openPR Recherche & Suche
Presseinformation

Fahndung per Internet

04.06.201317:36 UhrPolitik, Recht & Gesellschaft
Bild: Fahndung per Internet

(openPR) Immer öfter fahndet die Polizei nach mutmaßlichen Tätern via Internet, bspw. Facebook, und verzeichnet damit beachtliche Erfolge. Dem schließen sich auch immer mehr Privatpersonen an, denen etwas geklaut oder beschädigt wurde, sie aber ein Foto von dem Verdächtigen haben.



Zunächst: Ein Foto bspw. aus einer Überwachungskamera muss auch erst einmal zulässig entstanden sein.

Dann: Das Gesetz erlaubt nur die Veröffentlichung durch Behörden (§ 24 Kunsturhebergesetz, das die Bildrechte von Personen regelt, die auf einem Foto erkennbar sind). Eine Privatperson darf insoweit also nicht selbständig Bilder des Tatverdächtigen veröffentlichen – zumal ja nicht sichergestellt ist, dass der Abgebildete tatsächlich tatverdächtig ist. Dies geht dann schon in Richtung Selbstjustiz, die es nicht geben darf.

Aber auch die Polizei kann nicht machen, was sie will. Grundsätzlich kann nur veröffentlich werden bei Straftaten von erheblicher Bedeutung und wenn die Aufklärung der Straftat, insbesondere die Feststellung der Identität eines unbekannten Täters auf andere Weise erheblich weniger Erfolg versprechend oder wesentlich erschwert wäre (§ 131b Strafprozessordnung). Eine Verwaltungsvorschrift, die sich insbesondere an Staatsanwälte richtet, fasst das sogar noch enger: „Private Internetanbieter sollen grundsätzlich nicht eingeschaltet werden.“ (Ziffer III.2. der Anlage B der Richtlinien für das Strafverfahren und das Bußgeldverfahren, kurz: RiStBV).

Allgemein ist man sich bist dato nicht sicher, inwieweit auch die Aufrufe der Polizei via Facebook rechtlich überhaupt zulässig sind. Am unschönen Beispiel eines Mordes im norddeutschen Emden 2012 zeigt sich nämlich die Kehrseite der Medaille: Hier muss der anfänglich Tatverdächtige unter Polizeischutz gestellt werden, auch nachdem bekannt wurde, dass er nachweislich nicht der Täter gewesen sein konnte.

By the way: Auch die Herstellung eines Fotos eines Besuchers, dem Hausverbot erteilt wird, ist durch den Veranstalter grundsätzlich nicht zulässig. Wenn, dann müsste der Betroffene der Fotoaufnahme zustimmen – und zwar freiwillig und ohne “freundlichen” Zwang. Selbst die Drohung mit einer Strafanzeige ist übrigens grundsätzlich eine strafbare Nötigung! Droht der Veranstalter also unverhohlen oder subtil damit, den Betroffenen anzuzeigen, wenn er sich nicht fotografieren lässt, dann macht sich der Veranstalter selbst strafbar. Solcherlei Maßnahmen sind der Polizei vorbehalten.

Thomas Waetke
Rechtsanwalt &
Fachanwalt für Urheber- und Medienrecht

Diese Pressemeldung wurde auf openPR veröffentlicht.

Verantwortlich für diese Pressemeldung:

News-ID: 724278
 154

Kostenlose Online PR für alle

Jetzt Ihren Pressetext mit einem Klick auf openPR veröffentlichen

Jetzt gratis starten

Pressebericht „Fahndung per Internet“ bearbeiten oder mit dem "Super-PR-Sparpaket" stark hervorheben, zielgerichtet an Journalisten & Top50 Online-Portale verbreiten:

PM löschen PM ändern
Disclaimer: Für den obigen Pressetext inkl. etwaiger Bilder/ Videos ist ausschließlich der im Text angegebene Kontakt verantwortlich. Der Webseitenanbieter distanziert sich ausdrücklich von den Inhalten Dritter und macht sich diese nicht zu eigen. Wenn Sie die obigen Informationen redaktionell nutzen möchten, so wenden Sie sich bitte an den obigen Pressekontakt. Bei einer Veröffentlichung bitten wir um ein Belegexemplar oder Quellenennung der URL.

