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Börse, Draghi, Rettungsschirm: "ist doch alles halb so schlimm"

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actior AG - Hamburg
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(openPR) Würde man die letzte Handelswoche als turbulent bezeichnen, wäre das ein glatte Untertreibung. Nach dem fulminanten Anstieg der Vorwoche warteten die Märkte auf die Pressekonferenz Draghis am Donnerstag. Und die hatte es in sich: Minuten zuvor stieg der Euro über die 1,24, um dann im Gefolge der PK einen saftigen Abverkauf zu absolvieren, der bis knapp über 1,2130 reichte - fast 300 pips! Das sah alles andere als gut aus für den Euro - und dann der Freitag, der den Verlust wieder komplett neutralisierte. So etwas sieht man selten.



Doch der Reihe nach. Die Pressekonferenz Draghis und seine sehr vagen Formulierungen deuten darauf hin, daß im Vorfeld ewtas geschehen sein muß. Und es gab am Donnerstag zwei Auffälligkeiten: erstens ein bereits Ende Juni geführtes Interview Weidmanns mit dem Tenor, die Möglichkeiten der EZB einerseits nicht zu unterschätzen, und andererseits den Einfluß der Bundesbank nicht zu unterschätzen. Dieses Interview erschien seltsamerweise am Tag vor der PK Draghis auf der Homepage der Bundesbank. Ebenfalls am Vortag der Pressekonferenz Draghis dann noch ein Treffen zwischen Weidmann und Draghi bei "Kaffe und Kuchen". Was so harmlos klingt, war wahrscheinlich ein gegenseitiges Anbrüllen, gespickt mit Drohungen Weidmanns, die Draghi dann derart einknicken ließ. Anders jedenfalls ist dessen Auftreten letzten Donnerstag kaum zu erklären - ebenso die Spitze gegen Weidmann auf der PK, wonach die Vorbehalte der Bundesbank ja bekannt wären..

Der Rebound des Euro am Freitag war dann bedingt durch die Ankündigung Spaniens, noch mehr sparen zu wollen, sowie durch die besser ausgefallenen US-Arbeitsmarktdaten. Jedoch ist das Zustandekommen der 163.000 neuen Stellen in den USA vorwiegend ein Produkt statistischer Kreativität: so hat die zuständige Behörde BLS mal eben 377.000 neue Stellen angenommen, aus "saisonalen Gründen". Diese 377.000 neuen Stellen sind die höchste "saisonal" hinzugerechnete Zahl seit über zehn Jahren, und man darf dann nächsten Monat auf die Korrektur warten. Aber seis drum, dem Euro hat es jedenfalls geholfen...

Die 163.000 Stellen, die bei dem Statistiktrik dann herauskamen, waren gut gewählt. Denn die Zahl war gut, aber eben nicht zu gut, um den nicht zu zerstörenden Glauben der Amerikaner an ein QE im September vollends zu zerstören. Diese Hoffnung ist aber in jeder Hinsicht irrational, weil durch Äußerungen Bernankes sowie das Protokoll der letzten Fed-Sitzung deutlich widerlegt. Wir gehen daher davon aus, daß bis zur nächsten Fed-Sitzung der Dollar schwächeln könnte, der Euro dementsprechend noch einmal Potential bis in den Bereich 1,2750 hat. Dann aber ist das Ende der Fahnenstange erreicht. Der September dürfte dann den Weg des Euro nach unten dynamisch fortsetzen, mit Kursen deutlich unter der 1,20.




Fast spiegelbildlich zu Euro-Dollar entwickelte sich der Dax in der letzten Handelswoche. Bewegung auch beim deutschen Leitindex erst am Donnerstag: kurz vor der Pressekonferenz Draghis der Anstieg bis 6850 Punkte, dann der drastische Abverkauf bis 6550 Punkte, also mal eben knapp 5%. Am Freitag dann das umgekehrte Spiel mit einem Anstieg bis knapp unter 6900 Punkte - eine Marke, die heute vormittag dann überboten wurde.

Jetzt spielt man also wieder das Spiel "ist doch alles halb so schlimm". Kann ja ab jetzt nur besser werden. Problem ist aber, daß die Wahrscheinlichkeit dafür nicht eben groß ist. Macht aber nix, wenn man nochmal Party feiern kann - schon in Pestzeiten waren die Feste angesichts des drohenden Infernos ja bekanntlich die Rauschensten.

Es bleibt ja auch nicht anderes übrig. Dieses System beruht ja bekanntlich auf einer Kette von Zahlungsversprechen, und nachdem der Glaube an die unbedingte Einlösbarkeit dieser Versprechen erst einmal zerstört ist - am Beispiel etwa von griechischen Anleihen - muß sich das Rad immer weiter drehen, oder es wird mit einem großen Knall explodieren. Man hat sich, in Gestalt der Hoffnung auf die Zentralbanken wie EZB und Fed, auf ein Weiterdrehen des Rades geeinigt - in dem sicheren Gefühl, daß dieses Weiterdrehen schlichtweg "alternativlos" ist (Verzeihung für dieses "verseuchte" Wort). Also bitte weiter Geld drucken - sonst fliegen wir alle aus der Kurve.

Es steht aber zu vermuten, daß das Rad in nicht allzu ferner Zeit derart überhitzt, daß man das ganze System dann neu booten muß. Die eigentliche Frage ist nicht mehr, ob das passiert, sondern wann es passiert und was danach kommt. Ein hessisch-serbokroatischer Großphilosoph (der Fußballtrainer Stepanovic) hat einmal gesagt: "Lebbe geht weidder".

Das bringt ja auch die amerikanische Haltung auf den Punkt: laßt uns einfach weiter machen und so tun, als ob nichts wäre. Wenn bloß alle dran glauben, wird es schon gut gehen. Die Fed druckt Geld, die EZB möglichst auch, und wenn die Deutschen dann die Haftung der Eurozone übernehmen, dann leben wir doch in der besten aller Welten. Irgendwie aber scheinen die Deutschen eben diese bestechende Logik noch nicht kapiert zu haben.

Charttechnisch schaut das nun für den Dax nicht so übel aus, nachdem der Abverkauf am Donnerstag sofort gekontert wurde und auch heute die Ralley moderat weiter geht. Da ist Luft zunächst bis 6970, sogar bis zur 7200er-Marke. Der September aber wird dann für die Aktienmärkte, wie so oft, ein sehr gefährlicher Monat.


Schreibt Herr Fugmann von der

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