(openPR) Wenn die Augen tränen und der Mund zu trocken ist, denken die wenigsten Menschen an Rheuma. Aber, es kann sich hierbei um eine häufig auftretende Autoimmunkrankheit handeln, die Tränen- und Speicheldrüsen angreift
Privatdozent Dr. med. Arne Hansen ist Leiter des Interdisziplinären Sjögren Zentrums an der Park-Klinik Weißensee und hat sich auf die Diagnose und Behandlung dieser Autoimmunkrankheit aus dem rheumatischen Formenkreis spezialisiert. Er gehört damit zu den wenigen Ärzten Berlins, die sich mit dieser zwar verbreiteten, jedoch häufig nicht erkannten Krankheit auskennen.
Beim Sjögren-Syndrom greift das körpereigene Immunsystem hauptsächlich die Tränen- und Speicheldrüsen, aber auch weitere Drüsen im Körper, wie z. B. Drüsen des Verdauungs- und Atmungstraktes, an. Neben der rheumatoiden Arthritis ist das Sjögren-Syndrom die zweithäufigste entzündliche Erkrankung des Bindegewebes und tritt es bei Frauen 10- bis 20-mal häufiger auf als bei Männern.
Die Patienten klagen unter Mundtrockenheit, Brennen, Entzündungen im Bereich der Mundhöhle, Mundwinkelrhagaden, Mundgeruch sowie Schwierigkeiten beim Schlucken fester und trockener Nahrung. Die Augen sind lichtempfindlich, die Bindehäute entzündet. Manchmal sind auch die Lymphknoten vergrößert. Weitere Symptome sind Konzentrationsschwäche, dauerhafte Müdigkeit, Gelenkschmerzen sowie Durchblutungsstörung der Finger und Zehen.
Leider ist eine Heilung der Erkrankung noch nicht möglich und eine Therapie zielt eher auf die Linderung der Beschwerden. Dazu zählen z. B. Augentropfen oder zuckerfreie Bonbons zur Anregung der Mundschleimhaut. Auch eine gesunde Lebensweise mit viel Bewegung und ausgewogener Ernährung hilft, das aus dem Gleichgewicht geratene Immunsystem zu stärken.
Bei der Ursachenforschung gibt es Hinweise auf eine erbliche Veranlagung, aber auch hormonelle Einflüsse und Umweltfaktoren könnten eine Rolle spielen. Wie bei allen Autoimmunkrankheiten, bei dem der Körper sein eigenes Gewebe bekämpft, sind die genauen Mechanismen noch unklar.
Im Sjögren Zentrum an der Park-Klinik Weißensee können zum Nachweis der Erkrankung die sogenannten antinukleären Antikörper (ANA) im Blut bestimmt werden und auch die Entnahme von Gewebeproben der Lippeninnenseite kann Aufschluss über körpereigene Abwehrzellen geben, die ein weiterer Hinweis auf das Sjögren-Syndrom sind.
Interdisziplinäres Sjögren Zentrum, Park-Klinik Weißensee
PD Dr. med. Arne Hansen
Telefon: (030) 96 28-36 07






