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Und schon wieder nichts gelernt

23.02.201008:56 UhrWissenschaft, Forschung, Bildung
Bild: Und schon wieder nichts gelernt

(openPR) Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur (MWFK) und Hochschulleitungen gratulieren sich zur Bolognaumsetzung in Brandenburg und verkennen immer noch die Wirklichkeit

Am 16. Februar veröffentlichte das MWFK gemeinsam mit den Brandenburger Hochschulleitungen eine gemeinsame Erklärung zur Umsetzung der Bologna-Reform in Brandenburg in der es heißt, "dass die Umsetzung der Bologna-Reform in Brandenburg weit voran gekommen und erfolgreich ist." "Das ist eine bloße Verkennung der Realität", stellt Franz-Daniel Zimmermann, Referent für Campuspolitik im AStA der Universität Potsdam. entrüstet klar. Seit der Einführung von Bologna ist die Stressbelastung bei Studierenden wie Dozierenden enorm gestiegen, was auch an der Inanspruchnahme der psychologischen Beratung für Studierende erkennbar ist.



"Das ist ja auch kein Wunder, wenn es auch nach jahrelangen Diskussionen immer noch kein Teilzeitstudienangebot an den Hochschulen gibt und am Ende jeden Semesters fünf bis zehn Prüfungen teilweise auf zwei Wochen verteilt von jeder bzw. jedem Bachelor-Studierenden zu absolvieren sind", so Zimmermann weiter.

Auf die Forderung nach einem freien Masterzugang wurde in der Erklärung - wie auch schon im Koalitionsvertrag - mit einer sehr schwammigen Formulierung eingegangen. "Hier wird von Chancengerechtigkeit beim Masterzugang gesprochen, da es aber vier Mal mehr Bachelor-Studierende als Masterplätze gibt, schließen die Hochschulleitungen und das MWFK daraus, Zugangshürden einbauen zu müssen. Das ist aber der falsche Weg! Master-Studierende sind teurer, da sie andere Betreuungsansprüche haben und damit mehr Personal binden. Wenn man aber den wissenschaftlichen Nachwuchs fördern möchte, muss genau beim Ausbau von Masterplätzen angefangen werden", erklärt AStA-Referent Tamás Blénessy.

Sieben Millionen Euro aus dem Hochschulpakt 2020 sollen die schlechte Betreuungsrate zwischen Dozierenden und Studierenden endlich entspannen. "Immer wieder werden die Studierenden auf die Bundesmittel vertröstet. Dass dieses Konzept aber nicht aufgeht, haben wir verstärkt in den letzten drei Semestern gesehen: Jedesmal gab es Mittel auf dem Hochschulpakt 2020 und jedesmal kamen sie zu spät, weil das Semester schon kurz vor dem Start stand und keine Lehraufträge mehr eingeworben werden konnten. Darüber hinaus müssen die Hochschulen endlich davon wegkommen, ihre schlechte Betreuungsrate mit unterbezahlten Lehraufträgen ausgleichen zu wollen. Junge Akademiker_innen, die nach ihrem Abschluss einen Einstieg in die wissenschaftliche Welt suchen, werden an der Universität Potsdam mit 540 Euro für eine einsemestrige Veranstaltung abgespeist oder bekommen oftmals auch gar nichts. Das geht auch völlig an der Idee von Lehraufträgen vorbei", erläutert Katja Klebig, AStA-Referentin für Hochschulpolitik.

Abschließend bemerkt Klebig: "Die gesamte Erklärung geht immer noch an der Lebenswelt der Studierenden vorbei. Die Studierbarkeit wird nicht gewährleistet - was aber auch klar ist, wenn die Studierenden nicht mit einbezogen werden. Aber das ist auch nicht Neues. Wir müssen endlich in den Prozess der Bologna-Analyse miteinbezogen werden, ansonsten wird fröhlich weiter an uns vorbeireformiert."

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