(openPR) Autoimmunkrankungen entstehen dann, wenn das Immunsystem körpereigene Zellen angreift und zerstört, wie wenn es sich um fremde Zellen handeln würde. Grundsätzlich liegt eine gravierende Störung, ein Fehler des Immunsystems vor mit Autoaggression, d.h. Zerstörung oder Schädigung eigener Gewebe und Organe. Viele verschiedene Organe können betroffen sein wie Bauchspeicheldrüse mit Entstehung des Typ-1- Diabetes, Schilddrüse, Nieren, Leber, Lunge, das zentrale Nervensystem, die Blutbildung, Bindegewebe und Gelenke.
Forschungen auf dem Gebiet der Psychoneuroimmunologie haben Wechselwirkungen zwischen dem Gehirn, Hormonen und dem Immunsystem nachgewiesen. Das Immunsystem wird durch negative psychische Faktoren wie Stress oder Depression gehemmt, während positive Gemütszustände es aktivieren und verbessern. Der Ausbruch und der Verlauf von Autoimmunkrankheiten können mit bestimmten Verlusterlebnissen, dem Zusammenbruch von Beziehungen zusammenhängen. Es hat sich auch gezeigt, dass das Immunsystem „lernen“ kann.
Eine wichtige Voraussetzung der Hypnosetherapie bei diesen schweren körperlichen Erkrankungen ist, dass der Therapeut auch die medizinische Seite kennt und sie mitberücksichtigt.
Vor Beginn der Hypnotherapie von Patienten/innen mit Autoimmunkrankheiten sind die Erwartungen an die Hypnosetherapie abzuklären. Mit Hypnose sind keine Wunderheilungen zu erwarten, aber sie beeinflusst den Verlauf und den Schweregrad der Erkrankung oft erstaunlich günstig.
Der/die Patient/in erhält am Anfang einige Informationen über das Immunsystem und auch über Erkenntnisse der Psychoneuroimmunologie. Dafür gibt es Informationsblätter, die die Zusammenhänge von Gehirn, bestimmten Hormonen und dem Immunsystem erklären ebenso wie die bekannten Auswirkungen psychischer Faktoren auf das Immunsystem.
An den Anfang der Hypnotherapie stelle ich die „Wohlfühltrance“ mit Anleitung zur Selbsthypnose. Dabei wird das Erleben eines „sicheren Ortes“ mit allen Sinnen induziert und geankert– eines Ortes, wo man sich sicher, entspannt und wohl fühlen kann.
Weitere Schritte der Hypnotherapie bei Autoimmunkrankheiten sind:
Altersregression
Dabei geht der Patient zunächst zurück in eine Zeit vor der Erkrankung zurück und erlebt mit allen Sinnen das Gefühl von Gesundheit, Schmerzfreiheit und Wohlbefinden.
Visualisieren des Immunsystems
Vorstellungen des Immunsystems mit den beteiligten Zellen werden entwickelt, z.B. wie starke T-Suppressorzellen die fehlerhaften B-Zellen wie mit einem Staubsauger aufsaugen, auffressen oder sonst irgendwie beseitigen. Bewährt hat sich dabei, wenn die Bilder dieser Zellen zu Hause gezeichnet werden, um die visuellen Vorstellungen zu verstärken.
Zusätzlich werden besondere Suggestionen eingesetzt, wie z.B. ein besonderes Licht, Energie oder auch Wasser durch den Körper fließt und alles Kranke wegputzt, mitnimmt und das Gesunde stärkt, die Vorstellung eine starke Heilsalbe auf das entzündete Gewebe zu streichen oder die Visualisierung von heilenden Zellen, die wie Handwerker auf dem Bau etwas reparieren und wieder aufbauen. Später wird in einer „Schule“ den Immunzellen wieder beigebracht, was ihre wirkliche Aufgabe ist, nämlich die eigenen Gewebe und Organe vor Angriffen zu schützen und nur fremde Zellen zu bekämpfen.
Reframing
In einer späteren Phase der Therapie lässt sich bei dem Zurückgehen in die persönliche Vergangenheit auch der Ausbruch der Erkrankung anschauen. Was ist damals abgelaufen? Was kann das Immunsystem dazu gebracht haben sich gegen den eigenen Körper zu wenden? Gibt es einen unbewussten Persönlichkeitsanteil, der mit der Erkrankung einen besonderen Zweck verfolgt? Dieser Aspekt der Therapie kann besonders effektiv sein und bringt oft bisher völlig unbewusste Auslöser und Bedeutungen der Autoaggression ins Bewusstsein.
Bei einer meiner Patientinnen mit schwerer rheumatoider Arthritis mit stark deformierten, entzündeten Gelenken und Gehstörungen kam beim „Kontakt“ mit diesem Teil als klare Antwort, dass die Erkrankung sie daran hindern sollte, aggressiv gegen ihre Mutter vorzugehen. Erst als die Patientin bessere Alternativen im Umgang mit der Mutter entwickelt hatte, trat eine dramatische Verbesserung der Erkrankung ein.
Schmerzbewältigung
Zu einigen Autoimmunkrankheiten wie rheumatoider Polyarthritis gehören chronische Schmerzen, die mit besonderen Suggestionen behandelt werden müssen.
Grundsätzlich steht in der Hypnotherapie der leidende Mensch im Mittelpunkt. Der Verlauf und auch der Erfolg der Therapie hängt deshalb nicht so sehr von den Methoden ab, sondern eher von vielen individuellen Faktoren,die bei der Therapie berücksichtigt werden müssen.






