(openPR) Thesen und Forderungen des Frankfurter Zukunftsrats an Johanna Wanka
24.05.2013, Frankfurt: Der Zukunftskreis „Erziehung und Bildung“ hat sein Konzept zur Reformierung der Bachelor/ Master-Studiengänge unter der Leitung von Dr. Bernhard Bueb und Prof. Dr. Hans-Heino Ewers erweitert und fordert von der Bundesbildungsministerin Johanna Wanka die Schaffung einer zukunftsfesten Ausbildung. Dazu bedarf es nämlich mehr als der Ausweitung des BAföGs. Die Schäden in der akademischen Lernkultur infolge der Überregulierung berauben die Universitäten in Deutschland der Chance, eine einheitliche europäische Linie zu verfolgen.
Die sechs Thesen:
1. Bei den neuen Bachelor/Master-Studiengängen kommt die Persönlichkeitsbildung zu kurz
Beim Hochschulstudium soll es um eigenständiges Denken und Arbeiten gehen sowie um ganzheitliche Menschenbildung, nicht um reine Karrierevorbereitung.
2. Keine Uniformierung der Studiengänge, keine Schablone für alle Fachbereiche
Die Geisteswissenschaften beispielsweise profitieren eindeutig weniger von dem neuen Bachelor-Master-System, da es bei ihnen nicht um Wissensstoffe geht, die man auswendig lernen kann.
3. Das Punktesystem und die Fragmentierung des Stoffes müssen überdacht und notfalls abgeschafft werden, weil sie zu einem Tunnelblick verleiten
Das zu frühe Abfragen der Lerninhalte erzeugt Druck und fördert das simple Auswendiglernen von portioniertem Wissen. Die Fähigkeit, Zusammenhänge herzustellen und sich kritisch mit einem Thema auseinanderzusetzen, geht dadurch verloren. Dies stellt eine Gefahr für die Wissenschaftlichkeit des Studiums dar.
4. Der interdisziplinäre Ansatz darf nicht komplett verschwinden
Mehr Freiheit des Lernens ist nötig, um in andere Fächer hinein schnuppern zu können.
5. Der persönliche Kontakt mit dem akademischen Lehrer/in, dem Mentor/in bzw. Bildungsbegleiter/in ist unverzichtbar, wie auch dass der wissenschaftliche Nachwuchs sich frühzeitig in die Lehre einbringen muss.
6. Die akademische Bildung soll aus zwei Säulen bestehen:
1. aus dualen Studiengängen, die fachübergreifende Inhalte als ergänzende Module zur eher berufsorientierten Ausbildung vorsehen, und 2. aus Studiengängen mit einer eher wissenschaftlichen Ausrichtung.











