(openPR) Die dbb jugend in Nordrhein-Westfalen steht im Kampf um eine angemessene Bezahlung und eine Zukunftsperspektive nach der Ausbildung so eng zusammen wie nie zuvor. Zu der vom DBB NRW organisierten Großdemo, die gestern vor dem Finanzministerium in Düsseldorf mit einer Abschlusskundgebung endete, hatten sich viele Jugendliche auf den Weg gemacht, um ihren Arbeitgebern zu demonstrieren, welche Wut sie im Bauch haben.
"Jugend ist Zukunft", prangt auf dem magentafarbenen XXL-Shirt, in dem beispielhaft sieben junge Beschäftigte des Öffentlichen Dienstes bei der Großveranstaltung in Düsseldorf trotzig Seite an Seite das ausdrücken, was sie empfinden. Rund 150 junge Beschäftigte aus NRW sind auch nach den kräftezehrenden Mahnwachen der dbb jugend nrw in den letzten Wochen entschlossen dem Aufruf des Erwachsenenverbandes gefolgt und zur Großdemo nach Düsseldorf gereist. Unabhängig von ihren Fachgewerkschaften haben sie sich unter den rund 6.000 Demonstranten als "Jugend-Block" zusammengefunden, um nebeneinander zu kämpfen für das, was die Jugend bewegt: Eine faire Bezahlung und die Zusage, nach der Ausbildung übernommen zu werden.
Einen Tag vor der letzten Verhandlungsrunde in Potsdam ist der Platz vor dem Finanzministerium in Magenta gefärbt. Dort finden sich die Demonstrierenden zur Abschlusskundgebung nach ihrem Marsch durch die Landeshauptstadt ein, weil sie ihre Enttäuschung und ihren Ärger über die Ignoranz der Arbeitgeber zum Ausdruck bringen wollen.
"Dass wir in der ersten Verhandlungsrunde kein Angebot bekommen, daran haben wir uns längst gewöhnt. Aber dass die Arbeitgeber auch in der zweiten Verhandlungsrunde ohne Angebot da stehen, das macht mich echt fassungslos", so fasst Markus Schallenberg, Vorsitzender der dbb jugend nrw das zusammen, was nicht nur die jungen Menschen auf dem Düsseldorfer Burgplatz merklich bewegt. Sie alle, die täglich ihren Dienst zum Wohl aller Bürger tun, sind sauer über die Ignoranz, mit der ihnen begegnet wird. "Das ist kein respektvoller Umgang mit Mitarbeitern", schimpft Schallenberg bei der Abschlusskundgebung von der Hauptbühne.
In diesem Sinne forderte der Vorsitzende des DBB NRW, Meinolf Guntermann, NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft auf, ihren Einfluss auf den Verhandlungsführer in der Tarifrunde, Jens Bullerjahn, geltend zu machen und heute ein anständiges Angebot vorzulegen. Für die jungen Beschäftigten im Öffentlichen Dienst geht es nicht nur um eine Gehaltsanpassung, sondern zunächst einmal darum, auch übernommen zu werden und eine Perspektive für ihre eigene Lebensplanung zu haben.
Gerade hier in Düsseldorf, wo man sich zur Protestkundgebung versammelt hat, wurde am Uniklinikum Düsseldorf ein kompletter Krankenpflegerkurs nach bestandener Ausbildung auf die Straße entlassen. Obwohl diese 30 qualifiziert ausgebildeten, examinierten Krankenschwestern und Krankenpfleger am Uniklinikum dringend gebraucht werden, habe man sie nicht übernommen, erklärt Schallenberg. "Statt Kaffee und Kuchen auf den Stationen erwartet sie jetzt ein Termin beim Arbeitsamt", macht der Chef der dbb jugend nrw drastisch die Situation deutlich, der sich die jungen Menschen ausgesetzt sehen. Die Aussicht auf einen sicheren Arbeitsplatz nach der Ausbildung hat gewechselt gegen Zukunftsangst: "Die Ausbildung beim Land NRW endet leider viel zu oft in einem Zeitvertrag oder direkt in der Arbeitslosigkeit."
Die Jugend wird weiter die dbb-Forderungen unterstützen und dafür kämpfen, dass die dritte Verhandlungsrunde zu einem akzeptablen Ergebnis führt. Doch in diesen Stunden steht noch offen, was geschehen wird. "In den vergangenen Wochen haben wir in vielen Aktionen in NRW gezeigt, dass es uns ernst ist mit unserer realistischen Forderung nach einer fairen Bezahlung und einer Übernahme in einer Zeit, in der der demografische Wandel Entscheidungen nochmals drängender macht. Wir hoffen sehr, dass das auch auf der Arbeitgeberseite angekommen ist und wir an diesem Wochenende zu einer Einigung im Tarifstreit kommen", sagt Schallenberg.
Bis Freitag noch ist die Runde in Potsdam vorterminiert und wird sich möglicherweise auch noch weiter ziehen. Sollte es zu keiner Einigung am Verhandlungstisch kommen, würden die Fachgewerkschaften von der Bundestarifkommission zur Urabstimmung gerufen werden. Dann würde NRW ein Vollstreik drohen, denn eine Schlichtungsvereinbarung gibt es hier nicht. "Wir haben eindrucksvoll bewiesen, dass wir die Nase voll haben und sind entschlossen, bis zum Letzten für unsere Forderungen zu kämpfen", kündigt der Chef der dbb jugend nrw heute Morgen an. Doch noch appellieren die Gewerkschafter an die Vernunft der Verhandlungsführer und hoffen auf ein Verhandlungsende ohne Schrecken.













