(openPR) Der Begriff der Inklusion ist in aller Munde. Im Zuge der UN-Behindertenrechtskonvention von 2006, die einen gemeinsamen Schulbesuch von behinderten und nicht behinderten Kindern fordert, wird hierzulande über zukünftige Formen von Integration innerhalb des bundesdeutschen Bildungssystems diskutiert. – Was die verschiedenen Angebote für Kinder mit Hörbehinderung leisten, thematisiert die soeben erschienene Ausgabe der Fachzeitschrift „Schnecke – Leben mit Cochlear Implant & Hörgerät“ umfassend und unter Berücksichtigung einer Vielzahl von Perspektiven. In einer Beilage erinnert die „Schnecke“ an ihren Initiator und langjährigen Mentor, Professor Dr. Dr. Dr. h.c. mult. Ernst Lehnhardt, den Pionier der CI-Versorgung in Deutschland, der am 1. Dezember im Alter von 87 Jahren in Hannover verstarb.
Durch das Erkennen von Hörschädigungen mittels Neugeborenen-Hörscreening, durch gezielte Frühförderung, leistungsstarke Hörgeräte und Cochlea-Implantate erwerben immer mehr hörgeschädigte Kinder frühzeitig Lautsprache und entwickeln Sprachverstehen, wichtige Voraussetzungen für den Besuch einer Regelschule. Etwa 60 Prozent der Eltern hörgeschädigter Kinder entscheiden sich heute für eine wohnortnahe, allgemeine Schule, in der ihre Kinder mit mehr oder weniger umfangreicher, zusätzlicher Unterstützung lernen. Alternative Bildungsoptionen sind der Besuch einer wohnortnahen inklusiven Jahrgangsklasse oder der einer Hörgeschädigten-Schule.
Wie die aktuelle Ausgabe der „Schnecke“ in zahlreichen Beiträgen darstellt, hängen Lernerfolg und Integration hörgeschädigter Kinder von vielen Faktoren ab. Es zählen nicht nur technische Voraussetzungen, etwa die Verwendung von Soundfield- oder FM-Anlagen, raumakustische Gegebenheiten oder Visualisierungen. Mindestens ebenso wichtig sind das Verständnis der Lehrer für die Individualität der Schülerinnen und Schüler, genügend Zeit und die Gestaltung sozialer Prozesse. Das komplexe Thema Inklusion dürfe keinesfalls allein auf die Frage nach neuen Schulstrukturen bzw. nach einer Einheitsschule für alle verengt werden. Ebenso sei es verhängnisvoll, schulische Leistungen zum einzigen Maßstab für gelungene Integration zu erheben.
Die Fachzeitschrift bringt unterschiedliche Perspektiven auf das wichtige Thema. Pädagogen, Eltern und Schüler kommen zu Wort. Ein Modell zum gemeinsamen Unterricht von Hörenden und Hörgeschädigten wird ebenso vorgestellt wie das Ergebnis einer Umfrage unter hörgeschädigten Schülerinnen und Schülern. – „Für mich wäre es schön gewesen, wenn ich die Gelegenheit gehabt hätte, mich mit gleichaltrigen Schwerhörigen über meine Schwerhörigkeit auszutauschen“, erinnert sich z.B. die Pädagogin Irene von Mende-Bauer, selbst Hörgeräte- und CI-Trägerin, an ihre Schulzeit. „Ich kannte keine erwachsenen Hörgeschädigten, die mit ihrer Hörschädigung souverän umgehen konnten.“
Nicht zuletzt wird deutlich, dass erfolgreiche Inklusion die Wertschätzung eines jeden Kindes, unabhängig von seinen individuellen Begabungen und Handicaps, voraussetzt. – „Wenn inklusiver Unterricht richtig praktiziert wird, stellt sich nicht mehr die Frage, ob ein Schüler die Voraussetzungen für eine bestimmte Schule mitbringt“, so Hubert Hüppe, Beauftragter der Bundesregierung für die Belange behinderter Menschen, im Interview mit der „Schnecke“. „Vielmehr geht es um die Frage, wie auf die individuellen Bedürfnisse eines jeden Kindes am besten eingegangen werden kann. Dann schafft Bildung auch eine gute Grundlage für das spätere Leben.“
Weitere Informationen unter www.schnecke-online.de sowie unter www.schnecke-ci.de . Medienvertretern stellen wir auf Anfrage gerne ein Ansichtsexemplar der „Schnecke“ zur Verfügung.