Pressemitteilungen KOSTENLOS veröffentlichen und verbreiten mit openPR

Stellen Sie Ihre Medienmitteilung jetzt hier ein!

Jetzt gratis starten

Weitere Mitteilungen von Schutt, Waetke Rechtsanwälte GbR

Cookies: Deutsche Opt-Out-Regel verstößt gegen EU-Recht
Cookies: Deutsche Opt-Out-Regel verstößt gegen EU-Recht
Fast alle Webseiten verwenden Cookies. Cookies sind dazu da, den Nutzer wiederzuerkennen und das Surfen auf einer Website zu erleichtern. Durch die Verwendung von Cookies ist es beispielsweise möglich, dass Nutzer ihre Zugangsdaten nicht bei jedem Besuch einer Website neu eingeben müssen oder, dass über den virtuellen Warenkorb gespeichert wird, was der Nutzer kaufen will. Den rechtlichen Umgang regelt die sogenannte „Cookie-Richtlinie“. Diese EU-Richtlinie sieht eine ausdrückliche Einwilligung des Nutzers in solchen Fällen vor. Nur wurde si…
DSGVO: Bußgeld gegen früheren Juso-Landeschef
DSGVO: Bußgeld gegen früheren Juso-Landeschef
Spannende Frage: Inwieweit darf innerhalb einer Partei die Liste der Delegierten eines Parteitages weitergegeben werden? Die Frage berührt die innerparteiliche Transparenz und damit letztlich auch den demokratischen Diskurs. Politische Parteien sind in Deutschland als Vereine organsiert und unterliegen damit dem Vereinsrecht. Jeder Verein hat die DSGVO vollumfänglich zu beachten. Doch inwieweit sind nicht Besonderheiten zu berücksichtigen, die dem Vereinsleben bzw. hier der Aufgabe von Parteien zur Mitwirkung an der Willensbildung des Volkes …

Das könnte Sie auch interessieren:

