für die Handelsfinanzierung auf dem G20-Treffen in Pittsburgh erarbeitet.

Download "ICC Trade Finance Survey: An Interim Report - Summer 2009" auf der Webseite www.icc-deutschland.de

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