(openPR) Die Arbeitspsychologen Prof. Dr. Andrea Fischbach und Philipp Lichtenthaler von der Deutschen Hochschule der Polizei in Münster haben Grundlagen für ein Training zur Emotionsregulierung entwickelt. Sie berichten darüber im neuen Themenschwerpunkt „Strategien gegen Burnout“ des Fachmagazins Wirtschaftspsychologie aktuell.
Situationen, in denen man negative Gefühle wie Ärger oder Wut erlebt, sind für Führungskräfte und Mitarbeiter gleichermaßen schwierig. Man erlebt diese Gefühle zwar intensiv, darf sie aber nicht zeigen, um andere wiederum nicht vor den Kopf zu stoßen. Die Psychologen sprechen bei diesem Auseinanderklaffen erlebter und erwünschter Gefühle von emotionaler Dissonanz.
Ein Beispiel für eine Dissonanz auslösende Situation: Der Chef gibt seiner Sekretärin einen Arbeitsauftrag. Diese seufzt, rollt mit den Augen, wirkt genervt. Der Chef ärgert sich darüber, will seine Sekretärin jedoch gleichzeitig zur Arbeit motivieren. Soll er jetzt einfach seinen Ärger runterschlucken oder gar seine Mitarbeiterin ermahnen?
Andrea Fischbach und Philipp Lichtenthaler zeigen in ihrem Beitrag, dass in diesen unklaren Situationen Kompetenz zur Emotionsregulation notwendig ist. Kern dieser Kompetenz ist, dass man nicht versucht, seine Gefühle zu unterdrücken (Reaktionsfokus), sondern dass man die Ursachen dieser Gefühle ändert (Ursachenfokus).
Eine Ursache sind bewertende Gedanken. Wenn man es schafft, eine geeignete Bewertung zu finden, hat man auch seine Gefühle im Griff. Eine passende Bewertung für das geschilderte Beispiel mit der genervten Mitarbeiterin wäre: „Offenbar kommt ihr der Auftrag ungelegen. Warum? Ich frage sie.“ (Gefühl: Hoffnung). Eine ungeeignete Bewertung wäre: „Immer verweigert sie ihre Arbeit.“ (Gefühl: Ärger). Mit dem geeigneten Gedanken geht der Chef also auf sie zu, fragt und motiviert sie.
Im Training zur Emotionsregulierung, das die Arbeitspsychologen für Führungskräfte vorschlagen, werden solche Gedanken trainiert. Damit lassen sich ungute Gefühle in den Griff kriegen und langfristig Erschöpfungszustände vermeiden. Das Training umfasst folgende Bausteine:
- Die Teilnehmer erfassen mit einem eigens dafür entwickelten Fragebogen, was sie normalerweise in stressigen Führungssituationen denken. Sie erhalten dazu eine individuelle Rückmeldung vom Trainingsleiter.
- Im Training wird ein Modell zur geeigneten Emotionsregulierung erarbeitet. Und Situationen, in denen man negative Gefühle im beruflichen Alltag unterdrückt, werden gesammelt.
- Anhand dieser Situationen diskutieren die Teilnehmer, was man entgegen seiner Gewohnheit besser denken und tun sollte. Hierbei steht der Ursachenfokus im Zentrum, der zu neuen Bewertungen führt. Diese neuen Gedanken werden geübt.
Weitere Informationen zu den Grundlagen des Trainings und zu weiteren Maßnahmen, um damit langfristig Burnout vorzubeugen, finden sich in der neuen Ausgabe „Strategien gegen Burnout“, die jetzt im Deutschen Psychologen Verlag erschienen ist.
Mehr Informationen dazu:
http://www.wirtschaftspsychologie-aktuell.de/ausgabe-2012-2-strategien-gegen-burnout.html