Bild: Das Web 2.0 als Fahndungsmittel der PolizeiBild: Das Web 2.0 als Fahndungsmittel der Polizei
Das Web 2.0 als Fahndungsmittel der Polizei
… Weg zum Ziel. Das Ziel lautet: Zwei Jugendliche via Facebook zu finden. Die Polizei Hannover ist sich sehr sicher das diese etwas extravangte Form der Fahndung "sehr erfolgsversprechend" sei und das schon einige wichtige Hinweise und Spuren eingegangen seien. Das Stilmittel ist folgendes: Facebook ist mittlerweile die meistbesuchte Seite im Internet …
Pinguin auf Verbrecherjagd
Pinguin auf Verbrecherjagd
… Rechnern wird künftig NIVADIS laufen, das niedersächsische Vorgangsbearbeitungs-, Analyse-, Dokumentati-ons- und Informations-System. Die neue IT-Lösung kombiniert erstmals Vorgangsbearbeitung, Recherche, Fahndung und Analyse in einem System, löst damit 23 alte Einzelanwendungen ab und steigert so die Effizienz der Polizeiarbeit. Medienbrüche, Doppelerfassung, …
Bild: Dittmeier: Warnung vor erneuter BusdiebstahlserieBild: Dittmeier: Warnung vor erneuter Busdiebstahlserie
Dittmeier: Warnung vor erneuter Busdiebstahlserie
… bei der Polizei am Sitz des Busunternehmens in Deutschland erstattet. Dann wurde Kontakt zu dem übergeordneten Landeskriminalamt aufgenommen, um eine Überprüfung der Fahndungsausschreibung im Ausland zu veranlassen. Als nächstes wurde der Bus beim Fahrzeughersteller als gestohlen gemeldet, damit dieser die Fahrzeugidentnummer sperren konnte. Bei Busdiebstählen …
Vorsicht Fahrraddiebstahl – Fahrradschloss, Fahrradversicherung, Hausratversicherung
Vorsicht Fahrraddiebstahl – Fahrradschloss, Fahrradversicherung, Hausratversicherung
… Schadenabwicklung mit dem Versicherer nach einem Fahrraddiebstahl ist ein sorgfältig ausgefüllter Fahrradpass und ein Foto des Rades. Das erleichtert der Polizei die Fahndung und die Zuordnung des Fahrrades bei eventuellem Wiederauffinden. Die Versicherer fordern nach dem Fahrraddiebstahl teilweise auch Informationen zum Fahrradschloss an. Weitere Tipps …
Deutschland ist auf dem Weg zum Überwachungsstaat
Deutschland ist auf dem Weg zum Überwachungsstaat
… Die Jungen Liberalen NRW (JuLis) nehmen Stellung zu den Äußerungen von Bundesinnenminister Dr. Wolfgang Schäuble, an einem Gesetzesentwurf werde gearbeitet, der Mautdaten auch zur Fahndung nutzbar machen soll. "Mautdaten zur Fahndung frei zu geben ist ein klarer Schritt in Richtung 'Überwachungsstaat'. Wir Jungen Liberalen NRW lehnen die Verwendung von …
Dem Fahrraddiebstahl durch ein gutes Fahrradschloss vorbeugen und Versicherungsschutz prüfen
Dem Fahrraddiebstahl durch ein gutes Fahrradschloss vorbeugen und Versicherungsschutz prüfen
… Schadenabwicklung mit dem Versicherer nach einem Fahrraddiebstahl ist ein sorgfältig ausgefüllter Fahrradpass und ein Foto des Rades. Das erleichtert der Polizei die Fahndung und die Zuordnung des Fahrrades bei eventuellem Wiederauffinden. Die Versicherer fordern nach dem Fahrraddiebstahl teilweise auch Informationen zum Fahrradschloss an. Weitere Tipps …
Bild: COMPUTERBILD deckt auf: Vollständige Kreditkartendaten im Hacker-ChatBild: COMPUTERBILD deckt auf: Vollständige Kreditkartendaten im Hacker-Chat
COMPUTERBILD deckt auf: Vollständige Kreditkartendaten im Hacker-Chat
… sie mitsamt des Chat-Mitschnitts an die Redaktion. COMPUTERBILD gab die Informationen sofort an das Landeskriminalamt (LKA) Niedersachsen weiter. Das LKA leitete daraufhin die Fahndung ein und ließ die betroffenen Kreditkarten sperren. Weitere Straftaten ließen sich dadurch verhindern. Woher genau die Daten stammen, ließ sich bis Redaktionsschluss nicht …
Fahrraddiebe haben immer Saison
Fahrraddiebe haben immer Saison
… im eigenen Keller oder in speziell abschließbaren Fahrradboxen. Ein sorgfältig ausgefüllter Fahrradpass und ein Foto des Rades erleichtern nach einem Diebstahl die Fahndung und die Zuordnung des Fahrrades bei eventuellem Wieder-auffinden. Beim Kauf gebrauchter Fahrräder sollte vom Verkäufer ein Eigentumsnachweis verlangt werden, zumindest jedoch Personalien …
Konferenz der innenpolitischen Sprecher von CDU/CSU für bundesweite Video-Kontrollen von Kfz-Kennzei
Konferenz der innenpolitischen Sprecher von CDU/CSU für bundesweite Video-Kontrollen von Kfz-Kennzei
Erfolgreiche Fahndungsmethode bundesweit einsetzen 28. Februar 2004 - Anlässlich der Konferenz der innenpolitischen Sprecher von CDU/CSU in Potsdam erklären der Vorsitzende der Konferenz, Roland Gewalt MdB und der Gastgeber und innenpolitische Sprecher der CDU-Landtagsfraktion in Brandenburg, Sven Petke MdL: Das Kennzeichen-Scanning ist nach den Erfahrungen …
Fahrraddiebe haben wieder Saison
Fahrraddiebe haben wieder Saison
… Präsident der Verbraucherorganisation Geld und Verbraucher e.V. Ein sorgfältig ausgefüllter Fahrradpass und ein Foto des Rades erleichtern nach einem Diebstahl der Polizei die Fahndung und die Zuordnung des Fahrrades bei eventuellem Wiederauffinden. Weitere Tipps und ein Faltblatt mit Fahrradpass zum Thema „Fahrrad-Diebstahl und Absicherungen“ finden Sie …
Sie lesen gerade: Fahndung per Internet